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Aus einer Mehrzahl elektrischer Zünder bestehende Zünderkette.
Die Erfindung betrifft eine aus einer Mehrzahl von elektrischen Zündern bestehende Anordnung zur Zündung von Sprengladungen und besteht in einer Zünderkette mit bereits vor der Verlegung fabriksfertig elektrisch miteinander verbundenen Zündern.
Für die gleichzeitige Entzündung mehrerer Sprengladungen durch elektrische Zünder, ins- besondere im Bergwerksbetrieb ist es allgemein gebräuchlich, Zünder zu verwenden, die mit zwei Zuleitungsdrähten ausgestattet sind und die Reihenschaltung dieser Zünder durch metallische Verbindung der von Isolation freien Enden der Zuleitungen je zweier aufeinanderfolgender Zünder an der Gebrauchsstelle zu bewirken.
Dieses Verfahren der Herstellung einer z. B. aus 5, 10,20 und mehr Zündern bestehenden Zünderkette hat jedoch eine Reihe schwerwiegender Nachteile. So tritt bei Verschmutzung der miteinander zu verbindenden Drahtenden eine Verschlechterung des elektrischen Kontaktes ein, durch die im ungünstigen Fall der Zündstrom in seiner Stärke so weit herabgedrückt werden kann, dass nicht mehr alle Zünder mit Sicherheit zur Entzündung kommen. Eine derartige Verschmutzung ist aber insbesondere im Bergwerksbetrieb leicht möglich und kann sich infolge der oft ungünstigen Beleuchtungverhältnisse der Beobachtung entziehen. In der Wirkung kommt einer solchen Verschmutzung auch ein nicht genügend inniges metallisches Verbinden der Drahtenden gleich, welches ebenfalls Übergangswiderstände in der Zünderkette zur Folge hat, die den Zündstrom schwächen.
Aber auch der Umstand, dass die gewöhnlich unisoliert bleibenden Verbindungsstellen der Zuleitungen bei Berührung mit der leitenden Umgebung, z. B. sumpfigem Boden, Stromverluste bewirken und bei gegenseitiger Berührung die Überbrückung einzelner Zünder und damit deren Ausschaltung aus dem Zündstromkreis zur Folge haben können, kann zu Fehlzündungen und Versagern Anlass geben.
Schliesslich kann es aber auch bei grösserer Zünderzahl vorkommen, dass die Einschaltung eines oder mehrerer Zünder in die Kette übersehen wird und dass daher bei der Zündung die diesen Zündern zugehörigen Sprengladungen nicht zur Explosion gebracht werden.
Die Herstellung der Verbindungen der Zuleitungsdrähte erfordert aber, wenn die genannten Fehler vermieden werden sollen, nicht nur grosse Aufmerksamkeit, sondern auch, insbesondere wenn es sich um eine grössere Zahl von Schüssen handelt, viel Zeit. Dieser Zeitaufwand wird aber, nachdem sonst alles bereits zur Sprengung vorbereitet ist, unangenehm und störend empfunden, um so mehr als die Verbindungen der Drähte durch ungesehulte primitive Personen hergestellt werden, die als Schwerarbeiter nicht in der Lage sind die elektrische Verbindung zuverlässig in allen Fällen durchzuführen ; auch ist diese Arbeit den ungeschulten Arbeitern nicht geläufig und wird von ihnen nur widerwillig durchgeführt.
Alle genannten Umstände haben dazu beigetragen, dass die elektrische Zündung von Sprengladungen insbesondere im Bergwerksbetrieb vielfach noch ungünstig beurteilt wird und dass sie sieh bisher nur schwer und in verhältnismässig geringem Umfang durchsetzen konnte.
Durch die Erfindung werden nun alle angeführten Nachteile dadurch vermieden, dass die für die Entzündung einer Mehrzahl von Sprengladungen zu verwendenden Zünder bereits bei der Fabrikation zu Gruppen von z. B. 5, 10,20 und mehr Zündern vereinigt werden, dass jeder einzelne Zünder mit den Nachbarziindern der Gruppe fabriksmässig, also zuverlässig leitend verbunden wird, so dass am
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Verwendungsort Verbindungen zwischen den Zuleitungen der Zünder, wie das bisher gebräuchlich war, nicht herzustellen sind. Da derartige Verbindungsstellen und ihre Herstellung, wie gezeigt wurde, die Quelle aller angegebenen Nachteile bilden, so werden mit der Vermeidung solcher Verbindung- stellen auch alle diese Nachteile mit einem Schlag beseitigt.
Vorteilhaft besteht die Leitung zwischen je zwei Zündern aus einem einzigen, ununterbrochenen Drahtstück.
Wesentlich für die Erreichung dieses Zieles ist natürlich, dass die Anschlussstellen der aus einem Stück bestehenden Verbindungsleitungen, wie bei der bisherigen Ausführungsweise, innerhalb der
Zünderhülse liegen, dass also diese Leitungen unmittelbar an die Pole des Zünderkopfehens oder der
Zünderpille angeschlossen und dass sie ferner auf ihrer ganzen Länge ausserhalb der Zünderhülse mit
Isolation umgeben sind, so dass Entweichen von Strom durch Nebenschlüsse und Überbrüekungen von Zündern durch gegenseitige Berührung von Verbindungsleitungen nicht entstehen können.
Der Zusammenschluss einer Mehrzahl von Zündern gemäss der Erfindung hat aber noch den weiteren wesentlichen Vorteil, dass wegen Fehlens blanker Stellen vagabundierende elektrische Ströme (Schleichstrome), mit denen in Anlagen der angegebenen Art infolge unvermeidlicher Erdschlüsse häufig gerechnet werden muss, an keiner Stelle in die Zünderkette eindringen und einzelne Zünder zur Entzündung bringen können, da nur an beiden Enden der Zünderkette eine Verbindung mit der von der Zündmaschine kommenden Zündleitung auszuführen ist ;
denn in der Fabrik kann man alle blanken Stellen isolieren bzw. mangelhafte Kontakte an Drahtverbindungsstellen ausschliessen. Allen- falls die ganze Zünderkette durchfliessenden Schleichströmen bietet diese einen so hohen Widerstand und sie setzt diese Ströme in ihrer Stärke auf einen solchen Betrag herab, dass eine Zündung nicht mehr eintreten kann.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung besteht darin, dass zwecks Erleichterung der Verlegung die Verbindungsleitungen zwischen je zwei Zündern, deren Länge bis 10 m und mehr schwanken kann, so zu Puppen vereinigt bzw. in Spulenform gebracht werden, dass das nach Verlegen je eines Zünders erfolgende Auseinanderziehen dieser Leitungen glatt und, ohne dass Verwicklungen entstehen, durchführbar ist.
Ganz besondere Vorteile ergeben sich bei folgender Ausführungsweise der Spulen : Die Verbindungsleitungen werden als Spulen insbesondere solche von rechteckiger Form und mit einer Windungslage hergestellt und, um die einzelnen Windungen zusammenzuhalten, mit einer Papierumhüllung versehen, die entweder als Streifen auf die äussere Spulenoberfläehe aufgeklebt oder ohne Verwendung eines Klebemittels um die Spule so herumgelegt wird, dass die seitlich überstehenden Ränder am ganzen Spulenumfang gegen das Spuleninnere hin eingeschlagen werden. Die Enden je zweier aufeinanderfolgender Spulen werden dann unmittelbar mit den Polen je eines Zünderköpfehens (z. B. durch Anlöten) verbunden, wonach dieses Köpfchen in die Zünderhülse eingeführt und diese auf dem Einfühnmgsende in bekannter Weise verschlossen wird.
Hienach werden die Spulen koaxial dicht nebeneinander angeordnet, durch einen mit geeignetem Klebemittel bestrichenen Papierstreifen miteinander verbunden und die angeschlossenen Zünder, die bereits mit der Sprengkapsel versehen sein können, nach Auseinanderklappen je zweier nebeneinanderliegender Spulen um ihre durch den Klebestreifen verbundenen Kanten in das Spuleninnere eingelegt. Nach Unterbringung aller Zünder in dieser Weise werden die Spulen auch durch einen auf ihre Oberseite aufgeklebten Papierstreifen miteinander verbunden, so dass Spulen und Zünder nun ein gemeinsames Paket bilden. Die freien Drahtenden an beiden Enden dieses Paketes werden in das Innere der Endspulen eingebogen.
Die Verlegung der Zünder geschieht nun in folgender Weise : Die erste Spule des Pakets wird nach Durchtrennen des die Spulen zum Paket zusammenhaltenden Papierstreifens von der folgenden Spule getrennt und der erste Zünder zur Verlegung im Bohrloch herausgenommen. Hiebei wickeln sich die Windungen der zweiten Spule, die nur schwach an dem sie umgebenden Papierband haften oder von den umgeschlagenen Streifenrändern gehalten werden, bei der Bewegung des die Verlegung ausführenden zum nächsten Bohrloch ab und es kann der zweite Zünder herausgenommen und verlegt werden. Nach Verlegung aller Zünder wird je das freie Drahtende des ersten und des letzten Zünders mit den Enden der Zündleitung der Maschine verbunden.
Bei einer Verlegung der Zünder auf die erfindungsgemässe Art wird hienach nicht nur die Herstellung der Verbindungen zwischen je zwei Zündern mit ihren vielen Nachteilen vermieden, nämlich der Unsicherheit der Kontakte, der Möglichkeit, dass der Anschluss einzelner Zünder an die Zündleitung übersehen wird, dass ferner Stromableitungen und Uberbrückungen durch schlecht ausgeführte Verbindungsstellen entstehen usw., sondern die Verlegung wird auch ausserordentlich vereinfacht und die dafür erforderliche Zeit bedeutend abgekürzt.
Während ferner bei der bisherigen Verlegungsweise des bereits mit der Sprengkapsel versehenen Zünders die Möglichkeit einer vorzeitigen Entzündung dann gegeben war, wenn die blanken Drahtenden der beiden Zuleitungen des Zünders durch Zufall mit einer Stromquelle, z. B. vagabundierenden Strömen, im Berührung kamen, ist auch diese Möglichkeit bei der erfindungsgemässen Anordnung vollständig ausgeschlossen, weil metallisch blanke Stellen sowohl bei den Spulen als auch bei den Zündern vermieden werden können. Die erfindungsgemässe Ausführungsweise bietet daher auch in
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dieser Beziehung die grösste Sicherheit und ist geeignet, allen bisher in bezug auf derartige Möglich- keiten bestehenden Befürchtungen den Boden zu entziehen.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand durch ein Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt die bisher gebräuchliche Verbindungsweise der einzelnen Zünder zur Zünderkette durch gegenseitiges Verdrillen der Enden der Zuleitungen jedes einzelnen Zünders mit den Zuleitungsenden des Nachbarzünders der Gruppe nach Verlegung in den Bohrlöchern. Fig. 2 stellt die Anwendung von aus einem einzigen ununterbrochenen Drahtstück bestehenden Verbindungsleitungen zwischen den einzelnen Zündern einer Gruppe dar. Fig. 3 zeigt eine einfache Art der Zusammenlegung jeder einzelnen Verbindungsleitung zu einer Puppe. In Fig. 4 ist die Ausführung der Verbindungsleitungen in Form von Spulen dargestellt. Fig. 5 zeigt die Anordnung der Spulen auf einem sie verbindenden Papierstreifen und die Einbringung der Zünder in das Spuleninnere, Fig. 6 das fertige, die Zünder enthaltende Spulenpaket.
Die Zünder 1 einer Gruppe sind durch Verbindungsleitungen, die im Ausführungsbeispiel je aus einem einzigen ununterbrochenen Drahtstüek 2 bestehen, miteinander verbunden. Diese Verbindungsleitungen sind unmittelbar je an einem Pol der Zünderpillen innerhalb der Zünderhülsen der benachbarten Zünder angeschlossen. Die zunächst in Windungen 3 gelegten Verbindungsleitungen 2, die im allgemeinen eine Länge von 1-10 m und mehr haben, sind zu Puppen 4 vereinigt, die durch Herumwinden der zu den zugehörigen Zündern 1 führenden Enden um die Puppe so zusammengehalten werden, dass das am Verwendungsort erfolgende Auseinanderziehen bis zur Entfernung der Bohrlöcher, in die die Zünder einzuführen sind, rasch und ohne Verwicklungen erfolgen kann.
Gemäss Fig. 4 erhalten die Verbindungsleitungen die Form von Spulen 5, deren vorzugsweise in einer Lage angeordnete Windungen 10 durch den auf die äussere Oberfläche aufgeklebten oder um sie herumgelegten und an den Spulenseiten eingeschlagenen Papierstreifen 6 zusammengehalten werden. Die Spulen 5 werden auf dem mit Klebemittel bestrichenen Papierstreifen 7 koaxial dicht nebeneinander angeordnet, so dass sie auf ihrer Unterseite miteinander verbunden sind. Nach Aufklappen der Spulen um ihre sich berührenden unteren Kanten (Fig. 5) werden die Zünder in das Spuleninnere eingelegt.
Nach Unterbringung aller Zünder werden die Spulen auch durch einen auf ihrer Oberseite aufgeklebten Papierstreifen 8 miteinander verbunden, so dass nunmehr Spulen und Zünder ein einheitliches, handliches Paket bilden. Die einzigen metallisch blanken Stellen der ganzen Anordnung sind die an beiden Stirnseiten des Paketes befindlichen Leitungsenden 9, an die nach Verlegung der Zünder die von der Zündmaschine kommende Zündleitung angeschlossen wird. Diese Enden werden überdies noch in das Paket eingelegt, so dass jede Gefahr eines Fehlkontaktes ausgeschlossen ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Aus einer Mehrzahl elektrischer Zünder bestehende Zünderkette, dadurch gekennzeichnet, dass je zwei Zünder durch einen vollständig isolierten, ununterbrochenen Leitungsdraht so miteinander verbunden sind, dass der Leitungsdraht selbst unmittelbar zu einem Zünderpol führt, die Isolation des Drahtes jeweils innerhalb der Zünderhülsen endet und diese Drähte zu Schleifen oder Spulen gewickelt sind.