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Fernrohr.
Die Erfindung betrifft ein Fernrohr, insbesondere ein solches mit Weitwinkelokular.
Ganz besonders bei den mit Weitwinkelokularen ausgerüsteten Fernrohren ist eine durch das
Okular bedingte besonders starke Krümmung der sagittalen Bildschale im positiven Sinne (Seidelsehe
Summe IV positiv) nicht zu vermeiden, die bei den bekannten Okulartypen etwa + 4-0 und mehr für die Brennweite t = 1 beträgt. Da nun die üblichen Fernrohrobjektive ebenfalls eine zum Teil beträchtliche positive Bildwölbung besitzen, muss sich naturgemäss der dadurch bei grösseren Bildwinkeln bedingte verhältnismässig starke Astigmatismus sehr nachteilig bemerkbar machen. Die geringste Bildwölbung, die bisher z. B. bei den Simpletobjektiven unter Verwendung der Glassorten SK5 und BaFl erzielt werden konnte, betrug für die Brennweite f = 1'0 nach König : + 1'66 (sagittale).
Hiebei erreichte man demgemäss auch nur einen geringen astigmatismusfreien Winkelbereich von etwa 50.
Die Leistung eines Weitwinkelfernrohres lässt sich nun wesentlich steigern, wenn bei Verwendung eines Duplets als Objektiv gemäss der Erfindung die ein Mass für die Krümmung der sagittalen Bildschale bildende Seidelsehe Summe IV des Duplets zahlenmässig weitestgehend der des Okulars, vorzugsweise eines Weitwinkelokulars, angeglichen ist und die Petzvalsumme des Duplets einen kleinen, von Null nicht sehr verschiedenen Wert besitzt, so dass die Wölbung der sagittalen Bildschale des Duplets der des Okulars weitestgehend angepasst ist.
Während man beim Fernrohrbau hinsichtlich der astigmatischen Korrektion des Objektivs und Okulars bisher so vorgegangen ist, dass man die normalerweise entgegengesetzten Bildwölbungen des Objektivs und Okulars weitestgehend zu strecken suchte, handelt es sich beim Erfindungsvorschlag nicht um einen Fehlerausgleich, sondern um einen Fehlerangleich, indem man die Bildwölbung des Okulars in Kauf nimmt, dafür aber die Bildwölbung des Objektivs über die sonst erstrebte Streckung hinaus in eine negative Bildwölbung umkehrt und letztere hiebei weitestgehend der Bildwölbung des Okulars angleicht. Dupletobjektive, deren Seidelsche Summe IV negativ ist, sind zwar an sich bekannt.
Sie wurden aber bisher nie in der von der Erfindung vorgeschlagenen Weise benutzt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sei durch folgende Daten gegeben :
EMI1.1
<tb>
<tb> Brennweite <SEP> des <SEP> Objektivs <SEP> : <SEP> f <SEP> = <SEP> 1#0.
<tb> r1=+0#4 <SEP> $d1=0#04 <SEP> nd=1#5725 <SEP> 7=57#5
<tb> t, <SEP> =-0-348 <SEP> d2 <SEP> = <SEP> 0-02 <SEP> nd <SEP> = <SEP> 1-6398 <SEP> f <SEP> = <SEP> 34-6
<tb> 6-868 <SEP> dz, <SEP> = <SEP> 0-573
<tb> r4 <SEP> =-0-195 <SEP> d4 <SEP> = <SEP> 0-01 <SEP> nd <SEP> = <SEP> 1-6513 <SEP> v <SEP> = <SEP> 38-3
<tb> )-, <SEP> ==- <SEP> 0-180 <SEP> d5 <SEP> = <SEP> 0-01 <SEP> nd <SEP> = <SEP> 1-6223 <SEP> (= <SEP> 53'1
<tb> + <SEP> 0-090 <SEP> d6 <SEP> = <SEP> 0-03 <SEP> nd <SEP> = <SEP> 1-5569 <SEP> ï <SEP> = <SEP> 48'6
<tb> r7 <SEP> = <SEP> -0'240
<tb> SA <SEP> SB <SEP> Er <SEP> IP
<tb> +0-965-0-222-0-176 <SEP> +0-142
<tb> IY=-0-085 <SEP> (22-50 ) <SEP> (sagittale <SEP> Bildwölbung <SEP> =-11-76)
.
<tb>
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Mit einem derartigen Duplet erreicht man also einen erheblich grösseren astigmatismusfreien Winkelbereich. So beträgt z. B. für ein - Fernrohr mit den Brennweiten 11 = 120 (Objektiv) /j ; = 30 (Okular) und scheinbarem Gesichtsfeld von 700 das astigmatismusfreie wahre Gesichtsfeld des Objektivs nunmehr 17'5.
Die sagittalen Bildwölbungen betragen : RObj. = -1411.
R0kul. = + 123. 1
In der Zeichnung sind diese Verhältnisse im Vergleich mit der sagittalen Bildschale eines analogen Simpletobjektivs (gestrichelt gezeichnet) wiedergegeben. Man sieht, wie im Gegensatz zum-. Simplet- objektiv die Wölbung der sagittalen Bildschale des Duplets weitestgehend der des Okulars angepasst ist.