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Streckentrenner für Fahrleitungen elektrischer Bahnen
Bei Streckentrennem elektrischer Fahrleitungen handelt es sich darum, in den Zug des Fahrdrahtes einen Isolator einzuschalten, wobei wegen des Bügellaufes die Isolator-und Fahrdrahtachse nicht zusammenfallen können. Es ist z. B. schon bekannt, der dabei auftretenden Biegebeanspruchung des Isolators durch in seinem
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zu tragen, soferne man es nicht vorzieht, diese Biegebeanspruchung durch eine der in den Fig. 1 und 2 schematisch im Aufriss dargestellten ebenfalls schon bekannten Anordnungen zu vermeiden. Bei der Anordnung nach Fig. 1, in welcher T das Tragseil und F den Fahrdraht bedeutet, weist dieser jedoch an den Stellen Kn, an denen der Beidraht angreift, einen Knick auf, der besonders bs Schnellfahrt sehr stört.
Es zeigt sich nämlich, dass sich der Stromabnehmerbügel bei hoher Geschwindigkeit bereits vor der Abspannklemme durch den Beschleunigungsdruck oder infolge eines durch zu starke Drahtdurchbiegung bedingten Stossdruckes vom Streckentrenner entfernt und diesen überspringt, ohne die Kufen zu berühren. Der Nachteil der Anordnung nach Fig. 2 besteht darin, dass der Zug im Zugisolator wesentlich erhöht und das Gewicht der Anordnung ausserdem durch den hinzugekommenen Druckisolator vergrössert wird.
Beim erfindungesgemässen Streckentrenner, der schematisch in Fig. 3 dargestellt ist, wird ein Knick des Fahrdrahtes vermieden, obwohl nur ein Isolator verwendet wird, der, wie später dargestellt, nur auf Zug beansprucht ist. Ermöglicht wird dies dadurch, dass sich mittels an den
Isolatorkappen drehbar angebrachter Hebel H der Fahrdrahtzug, der Zug im Fahrdrahtisolator und eine von aussen ausgeübte, vorzugsweise nur geringe, aber an einem langen Hebelarm an- greifende dritte Kraft das Gleichgewicht halten.
Diese durch einen Pfeil gekennzeichnete dritte
Kraft kann bei Kettenfahrleitungen erfindung- gemäss vom Tragseil, wie insbesondere von einem an diesem befestigten schwachen Beidraht Bd oder gegebenenfalls, wie in Fig. 7 dargestellt, vom Tragseilisolator abgenommen bzw. ausgeübt werden. Den temperaturbedingten, besonders am Ende einer langen Abspannsektion und bei stärkerer Verschiedenheit der Ausdehnungskoeffi- zienten zwischen Fahrdraht und Tragseil auftretenden relativen Horizontalverschiebungen zwischen Fahrdraht und Tragseil muss dabei durch einen ausreichenden Drehbereich der Hebel Rechnung getragen werden.
Um bei beliebiger Lage der Hebel jede Knickung des am unteren Hebelende angreifenden Fahrdrahtes zu vermeiden, wird erfindungsgemäss aus weiter unten näher ausgeführten Gründen vorzugsweise eine Parallelführung der Fahrdrahtendklemme E vorgesehen.
Die Überbrückungsbügel (Kufen) K des Streckentrenners, welche in Fig. 9 deutlich zu sehen sind, werden zweckmässig am Fahrdraht bzw. an der Endklemme des Fahrdrahtes befestigt, so dass sie diesem gegenüber bei Veränderung der Hebelstellung keine Relativbewegung ausführen, also immer in der gleichen gegenseitigen Lage bleiben. Stärkere Horizontalverschiebungen zwischen Fahrdraht und Tragseil und damit bedingte grössere Drehungen der Hebel, rufen kleine Abweichungen von der Höhenlage des Fahr- drahtes und der Überbrückungsbügel hervor, welche sich jedoch erfindungsgemäss durch eine entsprechende Kurvenführung C (Fig. 7) der beweglichen Aufhängepunkte der Hänger oder durch exzentrische Lagerung der Aufhänge- rollen R (Fig. 3) restlos ausgleichen lassen.
Dabei ist der Umfang der Rollen so gewählt, dass er der grössten auftretenden Relativverschiebung zwischen Fahrdraht und Tragseil entspricht.
Beim Einbau der Rollen ist naturgemäss zu beachten, dass sie in der richtigen der Einbau- temperatur entsprechenden Stellung auf das
Tragseil aufgesetzt werden.
Ein Gewichtsvergleich mit der ebenfalls einen
Knick im Fahrdraht vermeidenden Ausführung nach Fig. 2 fällt zugunsten des erfindung- gemässen Streckentrenners aus, da einerseits bei diesem nur ein Fahrdrahtisolator verwendet wird, der überdies bei einem Hebelübersetzungs- verhältnis von z. B. 10 : 1 nur einem den Fahr- drahtzug um 10% überschreitenden Zug stand- halten muss, und da anderseits das Gewicht der hinzukommenden Hebel verhältnismässig gering gehalten werden kann. Je geringer aber das
Gewicht des Streckentrenners ist, desto weniger wird seine Masse bei Schnellahrt ales, ; farter
Punkt" in der Fahrleitung stören.
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Die Fig. 4-7 zeigen Ausführungsbeispiele bzw. Einzelheiten des erfindungsgemässen Streckentrenners.
Die Fig. 5 und 6 betreffen zwei Abarten der Parallelführung der Fahrdrahtendklemme E. Gemäss Fig. 5 ist auf der verlängerten Isolatorkappe A eine Justierschraube S vorgesehen, deren Ende bei Bewegung des Hebels H auf einer Kreisbahn gleitet, die etwa einfach in das umgebogene Fahrdrahtende eingearbeitet ist. Bei der Anordnung nach Fig. 6 ist die Druckschraube durch eine Laufrolle LR ersetzt, die, wie dargestellt, statt auf der Isolatorkappe A auf der Klemme E gelagert sein kann, wobei das Ende der Isolatorkappe A die zugehörige Kreisbahn bildet. Ausserdem kann die Parallelführung auch, so wie in Fig. 3 zu ersehen, durch eine Lasche L erfolgen.
Die Parallelführung der Klemmen ist nötig, weil der Fahrdrahtzug in bezug auf den notwendig etwas oberhalb der Fahrdrahtachse liegenden Drehpunkt P (Fig. 5 und 6) ein Drehmoment
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und damit eine Knickung des Fahrdrahtes hervorrufen würde. Durch die vorgesehene Parallelführung wird ein Gegenmoment entwickelt. Dieses Moment, das durch Tieflegung des Punktes P klein gehalten werden kann und unabhängig von der Hebellage bei gleichbleibendem Fahrdrahtzug konstant ist, beansprucht nicht nur die zur Parallelführung dienenden Teile, sondern stellt zunächst auch eine, wenn auch nur ganz geringe Biegebeanspruchung des Fahrdrahtisolators dar.
Auch diese geringe Biegebeanspruchung lässt sich aber dadurch vollkommen vermeiden, dass der Hebeldrehpunkt Q soweit oberhalb der Isolatorachse angeordnet wird (Fig. 5 und 6), dass die in dieser Achse wirkende Zugkraft in bezug auf ihn ein gleich grosses entgegengerichietes Moment auf den Isolator ausübt wie der Fahrdrahtzug in bezug auf den Punkt P.
Die Fig. 9 zeigt schematisch einen Streckentrenner nach der Erfindung in axonometrischer Darstellung. Die Hebel H sind, wie auch aus Fig. 4 zu ersehen, am oberen Ende gegabelt und mittels je zweier am Tragseil T befestigter Beidrähte Bd gehalten. Zur Befestigung des Streckentrenners am Tragseil dienen die mit je einer Laufrolle R versehenen Hängeranordnungen G, und G2, von denen die letztere als Dreipunktaufhängung auch Verdrehungen des Streckentrenners verhindert. Die Überbrückungsbügel (Kufen) K sind in dem Ausführungbeispiel nur für die bevorzugte Fahrtrichtung von links nach rechts angeordnet.
Wenn der Streckentrenner für beide Fahrtrichtungen gleich gut befahrbar sein soll, können für die andere Fahrtrichtung Überbrückungsbügel in Spiegelbildanordnung, jedoch mit verdoppelter Spreizung vorgesehen werden, wie in Fig. 10 im
Grundriss angedeutet ist. Der Fahrdraht wird in bekannter Weise ein angemessenes Stück vor und nach dem Streckentrenner versteift. Eine Abstützung der Überbrückungsbügel K und Versteifungsstreben V erfolgt über entsprechende Zwischenstücke Z an der linken Fahrdrahtendklemme, u. zw. gegebenenfalls an dem zu diesem Zweck beidseitig etwas verlängerten, den Hebel H durchdringenden untersten Lagerbolzen.
Bei der Anordnung nach Fig. 7 und 8 sind die oberen Hebelenden nicht von Beidrähten gehalten, sondern stützen sich auf den Tragseilisolator J, dessen Kappen mit Laufrollen Lr versehen sind, auf denen das Ende des zweckmässig als Doppelhebel ausgebildeten Hebels H, wie aus Fig. 8 ersichtlich, aufruht.
PATENTANSPRÜCHE : l. Streckentrenner für Fahrleitungen elektrischer Bahnen mit einem Isolator und knickfrei bis zum Streckentrenner geführten Fahrleitungen, dadurch gekennzeichnet, dass zu beiden Seiten des Isolators je ein zweiarmiger Hebel vorgesehen ist, dessen Drehachse sich auf der Isolatorkappe befindet und somit Angriffspunkt der Isolatorzugspannung ist, an dessen kürzeren nach abwärts gerichteten Hebelarm der Fahrdraht abgespannt ist und an dessen nach aufwärts gerichteten längeren Hebelarm eine dritte Kraft angreift, die das Gleichgewicht am Hebel herstellt, so dass der Isolator praktisch nur auf Zug beansprucht ist.