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Einrichtung an Nähmaschinen zum Kühlen des umlaufenden Greifers.
Beim Betrieb von Nähmaschinen mit umlaufenden Greifern unter Anwendung neuzeitlich hoher
Nähgeschwindigkeiten macht sich eine erhebliche Erhitzung des umlaufenden Greifers unangenehm bemerkbar. Es ist deshalb bereits versucht worden, einen solchen rasch umlaufenden Greifer mittels eines Luftstromes zu kühlen, indem der muldenförmige Greiferträger mit kleinen Düsen und Schaufeln ausgerüstet worden ist, die, turbinenartig wirkend, einen Kühlluftstrom erzeugen und aufrecht erhalten sollten. Diese Einrichtung hat sich wenig bewährt, denn die Umlaufgeschwindigkeit des Greifers war viel zu hoch, als dass eine geeignete Gebläsewirkung erzielt werden konnte.
Ferner ist es bei Nähmaschinen, die mit geringerer Geschwindigkeit als die jetzt üblichen laufen, bekannt, dass ein von einem Gebläse erzeugter ununterbrochener Druckluftstrom gegen die Umfläche des umlaufenden Greifers geblasen wird. Demgegenüber ist die Einrichtung nach der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass der Druck- luftstrom von einer Kolbenpumpe erzeugt und gegen die Stirnfläche des Greifers und durch diesen hin- durch geblasen wird.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung dargestellt. Fig. 1 zeigt in teilweisem Schnitt Teile einer Nähmaschine. Die Fig. 2 und 3 sind Schnitte nach 2'-2'und 3'-3'der Fig. 1. Fig. 4 ist ein Schnitt durch den Kolben der Pumpe, Fig. 5 eine Endansicht des Kolbens,
Fig. 6 ein Schnitt nach 6'-6'der Fig. 1 in grösserem Massstab.
Die Nähmaschine hat eine Stofftragplatte 1, unter der die Hauptwelle 2 angeordnet ist. Die
Stichbildevorrichtung besitzt einen umlaufenden Greifer 3 auf einer Welle 4, die in einem von der Stoff- platte 1 getragenen Lagerstück gelagert ist. Das Lagerstück 5 enthält eine geschlossene Kammer 6, durch die sich die Hauptwelle 2 erstreckt. Ein von dieser getragenes Stirnrad 7 steht mit einem Stirnrad 8 auf der Welle 4 in Eingriff. Der umlaufende Greifer ist von üblicher Ausbildung ; er ist auf dem vorstehenden
Ende der Welle 4 befestigt. Das Übersetzungsverhältnis der Stirnräder 7 und 8 ist so bemessen, dass die
Welle 4 zwei volle Umdrehungen macht, wenn die Welle 2 einmal umläuft.
An der Stoffplatte 1 ist ein Pumpengehäuse 9 mittels Bolzen 10, 10 festgeschraubt. Das Pumpengehäuse ist zu einem Zylinder 11 ausgebildet, in dem ein Kolben 12 hin und her beweglich ist. Der hohl ausgebildete Kolben 12 ist durch einen Deckel 13 verschlossen. Er besitzt eine mit ihm aus einem Stück bestehende Kolbenstange 14, an der ein Exzenterbügel gelenkig angreift (Fig. 3). Der Exzenterbügel ist gegabelt, umgreift die Kolbenstange 14 und ist mit ihr durch einen Zapfen 16 verbunden. Der Exzenter- bügel 15 wirkt mit einem Exzenter 17 zusammen, das mit einer auf der Hauptwelle 2 befestigten Nabe 18 starr verbunden ist oder mit ihr aus einem Stück besteht. Bei jeder Umdrehung der Hauptwelle macht der Kolben einen vollständigen Hin-und Herhub. Die Schmierung des Kolbens erfolgt durch Schmier- löcher 19.
Nötigenfalls sorgt ein in eine Umfangsnut 20 eingelegter Packing für Abdichtung des Kolbens.
Der Pumpenzylinder 11 läuft in einen Kopf aus, in dem eine Kammer 21 ausgespart ist, die durch einen Kanal 22 mit dem Zylinderraum verbunden ist. Ein Kanal 23 führt aus der Kammer ins Freie.
Die in der Kammer angeordnete Ventilkugel 24, welche unter dem Druck einer Belastungsfeder 25 steht, wird für gewöhnlich auf ihrem Sitz gehalten, um den Kanal 23 abzuschliessen. Ein Schraubenstutzen 26 ist in eine Gewindebohrung 27 des Zylinderkopfes eingeschraubt und entsprechend abgedichtet. Eine in dem Stutzen 26 eingeschraubte Büchse 28 dient der Belastungsfeder 25 der Ventilkugel 24 als Wider-
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lager. Das andere Ende der Büchse 28 dient einer zweiten Ventilkugel 29 als Sitz, auf den diese durch eine Feder 30 gedrückt wird (Fig. 6). In dem Stutzen 26 ist eine Röhre 31 eingesetzt. Eine Überwurfmutter 32 umfasst die Röhre und ist auf dem Stutzen 26 aufgeschraubt. Zur sicheren Abdichtung zwischen der Röhre 31 und dem Stutzen 26 dient eine weiche Metalleinlage 33.
Die Röhre 31 ist am freien Ende leicht einwärts gebogen und zu einem breiten Mundstück 32'gestaltet, das zur Abgabe eines breiten Luftstromes geeignet ist. Dieses Mundstück ist so auf den umlaufenden Greifer gerichtet, dass der Luftstrom gegen die Stirnfläche des Greifers geblasen und durch diesen hindurchgeblasen wird.
Wenn Fasern u. dgl. sich an dem Greifer sammeln, bilden sie eine isolierende Schicht, von der die durch den Umlauf des Greifers erzeugte Wärme zurückgehalten wird. Der Luftstrom befreit den Greifer von den Fasern und verhindert dadurch das Entstehen der schädlichen Isolierschicht. Ausserdem hat die Blasluft eine wärmeabführende Wirkung und kühlt dadurch den Greifer. Durch die kombinierte Wirkung, d. h. durch die Verhinderung einer Ansammlung von Fasern und durch das Durchblasen kühlender Luft durch den Greifer wird eine sehr wirksame Kühlung des Greifers erzielt.
Der Kolben bewegt sich einmal hin und her bei je zwei Umdrehungen des Greifers. Wenn der Kolben sich nach rechts bewegt (Fig. 3), so saugt er Luft durch den Kanal 23 an, wobei er das Rückschlagventil 24 öffnet. Gleichzeitig macht der Greifer eine Umdrehung. Bewegt sich nun der Kolben in entgegengesetzter Richtung, d. h. von rechts nach links (Fig. 3), so wird das Ventil 24 geschlossen und schliesst den Kanal 23, während das Ventil 29 geöffnet und Luft durch das Rohr 31 auf den Greifer geblasen wird.
Da der Greifer eine volle Drehung ausführt, während der Kolben auf seinem Einwärtshub sich befindet, wird ein Luftstrom während dieses ganzen Umlaufs gegen den Greifer geblasen, so dass alle seine Teile von dem aus dem Mundstück tretenden Luftstrom getroffen werden. Das Rückschlagventil 29 sehliesst sich beim Saughub des Kolbens, damit keine Luft. aus der Blasröhre abgesaugt werden kann und diese vollständig mit Luft gefüllt bleibt, so dass beim nächsten Druckhub des Kolbens Luft in das Rohr und durch das Mundstück auf den Greifer gedrückt wird..
PATENT-ANSPRUCHE : 1. Einrichtung an Nähmaschinen zum Kühlen des umlaufenden Greifers mittels eines Druckluftstromes, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckluftstrom von einer Kolbenpumpe erzeugt und gegen die Stirnfläche des Greifers und durch diesen hindurch geblasen wird.