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Dachdeckung
Die Erfindung betrifft eine Dachdeckung mit vorzugsweise aus dünnen, beispielsweise aus Faser- zementplatten od. dgl. bestehenden Dachsteinen.
Sie betrifft ferner die zum Herstellen einer solchen
Dachdeckung dienenden Steine.
Die bisherigen Dachdeckungen mit aus dünnen
Platten bestehenden Dachsteinen wirken flach, eintönig und völlig eben. Der Grund hiefür ist die geringe Plattenstärke der Dachsteine und das darauf beruhende, fast völlige Fehlen einer plastischen bzw. Schattenwirkung, besonders in waagrechter Gliederung.
Da die Unterbrechung grosser Dachflächen durch solche Schatten eine ganz allgemeine architektonische Forderung ist, sind bereits die verschiedensten Versuche unternommen worden,
Dächern, die mit ebenen, dünnen Dachplatten gedeckt sind, eine Schattenwirkung zu geben. So sind beispielsweise ebene Platten durch besondere
Einrichtungen keilförmig erzeugt worden, um das dickere Ende traufenseitig als starken Stein wirken zu lassen. Oder man hat am unteren Ende den
Stein mit einem dunkleren Saumanstrich versehen, der den Schatten des starken Steines vortäuschen sollte. Bei Steinen, die in Formen erzeugt wurden, ist man mit der Anbringung eines Falzes zur Erzielung einer scheinbaren, grösseren Steinstärke vorgegangen. Endlich hat man durch Aufkittung den Plattenrand zu verstärken gesucht.
Aber auch durch ein leichtes Vorstehen des Randes der oben liegenden Platte, z. B. bei der waagrechten deutschen Deckung, war man bestrebt, wenigstens einem Teil des Traufenrandes eine mässige Schattenwirkung zu verschaffen.
Alle diese Behelfe sind in ihrem meist minderen Effekt von der Geschicklichkeit des Arbeiters abhängig, ganz abgesehen von dem Aufwand an Werkstoff und Arbeitszeit.
Der Zweck der Erfindung ist, diesen Nachteil zu beseitigen, u. zw. wird dies bei einer Dachdeckung mit vorzugsweise aus dünnen Platten bestehenden Dachsteinen dadurch erreicht, dass die Dachsteine mit ihrer traufenseitigen Kante in einem Abstande von der Oberfläche der darunterliegenden Dachsteine verlegt werden.
Diese Art der Verlegung lässt sich auf die verschiedenste Weise erzielen. Zweckmässig werden jedoch hiezu Dachsteine verwendet, die aus ebenen
Platten mit einem stufenartigen Absatz an der im
Dachplattenverband unterhalb der traufenseitigen
Kante des darüber liegenden Dachsteines be- findlichen Stelle bzw. an einer etwas höher ge- legenen Stelle bestehen. Dabei kann die Platten- stufe gemäss der Erfindung derart gestaltet sein, dass zwischen ihr und der Unterseite des im Dach- plattenverband darüber liegenden Dachsteines ein spitzer Winkel gebildet ist.
In der Zeichnung ist ein Dachstein gemäss der
Erfindung und die Art seiner Verlegung je in einem Ausführungsbeispiel dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Dachstein gemäss der Erfindung im Schnitt ;
Fig. 2 eine mit Dachsteinen nach Fig. 1 hergestellten Dachdeckung im Schnitt ; Fig. 3 die
Dachdeckung in Draufsicht ; Fig. 4 eine abge- änderte Ausführungsform der traufenseitigen
Kante einer Dachplatte gemäss der Erfindung.
Der Dachstein der Fig. 1 besteht aus einer ebenen, mit zwei stufenförmigen Absätzen 1 und 2 versehenen Platte. Der zwischen den beiden Absätzen liegende ebene Plattenteil 3 ist etwas kürzer als der unterhalb des traufenseitigen Absatzes liegende Plattenteil 4, so dass der bei Verlegung im Dachplattenverband die traufenseitige Kante 5 des Dachsteines in einem Abstand von der Oberseite des darunter liegenden Dachsteines liegt. Die Gestalt der Stufe 1 ist vorzugsweise derart, dass zwischen ihr und der Unterseite des darüber liegenden Dachsteines ein spitzer Winkel a entsteht, so dass unabhängig von der Stellung der Sonne und der Dicke des Dachsteines stets ein kräftiger Schlagschatten zustande kommt.
Durch das Überragen des traufenseitigen Plattenendes der überliegenden Platte über die untere entsteht bei jedem Standpunkt der Lichtquelle eine Schattenwirkung, die dem Auge des Beschauers eine der Stufenhöhe vermehrt um die Plattenstärke entsprechende ideelle Plattendicke vermittelt. Diese Schattenwirkung ist von der Fabrikationsstärke der Platten, in weitem Masse aber auch von der Plattenfärbung, unabhängig.
Das Verlegen der Dachsteine gemäss der Er- findung ist äusserst einfach. Die Platten liegen auf zwei Latten 6 auf und werden mit zwei Nägeln 7
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befestigt. Die Anbringung von Sturmhaken ist ebenfalls möglich, aber nicht notwendig. Die Deckung kann beispielsweise nach Art der bekannten Doppeldeckung rechteckiger Steine erfolgen. Durch die in den Platten vorgesehenen Stufen sind die Dachsteine wesentlich versteift.
Ausser der bedeutend gehobenen architektonischen Wirkung weist diese Schattendeckung mit Treppensteinen den Vorteil auf, dass dem abfliessenden Regenwasser über den vorstehenden Plattenrand ein Weg so geschaffen wird, dass ein Zurückziehen des Wassers zwischen Ober-und Unterplatte, wie es bei den bisherigen Deckungen mit ebenen Platten häufig der Fall ist, unbedingt vermieden ist. Diese Art Kapillarwirkung führte bekanntlich zum Undichtwerden der Deckung.
Der betonte Vorzug der Treppendeckung bleibt auch dann gewahrt, wenn das Traufenende (5) so geformt wird, wie dies in Fig. 4 veranschaulicht ist, d. h. wenn ein abgebogener kurzer Teil 8 die Unterplatte berührt. Dabei hat der Winkel zwischen der Plattenebene und dem abgebogenen Kurzstück unter 90 , z. B. 70 , zu betragen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Dachdeckung mit vorzugsweise aus dünnen Platten bestehenden, im Dachplattenverband satt aufeinanderliegenden Dachsteinen, dadurch gekennzeichnet, dass die Dachsteinemit ihrer traufenseitigen Unterkante einen Abstand von der Oberfläche der darunter liegenden Dachsteine aufweisen.