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Sehaltanordnung zum Empfangen modulierter Hochfrequenzschwingungen.
Gegenstand der Erfindung ist eine Radioempfangssehaltanordnung, u. zw. insbesondere eine verbesserte Schaltanordnung zum Demodulieren der empfangenen Hochfrequenzschwingungen.
Die Modulationstiefe der Rundfunksender wird in letzter Zeit bis auf annähernd 100% gesteigert.
Zur Sicherung einer naturgetreuen Wiedergabe der ausgesandten Sprache oder Musik auf der Empfangs- seite ist es notwendig, dass in einer Radioempfangssehaltanordnung ein Demodulator verwendet wird, der bei 100% Modulationstiefe eine lineare Detektionskennlinie aufweist. Die üblichen Zweielektroden- detektoren erfüllen wohl diese Bedingung, haben aber den Nachteil, dass sie eine erhebliche Dämpfung des dem Detektor vorausgehenden Hoch-oder Zwischenfrequenzkreises herbeiführen. Detektorröhren mit drei oder mehr Elektroden führen nur eine geringe Dämpfung des vorausgehenden Kreises herbei, weisen aber nur eine lineare Detektionslinie bis höchstens 70% Modulationstiefe auf.
Zur Erzielung einer linearen Datektion bei 100% Modulationstiefe bei einer Detektorröhre mit drei oder mehr Elektroden kann man eine umgekehrte Rückkopplung oder Gegenkopplung anwenden. Es ergibt sich jedoch die Schwierigkeit, dass die Empfindlichkeit des Detektors vermindert wird, so dass weit entfernte Sender nicht mit genügender Lautstärke empfangen werden können.
Gemäss der Erfindung wird eine naturgetreue Wiedergabe beim Empfang benachbarter Sender und auch eine grosse Empfindlichkeit beim Empfang weit entfernter Sender in der Weise erhalten, dass bei einer Radioempfangsschaltanordnung, bei der eine Detektorröhre mit wenigstens drei Elektroden für die Demodulation der empfangenen Schwingungen verwendet wird, beim Empfang benachbarter
Sender ein Teil der über eine im Ausgangskreis der Detektorröhre liegende Impedanz auftretenden Niederfrequenzspannung derart dem Steuergitter der Detektorröhre zugeführt wird, dass eine Gegenkopplung zustande kommt, wobei eine Schaltvorrichtung vorgesehen ist,
durch die beim Empfang weit entfernter Stationen der dem Steuergitter der Dstektorröhre zugeführte Teil der über die erwähnte Impedanz auftretenden Niederfrequenzspannung verringert wird, so dass die Gegenkopplung abnimmt.
In der Zeichnung ist die Erfindung durch ein Ausführungsbeispiel schematisch veranschaulicht, wobei nur diejenigen Einzelteile dargestellt sind, die für das Verständnis der Erfindung notwendig sind.
In der Figur ist ein Zwischenfrequenzverstärker 1 dargestellt, dem der übliche und in der Figur nicht dargestellte Hochfrequenzverstärker und erste Detektor vorausgehen. Die Ausgangsspannung des Zwischenfrequenzverstärkers 1 wird mittels eines aus den auf die Zwischenfrequenz abgestimmten, induktiv gekoppelten Kreisen 4 und 2 gebildeten Bandfilters dem Steuergitter einer Detektorröhre 3 zugeführt. Die Kopplung zwischen den Kreisen 4 und 2 wird zweckmässig so gross gewählt, dass die Frequenzkennlinie des Bandfilters eine nahezu rechteckige Gestalt aufweist. Als Detektorröhre ist in der Figur eine Fünfelektrodenröhre dargestellt ; es kann aber auch eine Drei-oder Vierelektrodenröhre gewählt werden.
Die über den Widerstand 8 im Anodenkreis der Datektorröhre 3 auftretende Niederfrequenzspannung wird über einen Kondensator 5 einem in der Figur nicht dargestellten Niederfrequenzverstärker zugeführt. Die Anodenspannung der Detektorröhre 3 wird von der Batterie B geliefert, während die Schirmgitterspannung von der Batterie S geliefert wird. Das Schirmgitter ist in üblicher Weise über einen grossen Kondensator mit der Erde verbunden.
In der Kathodenleitung der Dstektorrohre liegt ein Potentiometerwiderstand 6, der von einem Kondensator 9 überbrückt wird, der für Hoch-oder Zwischenfrequenzströme einen Kurzschluss bildet, für Niederfrequenzströme aber eine erhebliche Impedanz hat. Über den Widerstand 6 tritt infolgedessen ein Niederfrequenzspannungsabfall auf, der über den Gleitkontakt 12 und den für Niederfrequenzströme einen Kurzschluss bildenden Kondensator 11 dem Steuergitter der Detektorröhre zugeführt wird, so dass eine Gegenkopplung erhalten wird. Der über den Widerstand 6 auftretende Gleichspannungsverlust wird über den Ableitwiderstand 7 dem Steuergitter der Detektorröhre zugeführt, so dass selbsttätig die erforderliche negative Vorspannung erhalten wird.
Der Kondensator 10 bildet einen Kurzschluss für die im Anodenkreis auftretenden Hoch-oder Zwischenfrequenzstrome.
Die Wirkungsweise der Schaltanordnung ist nun folgende : Infolge der negativen Vorspannung des Steuergitter wirkt die Detektorröhre 3 als Anodendetektor. Beim Empfang benachbarter Sender wird der Gleitkontakt 12 auf einen nahe dem der Kathode abgewendeten Ende liegenden Punkt des Widerstandes 6 eingestellt. In diesem Fall wird eine ziemlich grosse Gegenkopplung erhalten, so dass lineare D3tektion bei 100% Modulationstiefe gesichert wird. Beim Empfang weit entfernter Sender wird der Gleitkontakt 12 auf einen in der Nähe der Kathode liegenden Punkt des Widerstandes 6 eingestellt, so dass keine oder nahezu keine Gegenkopplung auftritt und die Datektorröhre sich wie ein gewöhnlicher Anodendetektor verhält.
Im letzteren Fall wird die Empfindlichkeit des Detektors wesentlich vergrössert, wobei lineare D3tektion bis zu einer Modulationstiefe von annähernd 70% erhalten wird.
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Es ist im allgemeinen erwünscht, dass die Detektorröhre stets auf denselben Arbeitspunkt der Kennlinie eingestellt ist. Zu diesem Zweck ist eine in der Figur mit 13 bezeichnete selbsttätige Lautstärkeregelung vorgesehen, durch die eine gleichbleibende Mittelfrequenzspannung dem Steuergitter der D3tektorröhre zugeführt wird.
Zur Erzielung einer naturgetreuen Wiedergabe beim Empfang benachbarter Sender und einer grossen Selektivität beim Empfang weit entfernter Sender ist es üblich, die Breite des vom Hoch- oder Zwischenfrequenzverstärker durchgelassenen Frequenzbandes regelbar zu machen. In diesem Fall kann eine sehr einfache Bedienung durch mechanische Kupplung der Schaltvorrichtung für die Regelung der Gegenkopplung mit der Schaltvorrichtung zum Regeln der Bandbreite erhalten werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Sehaltanordnung zumEmpfang modulierter Hochfrequenzschwingungen, bei der eine Detektorröhre mit wenigstens drei Elektroden für die Demodulation der empfangenen Schwingungen verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzielung einer möglichst getreuen Wiedergabe beim Empfang benachbarter Sender ein Teil der über eine im Ausgangskreis der Detektorröhre liegende Impedanz auftretenden Niederfrequenzspannung derart einem Gitter der Detektorröhre zugeführt wird, dass eine entzerrende Gegenrückkopplung zustande kommt, und dass eine Schaltvorrichtung vorgesehen ist, durch die beim Empfang weit entfernter Sender zur Erzielung einer möglichst grossen Empfindlichkeit der dem genannten Gitter der Detektorröhre zugeführte Teil der über die erwähnte Impedanz auftretenden Niederfrequenzspannung verringert wird,
so dass die Gegenrückkopplung abnimmt.