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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr 16459. OTTO LUHR UND THOMAS ANDRESEN IN CHICAGO (V. ST. A. ).
Schmiervorrichtung mit Förderkette für trockene oder teigige Schmiermittel.
Gegenstand der Erfindung ist eine Schmiervorrichtung, die beispielsweise einem Dampfzylinder ein trockenes Schmiermittel, wie fein gemahlenen Graphit (Flockengraphit) etc. zufuhren soll. Um zu verhindern, dass der Dampf das Schmiermittel anfeuchten und dieses teigig und klebrig werden kann, was das gleichmässige Schmieren beeinträchtigt, wird die Austrittsöffnung für den Graphit derart angeordnet, dass dieser nur der Einwirkung trockenen nicht kondensierten Dampfes ausgesetzt ist.
In der Zeichnung ist Fig. 1 eine Seitenansicht der Schmiervorrichtung vom Dampfeinlassrohr aus gesehen, Fig. 2 ein Horizontalschnitt durch den Graphitbehälter und das Dampffinlassrohr in der Höhe der : Mittellinie des Förderrohres mit den Teilen der Forervorrichtung in Ansicht, Fig. 3 ein Vertikalschnitt durch die Mitte der Schmiervorrichtung und des Dampfeinlassrohres mit Hinweglassung eines Teiles des Graphitbehälters und Fig. 4 ein Querschnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 3. In der dargestellten Ausführungsform bezeichnet. 5 einen zylindrischen Behälter, welcher
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bis zur Längsachse des Dampfeinlassrohres reicht und mittels einer Gegenmutter 10 in beliebig veränderlicher Stellung festgehalten werden kann.
Der Behälter. 5 dient zur Aufnahme des gepulverten Graphits oder eines ähnlichen feinen, trockenen Schmiermittels, z. B. Seifenstein, während das Rohr 8 ein endloses Förderband aufnimmt, welches das Schmiermaterial allmiihlich dem Behälter 5 entnimmt und der Einwirkung des durch das Dampfeinlassrohr 9 gehendon Dampfstrahles aussetzt. Das Förderband wird z. B. durch eine endlose Kette, bestehend aus einer Anzahl aneinander gelenkter Stangen gebildet, deren jede ungefähr
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drehbar in einem nahmen 15 angeordnet sind, der wie ein Kolben in dem Rohr 8 gelagert ist und bis in den Bodenteil des Behälters 5 ragt (Fig. 2 und 3).
Dort geht der Rahmen 15 in eine Stange über, die durch die Stopfbüchse 17 hindurchgeführt und mit einem Gewinde versehen ist, auf welchem ein in den Schlitz eines Rahmens 1. 9 eingelassenes Hand- raù 18 sitzt. Der Rahmen 19 ist mit der Stopfbüchsenwand starr verbunden. Der im Rohr. S' verschiebbar gelagerte, das Förderband tragende Rahmen 15 besitzt an den beiden Enden seines zylindrischen Teiles 15a je einen geschlitzten zur Aufnahme der Kettenräder 13 und 14 bestimmten Teil 1 und 15c. Der Rahmen 15 besitzt ferner zwei einander gegenilberliegende Längsbohrungen 20 und 21, in welchen die Kolben 12 leicht gleiten können (Fig. 3 und 4).
Das Rohr 8 endet ausserhalb des Kettenrades 14 in einer Kappe oder Schale 22, welche mit ihrer abgedrehten Sitzfläche dicht an das Rohr angelegt werden und dieses verschliessen kann, sobald die Schmiervorrichtung ausser Tätigkeit gesetzt wird.
Der ununterbrochene oder zeitweise Antrieb der Fördervorrichtung kann beliebig ausgeführt werden. In der Zeichnung ist eine einfache, vorzugsweise anzuwendende Vorrichtung dargestellt, welche aus einem auf der Welle des Kettenrades 13 befestigten Zahnrad 23 besteht, das durch ein gleichgrosses auf einer Welle, 25 angeordnetes Zahnrad 24 angetrieben wird. Die Welle So liegt drehbar in einem seitlich aus der Wand des Behälters. 5
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(Fig. 1) vorspringenden Stutzen 26 und trägt aussen ein Schneckenrad 27, das seinen Antrieb durch eine Schnecke 28 erhält, die in einem, vom Boden 7 des Schmiermittelbebl1lters seitlich vorspringenden Ansatz 29 gelagert ist.
Die Schnecke wird z. D. mittels geeigneter Verbindung durch die Dampfmaschine oder eine besondere Kraftquelle angetrieben.
In dem Behalter 5 übt ein Druckkörper, z. B. ein Gewicht in Form einer metallenen
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der Innenwand des Behälters 5 sind in geringem Abstande über dem Zahnrad 24 eine Anzahl nach innen gerichteter Ansätze 32 angeordnet, auf die sich das Gewicht 30 auflegt, sobald es seine niedrigste Stellung erreicht hat.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung ist folgende : Nach Entfernung der Deckelkappe 6 und des Druckkörpers 30 wird der Behälter 5 mit gepulvertem Graphit oder einem anderen, trockenen Schmiermittel gefüllt. Hierauf wird der Druckkörper auf das Schmiermittel gesetzt und über die Stange 31 die Declcikappe C geschoben, welche an den Seitenflanschen des Behälters 5 verschraubt oder in anderer Weise befestigt wird. Die Form der Declcelkappe 6 ist so gewählt, dass sie den Druckkörper 30 aufnimmt und umgibt, wenn dieser sich in seiner höchsten Stellung befindet.
Das Handrad 18 wird darauf derart gedreht, dass die Verschlusskappe 22 mehr oder weniger vom Innenrand des Rohrgehäuses 8 absteht, wodurch in dem Dampfeinlassrohr 9 eine ringförmige Austrittsöffnung für das Schmiermittel entsteht. Gleichzeitig mit dem öffnen der Kappe 22 wird das Zahnrad 23, das mit dem in der Längsrichtung verschiebbaren Rahmen-M verbunden ist. mit dem Zahnrad 24 in Eingriff gebracht. Beim Anlassen wird die Drehung der angetriebenen Schnecke 28 auf das Schneckenrad 27, die Achse 25, die Zahnräder 24 und 23 und das Kettenrad 13 übertragen und so der endlosen Förderkette mit den auf ihr befindlichen Kolben eine langsame Bewegung erteilt.
Der im Graphitbehälter 5 befindliche Teil der Förderkette geht durch die Graphitasse hindurch, nimmt infolge der durch die Gewichts-
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hindurchgeführt und gelangen aus diesen allmählich zur Austrittsöffnung am Ende des Rohres 8. Sobald der mit Schmiermittel beladene Teil der Kette um das Kettenrad 14 herumgeht, setzt er nacheinander das zwischen je zwei Kolben enthaltene Schmiermittel der Kraftwirkung des heissen, trockenen Dampfstrahles aus, der mitten durch das Dampf- einlassrohr geht. Die einzelnen Schmiermittelladungen werden auf die Weise vom Dampfstrahl mitgerissen und in das Innere des Schieberkastens bezw. des Dampfzylinders geführt.
Die Menge des zuzuführenden Schmiermittels kann geregelt werden, indem man die Geschwindigkeit der Förderkette oder die Weite der Ringöffnung zwischen Rohr 8 und Kappe 22 oder beides verändert. Will man die Schmiervorrichtung ausser Tätigkeit setzen, so dreht man das Handrad 18 derart, dass der Rahmen 15 zurückgezogen wird, welche Bewegung ein Verschliessen der Austrittsöffnung durch dichtes Anlegen der Verschlusskappe 22 an das Rohr 8 und gleichzeitig eine Ausschaltung des Antriebes der Förderkette durch Aufhebung des Eingriffs zwischen den Zahnrädern 23 und 24 zur Folge hat.
Durch die Anordnung der Austrittsöffnung des Schmiermittels in oder nahe der Längsachse des Dampfeinlassrohres wird der Vorteil erzielt, dass der Graphit der Einwirkung trockenen Dampfes ausgesetzt ist, wodurch ein Teigig-und Klebrigwerden desselben, welches bei Berührung mit in der Nähe von Rohrwandungen stets feuchtem oder teilweise kondensiertem Dampf auftritt, vermieden wird. Damit ist auch eine vollständigere Entladung des Graphits aus den einzelnen Taschen zwischen den Kolben der Förderkette verbunden.
Da während der Bewegung der Förderkette die beiden Längsbohrungen im zylindrischen Teil des Rahmens 15, welche die einzige Verbindung zwischen dem Schmiermittelbehälter 5 und dem Dampfrohr, 9 bilden, durch eine grosse Zahl dicht schliessender Kolben verschlossen sind, ist einem Übertritt des Dampfes vom Dampfrohr zum Schmiermittelbehälter vorgebeugt und das im Behälter 5 befindliche Schmiermittel bleibt infolgedessen stets trocken, was noch begünstigt wird, wenn die Förderkette sich über das innere Kettenrad 14 in der Bewegungsrichtung des Dampfstrahles dreht. Legt sich der Druckkörper 30 auf die Ansätze 32, so zeigt die relative Lage des Endes der Stange 31 zum Verschlussdeckel 6 an, dass der Behälter entleert ist.
Die Kappe 22 wird dann geschlossen und der Behälter in der beschriebenen Weise wieder gefüllt. Die Förderkette bewirkt auch ein Umrühren des Graphits am Boden des Behälters und verhindert das Entstehen von Hohlräumen. Die
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Schmiorvorrichtung kann an jedem Dampfrohr oder Zylinder angeordnet werden und ist hiezu nur die Herstellung einer mit Gewinde versehenen Bohrung zur Einführung des Rohres 8 nötig. Die Schmiervorrichtung ist hauptsächlich für die Zuführung trockener Schmiermittel bestimmt, aber sie kann auch zur Förderung %,. on mit Öl oder Fett vermengten Graphit, sowie in Verbindung mit anderen Maschinen (z. B. Verbrennungskraftmaschinon,
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Schmiervorrichtung für trockene oder teigige Schmiermittel, gekennzeichnet durch die Anordnung einer biegsamen, endlosen Fördervorrichtung, welche durch die Wand eines geschlossenen Schmiermittolbehälters (5) hindurchbewegt wird und gewisse Mengen des Schmiermittels nacheinander aus dem Schmiermittelbehälter in das Innere eines Rohres (9) oder eines anderen zur Schmierstelle führenden Teiles entleert.