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Einrichtung zum Betrieb elektrischer oder elektrohydraulischer Pressen.
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voneinander arbeitende Pressen oder Pressengruppen mit einer gemeinsamen Steuereinrichtung zu versehen, die mittels einer gleichmässig angetriebenen Steuerwelle unter Zwischenschaltung von Über- setzungen eine der Zahl der anzutreibenden Pressen oder Pressengruppen entsprechende Anzahl von
Schaltkontakten steuert, die die Schaltimpulse auslösen. Abgesehen von der Zusammenfassung der
Steuereinrichtungen für mehrere Pressen an gemeinsamen Stellen, die die Überwachung wesentlich erleichtert, bietet die Erfindung die Möglichkeit, erhebliche Ersparnisse an teueren Schalt-und Antriebsteilen zu erzielen.
Die bei den bekannten selbsttätigen Pressen erforderlichen Zeitrelais werden bei einer Einrichtung nach der Erfindung im wesentlichen vollkommen erspart und durch die für alle zusammengefassten Pressen gemeinsame Steuerwelle ersetzt, die hinsichtlich Anschaffungspreis und Unterhaltungskosten ganz wesentlich geringere Anforderungen stellt. Wenn man weiterhin nach der Erfindung in den zur Auslösung der Schaltimpulse dienenden Steuerleitungen, parallel geschaltet, verschiedene Zapfstellen, z. B. einfache Steekvorrichtungen, anordnet, kann man durch ein und denselben
Schaltkontakt praktisch beliebig viele Pressen in gleicher Weise antreiben, also eine Mehrzahl von Pressen zu einer gleichmässig arbeitenden Pressengruppe zusammenfassen.
Es ist nach der Erfindung nicht nur möglich, in der angegebenen Weise das Öffnen und Schliessen der Pressform, das Ausstossen des fertigen Pressstückes und gegebenenfalls auch das Einbringen neuer Pressmasse selbsttätig vor sich gehen zu lassen, man kann in gleicher Weise auch die Presstemperatur für mehrere Pressen in verschiedener Höhe überwachen. Der Überwachung der Presstemperatur ist bisher nur wenig Augenmerk geschenkt worden. Man hat elektrische Beheizung vorgeschlagen und zur Regulierung Schiebewiderstände angewendet, deren Kontrolle durch Einsteckthermometer durchgeführt wird. Solehe Reguliereinrichtungen arbeiten äusserst ungenau und sind weitgehend von der Achtsamkeit des Arbeiters abhängig. Selbsttätige Temperaturregler sind verhältnismässig teuer.
Man hat z. B. Temperaturfühler mit Fernschaltern kombiniert, die in Abhängigkeit von der Form- änderung eines Thermostaten den Heizstromkreis ein-und wieder ausschalten. Abgesehen von dem verwickelten Aufbau solcher selbsttätiger Temperaturregler ist deren Arbeitsweise viel zu unempfindlich, denn die Thermostate arbeiten träge, erst nach verhältnismässig langer Zeit macht sieh ein Temperaturrückgang oder ein Anstieg der Formtemperatur so weit bemerkbar, dass der Heizstromkreis ein-oder abgeschaltet wird. Im übrigen ist es ausserordentlich unwirtschaftlich, jede einzelne Presse mit solchen Temperaturfühlern und Fernschaltern auszurüsten.
Man hat vorgeschlagen, die Heizstromregler als Unterbrecher auszubilden, die nach Einschaltung des Heizstromkreises in einstellbaren Zeitabständen den Stromkreis selbsttätig unterbrechen und wieder einschalten. Je nach der Grösse der Zeitspanne, die zwischen der Ein-und der Ausschaltung oder umgekehrt liegt, kann man eine höhere oder eine geringere Pressformtemperatur einstellen. Nach der Erfindung wird vorgesehlagen, für diese als Unterbrecher wirkende Heizstromregler aller zu betreibenden Pressen oder Pressengruppen eine gemeinsame, sich gleichmässig drehende Steuerwelle vorzusehen, die unter Vermittlung von Übersetzungen oder durch Änderung der Lage oder Ausdehnung des Überbrückungskontaktes die Temperatur der Pressform auf einer gewünschten einstellbaren Höhe hält.
Auch hier ist es naturgemäss möglich, an den einzelnen Heizstromkreisen mehrere parallel geschaltete Zapfstellen vorzusehen, so dass die anzutreibenden Pressen mit verschiedenen Temperaturen betrieben oder gruppenweise zusammengefasst und in jeder Gruppe mit gleicher Temperatur betrieben werden können.
Die Zeichnung veranschaulicht schematisch eine Einrichtung nach der Erfindung. In Fig. 1 ist die Anordnung oder der Antrieb der Steuerwellen veranschaulicht, Fig. 2 lässt schematisch die Einrichtung zur Erzeugung der Stromimpulse für die erforderlichen Sehaltschütze erkennen. Fig. 3 zeigt die Regeleinrichtung für die Pressentemperatur.
Beim Ausführungsbeispiel ist angenommen eine selbsttätige Einstellung der Presszeit durch die Steuereinrichtung A und eine selbsttätige Temperaturregulierung durch die Einrichtung B. Ein mit gleichmässiger Drehzahl sieh drehender Motor a treibt über ein Vorgelege b die Steuerwelle c und über beispielsweise ein Kettenrad il die zweite Steuerwelle e an. Auf der Steuerwelle c sind beim Ausführungsbeispiel zehn Schnecken t vorgesehen, mit denen zehn verschiedene Schneckenräder gl-glO in Eingriff stehen. Das kleinste Schneckenrad gl mag 25 Zähne, das grösste (glu) 250 Zähne aufweisen, die dazwischenliegenden Schneckenräder sind hinsichtlich ihrer Zähnezahl zwischen 25 und 250 beliebig abgestuft.
Die Umdrehungsgeschwindigkeit des Rades o ist infolgedessen zehnmal so klein als die Umfangsgeschwindigkeit des kleinsten Rades gi. Auf jeder Welle h der Räder gi-o ist eine Nockenscheibe i (vgl. Fig. 2) vorgesehen, die bei jedesmaliger Umdrehung für kurze Zeit die Sehaltkontakte j schliesst.
Die Kontakte j liegen in einem Steuerstromkreis k, der beim Ausführungsbeispiel sechs ver- schiedene Zapfstellen 111 zum Anschluss der Speiseleitung iz für das SchaltschÜtz. 0 besitzt.) Ian kann also an die Steuerleitung k beim Ausführungsbeispiel die Schütze o von sechs verschiedenen Pressen
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Umdrehungszahlen aufweisen, gelingt es beim Ausführungsbeispiel, gleichzeitig sechzig Pressen, die gegebenenfalls an ganz verschiedenen Stellen der Werkstatt aufgestellt sein können, zu betreiben, u. zw.
mit zehn verschiedenen Presszeiten, wobei jeweils sechs Pressen zu einer Pressengruppe zusammen-
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Die zwischen der Steuerwelle c und den Wellen 7 der Nockenscheiben i vorgesehenen Übersetzungsgetriebe können natürlich auch (bei entsprechend geänderter Anordnung der Wellen h) durch gewöhnliche Zahnradübersetzungen oder durch Schraubenradübersetzungen gebildet werden.
Die Steuerwelle e treibt entweder direkt oder unter Vermittlung von Übersetzungsgetrieben p Schaltscheibe q an, die in nach ihrer Formgebung oder Ausgestaltung der Kontaktbrücke, z. B. also Länge der auf den Rundflächen der Scheiben q angebrachten Kontaktsegmente, für mehr oder weniger lange Zeit die Kontakte r des Heizstromkreises s schliesst oder öffnet (Fig. 3). Der Heizstromkreis s besitzt wiederum beim Ausführungsbeispiel sechs Zapfstellen t zum Anschluss der Heizungskörper u, die beispielsweise mittels Steckern an entsprechende Steckdosen t angeschlossen werden können.
Durch Wahl des Übersetzungsverhältnisses der Getriebe p (z. B. ebenfalls zehn, d. i. pi-o) nn man die Schaltscheibe q verschieden schnell antreiben und dadurch erreichen, dass in den so gebildeten
Gruppen 1-10 die angeschlossenen Pressen verschieden lang beheizt werden. Man kann bei unmittelbarem Antrieb der Schaltscheibe q oder bei Wahl eines für alle Schaltscheibe gleichen Übersetzungsverhältnisses zwischen den Schaltscheibenwellen und der Steuerwelle durch verschiedenartige Gestaltung der Schaltscheibe q oder durch Änderung der Lage oder der Länge der Kontaktsegmente erreichen, dass die Presstemperaturen in den Gruppen 1-10 verschieden sind. Man kann also mittels der dargestellten Einrichtung wiederum sechzig Pressen, je zu sechs zu einer Gruppe zusammengefasst mit zehn verschiedenen Presstemperaturen betreiben.
Durch einfaches Umstöpseln der Heizleiteroder Schaltleitungen gelingt es demnach, jede einzelne Presse vollkommen unabhängig von den andern Pressen mit einer bestimmten Presstemperatur und einer bestimmten Presszeit zu betreiben.
In der gleichen Weise, wie es durch die Einrichtung A gelingt, die Presszeiten einzustellen, kann man ebenso auch die Pressdruck verschiedenartig einstellen, ebenso selbsttätig auch das Auswerfen der fertig hergestellten Pressstücke vor sich gehen lassen und schliesslich auch das Reinigen und Neubeschicken der Form mit Pressmassen bewerkstelligen.
Man kann die verschiedenen Stromimpulse für die einzelnen Arbeitsgänge der Presse von verschiedenen Steuerwellen c aus beeinflussen oder alle diese Stromimpulse durch eine einzige Steuerwelle herbeiführen. Auch die beim Ausführungsbeispiel der Einfachheit halber nur vorgesehenen beiden Steuerwellen c und e kann man zu einer einzigen Steuerwelle vereinigen.
Die Erfindung lässt sieh nicht nur bei rein elektrisch angetriebenen Pressen anwenden. Es ist bekannt, auf elektro-mechanischem Wege Pressen selbsttätig zu steuern. Man kann z. B. die Ventile für die Zufuhr und Ableitung der Druckflüssigkeit durch Hubmagneten bewegen und den Hubmagneten unter Vermittlung von Sehaltsehützen erregen. Diese letzteren würden dann also in der gleichen Weise, wie die Einrichtung A beim Ausführungsbeispiel arbeitet, je nach Einschaltung in eine der bei dem Ausführungsbeispiel vorgesehenen verschiedenen Schaltgruppen 1-10 in verschiedener Weise erregt werden, wobei es möglich ist, einzelne der Pressen durch Anschluss an die Zapfstellen m der Steuerleitung k zu einer Gruppe zusammenzufassen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Betrieb elektrischer oder elektro-hydrauliseher Pressen, deren Arbeitsgang durch Stromimpulse selbsttätiger Relais geregelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere unabhängig voneinander arbeitende Pressen oder Pressengruppen mit einer gemeinsamen Steuereinrichtung (A, B) versehen sind, die mittels einer gleichmässig angetriebenen Steuerwelle (e) unter Zwischenschaltung von Übersetzungen (J, g) eine der Zahl der angetriebenen Pressen oder Pressengruppen entsprechende Anzahl von Sehaltkontakten (i) steuert, die die Schaltimpulse auslösen.