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Verfahren zum Überziehen von blatt-oder bahnförmigen Stoffen mit Farbe, Firnis, Lack, wasser- dichten Stoffen u. dgl.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überziehen von blatt-oder bahnförmigen Stoffen mit Farbe, Firnis, Lack, wasserdichten Stoffen u. dgl., insbesondere zum Mustern von Papieren und Textilien, bei welchen das aufzubringende Überzugsmittel auf einer Tragflüssigkeit gelagert wird.
Der Erfindung gemäss wird zur Erzielung einer gleichmässigen Verteilung des Überzugsmittels oder zur Erzielung von Änderungen in der Verteilung verschiedener Überzugsmittel in bezug aufeinander oder zur Erzielung von Unterschieden in der Schichtstärke des Überzugsmittels oder insbesondere zur Beeinflussung des Musters eines zu Musterungszwecken dienenden farbstoffhaltigen Überzugsmittels ein elektrisches und/oder magnetisches Feld zur Einwirkung auf das Überzugsmitel gebracht. Hiedurch wird es möglich, in einfacher Weise die Natur der erzeugten Muster zu bestimmen, wobei die Stärke und die Klarheit der Umrisse der Muster und die Tiefe sowie der Gegensatz der Schattierungen wirksam beeinflusst werden kann.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist eine Anordnung zur Erzeugung eines elektrischen und/oder magnetischen Feldes zwischen der Tragflüssigkeit einerseits und einer der Musterung dienenden,
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die Potentialdifferenz zwischen zwei der Musterung dienenden, auf die Farbschicht wirkenden Teilen bzw. Musterungseinriehtung, z. B. zwischen auf die Farbschicht wirkenden Rührscheiben, vorgesehen.
Hiedurch können die durch die Rührscheiben hervorgerufenen Muster in eigenartiger Weise verändert und dadurch neue Muster erhalten werden.
Die Wirkung eines derartigen Feldes wird auch vorteilhaft der Erfindung gemäss verwendet, um Farbansammlungen an den Rändern des Troges oder dem die Farbschicht umgebenden Rahmen zu verhüten. Die Farbe hat nämlich die Neigung, sich an den Rändern des Rahmens zu sammeln und dunkle Ränder auf dem Papier zu erzeugen. Durch die Wirkung dieses Feldes wird jede Farbansammlung im Rahmen oder Trog und damit die Ränderbildung vermieden.
Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Einrichtungen zum Überziehen von Papier od. dgl. mit einer Farbschicht od. dgl. bestehen bekanntlich aus einem Trog 1, der die Tragflüssigkeit enthält. Auf diese Tragflüssigkeit wird eine dünne Schicht einer Farblösung od. dgl. aufgebracht, welche auf das nicht dargestellte Papier gebracht werden soll.
Dieses Papier wird unter einem Führungslineal 2 hinweggezogen, wobei das Fübrungslineal in der Höhe so eingestellt ist, dass das Papier gerade die Farbschicht mitnimmt, so dass dieselbe sich auf dem Papier ablagert. Die Farbschicht wird infolgedessen allmählich von der Tragflüssigkeit abgezogen und deshalb durch eine Tropfeinrichtung 3, welche in gewisser Entfernung vom Führungslineal 2 angeordnet ist, ergänzt.
Um zu vermeiden, dass Farbstofflösungen in grösseren Mengen verlorengehen und um eine gleichmässigere Schicht zu erhalten, ist in dem Trog noch ein besonderer Rahmen 4 angeordnet, welcher die Farbschicht begrenzt.
Durch verschiedenartige Tropfer, die nicht dargestellt sind, und eine Rühreinrichtung 5, welche sich zwischen dem Fübrungslineal 2 und der Tropfeinriehtung 3 befindet, werden bestimmte Muster in der Farbschicht erzeugt. Diese Rühreinrichtung 5 besteht beispielsweise aus einer drehbaren Welle 6, auf der in bezug aufeinander geneigte Scheiben 7 angeordnet sind. Diese Welle 6 wird zusammen mit den Scheiben 7 von einer nicht dargestellten Antriebseinrichtung in Umdrehung versetzt, wodurch die Farbstoffschicht verändert wird und dadurch Musterungen erzeugt werden. Die hiedurch erzeugten
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Musterungen sind verhältnismässig grob und es lässt sich schwer eine scharfe Abgrenzung der einzelnen Farben voneinander erhalten.
Es wurde nun gefunden, dass eine besondere Klarheit der Unirisse des Musters erhalten und die Tiefe und der Gegensatz der Schattierungen beträchtlich geändert werden kann, wenn ein elektrisches und/oder ein magnetisches Feld auf die Farbschicht zur Einwirkung gebracht wird. Zu diesem Zweck ist bei der einen Ausführungsform an dem Boden des Troges 1 eine Platte 8 aus Zelluloid angeordnet und auf dieser Platte eine Metallplatte 9 befestigt. Diese Metallplatte 9 ist mittels einer Leitung 10 mit dem einen Pol einer Spannungs-oder Stromquelle verbunden. Der andere Pol dieser Spannungs-oder Stromquelle ist mit den die Farbschicht mechanisch beeinflussenden Rührscheiben 7 mittels der Leitung 11 verbunden.
Die Verbindung wird dabei praktisch natürlich nicht, wie es der Einfachheit halber in der Zeichnung dargestellt ist, unmittelbar direkt mit den Rührscheiben erfolgen, sondern die Leitung 11 wird entweder an die Lager der Wellen 6 od. dgl. gelegt werden, um dadurch umständliche Sondereinrichtungen für die Übertragung des Stromes zu vermeiden. Je nach der Verbindung der Spannungs-oder Stromquelle werden die Scheiben 7 das Farbhäutchen abstossen oder anziehen und dadurch die Musterung beeinflussen. Zwischen der Spannungs-oder Stromquelle und den Leitungen kann dabei vorteilhaft ein nicht dargestellter Schalter eingeschaltet werden, mittels dessen eine Umpolung der Leitungen erfolgen kann.
Es kann auch ausser diesem Schalter oder an seiner Stelle eine Regeleinrichtung eingeschaltet werden, mit Hilfe deren das Feld in gewünschter Weise ver- ändert bzw. periodisch unterbrochen wird.
Eine weitere Beeinflussung der Muster kann auch dadurch erhalten werden, dass die elektrische oder magnetische Felder erzeugenden Teile bewegt werden.
Nach einer andern Ausführungsform können zur Erzielung bestimn. ter Muster beide Pole der Spannungs-oder Stromquelle an die Scheiben 7 mittels der strichpunktiert dargestellten Leitungen l'J angeschlossen werden. Hiebei ist es selbstverständlich, dass die Scheiben 7 untereinander isoliert sein müssen. Zur Erzielung andersartiger Muster kann ferner eine Einrichtung verwendet werden, bei welcher das Feld zwischen zwei verschiedenen Musterungsvorrichtungen oder zwischen zwei Sätzen von solchen Vorrichtungen angeordnet ist, wobei diese Musterungsvorrichtungen, je nach dem zu erzeugenden Muster, entweder ortsfest oder beweglich angeordnet werden können.
Nach einer ferneren Ausführungsform kann die Beeinflussung der Farbsehicht lediglich durch Verwendung eines magnetischen Feldes erfolgen. Bei dieser Ausführungsform wird ein elektrischer Magnet oberhalb der Tragflüssigkeit so angeordnet, dass das von ihm erzeugte Kraftfeld die Oberfläche schneidet. Der Magnet kann auch so angeordnet werden, dass der eine Pol des Magnetes unterhalb der Farbschicht und der andere Pol oberhalb der Farbschicht angeordnet wird. Durch die magnetischen Kraftlinien kann die Verteilung der Farbe in der Farbschicht beeinflusst werden.
Die Erfindung umfasst ebenso die Verwendung von niedrig gespanntem Strom als auch von hochgespanntem Strom, sei es in galvanisch oder statisch elektrischer Form. Infolgedessen kann auch das Häutchen nach einer andern nicht dargestellten Einrichtung eine verhältnismässig hohe Spannung durch Anwendung eines Kondensators erhalten. Bei diesem Ausführungsbeispiel wird die eine Platte des Kondensators gerade unter der Oberfläche der Tragflüssigkeit und die andere Platte oberhalb der Farbschicht angeordnet. Die dazwischenliegende Schicht und die Luft bilden hiebei das Dielektrikum. Die Musterung kann hiebei auch dadurch beeinflusst werden, dass elektrische Entladungen hervorgerufen werden.
Das Muster in dem Ölfarbenhäutchen kann dabei auch dadurch gebildet werden, dass in dem Weg der auf das Häutchen gerichteten elektrischen Entladung dem Muster entsprechende Schirme eingeschaltet werden, so dass Unterschiede in der Dicke zwischen den verschiedenen Teilen des Hütchens erzielt werden und dadurch Musterungen entstehen.
Nach einer andern Ausführungsform kann die erforderliche Spannungsdifferenz auch dadurch erzeugt werden, dass in der Tragflüssigkeit zwei besondere Elektroden angeordnet werden, welche von einer äusseren Spannungs-oder Stromquelle ihre Spannung erhalten. Die Potentialdifferenz kann auch selbst durch Bildung eines galvanischen Elementes erzeugt werden. In diesem Fall dient die übliche Tragflüssigkeit als Elektrolyt. In die Tragflüssigkeit werden zwei Elektroden aus verschiedenem Metall eingetaucht und miteinander leitend verbunden. Hiedurch entsteht ein elektrisches Feld, durch welches eine Beeinflussung der Farbschicht erfolgen kann.
Der Erfindungsgegenstand umfasst auch diejenigen Wirkungen auf die Farbschicht in bezug auf Schichtdicke, Musterung, Übertragung auf die Stoffbahn und Verhinderung der Ränderbildung, welche nicht nur unmittelbar durch elektrische oder magnetische Wirkungen hervorgerufen werden, sondern auch mittelbar durch beispielsweise unter dem Einfluss des elektrischen Feldes entstehende Strömungen, Gasentwicklungen od. dgl.
Vorteilhaft können Farben verwendet werden, die fein verteilte metallische oder sonstige Stoffe, vorzugsweise in kolloidaler Form enthalten. Bei derartigen Farbschichten werden unter dem Einfluss des elektrischen oder magnetischen Feldes wiederum neuartige Musterungen erzielt.
Eine besondere Einwirkung eines derartigen Feldes auf die die Farbschicht bildende Lösung kann auch dadurch erhalten werden, dass zur Bildung der Schicht Farbstofflösungen verwendet werden,
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Schicht erhalten werden, dessen einer Bestandteil durch das Feld beeinflusst wird, während der andere Bestandteil vollkommen unbeeinflusst bleibt. Derartige verschit dene Wirkungen können z. B. dadurch erhalten werden, dass eine der verwendeten Farben eine echte Lösulg von Falbstoff darstellt, während die andere Farbe Pigmente in kolloidaler Form enthält.
Eine verschiedenartige Wirkung des elektrischen Feldes auf die die Fmb, ? clt bildenden Farblösungen kann beispielsweise erzielt werden, dass zur Bildl, ng der Farbschicht ein Gemisch von Echtgrün und Erdfarben verwendet wild. Die meisten Erdfarben werden näirlich von dem elektrischen
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tischen oder magnetischen Feld beeinflussbar sind.
Einige Farblösungen haben das Bestreben, die Farben an den Rändern des Hütchens zu sammeln, wodurch dann dunkle Ränder auf dem Papier entstehen. Eine derartige Bandbildung wird vermieden, wenn die Wandung des Troges 1 oder, falls ein soleher vorhanden, der Rahmen 4 gegenüber den Farb- häutehen eine Spannungsdifferenz erhält. Dieses kann so erfolgen, dass die Wandung des Troges 1 mit einer Leitung 13 oder der Rahmen 1 mit einer Leitung 14 mit einem Pol einer Spannungs-oder Stromquelle verbunden ist, während der andere Pol mit der Tragflüssigkeit in Verbindung steht. Hiedurch werden die störenden Fatbansammlungen vermieden.
Diese Ausführungsform kann auch dazu verwendet werden, die Hemmungen, die beim Abziehen der Farbstoffschicht von der Tragflüssigkeit an den Rändern durch die Bremswirkung derselben entstehen, zu verringern.
Nach einer andern Ausführungsform kann der eine Pol der elektrischen Stromquelle auch an die Zubringervorrichtung für die die Überzugsschicht bildende Flüssigkeit angeschlossen werden, wobei natürlich diese Einrichtung so ausgebildet sein muss, dass sie mit der Tragflüssigkeit in Berührung steht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Überziehen von blatt-oder bahnförmigcn Stoffen mit Farbe, Firnis, Lack, wasserdichten Stoffen u. dgl., insbesondere zum Mustern von Papieren und Textilien, bei welchen das aufzubringende Überzugsmittel auf einer Tragflüssigkeit gelagert wird, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzielung einer gleichmässigen Verteilung des Überzugsmittels oder zur Erzielung von Änderungen in der Verteilung verschiedener Überzugsmittel in bezug aufeinander oder zur Erzielung von Unterschieden in der Schichtstärke des Überzugsmittels oder insbesondere zur Beeinflussung des Musters eines zu Musterungszwecken dienenden farbstoffhaltigen Überzugsmittels ein elektrisches und/oder magnetisches Feld zur Einwirkung auf das Überzugsmittel gebracht wird.