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Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus gehärtetem Glas.
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Einer der gehärteten Gegenstände wird vor der Behandlung zerschlagen und die Abmessungen der Bruchstücke werden geprüft. Beispielsweise ergibt ein Gegenstand aus gewöhnlichem NatronKalk-Glas mit einer Wandstärke von 16 mm, wenn er hoch gehärtet ist, Bruchstücke in der Grössenordnung von 0 8 cm2.
Die Gegenstände werden sodann auf eine für geeignet befundene Temperatur während einer ebenfalls für geeignet befundenen Zeitdauer erhitzt, z. B. durch zwölf Stunden auf 380 C.
Ein oder mehrere Exemplare der auf diese Weise behandelten Gegenstände werden sodann einer thermischen Stossprobe unterzogen, die darin besteht, dass der Gegenstand auf eine hohe Temperatur erhitzt und dann in kaltem Wasser abgeschreckt wird. Beispielsweise werden die vorerwähnten Gegenstände auf eine Temperatur erhitzt, die jene des kalten Wassers um 1300 übersteigt.
Ein oder mehrere andere Exemplare der behandelten Gegenstände werden überdies zerschlagen, um hinsichtlich der Ausmasse der so erhaltenen Bruchstücke überprüft zu werden.
Wenn die Ausmasse der Bruchstücke der zerschlagenen Gegenstände erheblich grösser sind als jene, die vor der Behandlung erhalten wurden, und z. B. 1-6 6 cm2 betragen, so zeigt dies, dass die Maximalspannungen in wirksamer Weise herabgesetzt wurden. Wenn überdies alle Gegenstände der thermischen Stossprobe widerstanden haben, so ist die auf die Härtung folgende thermische Behandlung als befriedigend anzusehen.
Wenn hingegen nicht bloss die Ausmasse der Bruchstücke grösser sind, sondern sich Stücke von 25 mm Länge ergeben, so ist dies ein Zeichen, dass die Erhitzung zu stark war, und in diesem Falle besteht die Gefahr, dass die Gegenstände bei der thermischen Stossprobe wegen der ungenügenden Härtung brechen. Diesfalls wird die Erhitzung verringert, indem man die Dauer oder Temperatur oder beide herabsetzt, worauf die Proben wiederholt werden.
Es sei bemerkt, dass die Behandlung durch Erhitzung als ungenügend anzusehen ist, wenn die Ausmasse der Bruchstücke bloss wenig grösser sind als jene des nicht behandelten Gegenstandes und wenn einige Gegenstände bei der thermischen Stossprobe brechen.
Zur Erreichung des bestmöglichen Ergebnisses erhöht man die Stärke der thermischen Stossprobe und ändert die Erhitzung der gehärteten Gegenstände so lange, bis alle Gegenstände dieser Probe widerstehen und grössere Bruchstückausmasse ergeben als der nicht behandelte Gegenstand.
Statt der thermischen Stossprobe oder neben dieser kann eine mechanische Stossprobe Anwendung finden, die darin besteht, dass man eine Stahlkugel auf den Gegenstand aus immer grösserer Höhe fallen lässt.
Der Temperaturfall bei der thermischen Stossprobe hängt von der Wandstärke und der Form des Gegenstandes ab, und der Höchstwert dieser Temperatur kann für jeden gegebenen Gegenstand nur durch den Versuch bestimmt werden.
Um den Ungleichheiten, die gewöhnlich im Laufe der fabriksmässigen Erzeugung auftreten, Rechnung zu tragen, wählt man für diese thermische Stossprobe eine Temperatur, die unter dem durch den Versuch bestimmten Höchstwert liegt, und wählt ferner den Grad der den Gegenstand der Erfindung bildenden Erhitzung ein wenig höher als jener, der einfach den durch die Versuche erzielten optimalen Ergebnissen entsprechen würde.
Die Dauer der zur Herabsetzung der Höehstspannungen um ein bestimmtes Mass erforderlichen Erhitzung ist entsprechend der Erhitzungstemperatur in ziemlich weiten Grenzen veränderlich. So erzielt man bei dem vorstehend angegebenen Beispiel des Natron-Kalk-Glases das gleiche Ergebnis mit einer Erhitzung auf 480'während einer halben Stunde.
Wie bereits erwähnt, ist die Erfindung insbesondere auf Gegenstände mit unregelmässiger Wandstärke anwendbar, da es in erster Linie bei diesen Gegenständen vorkommt, dass eine in üblicher Weise durch blosse Erhitzung und nachfolgende plötzliche Abkühlung durchgeführte Härtung die Neigung zeigt, an gewissen Stellen zu hohe Spannungen hervorzurufen. Die Erfindung ist jedoch selbstverständlich auch auf Gegenstände mit regelmässiger Wandstärke oder Form, z. B. Glastafeln, anwendbar, bei denen aus irgendwelchen Gründen der gewöhnliche Härtungsvorgang ungleichmässige Spannungen und somit stellenweise eine übermässige Härtung hervorgerufen hat.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus gehärtetem Glas, insbesondere von solchen ungleichmässiger Wandstärke oder komplizierter Form, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenstand, nachdem er zwecks Härtung erhitzt und plötzlich abgekühlt wurde, während einer passenden Zeit- dauer auf eine Temperatur gebracht wird, bei der das Glas imstande ist, die im Gegenstand herrschenden höheren Spannungen in wirksamer Weise, hingegen die niedrigeren Spannungen entweder überhaupt nicht oder verhältnismässig sehr wenig herabzusetzen.