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Schaft und Kolben für Handfeuerwaffen und Verfahren zu ihrer Herstellung.
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den Schaft und für den Kolben wird je ein Kern verwendet, auf den eine oder mehrere Faserstoffbahnen übereinander geschichtet werden.'Die einzelnen Lagen können sich überlappen, wie das für den Schaft in Fig. 8 a und für den Kolben in Fig. 8 b angedeutet ist.
Die Herstellung des Rohlings erfolgt in mehreren Abschnitten, so dass die Kerne 8 und 9 (Fig. 3) ohne Schwierigkeiten aus dem Rohling herausgenommen werden können.
An Stelle flacher Faserstoffbahnen können auch schlauchartige, gestrickte oder gewebte Gebilde benutzt werden, die ungefähr der Fertigform des Schaftes und Kolbens entsprechen. Zum Pressen dienen zwei Pressformen, die in den Fig. 3 und 5 im Längsschnitt dargestellt sind. Fig. 5 a zeigt einen Querschnitt durch den Schaft, Fig. 5 b durch den Kolben. In der Pressform nach der Fig. 3 wird der Rohling in zwei Abschnitten gepresst, u. zw. zuerst in der Pressform nach Fig. 3 der Schaft und dann in der Pressform nach Fig. 5 der Kolben. Beide Pressformen bestehen aus zwei Teilen A und B.
Bei dem ersten Pressvorgang in der Pressform nach Fig. 3 wird der Teil A geheizt, der Teil B gekühlt. Bei dem zweiten Pressvorgang in der Pressform nach Fig. 5 wird der hintere Teil des Schaftes und der Kolben 2 fertiggepresst. Deshalb wird in der Pressform nach Fig. 5 der Teil A gekühlt und der Teil B geheizt.
Um zu vermeiden, dass sich an der Stelle des Gewehrschaftes, wo der erste Pressvorgang aufhört und der zweite beginnt, ein harter Übergang herausbildet, der nur durch Nacharbeiten entfernt werden kann, wird die Pressform nach Fig. 3 am Ende des Teiles B in sanft verlaufendem Masse grösser gehalten, als es dem fertigen Umriss des Gewehrsehaftes entspricht. Hiedurch wird erreicht, dass beim Pressen des Schaftes, d. h. an der Stelle, wo in der zweiten Pressform nach Fig. 5 der zweite Pressvorgang beginnt, der Pressdruck mehr und mehr abnimmt und schliesslich überhaupt aufhört. In der ersten Pressform geht also der gepresste Teil in den noch zu pressenden Rohling über, in der zweiten Pressform wird die gesamte Übergangsstelle nochmals unter Druck und Wärme mit dem Kolben fertiggepresst.
Hiedurch wird ein harter Übergang zwischen Schaft und Kolben vermieden.
An der Aussenseite des Kolbens müssen die Stempelmarke des Gewehres und eine Öse für den
Gewehrriemen angebracht werden. Um dies trotz der Hohlgestalt des Kolbens zu ermöglichen, wird der Kolben mit einer festen ovalförmigen Einlage 11 (Fig. 6) versehen. An Stelle der ovalen Einlage 11 kann auch eine abgerundete Zunge 12 (Fig. 6 b) vorgesehen sein, die aus dem an sich massiv gestalteten Teil des Überganges 16 vom Schaft zum Kolben in den Hohlraum des Kolbens hineinragt.
Weiterhin kann an Stelle des ovalen Kernes eine vom massiven Teil bis an das Kolbenende hin verlaufende spitze Zunge 13 (Fig. 6 a) eingesetzt werden. Insbesondere die ovale Einlage sowie auch die abgerundete und die spitze haben den weiteren Vorteil, dass sie zur Versteifung dienen und die Festigkeit des hohlen Kolbens 2 erhöhen.
Der Kolben wird an seinem Ende durch eine Kolbenplatte 14 abgeschlossen, die genau eingepasst werden muss, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhüten. Die Kolbenplatte kann beim Pressen miteingepresst oder nachträglich befestigt werden. Sie kann aus Metall oder aus dem gleichen getränkten Faserstoff bestehen wie der Schaft und Kolben.
An stark beanspruchten 1Stellen, wie z. Je. am Ubergang la (Fig. b), können besondere Einlagen zur Erhöhung der Festigkeit vorgesehen sein, die entweder aus Faserstoffmasse oder aus Metall bestehen können.
Auch für die Schlosskammer 17 kann eine solche Einlage aus Metall oder Pressstoffmasse vorgesehen sein, da hier der Schaft nach unten für den Abzugbügel offen sein muss. Diese Einlagen können beim Pressen miteingepresst oder nachträglich eingelegt werden. Ebenso können für die anzubringenden Riemenösen und die Stempelmarke erforderliche Vertiefungen beim Pressen miteingepresst oder nachtäglich eingearbeitet werden.
Am Ende des Schaftes kann eine volle Einlage 18 aus Pressstoffmasse vorgesehen werden, in die nachträglich eine Öffnung für den Putzstock gebohrt wird.
Die Faserstoffe können in ungesponnenem, gesponnenem oder gewebtem Zustande mit dem Kunstharz vereinigt werden. Die Richtung der Faserstoffäden kann beliebig sein, vorteilhaft ist es jedoch, zur Erhöhung der Festigkeit, die Fäden in die Längsrichtung des herzustellenden Gegenstandes zu legen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Herstellen von Schaft und Kolben für Handfeuerwaffen aus einer pressbaren Masse aus einem Faserstoff und Kunstharz, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Lagen mit einem Kunstharz imprägnierter Faserstoffbahnen aus einem im wesentlichen der Abwicklung von Schaft und Kolben entsprechenden flachen oder schlauchartigen Gebilde zu einem hohlen Rohling gestaltet werden, der Rohling dann in einer ein-oder mehrteiligen Pressform unter Wärme und unter Verwendung je eines Kernes für den Schaft und den Kolben zu einem Hohlkörper mit einer nicht hohlen Übergangsstelle zwischen dem Schaft und dem Kolben fertiggepresst wird.