<Desc/Clms Page number 1>
Holzgaserzeuger.
Zur Gewinnung von Holzgas, das ähnlich wie andere Gase als Betriebsstoff für Wärmekraftmaschinen verwendet wird, stehen eine Reihe von Holzgasgeneratoren verschiedener Bauart in Gebrauch.
Alle Holzgaserzeuger und insbesondere solche, die zum Einbau in Fahrzeuge und in für landwirtschaftliche Betriebe geeignete Lokomobile verwendet werden sollen, müssen nach den mit derartigen Gaserzeugern bisher gemachten Erfahrungen folgenden Hauptforderungen Genüge leisten : a) Sie müssen leichte, jedoch gegen jede Art von Erschütterungen widerstandsfähige Bauart aufweisen.
Diese Bedingung erfüllen beinahe alle gegenwärtig erzeugten Generatoren durch Vermeidung von zerbrechlichen oder ausbröckelnden Auskleidungen. b) Wirtschaftliche Erwägungen zwingen zur Forderung, dass die Verwendung von teuren, feuerfesten Sonderlegierungen nach Möglichkeit eingeschränkt werde.
Einer Verzunderung des aus Blech gefertigten Feuerkorbes kann dadurch wirksam begegnet werden, dass die stark erwärmten Teile nicht von Luft umspült und dadurch der Oxydation ausgesetzt werden. Dies wird beinahe allgemein dadurch erreicht, dass man das erzeugte Gas an der Aussenwand des Feuerkorbes vorbeiführt. c) Die Zuführung der Frischluft, deren Menge durch den Gasbedarf des Motors automatisch geregelt wird, soll gleichmässig über den ganzen Querschnitt des Feuerkorbes stattfinden. Der Ort des Eintrittes der Frischluft in den Brennraum ist also so zu wählen, dass"tote Räume", das sind solche, in denen keine Glut zustande kommt, nicht entstehen können.
Es wird daher zweckmässig die Luft durch Öffnungen eingeleitet, welche sich in geeigneter Lage über dem vergasenden Stoff befinden. d) Die bei der Vergasung von Holz entstehenden Teerdämpfe müssen unter allen Umständen den Reinigungsanlagen und dem Motor ferngehalten werden.
Die Güte des Gases steigt ausserdem noch mit dem Masse der Reduktion des anfänglich entstehenden Kohlendioxyds zu Kohlenoxyd und der Dissoziation des Wasserdampfes, der mit dem Gas durch die Feuerzone abgesaugt wird.
Die Verkrackung der Teerdämpfe und die eben erwähnten Reduktions-und Dissoziationserscheinungen gehen um so vollkommener vor sich, je länger das Gas in der Glutzone, also im Bereich der höchsten während der Vergasung auftretenden Temperaturen verweilt.
Dies lässt sich auf zweifache Art erreichen : Einmal durch eine relativ hohe, glühende Kohlensäule, die aber eine bedeutende Erhöhung der Strömungswiderstände zur nachteiligen Folge hat und daher nur kleine wirksame Füllungen gibt.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die Strömungsgeschwindigkeit in der Glühzone klein gehalten wird. Bei dem dazu nötigen grossen Querschnitt des Feuerkorbes werden dann die Ansaugwiderstände klein. Dies hat zur Folge, dass die Dichte des Gases nicht vermindert wird und grosse wirksame Gasmengen in den Zylinder gelangen. Ein derart ausgeführter Generator zeichnet sich auch durch grosse Anpassungsfähigkeit an zeitliche Änderungen im Gasverbrauch des Motors aus.
Vorgenannte Grundsätze führten nun zur Konstruktion des im folgenden beschriebenen und in der Zeichnung im Vertikalschnitt dargestellten Holzgasgenerators.
Der Aussenmantel besteht aus dem Blechzylinder 1, der nach unten durch die kreisförmige Bodenplatte 2 abgeschlossen ist. Den luftdichten Abschluss nach oben bildet der Fülldeckel 3.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Hohlraum, der durch die Abteilung 5 in zwei Teile zerfällt : im oberen Raum a ; sammelt sich das kondensierte Schwelwasser und gelangt von diesem durch ein Abflussrohr in den Kondensattopf 6. während durch den unteren Hohlraum b und den an den Aussenmantel angesetzten Stutzen 7 das Gas abgesaugt wird.
Die Frischluft tritt durch zwei um 1800 versetzte Luftklappen 14 in den Hohlraum c ein und gelangt aus diesem Verteilerraum durch den zwischen den Teilen 8 und 9 frei bleibenden
Schlitz in den Brennraum d. Der Zutritt zur Feuerzone erfolgt gleichmässig über den ganzen Um-
EMI2.2
infolge der in gleicher Richtung mit dem nachsinkenden Brennstoff verlaufenden Eintrittsrichtung der Frischluft nicht vorkommen.
Im Gegensatz zu bereits bekannten Ausführungen, bei welchen die Frischluft durch einen oder mehrere am grössten Umfang des Feuerkorbes befindliehe Schlitze oder Düsenreihen einströmt, ist es beim hier beschriebenen Holzgaserzeuger durch die neuartige vorkragende Ausführung des Ver- teilerraumes möglich, unter Beibehaltung der Einströmrichtung von aussen nach innen (zentripetal) den Schlitz so weit nach innen zu verlegen, dass auch bei einem Feuerraum von grossem Querschnitt, der durch die Überlegung unter d), letzter Absatz, gefordert wird, eine vollkommen gleichmässige
Verteilung des Luftstromes über die ganze Brennzone erfolgt, die sich bei Einströmen durch einen am äussersten Umfang des Feuerkorbes befindlichen Schlitz niemals erreichen lässt.
Durch diese Bau- art wird die Bildung von toten Räumen in der Glühzone verhindert, die bei Anordnung der Schlitze am äussersten Umfang des Feuerkorbes sehr häufig in der Mitte desselben auftreten und durch welche
Schwelwasserdämpfe, Teerdämpfe und andere unerwünschte gasförmige Verunreinigungen gleich- zeitig mit dem reinen Gas in die Saugleitung gelangen können.
Die Strömungswiderstände sind infolge der Möglichkeit, den Brennraumquerschnitt gross zu halten, von zu vernachlässigender Grössenordnung.
Auch wird durch diese Bauart die Zuführung der Frischluft durch in das Innere des Brenn-
EMI2.3
führen können, die Reinigung erschweren und ausserdem durch den Umstand, dass sie unbedingt aus Sonderlegierungen gefertigt sein müssen, die Kosten des Generators erhöhen, unnötig gemacht.
Die Luftklappen 14 gestatten auch das Einführen einer zur Inbetriebsetzung notwendigen
Zündlunte, welche aus einem mit irgendwelchem flüssigen Brennstoff getränkten Wattebausch besteht.
Da nur für die Teile 8 und 9 die Gefahr einer raschen Verzunderung besteht, da sie an der der Glühzone abgewendeten Seite der oxydierenden Wirkung des Luftsauerstoffes ausgesetzt sind, müssen nur diese kleinen Teile 8 und 9 aus feuerfestem Sonderbleeh gefertigt werden.
Das im Feuerkorb entstehende Generatorgas wird durch die Öffnungen des Rostes 10 nach abwärts gesaugt und kommt in den die Erfindung gleichzeitig mit der eigenartigen Frisehluftzu- führung besonders kennzeichnenden Raum e.
Dieser Hohlraum e ist einerseits durch die untere Fläche des Rostes, anderseits durch einen
EMI2.4
Stauschirm begrenzt. Dieser Schirm dient wie bereits bekannte zylinder-oder schwach kegelförmige unter dem Rost angebrachte Ansatzstücke als Leitorgan für abfallende Kohlen- und Ascheteilchen.
Seine Hauptaufgabe besteht darin, das eben aus dem Rost austretende Gas noch durch einige Zeit in unmittelbarer Nähe der heissen Glühzone zusammenzuhalten. Diese Stauwirkung wird dadurch erreicht, dass die untere Öffnung des halbkugel- oder stark kegelförmigen Stauschirmes im Verhältnis zur Fläche des EinströIl1schlitzes und zur freien Rostfläche klein ausgeführt wird. Unter dem Ein- fluss der sehr erheblichen Strahlungswärme, welche von den glühenden Kohlen und dem Rost ausgeht, zersetzen sich nun die letzten Reste der Teer-und Wasserdämpfe und das Gas gelangt rein in den Raum
EMI2.5
schirmöffnung sofort wieder infolge des nun grossen Strömungsquerschnittes.
Dieser Umstand und die vollkommene Umlenkung der Strömungsrichtung nehmen dem Gas die Schleppkraft und verursachen dadurch den nahezu restlosen Ausfall von Kohleteilehen und Asche in den Asehenkorb, der durch den unteren Teil des Raumes t gebildet wird.
Eine weitere, äusserst vorteilhafte Wirkung des Stauschirmes besteht in der Erscheinung, dass sich bei Anwendung eines solchen Saugstösse nicht mehr bemerkbar machen und vollkommen gleichförmiges Vergasen eintritt.
Im Raum t streicht das Gas auf dem Wege nach b an der Aussenwand des Feuerkorbes vorbei und schützt diesen vor Verzunderung.
Die den Rost tragende Stange 11 steht unten auf dem Spurlager H : 2 auf. Eine Stopfbüchse 13 verhindert das Eintreten von falscher Luft. Ein Hebewerk an der Stange 11 (nicht
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
bare Öffnung 16 entleert werden.