AT154673B - Verfahren zum stufenweisen Vermahlen von Getreide. - Google Patents

Verfahren zum stufenweisen Vermahlen von Getreide.

Info

Publication number
AT154673B
AT154673B AT154673DA AT154673B AT 154673 B AT154673 B AT 154673B AT 154673D A AT154673D A AT 154673DA AT 154673 B AT154673 B AT 154673B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
grinding
roller
speed
grain
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Albert Teichmann
Original Assignee
Albert Teichmann
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Albert Teichmann filed Critical Albert Teichmann
Application granted granted Critical
Publication of AT154673B publication Critical patent/AT154673B/de

Links

Landscapes

  • Crushing And Grinding (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum stufenweisen Vermahlen von Getreide. 



   In der Müllerei benutzt man zum Vermahlen des Getreides Walzenstühle, deren Arbeitswalzen mit verschiedenen Geschwindigkeiten umlaufen. Der Regel nach erfolgt die Vermahlung stufenweise mit mehr oder weniger weit bzw. eng gestellten Walzen. In grösseren, vollautomatisch arbeitenden Mühlen, wo für die verschiedenen Schrotungen mehrere Walzenstühle vorgesehen sind, arbeiten die verschiedenen, den einzelnen Stufen entsprechenden Passagen nebeneinander, während in kleineren Mühlen, die mit wenigen oder gar mit nur einem Walzenstuhl arbeiten, das Mahlgut die gleichen Walzenstühle bzw. den gleichen Walzenstuhl mehrmals durchlaufen muss. Im ersten Falle hat der Müller die Möglichkeit, die Geschwindigkeit der langsam laufenden Walze, die Zahl und den Drall der Walzenriffeln den jeweils gegebenen Verhältnissen einigermassen anzupassen.

   Im zweiten Falle dagegen vermag er mit dem einen oder den wenigen Walzenpaaren an den vorhandenen Verhältnissen nichts oder nicht viel zu ändern. In allen älteren und neuzeitlichen Mühlen aber, gleichviel, ob die einzelnen Schrotungen nebeneinander in einer grösseren oder hintereinander in einer kleineren Anzahl von Maschinen durchgeführt werden, stets ist der Gesehwindigkeitsuntersehied zwischen den beiden Walzen durch das Übersetzungsverhältnis des Zahnradantriebes festgelegt, welches im allgemeinen bei Schrotung   1 : 2'5,   bei Mahlung l : 1-25 bis 1-50 beträgt und selten über 1 : 3 hinausgeht, letzteres schon deshalb, weil der durch die Bedingungen der Praxis an die Walzendurchmesser gebundene Walzenabstand weder Räderübersetzungen noch Stufenscheibenantriebe anzuwenden gestattet, durch die grössere Übersetzungen als 1 : 3 oder höchstens 1 :

   4 erreichbar wären. Anderseits ist bei Müllern das Vorurteil fest eingewurzelt, dass   das Übersetzungsverhältnis   von 1 : 3 nicht überschritten werden darf. Die Beeinflussung der Vermahlung des Getreides hat man daher bislang hauptsächlich durch Eng-oder Weitstellen der Walzen, d. h. durch Steigern oder Vermindern des Druckes zwischen den Walzen zu erreichen gesucht. Die Drucksteigerung ergibt aber der Regel nach nicht die erwartete Wirkung, vielmehr wird das Mahlgut gequetscht, anstatt zerrieben oder aufgelöst zu werden, und Druckminderung allein führt erst recht nicht zum Ziel. Anderseits ergibt sieh bei starker Steigerung des Druckes zwischen den Walzen der Übelstand, dass die Reibungswiderstände innerhalb der Gleitlager, in denen die Walzenzapfen ruhen, stark wachsen, zu ihrer Überwindung also ein hoher Kraftaufwand erforderlich ist. 



   Die Erfindung beruht auf der Feststellung, dass es möglich ist, die genannten Übelstände und Schwierigkeiten zu belieben und die Vermahlungsarbeit von den ersten Schrotungen bis zur letzten Ausmahlung auf nur einem Walzenstuhle in geradezu idealer Weise ganz oder zum Teil durchzuführen unter Gewinnung eines Mehles von hervorragender Backfähigkeit, wenn die Beeinflussung der Vermahlung in den verschiedenen Stufen des Vermahlungsprozesses (Schroten, Auflösen, Ausmahlen) anstatt vorwiegend durch Änderung des Druckes zwischen den Walzen, wie dies bisher üblich war, hauptsächlich durch stetiges Ändern der Differentialgeschwindigkeit der Walzen geschieht, jedoch nicht innerhalb der herkömmlichen Übersetzungsverhältnisse von 1 :   1'25   bis 1 : 3, vielmehr innerhalb von Übersetzungsverhältnissen, die zwischen 1 : 3 und 1 :

   10 und darüber liegen und auf welche sich die Walzen leicht einstellen lassen durch Einwirkung auf einen Drehzahländerer mit stetiger Regelung, der an Stelle des üblichen Zahnradgetriebes die Bewegung der schnell laufenden Walze auf die langsam laufende Arbeitswalze überträgt. Der Gedanke der Änderung der Differentialgeschwindigkeit während des Ganges bei   Walzenstühlen   zur Zerkleinerung von Getreidekorn ist zwar an sich nicht neu.

   Es ist auch ein Walzenstuhl bekannt, dessen eine Walze durch ein Reibradgetriebe mit stetig veränderlicher Geschwindigkeit angetrieben wird, Bei den älteren Vorschlägen handelt es sich aber nicht um 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 eine Verarbeitung des Kornes im Sinne der Erfindung, die hauptsächlich auf den Zweck angelegt ist, den kleinen Mühlen, welche nur einen oder wenige Walzenstühle besitzen, die Möglichkeit zu geben, den gesamten Vermahlungsprozess   (Schroten,'Auflösen   und letztes Ausmahlen) in zumindest ebenso vollkommener Weise durchführen zu können, wie wenn eine grosse Anzahl von Walzenstühlen zur Verfügung stände und dabei eine Reihe wertvoller Vorteile hinsichtlich der Ausbeute, der Qualität 
 EMI2.1 
 zu können.

   Auch die neuzeitlichen Walzenstühle, welche Druck-und Reibwirkung voneinander trennen durch Hintereinanderschaltung von zwei Hartgusswalzen ohne Vorreibung (mithin nur Druck) und einer grossen Steinwalze mit zugehöriger Steinschale (also lediglich Reibung), haben mit vorliegender Erfindung nichts gemein.

   Denn diese   Walzenstühle   dienen nur für Auflösung und Ausmahlung, vermögen also nicht den mit der Erfindung erstrebten Zweck zu erfüllen,   nämlich   die Schaffung der Möglichkeit, in einer Mühle mit nur einem Walzenstuhl die Vermahlung in ebenso moderner und vollkommener Weise durchzuführen wie in einer grossen automatisch arbeitenden Mühle mit zahlreichen   Walzenstühlen   unter Gewinnung eines ebenso guten Mehles bei höherer Ausbeute und unter weitgehender Herabsetzung des   Eiaftbedarfs.   



   Die Erfindung ist nachstehend an Hand der. Zeichnung näher erläutert, welche ein zur Durchführung des neuen Vermallungsverfahrens geeignetes, d. h. ein mit stetiger Regelung oder Einstellung der Drehzahl versehenes Wechselgetriebe im Zusammenhang mit den bei verschiedenen   Geschwindig-   keiten zu treibenden Arbeitswalzen eines Walzenstuhles üblicher Bauart in Fig. 1 in Seitenansicht und in Fig. 2 in Vorderansicht mit Teilschnitt schematisch darstellt. Auf der Welle 1 der schnell laufenden Arbeitswalze ist eine Scheibe 2 für einen Gummikeilriemen 3 befestigt, der die eine Welle 4 eines liegenden Wechselgetriebes 5 treibt. Von da geht es zur Abtriebswelle 6 des Getriebes, und von dort aus treibt eine Keilriemenscheibe 7 mittels eines Keilriemens 8 eine auf dem verlängerten Nabenstück 9 der Keilriemenscheibe. 2 lose sitzende Keilriemenscheibe 10.

   Diese   Scheibe-M überträgt mittels   des auf einer mit ihr fest vereinigten Buchse 11 festgekeilten Ritzels 12 ihre Bewegung auf das grosse, die langsam laufende Walze treibende Zahnrad 13. 



   Das Wechselgetriebe 5 ist so eingerichtet, dass es die langsam laufende Arbeitswalze des Walzenstuhls gegenüber der schnell laufenden im Verhältnis von 1 : 3 bis 1 : 10 und darüber zu treiben und den Übergang von einem auf das andere   dieser Übersetzungsverhältnisse   stetig zu vermitteln vermag. 



  Auf einem mit einem Wechselgetriebe oder Drehzahländerer der eben beschriebenen Art, z. B. mit einem stufenlos regelbaren Antrieb   Werner-Reimers'scher   Bauart ausgerüsteten Walzenstubl lässt sich das neue Vermahlungsverfahren bequem durchführen. 



   Zu dessen Verdeutlichung sei hier der Gang einer auf einem   erfindungsgemäss   gebauten Walzenstuhl   durchgeführten   Versuchsmahlung wiedergegeben, bei der von der ersten Schrotung bis zur letzten Ausmahlung lediglich die Geschwindigkeit der langsam laufenden Walze nach und nach innerhalb der oben angegebenen Grenzen verlangsamt wurde, während an der Druckwirkung, der Zahl, dem Drall und dem Winkel der Arbeitswalzen nichts geändert zu werden braucht.

   Es wurde Weizen geschrotet : 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> 2 <SEP> mal <SEP> mit <SEP> einer <SEP> Übersetzung <SEP> von <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 4 <SEP> entsprechend <SEP> einem <SEP> Drehzahlverhältnis <SEP> von <SEP> 240 <SEP> : <SEP> 60,
<tb> 2 <SEP> mal <SEP> mit <SEP> einer <SEP> Übersetzung <SEP> von <SEP> l <SEP> : <SEP> 5 <SEP> entsprechend <SEP> einem <SEP> Drehzahlverhältnis <SEP> von <SEP> 240 <SEP> : <SEP> 48,
<tb> 1 <SEP> mal <SEP> mit <SEP> einer <SEP> Übersetzung <SEP> von <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 6 <SEP> entsprechend <SEP> einem <SEP> Drehzahlverhältnis <SEP> von <SEP> 240 <SEP> : <SEP> 40.
<tb> 
 Die Griesse und Dunste wurden ebenfalls mit 1 : 6, d. h. mit 240 : 40 Umdrehungen bis zum Ende ausgemahlen. 



   Bei diesen Versuchen ergab sich, dass das   erfindungsgemässe   Verfahren im Vergleich zu dem bisher allgemein   üblichen   Mahlverfahren eine erhebliche Zeit-und Kraftersparnis bei gleich guter Ausmahlung und Mehlfarbe ergibt, wobei eine grössere Unabhängigkeit von der Walzenriffelzahl und dem Walzenriffelwinkel als bei den bisherigen Verfahren vorteilhaft in Erscheinung trat. Es ergaben sich ferner günstige Verhältnisse hinsichtlich der Lebensdauer der Riffeln, Walzen und Lagerteile. 



   Das durch die Zeichnung veranschaulichte Wechsel-oder Regelgetriebe 5 ist   natürlich   nur beispielsweise angegeben. Mit gleich guten Erfolgen können auch andere Wechselgetriebe verwendet werden, z. B. Planetengetriebe, Getriebe mit axialer   Zahnkranzverschiebung,     Flüssigkeitsgetriebe,   Kegeltrommeln, ja sogar   Wechselräder,   Schaltgetriebe oder   Stufenscheiben,   sofern diese praktisch als stetig schaltbare Wechselumformer für die   Übersetzungsverhältnisse l :   3 bis 1 : 10 und darüber angesprochen werden können. Unter Umständen kann die langsam laufende Walze auch selbständig angetrieben werden, z. B. durch einen Regelmotor.

Claims (1)

  1. EMI2.3 Verfahren zum stufenweisen Vermahlen von Getreide, insbesondere Weizen und Roggen, auf einem Walzenstuhle mit verschiedenen Geschwindigkeiten der Arbeitswalzen, dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Vermahlungsarbeit (Schroten, Auflösen und Ausmahlen) oder ein Teil davon, bei einer Differentialgeschwindigkeit der Arbeitswalzen von 1 : 3 bis 1 : 10 und darüber in der Weise durchgeführt wird, dass von Vermahlungsstufe zu Vermahlungsstufe die Geschwindigkeit der langsam <Desc/Clms Page number 3> laufenden Arbeitswalze innerhalb dieser beiden Grenzwerte nach und nach je nach Erfordernis ver- ändert wird, z. B. durch Einwirkung auf einen Drehzahländerer zur beliebigen Änderung der Geschwindigkeit während des Betriebes. EMI3.1
AT154673D 1937-01-08 1937-03-04 Verfahren zum stufenweisen Vermahlen von Getreide. AT154673B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE154673T 1937-01-08

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT154673B true AT154673B (de) 1938-10-25

Family

ID=29412437

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT154673D AT154673B (de) 1937-01-08 1937-03-04 Verfahren zum stufenweisen Vermahlen von Getreide.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT154673B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1188544B (de) Vierwalzen-Ringwalzwerk mit selbsttaetig nachstellbaren Axialwalzen
DE1752887B2 (de) Vierwalzen Ringwalzwerk
DE102007041878B4 (de) Verfahren und Rollenmühle zur Zerkleinerung von Mahlgut
DE970102C (de) Gruppenantrieb fuer kontinuierliche Walzwerke
AT154673B (de) Verfahren zum stufenweisen Vermahlen von Getreide.
DE3230363A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum antreiben und synchronisieren von walzen
DE655168C (de) Verfahren zum stufenweisen Vermahlen von Getreidekorn auf einem Walzenstuhl
DE554001C (de) Mehrrollenwalzwerk
DE899146C (de) Einrichtung zur Energieuebertragung bei Kraftfarhzeugen
DE614965C (de) Verfahren zum Betriebe von Muehlen mit schnell umlaufender Trommel
DE721165C (de) Walzwerk fuer in ihrer Laengsrichtung verjuengte Baender, Bleche und Stangen
DE2846546A1 (de) Stufenlos einstellbares kegelscheibengetriebe
CH200648A (de) Walzenstuhl zum stufenweisen Vermahlen von Getreidekorn.
DD233782A1 (de) Riemenantrieb zur steuerung der raffinierwalzen von schokoladenwalzenreibmaschinen
DE1029698B (de) Vorrichtung zum Abrichten der Oberflaeche von ringfoermigen Laeppscheiben
DE696031C (de) Keilriemenwechselgetriebe
DE448117C (de) Haspelantrieb fuer Umkehrwalzwerke
DE488440C (de) Kratzenwalzenrauhmaschine
EP3676511A1 (de) Inline-getriebe mit zwei zwischenwellen
DE667423C (de) Reibrollenwechselgetriebe
DE861683C (de) Einrichtung zum gleichzeitigen Antreiben mehrerer Walzen eines aus mehr als zwei Walzen bestehenden Walzengeruestes
DE416671C (de) Sammelvorrichtung fuer Matrizensetz- und Zeilengiessmaschinen, die aus einem Foerderband und einem Sammelstern besteht
DE653251C (de) Rollenrichtmaschine
DE535155C (de) Vorrichtung an Wickelmaschinen zur Herstellung von Isolierrohren aus Faserstoffbahnen, insbesondere fuer Zwecke der Elektrotechnik
DE501036C (de) Ringmuehle mit angetriebenem Mahlring