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Einrichtung zur Aufhängung von Fahrleitungen
Es ist bekannt, zur Aufhängung von Fahrleitungen an quer zur Fahrleitung gespannten Tragelementen, z. B. Drähten oder Seilen, glockenförmige Isolatoren anzuordnen. Eine solche Anordnung ist in Fig. 1 der Zeichnungen dargestellt. Der glockenförmige Isolator 1 ist einerseits am Tragelement 2 mittels zweier Schrauben 3 und 4 hängend befestigt, und besitzt anderseits an seinem unteren Ende eine angesetzte Öse 5, durch welche beispielsweise die Fahrleitung direkt geführt ist, oder die ein Verbindungselement aufnimmt, an welchem die Fahrleitung befestigt ist. Bei Fahrleitungen, insbesondere Pendelfahrleitungen, kommt auf die Belastung des Tragelementes 2 ausser dem anteiligen Gewicht der Fahrleitung, welches in vertikaler Richtung angreift, noch eine Horizontalkomponente hinzu, die z.
B. durch die zickzack -förmige Führung der Fahrleitung oder die Fahrleitungsablenkung in Kurven hervorgerufen wird.
Diese Horizontalkomponente übt über die Fahrleitung auf den Isolator 1 ein Drehmoment aus. Wenn die Resultierende der Zugbelastung so schräg liegt, dass sie das Tragelement 2 ausserhalb des zwischen den Schrauben 3 und 4 liegenden Teiles schneidet, stellt sich zufolgedesDrehmomentes der Isolator 1 schief, wie es in Fig. 2 der Zeichnungen dargestellt ist. Je nach Bauart der Fahrleitungsaufhängung wird diese dadurch aus ihrer normalerweise vertikalen Lage in eine nicht erwünschte, schräge Lage verzogen.
Zur Verringerung des Schrägstellungswinkels ist es bekannt, an den Isolator 1 beispielsweise einen Arm in horizontaler Richtung mittels einer der beiden Schrauben 3 oder 4 festzuklemmen, und dadurch die Basis der Aufhängung am Spanndraht so zu vergrössern, dass der Schnitt der Resultierenden der Zugkraft der Fahrleitung innerhalb der Befestigungsenden der Aufhängung fällt.
Eine Herabsetzung des Drehmomentes wäre gegebenenfalls durch Verkleinern der Distanz zwischen dem Tragelement 2 und dem Angriffspunkt der Zugkraft, beispielsweise durch Verringerung der Bauhöhe des Isolators 1 zu erreichen, was jedoch nicht immer im erforderlichen Ausmass möglich ist.
Es ist eine Fahrdrahtaufhängung bekannt, bei der in einem Isolierkörper ein in Richtung des Fahrdrahtes zu beiden Seiten des Isolierkörpers ausladender, zweiFahrdrahtklemmen tragender Bügel quer zum Fahrdraht verschwenkbar gelagert ist. Nachteilig ist, dass der die Fahrdrahtklemmen tragende Bügel vornehmlich der Befestigung für den Isolator dient, ohne aber dem Isolator irgendwelche Bewegungsmöglichkeiten zu geben. Der Bügel ist lediglich im Isolator quer zum Fahrdraht verschwenkbar.
In einer andern bekannten Fahrdrahtaufhängung ist ein Isolator mittels eines Schäkels an einem Tragring des Querdrahtes aufgehängt, wobei ein oder mehrere Verbindungsglieder zwischen Isolator und Fahrdraht sich befinden, die in einem beliebigen Winkel zum Isolator und Fahrdraht einstellbar sind. Nachteilig ist hier, dass der Tragring nur als Öse zur Aufhängung des Isolators dient, und bei seitlichem Zug geht die Resultierende der Zugkräfte zwischen die kurze Auflagerlänge des Tragringes hindurch, wodurch der Querdraht, wie in Fig. 2 gezeigt, abgewinkelt wird.
In einer andern bekannten Fahrdrahtaufhängung ist der Isolatorkopf durch eine zweiteilige Schelle mit zwei bogenförmig nach oben ragenden Armen, zwischen deren gabelförmigen Enden der Querdraht mittels besonderer Klemmplatten eingeklemmt wird, umfasst. Nachteilig ist die vollkommene Starrheit und Unbeweglichkeit des Fahrdrahtes in dieser Aufhängung.
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Schliesslich sei noch auf eine Fahrdrahtaufhängung verwiesen, bei der ein bogenförmiger Bügel, der mittels einer Lasche am Tragseil angeschraubt ist, starr mit dem Zwischenstück verbunden ist. Nachteilig ist hier wieder die vollkommene Unbeweglichkeit des Fahrdrahtes. Bei dieser Aufhängung muss die Lage des Fahrdrahtes bei seiner Montage festgelegt werden, und kann späterhin den durch die Fahrweise des schienenlosen Fahrzeuges bedingten Zerrungen durch die Stromabnehmerrolle nicht nachgeben.
Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung zur Aufhängung von Fahrleitungen, insbesondere Pen- delfahrleitungen, an einem quer zur Fahrleitung angeordneten Tragseil, an dem ein als Halbbogen ausge- bildeter Tragbügel befestigt ist, an dessen Enden beidseitig die Klemmenvorrichtungen für das Tragseil angeordnet sind, und in dem ein im wesentlichen nach zwei Freiheitsgraden bewegliches, isolierendes Zwi- schenstück hängt, an dessen unterem Ende eine Fahrdrahtklemme drehbar gelagert ist. Oben angeführte
Nachteile werden erfindungsgemäss dadurch vermieden, dass die innere Bogenweite des Tragbügels wesentlich grösser als der Durchmesser des eingehängten, verschiebbaren, isolierenden Zwischenstückes ist, und über die gesamte Bogenlänge jede Senkrechte auf denselben das geklemmte Tragseil zwischen den Klemmstellen schneidet.
Das Zwischenstück kann als Schlingenisolator ausgebildet sein, der mit einem Ende im Tragbügel eingehängt ist und dessen anderes Ende, vorzugsweise unter Zwischenschaltung eines Aufhängependels, die angeklemmte Fahrleitung trägt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Fig. 3, 4 und 5 dargestellt. An einem Tragseil 2 ist ein bogenförmiger Tragbügel 6 mittels zweier Klemmschrauben 3 und 4 befestigt. Der Tragbügel 6 besteht aus Temperguss und ist verzinkt. In den Tragbügel 6 ist ein isolierendes Zwischenstück 7 eingehängt, das im vorliegenden Beispiel als Schlingenisolator ausgebildet ist. Ein solcher besteht im einfachsten Fall aus einem kunststoffgetränkten 0-förmigen Glasfaserstrang. In den Abrundungen an den Enden sind der Form des Schlingenisolators angepasste Einlagebleche 8 eingelegt. Das andere Ende des Zwischenstückes 7 ist unter Zwischenschaltung eines Aufhängependels 9 mit der Fahrleitung verbunden.
Der Angriffspunkt der Zugkraft verschiebt sich mit zunehmender Schrägstellung des Zwischenstückes immer mehr nach oben, so dass auch bei relativ starken seitlichen Zugkräften noch gewährleistet ist, dass die Resultierende der Zugkräfte zwischen den Klemmschrauben 3 und 4 das Tragseil 2 schneidet.
Bei der Ausführung nach Fig. 4 ist an einem Ende des Tragbügels 6 ein seitlicher Arm 10 angesetzt, der auch bei extrem starken seitlichen Zugkräften ein Schrägstellen der Aufhängung vermeidet.
Auch der Arm 10 ist wie der Tragbügel 6 aus Temperguss hergestellt und verzinkt.
In Fig. 5 ist die Gesamtansicht der Aufhängevorrichtung im Schrägriss dargestellt. Zusätzlich zu dem in den vorangehenden Figuren angegebenen Teilen ist hier noch eine am Aufhängependel 9 angeordnete Fahrdrahtklemme 11 gezeigt. an deren Ende der Fahrdraht 12 in an sich bekannter Weise zwischen zwei Klemmbacken festgehalten ist.