<Desc/Clms Page number 1>
Einrichtung zur Erhöhung der Reisslast von ruckartig beansprm'hten Seilen, Gurten u. dgl.
Die Erfindung hat eine Einrichtung zum Gegenstand, welche es gestattet, die Kraftwirkung, der ein Gegenstand oder ein Körper bei einer plötzlichen Änderung der lebendigen Kraft oder Energie, wie z. B. bei einem Stoss, ausgesetzt ist, unter allen Umständen auf einen bestimmten Wert zu beschränken.
Die Vorrichtung lässt sich insbesondere anwenden, um den Stoss zu mildern, den der Fallschirmpilot aufzufangen hat im Moment als sich der Fallschirm im Verlauf eines Falles von grosser Geschwindig- keit völlig entfaltet, dem der Feuerwehrmann ausgesetzt ist, der von einer Leiter fällt, den der Arbeiter, der von einem Gerüst hinunterstürzt, erleidet usw.
Man hat zu diesem Zweck schon vorgeschlagen, zwischen den Fallschirm und den Piloten gefaltete Gurten einzuschalten, die unter der Wirkung des Stosses bei der Entfaltung aufreissen. Anderseits wurden auch Einrichtungen vorgeschlagen, die die Kraftwirkungen dadurch aufzehren, dass Metallkörper (Seile) gegen Stoffe organischen Ursprungs, wie z. B. Seide, reiben. Es sind auch schon Sicherheitsschlingen bekanntgeworden, bei denen die Wirkung des Stosses durch ein dehnungsfähiges Element (Feder) gemildert wird.
Die Erfindung kennzeichnet sich im wesentlichen dadurch, dass die Verminderung der Kraft-
EMI1.1
Seide, oder einer Gewebeoberfläche gegen eine Oberfläche eines Stoffes organischen Ursprungs erhalten wird.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Kraftbegrenzung progressiv gestaltet mittels sinnreicher Verdickungen, die an den aneinanderreibenden Kontaktflächen angebracht sind.
Das Prinzip, das den Grundgedanken der Erfindung darstellt, kann auf zahlreiche Arten verwirklich werden. In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. 1 ist eine Ansicht, teilweise geschnitten, der ersten Ausführungsform, die Fig. 2,3 und 4 zeigen in Ansicht und im Schnitt nach der Linie 777-777 und IV-IV der Fig. 2 eine zweite Ausführungsform.
Die Vorrichtung gemäss Fig. 1 besteht im wesentlichen aus einem Gurt 1 von einigen Zentimetern Breite, an dessen einem Ende der Fallschirm, am andern Ende das Geschirr befestigt ist, das der Fallschirmpilot trägt. Der Gurt 1 ist zusammengefaltet und bildet eine Schlinge, die durch einen Ring 5 hindurchgeht.
In diesem Ring 5 ist zwischen den beiden Armen der Schlinge, die von dem Gurt 1 gebildet ist, das eigentliche Reibungsorgan eingeklemmt, das einerseits aus zwei Gurten 6 und 7 besteht, die in Schlingenform zusammengefaltet sind, wobei zwischen beide Schlingen ein Verriegelungsring 8 eingelegt ist, der sich am Ende der Bewegung gegen den Ring 5 abstützt.
Das Reibungsorgan 6,7 und 8 steckt in dem Ring 5, wobei die Gurten 6 und 7 durch Nähte zusammengehalten sind und ein Teil der Schlinge 7 gegen den andern Teil derart verschoben ist, dass das äussere Ende des Reibungsorgans eine Stärke a aufweist, die geringer ist als die Gesamtstärke a' der vier Gurten 6 und 7, wodurch die Anbringung des Reibungsorgans erleichtert wird.
Die Länge der von dem Gurt 1 gebildeten Schlinge wird im voraus festgelegt in Abhängigkeit von der ursächlichen Kraftwirkung und von dem Ausmass, auf das man die Kraftwirkung auf den Piloten beschränken will.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Bewegung entsteht die Reibung zwischen der Innenseite des Gurtes 1 und der Aussenseite des Gurtes 6.
Die Reibungswirkung zwischen zwei Textiloberflächen ist, wie bereits erwähnt, sehr günstig und die Wirkungsweise ist viel verlässlicher, regelmässiger und gleichmässiger ansteigend als bei den bekannten Einrichtungen.
Die Bewegung wird auf jeden Fall begrenzt in dem Moment, als das Ende der Schlinge 1 sich gegen das Ende der Schlinge 6 anlegt, die von dem Ring 8 gehalten wird, der sich bei Erreichung der Endstellung gegen den Ring 5 stützt.
Die Fig. 2-4 zeigen eine Ausführungsvariante, bei welcher die Reibungswirkung statt zwischen dem die Zugkräfte aufnehmenden Gurt einerseits und gesonderten Organen anderseits zwischen zwei Elementen auftritt, die am Fallschirm bzw. am Fallsehirmpiloten befestigt sind.
Bei dieser Ausführungsform findet sich gleicherweise das obenerwähnte Prinzip der zunehmenden Reibungswirkung angewendet. Diese Vorrichtung umfasst im wesentlichen einen Gurt 9, der am Fallschirmpiloten befestigt ist und einen Gurt 10, der in zwei Teile 10 a und 10 b zu einer Schlinge zusammengefaltet ist, an der der Fallschirm befestigt wird.
Diese beiden Elemente werden vereinigt durch die Einschaltung zweier Ringe 11 a und 11 b, welche den Teil 10 a und den Teil 9'a der von dem Gurt 9 gebildeten Schlinge 9'einschliessen und auf der andern Seite die entsprechenden Teile 10 bund 9'b. Ein dritter Ring 12 umschliesst seinerseits das Ganze.
EMI2.2
Mehrzahl von Gewebeauflagen 14 von zunehmender Länge derart umkleidet, dass die Teile 10 a und 10 b eine von der Schlinge 10 gegen das Ende zunehmende Dicke a aufweisen. Die Aussenseiten sind von einer Gewebehülle 18 umgeben.
Bei einer Zugwirkung in der Richtung der Pfeile tritt die Reibung sofort auf zwischen den äusseren
EMI2.3
Nach Zurücklegung eines gewissen Gleitweges gelangen die Teile 9'a und 9'b des Gurtes 9 ihrerseits in Berührung mit dem inneren Gewebestreifen der Teile 10 a und 10 b. Infolge des Hinzukommens dieser neuen Reibungsflächen wird die Reibungswirkung noch vergrössert und nimmt weiterhin zu im Masse als die Dicke zunimmt.
Es können natürlich zahlreiche andere Kombinationen von Schlingen angewendet werden, um zu dem gleichen Ergebnis zu gelangen, insbesondere lässt sich die soeben beschriebene Anbringung von Gewebeverstärkungen unter gleichen Bedingungen bei der Vorrichtung gemäss Fig. 1 anwenden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Erhöhung der Reisslast von ruckartig beanspruchten Seilen, Gurten u. dgl. mit Sehlingensystemen, die sich unter Reibungsschluss ausziehen, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden bremsend wirkenden Reibungsflächen die Oberflächen von Stoffen organischen (tierischen oder pflanzlichen) Ursprungs sind.