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Verfahren zur Herstellung von beispielsweise als Elektrodenmaterial für Elektronenröhren sieh eignenden gelochten Metallbleehen.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von beispielsweise als Elektroden- materialfür Elektronenröhren sich eignenden, gelochten Metallbleehen. Die Elektrode wird aus geloehten Metallplatten, z. B. aus kalt gewalztem Nickelstreifen, hergestellt. Die gelochte Metallplattenelektrode besitzt Wärmeverteilungseigenschaften ähnlich dem bisher verwendeten Drahtgeflecht, beseitigt jedoch die der Verwendung des Drahtgeflechte anhaftenden Nachteile.
Bisher wurde der Nickelstreifen entweder mittels Stanzwerkzeugen gelocht, die glatte kreisförmige Perforierungen im Streifen ergaben, oder der Streifen wurde zwischen zwei Rollen durchgeführt, von denen die eine Rolle mit Vorsprüngen, die andere Rolle mit Vertiefungen ausgestattet ist, wobei an einer Seite des Streifens ein Grat verbleibt ; die durch das letztgenannte Verfahren gelochten Streifen sind unter dem Namen Reibblechstreifen bekannt. Das Stanzen von glattwandigen Löchern im Streifen geht verhältnismässig langsam vor sich und ist kostspielig, während die Herstellung des Reibblechstreifens nicht kostspielig ist. Bei der Herstellung des Reibblechstreifens kerben die Vorsprünge oder Zähne der Rollen den Streifen zuerst ein und während der tangentialen Fortbewegung zwischen den beiden Rollen treten die Zähne durch den Streifen.
Durch dieses Eindrücken mit nachfolgendem Durchbrechen der Zähne der einen Rolle entstehen Grate mit ausserordentlich rauhen Kanten.
Infolge der Abnutzung der Zähne der einen Rolle entstehen auch ungleichmässig geformte Löcher.
Durch die vorstehenden Grate ist die Handhabung des Streifens, das Anschweissen von Tragdrähten und das Reinigen des Streifens sehr erschwert. Ferner behindern die vorstehenden Grate die Verteilung der Wärme durch die Lochungen ganz wesentlich. Bei dem gewöhnlich verwendeten Reibblechmaterial beträgt die Gesamtfläche der Lochungen nur 17-19% von der Gesamtfläche des Materials und behindert dadurch die ausstrahlende Wärme mehr, als dies bei dem Drahtnetz der Fall ist, deren Gesamtfläche von Öffnungen 33% ausmacht.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von beispielsweise als Elektrodenmaterial für Elektronenröhren sich eignenden, gelochten Metallblechen, von deren einen Seite die Lochungsränder abstehen, kennzeichnet sich dadurch, dass die abstehenden Lochungsränder, zweckmässig zwischen Rollen, bis zur gegenseitigen Berührung der einander benachbarten Lochungsränder umgelegt und nunmehr die einander berührenden Lochungsränder flach gegen die Wandung des gelochten Metallbleches niedergedrückt werden. Das auf diese Weise hergestellte Metallblech besitzt alle Vorteile des glattwandig gelochten Materials sowie des reibblechförmigen Materials, jedoch weist es deren Nachteile nicht auf.
Die verschiedenen Merkmale der Erfindung werden an Hand der Zeichnungen beschrieben, u. zw. zeigen die Fig. 1, 2 und 3 schematisch in Endansicht die Lochungsrollen, während der Ausführung der ersten drei Arbeitsvorgänge des erfindungsgemässen Verfahrens an einem Metallstreifen. Fig. 4 zeigt
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stab einen Teil der in Fig. 1 dargestellten Lochungsrollen, die zur Ausführung der ersten Verfahrensstufe eingestellt sind. Fig. 6 ist ein Schnitt nach Linie 6-6 der Fig. 5. Fig. 7 ist eine der Fig. 5 ähnliche
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Ansicht, jedoch mit den Rollen zur Durchführung der zweiten Verfahrensstufe eingestellt. Fig. 8 ist eine ähnliche Ansicht mit den Rollen zur Durchführung der dritten Verfahrensstufe eingestellt.
Fig. 9 zeigt im Schnitt einen Teil des Materials nachdem es der in Fig. 5 dargestellten Verfahrensstufe unter- worfen wurde. Fig. 10 ist eine ähnliche Ansicht nach Beendigung der in Fig. 7 veranschaulichten Ver- fahrensstufe. Fig. 11 zeigt das Material im Querschnitt nach Beendigung des erfindungsgemässen
Verfahrens. Die Fig. 12 und 13 zeigen das fertige Material in Vorderansicht bzw. in Rückansicht.
Fig. 14 zeigt in Vorderansicht und teilweise ausgebrochen eine Elektronenröhre für Empfangsgeräte, mit aus dem erfindungsgemässen Material hergestellten Absehirmgitter und Anode.
Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens findet eine mit ineinandergreifenden
Lochungsrollen ausgestattete Lochungsmaschine bekannter Art Verwendung, deren obere mit Vor- sprüngen versehene Lochungsrolle angetrieben wird und gegenüber der unteren Rolle verstellbar ist.
Die beiden in den Fig. 1, 2 und 3 dargestellten Lochungsrollen 2 und 4 sind von bekannter Bauart.
Die Lochungsrolle 2 ist mit radial vorspringenden Zähnen 6, die Rolle 4 hingegen mit Vertiefungen 8 ausgestattet. Der Durchmesser der Rolle 2 wird vorzugsweise etwas grösser sein als jener der Rolle 4, so dass während des Abrollens der beiden Rollen aufeinander, die Zähne 6 der Rolle 2 immer in ver- schiedene Vertiefungen 8 der Rolle 4 eingreifen.
Das gewöhnlich für die Anode und das Abschirmgitter von Radiorühren verwendete gelochte
Blech ist aus kalt gewalztem Nickel oder Nickellegierung in einer Stärke von im wesentlichen O'OOS mm verfertigt. Beim Lochen des Materials wird ein Materialstreifen 14 zuerst zwischen den Lochungsrollen 2 und 4 (Fig. 1) durchgeführt, wobei im Streifen die in den Fig. 5 und 9 abgebildeten Lochungen 15 gebildet werden. Die Zähne der Rolle 2 drücken den Materialstreifen zuerst ein, da jeder Zahn der oberen Rolle 2 sich in die entsprechende Vertiefung der unteren Rolle 4 bewegt. Sobald die Elastizitäts- grenze des Materials erreicht ist, brechen die Zähne durch das Material und drücken dasselbe gegen die Wände der Vertiefungen in der unteren Rolle. 4.
Hiedurch bilden sich vier Grate 16 von mehr oder weniger dreieckiger Form an der Unterseite des Streifens. Verlassen die Zähne das Material, so haben die Grate 16 das Bestreben, sich nach einwärts zu rollen, wie dies in Fig. 9 dargestellt ist und schliessen die Lochungen teilweise.
Der Streifen wird nun vorzugsweise zwischen den Lochungsrillen ein zweitesmal durchgeführt (Fig. 2). Ehe dies jedoch erfolgt, ist es von Vorteil, die Rollen etwas näher zueinander einzustellen, damit die Zähne der oberen Rolle das Material fest gegen die die entsprechenden Vertiefungen der unteren
Rolle begrenzenden Wandungen drücken.
Dieser zweite Walzvorgang geradet die Grate aus und drückt deren Material zusammen, so dass die Grate im wesentlichen die in Fig. 10 dargestellte Lage einnehmen, sobald das Material die
Rollen verlässt. Durch diesen Vorgang werden die Lochungen etwas erweitert.
Der Streifen wird umgedreht, so dass sich die Grate nun an der Oberseite des Streifens befinden.
Hierauf wird der Streifen ein drittesmal zwischen den Lochungsrollen durchgeführt. Ehe dies jedoch stattfindet, werden die Rollen auseinanderbewegt, damit die Zähne der oberen Rolle in die zwischen den Enden der Grate verbleibenden Zwischenräume eintreten können. Hiedurch werden die Enden der Grate in der in Fig. 8 schematisch dargestellten Weise aneinandergedrängt.
Der Streifen läuft dann zwischen den Druckrollen 18 hindurch, welche die auseinandergespreizten
Grate fest nach abwärts gegen die Seite des Streifens drücken (Fig. 11 und 13).
Bei dem gelochten Streifen (Fig. 12 und 13) sind die Lochungen gleichmässig verteilt und von gleicher Grösse sowie Gestalt. Während des in Fig. 8 dargestellten letzten Durchganges des Streifens zwischen den Lochungsrollen, werden die Gratspitzen zwischen benachbarten Löchern des Streifens, wie veranschaulicht, im wesentlichen miteinander in Berührung gebracht. Nachdem dies erfolgte, bewirkt das Walzen des Streifens ein mehr oder weniger starkes Zusammendrücken, Falten, Überlappen und festes Ineinanderhängen der Grate, so dass die Grate von je zwei benachbarten Löchern in eine im wesentlichen feste Form gebracht werden, die sich zwischen den Lochungen erstreckt, wie dies in Fig. 11 gezeigt ist.
Ein derartiges Niederwalzen der Grate verstärkt den Streifen ganz wesentlich zwischen den Lochungsreihen sowohl in der Längs-als auch in der Querrichtung des Streifens. Durch das Walzen werden die Grate gleichmässig geglättet und ausgeflacht, so dass die Handhabung des Streifens behindernde Vorsprünge an den Graten nicht vorhanden sind. Die Gleichförmigkeit der Grösse und Gestalt der Lochungen wird durch die Abnutzung der Lochungsrollen nicht beeinflusst, wie dies beim Reibblechstreifen der Fall ist.
Durch Vergrössern des Walzdruckes bei Durchführung des letzten Verfahrensvorganges gemäss der Erfindung kann die Stärke des Streifens nach Wunsch geändert werden.
Der auf diese Weise gebildete Streifen kann leicht geschnitten und in die Form der Anode 20 oder des Schirmgitters 22 eines Elektronenrohres gebracht werden (Fig. 14).
Bei Verwendung als Elektroden ermöglichen die die Lochungen einfassenden gerundeten Ränder die maximale Zerstreuung der Wärme durch die Lochungen und an die Aussenhülle oder Glasbirne des Rohres. Das gleichmässige Ausflaehen der Grate an der Seite des Streifens und die Gleichförmigkeit der Grösse und Form der Lochungen sichert gleichförmige elektrische und die Wärme verteilende Eigenschaften der erfindungsgemässen Elektroden.