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Verfahren zur Herstellung von Schaft und Kolben für Handfeuerwaffen
Durch das Hauptpatent Nr. 160 525 wird ein Verfahren zum Herstellen von Schaft und
Kolben für Handfeuerwaffen aus einer pressbaren Masse aus einem Faserstoff und Kunstharz vorgeschlagen, welches darin besteht, dass eine oder mehrere Lagen mit einem Kunstharz imprägnierter Faserstoffbahnen aus einem im wesentlichen der Abwicklung von Schaft und Kolben entsprechenden flachen oder schlauchartigen Gebilde zu einem hohlen Rohling gestaltet werden, der Rohling dann in einer ein-oder mehrteiligen Pressform unter Wärme und unter Verwendung je eines Kernes für den Schaft und den Kolben zu einem Hohlkörper mit einer nicht hohlen Übergangsstelle zwischen dem Schaft und dem Kolben fertiggepresst wird.
Die Erfindung bezweckt eine Verbesserung dieses Herstellungsverfahrens. Es hat sich gezeigt, dass sich bei dem obenerwähnten Herstellungsverfahren eine Einlage, die sich in dem hinteren Teil des Schaftes befindet und mit diesem zusammen fertiggepresst wird, infolge des beim Pressen auftretenden hohen Druckes in dem Hohlkörper des zuerst fertiggepressten Teiles des Schaftes verschiebt. Abgesehen davon, dass infolge der Verschiebung des Einlagestückes die Abmessungen nicht mehr stimmen, tritt der Nachteil auf, dass der Einpresskern nicht auspress, weil ihm durch das Ausweichen, der Einlage in dem vorderen Hohlkörper der Gegendruck fehlt. Ferner wird aber auch der Mantel des Hohlkörpers im Bereich des Einpresskerns nicht ordnungsgemäss ausgepresst, da auch für diesen Teil die erforderliche Widerlage fehlt.
Die Erfindung verbessert dieses Verfahren zur Herstellung von Schaft und Kolben für Handfeuerwaffen und besteht darin, dass nach dem Fertigpressen des einen Teiles dieser mit einem Widerlagerfutter fest ausgefüllt wird, welches zum Zwecke der Herausnahme durch eine zum Hohlraum vorgesehene verschliessbare Öffnung aus einer körnigen, lösbaren oder schmelzbaren Masse besteht, und danach erst das Fertigpressen des zweiten Teiles vorgenommen wird. Die Erfindung hat den Vorteil, dass der im ersten Pressgang fertiggepresste Hohlkörper zu einem massiven Körper gestaltet wird. Wenn beim Pressen des zweiten Teils der Pressdruck den Einpresskern zu verschieben sucht, so findet dieser einen festen Widerhalt an dem Füllmittel, so dass nunmehr der Einpresskern sich nicht verschieben kann. Das Pressen erfolgt jetzt mit grosser Genauigkeit, so dass wenig Nacharbeit nötig ist.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel. Fig. i zeigt schematisch das erfindungsgemässe Herstellungsverfahren im Längsschnitt eines Rohlings des Schaftes und Kolbens. Fig. 2 und 3 zeigen Querschnitte durch den Rohling.
Fig. i zeigt den zweiten Pressvorgang beim Pressen des Schaftes und Kolbens, in welchem mittels Pressbacken i und 2 und des Domes 3 der hintere Teil 4 des Schaftes sowie des Kolbens fertiggepresst wird. Nachdem der erste Teil 5 des Schaftes bereits fertiggepresst war, wird der Einpresskern 6 in den zweiten noch fertigzupressenden Teil eingeschoben und mit
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diesem zusammen fertiggepresst. Vor diesem zweiten Pressvorgang wird erfindungsgemäss der hohle Teil 5 des Schaftes zwischen den Einpresskernen 6 und 7 mit einem körnigen, lösbaren oder schmelzbaren Füllmittel 8 fest ausgefüllt, so dass der für den Pressvorgang notwendige Gegendruck geschaffen wird.
Eine Öffnung 9 ist beispielsweise in dem Kern 7 vorgesehen, durch die das Füllmaterial nach Fertigpressen des hinteren Teils von Schaft und Kolben entfernt wird. Soll die Öffnung 9 gleichzeitig als Einfüllöffnung für das Füllmittel dienen, dann muss sie nach Beendigung des Füllvorganges während des Pressens des zweiten Teiles mit einem Pfropfen 10 o. dgl. verschlossen sein.
Dieses Herstellungsverfahren kann nicht nur für Schäfte und Kolben, sondern stets dann angewandt werden, wo es sich um das Pressen von Hohlkörpern handelt, die in einem Pressvorgang fertiggepresst werden können oder die infolge ihrer besonderen Formgebung in mehreren Pressvorgängen fertiggepresst werden müssen.
Nach Fig. 2 und 3 ist der Hohlkörper, aus dem'der Schaft und Kolben besteht, beispielsweise aus den Lagen II, 12, 13, 14 hergestellt. Die Enden, der einzelnen Lagen stossen stumpf gegeneinander und bilden dabei die Stossstellen ja, 12a, aga, 14a. Diese Stossstellen der einzelnen Lagen sind gegeneinander versetzt, so dass irgendeine Verdickung des Querschnittes vermieden ist. Fig. 2 zeigt dabei den Querschnitt durch den Schaft, Fig. 3 durch den Kolben.
Eine hohe Gleichmässigkeit der pressbaren Masse für den Schaft und Kolben wird erzielt, wenn als Faserstoff versponnene oder verwebte oder versponnene und verwebte Papierfasern dienen, die in bekannter Weise mit einem Bindemittel, wie z. B. Kunstharz, verarbeitet sind. Hierdurch wird die Herstellung billiger, da reine Baumwolle oder Wolle, die ja verhältnismässig kostspielige Stoffe sind, nicht benutzt werden und trotzdem ein Schaft und Kolben erzielt wird, der trotz geringen Gewichtes eine hohe Schlag-, Kerb-und Biegefestigkeit besitzt.