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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung dünner Scheibchen, insbesondere von Fäden, Bändern,
Folien usw. für deren mikroskopische Untersuchung.
Zur Herstellung dünner Scheibchen behufs mikroskopischer Untersuchung von faser-und bandförmigen Stoffen, deren Querschnitt eine sehr kleine Fläche besitzt und die dabei sehr biegsam und elastisch sind, ist das Einziehen dieser Fäden in gut schneidbar Materialen, wie Kork oder deren Einbettung in leicht schmelzbare Stoffe, wie Paraffin, Wachs u. dgl. herangezogen worden, die gleichzeitig mit ihnen durchschnitten werden.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird jedoch das zeitraubende und zuweilen die Beschaffenheit der Stoffe verändernde Einlagern unterlassen und lediglich der zweckmässig gespannte Faden zwischen die Schmalseiten dünner Platten eingezwängt, die z. B. durch federnde Winkelpaare zusammengehalten werden, worauf die Fäden entlang den beiden Seiten der Platten durchschnitten werden ; die zwischen den schwachen Platten eingezwängt bleibenden, ebenso dünnen Scheibchen können samt diesen direkt unter das Mikroskop gelegt und von beiden Seiten betrachtet werden.
Eine zweckmässige, zur Ausübung dieses Verfahrens verwendbare Vorrichtung ist beispielsweise in beiliegender Zeichnung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 eine Draufsicht der Vorrichtung, Fig. 2 eine Seitenansicht derselben, Fig. 3 einen Schnitt, dessen linke Hälfte durch die Spannbalken und dessen rechte Hälfte durch die Zwinge geführt ist, Fig. 4 eine geöffnete Zwinge.
Die dargestellte Vorrichtung besteht demnach aus einer Grundplatte 1, welche zwei, von den gegenüberliegenden Rändern bis fast zur Mitte reichende Schlitze 2 besitzt, die auf der Unterseite der Platte zu breiteren Rillen 3 erweitert sind. In diesen Schlitzen 2 sind die Schraubenbolzen 4 verschiebbar, deren vierkantige Köpfe in den Rillen 3 versenkt liegen. Diese Schraubenbolzen 4 durchdringen die Spannbalken 5, welche durch die Schrauben 4 und deren Muttern 18 an der gewünschten Stelle mit der Platte 1 verbunden werden. Bei den Spannbalken 5 werden die Fäden, Bänder oder Folien festgehalten, indem sie z.
B. durch die Ringstifte 8 in den Bohrungen 7 festgeklemmt oder zwischen den Spannbalken 5 und einer darübergelegten Leiste 6 eingezwängt werden, die gleichfalls durch die Mutter 18 der Schraubenbolzen 4 niedergehalten wird. Die Verschiebbarkeit der Spannbalken 5 hat den Vorteil, dass ihre Entfernung je nach der Länge der vorhandenen Fadenmuster eingestellt werden kann ; auch kann man von einem Fadenstück mehrere Querschnitte machen, indem man den einen Spannbalken nahe an die Zwinge heranrückt, und nach durchgeführten Schnitten den zweiten Spannbalken so weit nähert, dass man den Fadenrest wieder in den ersten Spannbalken einspannen kann. Man kann natürlich auch auf die Verschieblichkeit der Spannbalken verzichten und diese unter Weglassung der Spalten und Rillen mit der Platte 1 durch Holzschrauben u. dgl. fest verbinden.
Zwischen den SpannbaUren 5,. in der Mitte der Platte 1, ist die Einspannvorrichtung für die Zwingen angeordnet. Diese besteht aus zwei Paaren, rechtwinkelig abgebogener Streifen 9, die durch den einen Schenkel mit der Grundplatte 1 mittels Kopfschraube 10 u. dgl. verbunden sind. Die aufrecht stehenden, zweckmässig gegeneinander federnden Schenkel stehen so weit auseinander, dass die Zwingen gerade zwischen sie eingelegt werden können, wobei die Schenkel der Streifen 9 zur Erleichterung der Einführung der Zwingen oben etwas auseinandergebogen sein können. Die Zwingen bestehen aus zwei Plattenstreifen 11 und 14, von so geringer Dicke wie die herzustellenden Scheibchen.
Der untere Zwingenstreifen 11 ist durch Nieten, Schrauben u. dgl. an beiden Seiten mit zwei Winkeln 12 versehen, die gegeneinander federn sollen, so dass der obere Zwingenstreifen, der nur an dem einen darüber hinaus zu einem Griff verlängerten Ende mit den Winkeln 12 durch Nieten oder Schrauben, u. zw. gelenkig
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verbunden ist, bei seinem Einlegen in die Winkel 12 am andern Ende durch deren Federwirkung festgehalten wird. Bei vollständig in die Einspannvorrichtung eingelegter Zwinge muss natürlich die obere Kante des unteren Zwingenstreifens 11 genau in gleicher Höhe bzw. in einer Ebene mit den Oberkanten der Spannbalken 5 liegen.
Sollen Scheibchenquerschnitte hergestellt werden, so klemmt man den Faden bei eingelegter Zwinge jedoch scherenartig hochgeklapptem oberen Zwingenstreifen 14 mit dem Ringstifte 8 in dem Spannbalken 5 fest, führt ihn über den unteren Zwingenstreifen 11 zum gegenüberliegenden Spannbalken, spannt so straff, als es die Fadenstärke zulässt, klemmt wieder mit einem Ringstift 8 fest und setzt diese Fadenführung und Klemmung so oft fort, als Quersehnittstellen gewünscht werden.
Dann wird die Zwinge geschlossen, d. h. zusammengeklappt, wodurch die Fäden u. dgl. zwischen den beiden Zwingenstreifen fest eingeklemmt werden. Sodann schneidet man mit einer dünnen Klinge, z. B. von einem Rasierapparat, die Fäden beiderseits der Zwinge durch, wobei man mit der Klinge ganz knapp an den beiden Seitenflächen der Zwinge entlang fährt. Die geschlossene Zwinge wird sodann mitsamt den zwischen ihren Plattenstreifen noch immer festgeklemmten Fadenscheibchen aus der Ein- spannvorrichtung herausgehoben und zur Untersuchung unter das Mikroskop gelegt, wobei die Zwinge flach auf dem Mikroskopisch liegt.
Natürlich kann man aber auch die Scheibchen gleich in richtiger Lage auf einen Objektträger, ein Glasplättchen, aufbringen, indem zunächst die geschlossene Zwinge flach auf dieses aufgelegt und sodann erst geöffnet wird, so dass die eine Schnittfläche der Scheibchen auf der Glasoberfläche liegt.
Die oberen und unteren Plattenstreifen der Zwinge können auch mit kleinen Ausnehmungen 16 für das Einlegen stärkerer Fäden versehen sein. Auch kann durch eine elastische Zwischenlage u. ä. eine allzu starke Quetschung empfindlicher Fäden vermieden werden.
Sind anstatt Fäden Folienstreifen oder ähnliches zu schneiden, so fällt die Verwendung von Ringstiften weg und die Streifen werden über den unteren Zwingenstreifen 11 und zwischen die Spannbalken 5 mit den Muttern der Schrauben 4 geklemmt, dann schliesst man die Zwinge und verfährt wie vorher bei Fäden.
Jedenfalls ist es auf diese Weise möglich, in kurzer Zeit eine grosse Anzahl von Schnitten ohne lange Vorbereitungen unmittelbar herzustellen und die Schnitte ohne Materialveränderung sofort und bequem zur mikroskopischen Untersuchung zu bringen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung dünner Scheibchen, insbesondere von Fasern, Fäden, Bändern, Folien u. dgl. zu deren mikroskopischer Untersuchung, dadurch gekennzeichnet, dass die zweckmässigerweise gespannten Materialien zwischen den Schmalseiten dünner, zusammengehaltener Plättehen eingeklemmt und längs der beiden Breitseiten dieser Plättchen durchschnitten werden, so dass die Scheibchen auch nach durchgeführten Schnitten zwischen den Plättchen eingeklemmt zur Weiterbehandlung bzw. mikroskopischen Untersuchung gebracht werden.