AT158550B - Schallinienträger. - Google Patents

Schallinienträger.

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AT158550B
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Heinrich Dr Pruefer
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    Schallinienträger.   



   Die Erfindung bezieht sich auf einen Träger mechanisch (als Tonrille) eingeritzter Schallaufzeichnungen aus Gelatine, der ohne jede Zwischenbehandlung für die oftmalige, mechanische Tonwiedergabe geeignet sein soll. Derartige Träger sollen gegen   Feuchtigkeits-und Temperaturschwankungen   stabil sein und einen hohen Schmelzpunkt haben. Im Hinblick auf die oftmalige Wiedergabe müssen solche Tonträger den wiederholten Angriffen der Wiedergabenadel und (wenn sie in Form von Bändern verwendet werden) bei hinreichender Geschmeidigkeit sehr zäh sein und den hohen Beanspruchungen hinsichtlich   Biegungs-und Zerreissfestigkeit   Stand halten, die beim wiederholten Auf-und Abspulen auftreten. 



   Der Erfindung gemäss wird ein diesen Anforderungen entsprechender Schallinienträger dadurch geschaffen, dass der Gelatine, welche in bekannter Weise sulfurierte Öle, vorteilhaft neutral reagierendes   Türkischrotöl   Abschöpffette, Rizinusöl oder sonstige nicht trocknende Öle oder Fette enthält, in Wasser lösliche oder quellbare Kunstharze zugesetzt werden. Hiezu eignen sich besonders Produkte, welche durch Kondensation von Aldehyden, deren Polymeren oder aldehydabspaltenden Verbindungen mit Harnstoff, Schwefelharnstoff oder deren Homologen, Derivaten oder deren Substitutionsprodukten oder einem Gemisch dieser erhalten werden. 



   Es wurde schon vorgeschlagen, Gelatine als   Schallkurventräger   zu verwenden und deren Oberfläche nach erfolgter Aufnahme mit einer alkoholischen Formaldehydlösung zu härten. Um eine praktisch   nebengeräuschfreie   Wiedergabe zu erzielen, wurde die fixierte Schallrinne auf der Oberfläche eingefettet. Ferner wurde, um technisch vollkommener Ergebnisse zu erzielen, vorgeschlagen, statt von der Oberfläche aus auf die Gelatine härtend einzuwirken, das Härtemittel gleich bei der Erzeugung der Gelatine einzuverleiben. Nun ist es bekannt, dass die Gelatine durch Zusatz von Härtungsmitteln, insbesondere von Formaldehyd, noch spröder wird, als sie von Natur aus schon ist. 



   Ferner war es bekannt, zur mechanischen Aufnahme und Wiedergabe von Tönen reine Gelatine in Form eines Tonbandes zu verwenden. Auch in diesem Falle waren die praktischen Ergebnisse nicht befriedigend. Vor allem hängt die Güte der Aufnahme vom Grade der Feuchtigkeit ab, wobei aber eine grundgeräuschfreie Aufnahme auch bei sehr feuchter Gelatine nicht zu erreichen ist. Überdies steigt mit dem Feuchtigkeitsgrad der Gelatine auch die Klebrigkeit und sinkt die Festigkeit, so dass die Gelatine durch die Aufnahmenadel (meist ein Saphir oder Diamant) beschädigt wird. Ferner wechselt der   Feuchtigkeits-und Sprodigkeitsgrad   der Gelatine entsprechend der Luftfeuchtigkeit. Eine ausgetrocknet Gelatine bricht wie Glas. Sie ist für eine einwandfreie Aufzeichnung ungeeignet und hält vollends den Anforderungen einer mehrmaligen Wiedergabe nicht Stand. 



   Man hat daher bei   Sehallinienträgern   aus Gelatine den Zusatz verschiedener Weichmacher (Glyzerin, Fettsäure, Rizinusöl) vorgeschlagen. Der Zusatz solcher Weichmacher allein vermag jedoch der Gelatine nicht die hohe Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen die mechanischen Beanspruchungen durch die Nadel zu geben, die insbesondere von   Schallbändern   bei oftmaliger Wiedergabe verlangt werden muss. 



   Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass der als   Tonrillenträger   verwendeten Gelatine ausser den Weichmachern noch in Wasser lösliche oder quellbare Kunstharze zugesetzt werden müssen, um einen   Schallinienträger   zu schaffen, der hohe Geschmeidigkeit und Stabilität gegen Feuchtigkeitund Temperaturschwankungen mit grosser Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchungen vereinigt. 

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   Zur Erhöhung des Schmelzpunktes und um den sehr hohen Anforderungen gerecht zu werden, die hinsichtlich Zähigkeit und Zerreissfestigkeit bei oftmaliger Wiedergabe, insbesondere an Tonbänder gestellt werden, setzt man der Gelatine überdies in Wasser lösliche oder zumindest in Wasser quellbare Kunstharze zu, insbesondere Produkte, die durch Kondensation von Aldehyden, deren Polymeren oder aldehydabspaltenden Verbindungen mit Harnstoff, Schwefelharnstoff oder deren Substitutionsprodukten oder einem Gemisch dieser erhalten werden. 



   Der so zusammengesetzte   Schallinienträger   kann besonders vorteilhaft bei Sprechmaschinen (Diktaphonen) als Tonband Verwendung finden, da die grosse Zähigkeit des Materials die Wahl ausserordentlich kleiner Bandstärken   zulässt.   Es können daher auch grosse Bandlängen (15-20 m) als Spulen yon verhältnismässig kleinem Durchmesser in eine Diktiermaschine raumsparend eingebaut werden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Schallinienträger, insbesondere Tonband für die mechanische Aufzeichnung und zur mechanischen Wiedergabe von Tönen, bestehend aus Gelatine, welche Weichmachungsmittel, wie sulfurierte Öle, neutral reagierendes Türkischrotöl oder Abschöpffette, Rizinusöl oder sonstige nicht trocknende Öle (Fette) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass dieser Gelatine in Wasser lösliche oder quellbare Kunstharze zugesetzt sind, z. B. Produkte, welche durch Kondensation von Aldehyden, deren Polymeren oder aldehydabspaltenden Verbindungen mit Harnstoff, Schwefelharnstoff oder deren Homologen, Derivaten oder deren Substitutionsprodukten oder einem Gemisch dieser erhalten werden.
AT158550D 1934-11-03 1934-11-03 Schallinienträger. AT158550B (de)

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