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EMI1.1
Die Erfindung betrifft eine elektrische Entladungsröhre mit mehreren Gittern und eine mit einer solchen Röhre versehene Schaltanordnung. Röhren der hier erwähnten Art sind z. B. unter der Bezeichnung"Hexode, Fünfgitterröhre und Oktode"bekanntgeworden.
Mit solchen Röhren lassen sich insbesondere in der Mischstufe von Überlagerungsempfängern im allgemeinen gute Ergebnisse erzielen. Es hat sich aber gezeigt, dass diesen Röhren gerade in der genannten Verwendung auch Nachteile anhaften. So können z. B. die von der Röhre erzeugten Ortsschwingungen sich in der Antenne bemerkbar machen, oder es können auch die mit der Antenne aufgefangenen Schwingungen auf der Zwischenfrequenzwelle empfangen werden.
Erfindungsgemäss lassen sich solche und ähnliche Schwierigkeiten dadurch vermeiden, dass die Mischung nicht, wie bisher üblich, zur Gänze im Gleichtakt erfolgt, sondern dass nur eine der beiden Schwingungskomponenten, z. B. das ankommende Signal, der mit Elektronenkopplung arbeitenden Mischröhre im Gleichtakt aufgedrückt wird, während beispielsweise die Schwingung des Ortsoszillators der Röhre im Gegentakt zugeführt wird.
Entsprechend der Erfindung wird dies durch eine neue Röhrenkonstruktion ermöglicht, bei der mindestens zwei Elektroden in je zwei elektrisch voneinander getrennte symmetrisch gelegene Teile mit besonderen Stromzuleitungen zerlegt sind, die sich zum Gegentaktbetriebe eignen und wobei zur Ermöglichung der Mischung noch mindestens zwei weitere durchbrochene (elektronendurchlässige) Elektroden im Rohr vorhanden sind. Das erfindungsgemässe Rohr hat daher insgesamt mindestens sieben Elektroden.
Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise näher erläutert. Fig. 1 zeigt schematisch eine Ausführungsform einer Entladungsröhre nach der vorliegenden Erfindung. Fig. 2 zeigt eine mit einer solchen Röhre versehene Schaltanordnung.
In Fig. 1 bezeichnet 1 eine Kathode, im vorliegenden Fall eine indirekt geheizte Kathode, die in üblicher Weise von zwei Gittern 2 und. 3 umgeben ist. Das darauffolgende Gitter besteht aus zwei in elektrischer Hinsicht voneinander getrennten Teilen 4 und 5 ; auch die Anode ist aus zwei Teilen 6 und 7 gebildet. Zwischen dem gespaltenen Gitter und der gespaltenen Anode ist noch ein Gitter 8 angeordnet.
Übereinstimmend mit Fig. 1 sind in Fig. 2 die Kathode, die Gitter und die Anodenteile wieder mit 1-8 bezeichnet. Die Gitter 3 und 8 dienen als Schirmgitter und befinden sich auf positivem Potential ; zwischen den Gitterteilen 4 und 5 ist der Ortsoszillator 9 angeordnet, und die Anodenteile 6 und ? sind mit dem Zwischenfrequenzeingang 10 verbunden. Bei 11 ist der auf die Empfangsfrequenz abgestimmte Eingangskreis vorgesehen.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende :
Die von 11 gelieferten Empfangsschwingungen steuern mittels des Gitters 2 den von der Kathode 1 abgehenden Elektronenstrom im Rhythmus des fernen Senders.
Dieser gesteuerte Elektronenstrom durchsetzt das Schirmgitter J und spaltet sich nun in zwei Hälften, von denen die eine durch den Gitterteil 4, die andere durch den im Gegentakt zu 4 schwingenden Gitterteil5 im Rhythmus des Ortsoszillators beeinflusst wird. In jeder der beiden Hälften des Elektronenstromes kommt es zu einer "multiplikativen" Mischung von Fernfrequenz und Ortsfrequenz, mithin auch zur Bildung der Differenzfrequenz (Zwischenfrequenz) ; dabei ist aber zu beachten, dass das Vorzeichen der entstehenden Zwischenfrequenzschwingung auf den beiden Seiten (4,6 einerseits, 5, 7 anderseits) verschieden ist, da ja auch die eine Komponente (Ortsschwingung) entgegengesetzte Vorzeichen
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auf beiden Seiten aufweist.
Da nun aber die Primärseite des Zwisehenfrequenztransformators 10 von den beiden Elektronenstromhälften in entgegengesetztem Sinne durchflossen wird, so addiert sich die Wirkung der durch die Überlagerung entstehenden Zwischenfrequenz, während sich die Wirkung der etwa direkt von der Antenne herkommenden Zwischenfrequenz (die auf den Anoden 6,7 im Gleich- takt auftritt) im Zwisehenfrequenztransformator 10 aufhebt.
Aber auch die Erregung der Antenne in der Frequenz des Ortsoszillators kann nicht stattfinden, denn selbst wenn die Abschirmung durch das Schirmgitter. 3 unzureichend sein sollte, so hebt sich die entgegengesetzte Einwirkung der Gitterteile 4 und 5 auf das Gitter 2 vollständig auf. Es ist daher ausgeschlossen, dass die Antenne die Ortsoszillatorfrequenz ausstrahlt.
Mit einer Röhre nach der Erfindung können daher die eingangs genannten Instabilitäten vollständig vermieden werden, ohne dass der Wirkungsgrad der Mischung beeinträchtigt würde.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schaltanordnung für die Misehstufe bei Zwischenfrequenzempfang, dadurch gekennzeichnet, dass einer mit Elektronenkopplung arbeitenden Röhre eine der zu mischenden Schwingungen im Gleichtakt und eine andere im Gegentakt zugeführt wird.