<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Oxydation von Masseteilchen aus Aluminium und
Aluminiumlegierungen.
Die Trommel-, Glocken-und Schaukelapparate, die zum Elektroplattieren lose eingefüllter Massen- teilchen benutzt werden, sind zur elektrolytischen Oxydation von Masseteilchen aus Aluminium und
Aluminiumlegierungen wenig geeignet, da eine genügend hohe Stromdiehte bei losem Aufeinanderliegen der Masseteilchen nicht erreichbar ist. Es sind auch Vorrichtungen, insbesondere zur elektrolytischen
Verchromung bekannt, bei denen die Masseteilchen durch magnetische Kräfte oder durch Schleuder- wirkung an die Wandung eines umlaufenden Behälters gedrückt werden, um den Kontakt zu verbessern und den Stromdurchgang zu erhöhen. Magnetische Kräfte üben aber bekanntlich auf Aluminium keinen brauchbaren Einfluss aus.
Auch die Anwendung der Schleuderkraft kommt bei dem geringen spezifischen
Gewicht der Leichtmetalle praktisch nicht in Betracht. Vor allem ist die Sehleuderkraft aus dem Grunde für die elektrolytische Oxydation von Masseteilchen aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen un- brauchbar, weil infolge der lebhaften Bewegung des Behälters die Masseteilchen nicht die ursprüngliche
Lage zueinander und gegenüber der Behälterwandung beibehalten, sondern eine Umlagerung erfahren.
Wenn aber die Masseteilchen sich verschieben und dadurch die ursprünglichen Kontaktstellen verloren gehen, so tritt keine weitere Oxydation ein, da das auf der Oberfläche der Teilchen anfänglich gebildete
Aluminiumoxyd isolierend wirkt und der weitere Stromdurchgang aufhört.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, welches gestattet, Masseteilchen aus Aluminium und Alu- miniumlegierungen in vollkommener Weise elektrolytisch zu oxydieren und mit Oxydschichten beliebiger
Stärke zu versehen. Das neue Verfahren besteht darin, dass die in einem Behälter ruhenden Massen- teilchen während der Oxydierung unter dem Einfluss eines Pressdruckes stehen, welcher die Massen- teilchen unbeweglich gegeneinander und gegen die stromleitenden Teile des Behälters drückt. Die Massen- teilchen behalten also während der Oxydierung die ursprüngliche Lage, in welcher sie an die stromleitende
Unterlage und gegebenenfalls aneinander gedrückt sind, auch wenn sie ganz ungeordnet liegen, dauernd bei. Es kann sich demnach während der Oxydierung auch der Kontaktpunkt der einzelnen Massen- teilchen nicht ändern, so dass Oxydschichten beliebiger Stärke erzeugt werden können.
Die Kontaktpunkte der Masseteilchen erhalten keinen Oxydüberzug. Das ist jedoch stets unvermeidlich und bei
Masseteilchen im allgemeinen auch unwichtig.
Zur Durchführung dieses Verfahrens kommen die verschiedensten Vorrichtungen in Betracht.
Es können ruhende Aufnahmevorrichtungen für die Masseteilchen benutzt werden, welche lediglich in das Bad eingehängt oder eingesetzt werden. Die etwa erforderliche Bewegung des Elektrolyten kann in bekannter Weise durch Einblasen von Luft oder auf mechanischem Wege erfolgen. Es können aber auch die üblichen Trommel-, Glocken-oder Schaukelapparate verwendet werden, welche jedoch zu diesem besonderen Anwendungszweck mit einer Vorrichtung ausgestattet sind, welche bewirkt, dass die Massen- teilchen in dem bewegten Behälter ruhen und gegen die stromleitenden Teile des Behälters sowie gegen- einander unbeweglich angepresst werden.
Eine zur Durchführung des neuen Verfahrens besonders geeignete Vorrichtung besteht z. B. aus einem in das Bad beispielsweise in senkrechter Stellung einhängbaren zweckmässig gelochten Behälter beliebiger Form, dessen obere Stirnseite zum Andrücken der Massenartikel an den stromleitenden Boden nach Art eines Kolbens in der Trommel verstellbar angeordnet ist. Der Behälter kann vollständig aus stromleitendem Werkstoff bestehen oder auch nur einen leitenden Einsatz bzw. leitende Stirnseiten z. B.
<Desc/Clms Page number 2>
aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen besitzen, während der gelochte Mantel beispielsweise aus Hartgummi, Zelluloid oder sonstigem nichtleitenden Material besteht. Gegebenenfalls ist der Behälter auch nur an der Innenseite ganz oder zum Teil mit einem stromleitenden Überzug versehen.
Zur Verbesserung der Stromzuführung sind die beiden Stirnseiten des Behälters gegebenenfalls durch eine stromleitende Brücke verbunden, welche z. B. aus einem schraubenförmig oder ähnlich gewundenen Aluminiumdraht oder-band besteht.
Zur anodischen Oxydation insbesondere von hohlen Massenartikeln wie Kapseln, Fingerhüten u. dgl. kann erfindungsgemäss z. B. ein mit Vorsprüngen oder Spitzen zum Aufstecken der Massenartikel versehenes Geflecht, Gitter, Sieb oder ähnliche flächenförmige Aufnahmevorrichtung verwendet werden,
EMI2.1
besitzt. Diese Anpressvorrichtung besteht beispielsweise aus einem über die Vorsprünge zu spannenden Tuch.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführungsbeispiele von zur elektrolytischen Oxydation von Masseteilchen aus Aluminium in Betracht kommenden Vorrichtungen.
Fig. 1 zeigt eine trommelartige, in das Bad einzuhängende Aufnahmevorrichtung für Massenteilehen im Längsschnitt. Fig. 2 ist der Grundriss zu Fig. 1. Fig. 3 und 4 veranschaulichen in Vorderansicht und in Seitenansicht eine insbesondere zum Oxydieren hohler Massenteilchen geeignete Vorrichtung.
Fig. 5 veranschaulicht einen Einzelteil der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung.
Die in den Fig. 1, 2 und 5 dargestellte Vorrichtung besitzt eine an Armen 1 in das Bad einzuhängende gelochte Trommel 2 zur Aufnahme der Massenteilchen : J. Der Trommelmantel 2 besteht beispielsweise aus Zelluloid, Hartgummi od. dgl., während der Boden -1 aus stromleitendem Material, vorzugsweise aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen besteht. Zum Aneinanderpressen der Massenteilchen 3 und Anpressen an den Boden 4 ist die obere Stirnseite 5 der Trommel mit dem Teil 13 in einem Verbindung- stück. 14 der Arme 1 verschiebbar und mittels Schraube 6 verstellbar ausgebildet.
Zum Ausschwenken des Trommelbodens 5 beim Füllen und Entleeren der Trommel ist das Verbindungsstück-M an den Armen 1
EMI2.2
aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen und ist mit dem unteren Boden -1 durch eine stromleitende Brücke verbunden, welche bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel aus einem schraubenförmig gewundenen Band 7 besteht, durch welches die Stromzuführung zu den Massenteilchen verbessert wird.
Die in den Fig. 3 und 4 dargestellte Vorrichtung besteht aus einem in das Bad einhängbaren, mit Durchbrechungen versehenen Rahmen 8 in Form eines Geflechtes, Siebes od. dgl. mit Vorsprüngen 9 zum Aufsetzen insbesondere von hohlen Masseteilchen. Zum Anpressen der Masseteilchen an die
EMI2.3
mittels Stellvorrichtung 11 beliebig nachspannbar befestigt ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur elektrolytischen Oxydation von Massenteilchen aus Aluminium und Ahuninhuu- legierungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Masseteilchen während der Oxydierung in einem Behälter ruhen und unter dem Einfluss eines Pressdruckes stehen, der die Masseteilchen unbeweglich gegeneinander und gegen die stromleitenden Teile des Behälters drückt.