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entgegen dem beabsichtigten Zweck manchmal ein Absinken der Festigkeit eintritt. Die Ursachen dieser Erscheinung sind nicht bekannt. Bis jetzt hat man die Erhitzung des Betons nur mit grosser Vorsicht anwenden können, indem man insbesondere eine Beschränkung der Temperatur meist auf Werte unterhalb 60 C vorgenommen hat, und tatsächlich hat die Erhitzung des Betons bis gegen 100 C zur Beschleunigung des Abbindens und Erhärtens in der Technik noch keine Verbreitung gefunden.
Der Erfinder hat bereits früher festgestellt, dass eine nach Rüttel-und Druckbehandlung vorgenommene Erwärmung des Betons günstige Ergebnisse hinsichtlich der Beschleunigung des Abbindens und Erhärtens des Betons zeitigt. Indessen ist gemäss den früheren Arbeiten des Erfinders die Heiztemperaturbegrenzt und muss ausserdem so eingestellt werden, dass die Wasserabspaltung des Betons dadurch vermieden wird, dass der erhitzte Beton in Berührung mit wassergesättigter Luft von einer über der inneren Temperatur des Betons liegenden Temperatur gebracht wird. Diese Vorsichtsmassregeln beeinträchtigen die einfache Durchführung des Verfahrens und dessen allgemeine Anwendbarkeit und beschränken ausserdem seine Wirksamkeit.
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zurufen, können einige Minuten Rüttelung genügen.
Wenn die Stärke der Rüttelung geringer ist, kann es angebracht sein, die Zeit der Rüttelung auf etwa eine Stunde zu verlängern.
Der Druck kann zwischen 5 und 100 kg/cm2 oder auch mehr schwanken. Man kann selbst kleinere Drücke anwenden, wenn ihre Wirkungsdauer verlängert wird, und für sehr niedrige Drücke wird man die Rüttelung während der Druckanwendung aufrechterhalten miissen. Man kann dann bis zu Drücken von einigen hunderten Gramm auf den Geviertzentimeter herabgehen. Im übrigen verläuft die der Erfindung zu Grunde liegende Erscheinung des rascheren Erhärtens von durch genügende Rüttelund Druckwirkung verdichtetem und dann kräftig erhitztem Beton stetig ; es findet eine schrittweise zunehmende Besserung des Erhärtungsvorganges und seiner Regelmässigkeit im Masse der durch vereinigte Rüttelung und Druckwirkung erzielten Verminderung des Wassergehaltes des Betons statt.
Die Dauer der auf den Beton vor der Erhitzung ausgeübten Druckwirkung kann sich von einer bis dreissig Minuten je nach der Grösse des Druckes, der Dicke der behandelten Körper und der Leichtigkeit, mit der die Form das Wasser austreten lässt, ändern.
Nach dieser Druckwirkung hat der ursprünglich plastische Beton, bevor das Abbinden beginnt, eine bemerkenswerte Härte erlangt, die wesentlich höher als die Härte ist, die durch Pressen eines sogenannten trockenen Betons selbst bei Unterstützung der Druckwirkung durch Rüttelung erreicht werden kann. Der Beton enthält weniger Wasser, als wenn er verhältnismässig trocken angemaeht und dann gepresst worden wäre. Es möchte zunächst scheinen, dass er sehr zur Wasserabspaltung neigt, aber erfindungsgemäss hat sich das Gegenteil gezeigt. Die kleine in dem Beton enthaltene Wassermenge ist mit der Betonmasse sehr fest verbunden, da diese eine hohe Dichtigkeit aufweist und daher für Wasser auch in Dampfform sehr wenig durchlässig ist.
Der Beton kann nunmehr sehr kräftig erhitzt und in Berührung mit Dampf von 1000 C und mehr gebracht werden. Insbesondere kann man seine Temperatur über die Umgebungstemperatur durch die Wirkung der Abbindungswärme des Zements ansteigen lassen, ohne der Regelmässigkeit und der Güte der Erhärtung zu schaden.
Wenn die Beheizung des Betons von aussen Schwierigkeiten bereitet, kann man eine Innen- beheizung des Betons durch irgendwelche geeignete Mittel, beispielsweise mit Hilfe von elektrischen Heizwiderständen, ausführen, die gegebenenfalls durch die Bewehrungen des Betons gebildet sein können. Man kann den Dampf auch durch in der Betonmasse vorgesehene Hohlräume oder Kanäle schicken. Die ansdehnbaren Kerne, die für das Pressen des Betons verwendet werden, können ebenfalls mit Kanälen oder Röhren für die Durchleitung von Dampf versehen sein und in bestimmten Fällen ist es möglich, den Heizdampf unmittelbar in die in dem Beton nach der Herausnahme der Kerne belassenen Hohlräume am Ende der die Pressung umfassenden Verfahrensstufe einzuführen.
Welche Heizmittel man auch anwendet, immer ist es angebracht, Wärmeverluste durch wärmedämmende Umkleidungen zu verhüten.
Die Erfindung ist auch auf Beton aus Schlackenzementen anwendbar. Sehlaekenzemente erreichen, nachdem sie, wie oben beschrieben, gerüttelt, gepresst und erhitzt wurden, nach 4 bis 5 Stunden eine Festigkeit von 150-175 /e.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Beschleunigen des Abbindens und Erhärtens von Beton, insbesondere Portlandzementbeton, dadurch gekennzeichnet, dass der in die Schalung eingebrachte Beton zuerst einer Rüttelung und Pressung, so dann einer Erhitzung von etwa 1000 C oder mehr ausgesetzt wird.