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Vorrichtung zur Erzielung eines gleichförmigen Laufes bandförmiger Tonschriftträger
Eine einwandfreie Vorführung bandförmiger
Tonschriftträger, z. B. von Tonfilmen, ist mit grossen Schwierigkeiten verbunden ; die zu diesem
Zweck bisher vorgeschlagenen Mittel reichen nicht aus, eine so hohe Gleichmässigkeit der
Vorführung zu sichern, dass sich, z. B. bei der
Wiedergabe von reinen Sinustönen gleichbleiben- der Intensität, nicht Unregelmässigkeiten hörbar machten.
Die Mittel, durch welche man einer einwand- freien Lösung des Problems am nächsten kommt, gehen aus der deutschen Patentschrift Nr. 426808 hervor, nach welcher eine von dem Film, vorzugsweise lediglich durch Reibung angetriebene Rolle mit einem Schwungrad gekuppelt ist und ein einstellbares Glied mit dem Teil des Filmes zusammenwirkt, der zwischen einer Antriebsrolle und der getriebenen Rolle liegt und auf diesen Filmteil einen nachgiebigen Druck ausübt, der den Film veranlasst, über das einstellbare Glied von der getriebenen auf die treibende Rolle in einer Schleife zu laufen. In dieser Weise wird die Bewegungsgeschwindigkeit des Filmes an der Abtaststelle vorbei ausschliesslich durch die Umdrehungsgeschwindigkeit des Schwungrades bestimmt. Die Umdrehungsgeschwindigkeit ist indessen nicht ganz gleichbleibend, z. B. weil sie durch Zahnstösse u. dgl.
Unregelmässigkeiten, die durch den Film von der Vorführungsrichtung auf das Schwungrad übertragen werden, beeinflusst wird. Um eine Übertragung solcher Schwankungen auf das Schwungrad möglichst zu vermeiden, sind verschiedene Massnahmen vorgeschlagen worden. So ist u. a. in Vorschlag gebracht worden, den Film über zwei federnd gelagerte Leitrollen zur Schwungrolle hin bzw. von dieser abzuleiten. Diese beiden Leitrollen sind je auf einem, durch eine Feder beeinflussten Arm gelagert, der die Rollen gegen den Film drückt und dadurch das auflaufende und auch das ablaufende Trumm des Filmes in einer Schleife ausgespannt hält.
Wenn die Vorführungsgeschwindigkeit des Filmes und dadurch auch der den Film beeinflussende Zug schwankt, ändern sich die Längen der beiden Filmschleifen derart, dass die Krümmung der einen Schleife vergrössert und die Krümmung der anderen Schleife entsprechend verringert wird. Obwohl hiedurch der Einfluss der Geschwindigkeits- änderungen auf die Umdrehungsgeschwindigkeit des Filmes um ein gewisses Mass verringert wird, ist es doch in dieser Weise nicht möglich, eine ganz einwandfreie Wirkung zu sichern, weil die durch eine Änderung des den Film auf der einen Seite der Schwungradrolle beeinflussenden
Zuges verursachte Änderung der Länge einer der Filmschleifen durch den über die Schwung- radrolle laufenden Teil des Filmes auf die andere
Filmschleife übertragen wird und deshalb die
Schwungradrolle durch ein z.
B. beschleunigendes
Drehmoment beeinflusst. Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Vorrichtung besteht darin, dass die beiden durch Federn beeinflussten Arme mit den darauf gelagerten Rollen und dem Schwungrad zusammen ein Schwingungssystem bilden, das unter
Umständen in Eigenschwingungen mit einer innerhalb des Gebietes der akustischen Frequenzen liegenden Frequenz geraten kann.
Die vorliegende Erfindung zielt darauf ab, diesen Nachteilen abzuhelfen, was erfindungsgemäss dadurch erreicht wird, dass die beiden Leitrollen auf einem gemeinsamen, um einen festen Punkt schwenkbaren Arm gelagert sind. Die an der einen Seite der Schwungradrolle entstehende Vergrösserung der Spannung des Filmes, die dadurch merkbar wird, dass die an der betreffenden Seite liegende Filmschleife verkürzt wird, wodurch gleichzeitig die in diese Schleife eingreifende Rolle sich seitlich verschiebt, wird dann durch die gegenseitig verbundenen Leitrollen unmittelbar auf die andere Filmschleife übertragen, derart, dass in der letzterwähnten Filmschleife eine annähernd ebenso grosse Spannungsvergrösserung entstehen wird, so dass die Umdrehungsgeschwindigkeit des Schwungrades nicht in einem nennenswerten Grade geändert wird.
Die beste Wirkung in bezug auf einen Ausgleich der Geschwindigkeitsänderungen wird erreicht, wenn die auflaufenden Trumme der beiden Filmschleifen gegenseitig parallel oder wenigstens ungefähr gegenseitig parallel gerichtet sind.
Wenn dies der Fall ist, wird eine Drehung des Tragarmes der Leitrollen innerhalb der in der Praxis in Betracht kommenden Grenzen die eine Filmschleife gerade um so viel verlängern, wie sie gleichzeitig die andere Filmschleife verkürzt
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und daher die Strammung des Filmes nicht beeinflussen. Dies hat ferner zur Folge, dass die durch den Einfluss der Filmschleifen auf die gegenseitig verbundenen Leitrollen entstehende, auf den Tragarm derselben wirkende Einstellungs- kraft sehr gering wird.
Da die Eigenfrequenz des oben erwähnten schwingenden Systems durch die Masse des Schwungrades in Verbindung mit der erwähnten Einstellungskraft bestimmt ist, ist ersichtlich, dass die Eigenfrequenz um so niedriger wird, je geringer die erwähnte Kraft wird, und es ist deshalb möglich, mittels der erwähnten
Mittel eine Eigenfrequenz zu erzielen, die so niedrig ist, dass sie ausserhalb des Gebietes der akustischen Frequenzen liegt.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 schematisch eine Vorrichtung zum Aufrechterhalten einer gleichbleibenden Vorführungsgeschwindigkeit eines Tonfilmes an der Abtaststelle desselben und Fig. 2 schematisch eine geänderte Ausführungsform einer solchen Vorrichtung.
In Fig. 1 bedeutet D1 eine Zahnwalze und V eine mit einem Schwungrad S starr gekuppelte Rolle. Die Schwungradrolle V wird beispielsweise durch den Film 0 oder durch einen nicht gezeigten Treibmotor, z. B. einen Synchronmotor, getrieben.
Der Film wird zu der Schwungradrolle V hin bzw. von derselben ab über zwei Leitrollen R1 und R2 geführt, welche Rollen auf einem gemeinsamen Arm W drehbar gelagert sind und durch denselben gegen den Film in Anlage gehalten werden. Der Arm W ist schwenkbar um einen festen Punkt X, der in der Ausführungsform nach Fig. 1 auf der Drehachse des Schwungrades liegt.
Das Spannen des Filmes um die Rolle V wird mittels einer durch eine Feder beeinflussten Spannrolle T bewirkt. Eine Verschiebung der Leitrollen R1 und R2 innerhalb der in Betracht kommenden Grenzen wird keine Abänderung der Länge der Feder F1 bewirken.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist angestrebt, diese Grenzen so weit wie möglich zu machen, d. h. eine möglichst grosse Verschiebung der Leitrollen R1 und R2 zuzulassen, was dadurch erreicht wird, dass der Verlauf der auf die eine Leitrolle R1 hinlaufenden und von der anderen Leitrolle R2 ablaufenden Teile des Films mit der Einstellrichtung der Leitrollen in der Hauptsache parallel ist.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2, wo diese letzte Massnahme nicht getroffen ist, indem die Spannrolle T weggelassen ist, wird eine entsprechende Wirkung durch Vergrösserung des Durchmessers der Zahnwalze D1 und Anordnung der Drehachse des Armes W ein wenig hinter der Drehachse des Schwungrades mit guter Annäherung erreicht.
Nach Fig. 2 wird der Arm durch eine Feder C beeinflusst, die dem von der Reibung in dem Lager des Schwungrades und von dem Luftwiderstand herrührenden Zug, der bestrebt ist, den Arm W von seiner gezeigten mittleren Stellung hinwegzuführen, entgegenwirkt.
Um die Wirkung des Systems gegenüber Geschwindigkeitsänderungen hoher Frequenzenz. B. von der Grössenordnung 100 Impulse je Sekunde-zu verbessern, können die Filmschleifen Krümmungsradien aufweisen, die, wie aus Fig. 2 ersichtlich, ein wenig grösser als die Radien der Leitrollen sind. Hiedurch erhalten die Filmschleifen eine vergrösserte Elastizität, die den Geschwindigkeitsschwankungen gegenüber wirksam sein wird, so dass die letzteren in den Filmschleifen selbst absorbiert werden, ohne auf die Schwungradrolle oder auf die Leitrollen übertragen zu werden.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist der Arm W mit einem Dämpfungswiderstand B belastet, der durch eine Flüssigkeitsbremse gebildet werden kann. Zwischen diesen Dämpfungswiderstand und den Arm ist eine Feder F eingeschaltet, die so weich ist, dass kleine Bewegungen des Armes W durch den Einfluss der oben erwähnten kleinen Ungleichmässigkeiten sich frei abspielen können, wogegen die von grösseren Ungleichmässigkeiten der Vorführungsvorrichtung herrührenden und gegebenenfalls dauernden Änderungen der Lage des Armes W durch die Feder F auf den Dämpfungswiderstand B übertragen werden, der so eingestellt ist, dass die Einstellbe-
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gezeigten Regelungsglied angekuppelt werden, das die Treibvorrichtung selbsttätig regelt, derart, dass die Ungleichmässigkeiten, die eine dauernde Änderung der Lage des Armes W verursacht haben,
aufgehoben werden.
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