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Fernspreehsystem.
Die Erfindung bezieht sich auf Fernsprechsysteme mit mindestens zwei Übertragungswegen, die normalerweise zur gleichen Zeit nicht freigegeben sind.
Ein Beispiel für ein System dieser Art ist der Zweidrahtverstärkerbetrieb, bei welchem zwei Wege mittels Ausgleichsübertragern miteinander vereinigt sind, so dass Pfeifen auftreten kann, wenn beide Wege mangels vollständigen Ausgleiches der Übertragerspulen gleichzeitig freigegeben sind.
Ein anderes Beispiel für ein System dieser Art ist eine mittels eines Ausgleichsübertragers an eine Fernsprechleitung angeschlossene Lautsprechereinrichtung. In diesem Falle kann das Pfeifen leicht auftreten, wenn beide Wege gleichzeitig freigegeben sind, u. zw. sowohl infolge mangelnden Ausgleiches des Übertragers als auch durch akustische Kopplung zwischen Lautsprecher und Mikrophon.
Zur Vermeidung des Pfeifens wurde die Verwendung einer (vorzugsweise sprachbetätigten) Schaltvorrichtung vorgeschlagen, welche gewährleistet, dass stets einer von den beiden Wegen gesperrt ist. Da der eine Weg gerade im Ruhezustand immer ausgeschaltet ist, ist seine Freigabe für den Sprechverkehr notwendig. Das wird gewöhnlich mittels. einer sprachbetätigten Vorrichtung bewirkt, die beim Sprechen zum Freigeben des gesperrten Weges betätigt wird und den Weg beim Aufhören des Gespräches wieder in den normal gesperrten Zustand zurückversetzt. Das Sperren des Weges darf jedoch nicht unmittelbar nach Gesprächsende erfolgen, da sonst der Weg während jeder noch so geringen Gesprächspause gesperrt würde, was zu einem Abbrechen der Worte führen müsste.
Infolgedessen wurde für eine Nachwirkezeit Vorsorge getroffen, die nach dem Abbruch des Gesprächs verstreichen muss, ehe das Sperren des Weges eintritt. Diese Nachwirkezeit muss grösser als die Pausen zwischen Worten und Sätzen sein. Daraus folgt, dass, wenn ein Weg gesperrt ist, weil das Gespräch auf dem andern Weg übertragen wird, der Gegensprecher den gesperrten Weg nicht freigeben und in die Leitung nicht eindringen kann, solange der Sprecher sein Gespräch nicht eine längere Zeitspanne hindurch unterbricht, als die Nachwirkezeit währt.
Die Erfindung ermöglicht dem Gegensprecher das positive Sperren des offenen Weges und das Eindringen, ohne das Verstreichen der Nachwirkezeit abwarten zu müssen. Unter"positivem"Sperren des Weges ist hier eine solche Sperrung des Weges zu verstehen, der keine unmittelbare Wiederfreigabe folgen kann. Beispielsweise kann eine solche positive Sperrung nicht bloss durch Zuführung gleichgerichteter Signalströme seitens der beiden Sprecher erreicht werden, indem sie ein Relais in entgegengesetzten Richtungen zu betätigen trachten, da in irgendeinem Stadium bei gleich starken und entgegengesetzt wirkenden Signalen das Relais einen Weg sperren und darauf plötzlich wieder freigeben würde.
Tatsächlich würde das Relais eine Zeitlang nicht zur Ruhe kommen, bevor es den Weg endgültig schliessen könnte.
Die Erfindung ist lediglich auf solche Systeme anwendbar, bei denen mindestens einer von den beiden Wegen bei Betriebsruhe gesperrt ist, weil nur bei solchen Systemen Vorsorge für eine lange Nachwirkezeit notwendig ist. Diese Notwendigkeit entspringt dem Umstande, dass die Rückkehr in den Ruhezustand das Sperren eines Weges erfordern kann, auf dem das Gespräch eben beendet wurde oder sehr lautschwach geworden ist.
Wenn das Aufhören des Gespräches oder seine Lautschwäche durch eine zwischen Worten oder Sätzen oder durch eine tonlose Silbe eingetretene Pause hervorgerufen wird, so wird das Sperren des Weges ein Abbrechen von Worten oder eine Unterbrechung im soeben im Gange
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befindlichen Redefluss herbeiführen, und daher muss das Sperren des Weges bis zum Ablauf einer Naehwirkezeit hindurch verzögert werden, die zumindest den Pausen zwischen Worten oder Sätzen gleich zu bemessen ist.
Die Erfindung ist daher für Systeme nicht anwendbar, bei denen keine Neigung zum Pfeifen besteht und daher beide Wege im Ruhezustand freigegeben bleiben können. Bei solchen Systemen setzt die Rückkehr in den Ruhezustand kein Sperren eines Weges voraus, in welchem das Gespräch soeben beendet oder sehr lautschwach geworden ist, so dass diese Rückkehr zur Betriebsruhe ohne irgendeine andere Verzögerung bewirkt werden kann als jene, die zur Verhinderung von Echowirkungen notwendig ist. Daher-besteht in diesem Falle nicht die geringste Schwierigkeit für das Hineinsprechen während einer kleinen Pause oder tonlosen Silbe des Sprechers.
Das Fernsprechsystem mit mindestens zwei, niemals gleichzeitig freigegebenen Übertragungswegen und einer spraohbetätigten Vorrichtung zum Freigeben eines der Wege zur Sprechübertragung und zum Sperren desselben nach Beendigung des Gespräches auf diesem Wege, wobei das Sperren des Weges bei mangelndem Gespräch auf dem andern Wege eine Nachwirkezeit hindurch verzögert wird, die länger als Pausen zwischen Worten und Silben ist, unterscheidet sich den bekannten Vorschlägen gegenüber dadurch, dass die sprachbetätigte Vorrichtung an den Eingangskreis des zweiten Weges angeschlossen ist, so dass von diesem Eingangskreis während des Sprechen auf dem ersten Wege abgezweigte Zeichen die sprachbetätigte Vorrichtung zum positiven Sperren des ersten Weges veranlassen, u. zw.
ohne eine mit der Nachwirkezeit für lautschwache Silben in Beziehung stehende Verzögerung, wodurch ein rasches Hineinsprechen auf dem zweiten Wege ermöglicht wird.
Die sprachbetätigte Vorrichtung ist vorzugsweise so eingeregelt, dass sie auch von schwachen Zeichen im zweiten Weg betätigt werden kann, um das Hineinsprechen herbeizuführen. Sie wird durch Zeichen im ersten Weg gegen die Betätigung durch solche schwache Zeichen für eine Zeitlang unempfindlich gemacht, die gerade nur etwas länger ist, also jene Zeitspanne, welche das Echo dieser Zeichen im ersten Wege braucht, um die sprachbetätigte Vorrichtung zu erreichen, wodurch eine unrichtige Betätigung durch Echozeichen verhindert wird.
Auf der Zeichnung ist das Wesen der Erfindung in beispielsweisen Ausführungen veranschaulicht.
Fig. 1 ist das Schaltungsschema einer an eine Fernsprechleitung angeschlossenen Lautsprecheranlage. Fig. 2 zeigt die Einzelheiten des Schaltungsschemas nach Fig. 1. Fig. 3 zeigt das Schaltungschema bei Anwendung der Erfindung für Zweidrahtverstärkerbetrieb und Fig. 4 ist das Schema der Schaltung für die Beeinflussung der Dämpfungsnetzwerke gemäss Fig. 1.
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eine Fernsprechleitung 3 über einen Ausgleichsübertrager 4 angeschlossen, der mit dem üblichen Ausgleichsnetzwerk 5 versehen ist.
Vom Mikrophon 1 kommende Sprechzeichenströme werden in einer ersten und zweiten Verstärkerstufe 6 bzw. 7 im ersten Wege verstärkt, ehe sie durch den AusgleichsÜbertrager 4 in die Leitung 3 gelangen. Ähnlich werden auf der Leitung 3 ankommende Sprechströme über eine Lautstärkesteuerung 9 durch im zweiten Wege angeordnete Verstärkerstufen. M bzw. 12 verstärkt, bevor sie zum Lautsprecher 2 gelangen. Wegen der akustischen Kopplung zwischen Lautsprecher 2 und Mikrophon 1 und irgendeiner Unausgeglichenheit in den Ausgleichsübertragerspulen 4 sind die Enden der beiden Wege miteinander gekoppelt, so dass sie einen Kreis bilden.
Sind nun beide Wege gleichzeitig freigegeben, so liegt als einzige beachtenswerte Dämpfung im Stromkreis nur jene vor, die von der Kopplung herrührt, und wenn, was wahrscheinlich ist, die Verstärkung durch die Verstärker 6, 7, 10 und 12 die Gesamtdämpfung der Kopplung übersteigt, so wird im ganzen Kreis das Pfeifen stattfinden. Zur Ver- hinderung'dieses Pfeifens ist notwendig, dass immer einer der Kreise gesperrt ist, mit andern Worten, es muss im Kreise immer genügende zusätzliche Dämpfung vorhanden sein, um das Pfeifen zu verhindern, und zu diesem Zwecke sind in den diesbezüglichen Wegen Dämpfungsnetzwerke 8 bzw. 11 angeordnet.
Diese Dämpfungsnetzwerke werden späterhin ausführlicher beschrieben, zur Erläuterung der Fig. 1 genügt es, anzuführen, dass die Dämpfung dieser Netzwerke änderbar ist, um den Weg, in dem sie liegen, freizugeben oder zu sperren. Diese Dämpfungsänderung wird in der folgend zu beschreibenden Weise durch Änderung der Gleichstromkomponenten der Anodenströme der Verstärkerröhren 7 und 10 in Übereinstimmung mit gleichgerichteten Sprechströmen bewirkt. Daher können diese Röhren neben ihrer Eigenschaft als Sprechstromverstärker auch noch als sprachbetätigte Vorrichtungen betrachtet werden.
Die Dämpfungsnetzwerke 8 und 11 sind normal'gesperrt, so dass im Ruhezustand kein Pfeifen auftreten kann. Notwendigerweise müssen daher Sprechströme in einem der Wege diesen Weg freimachen, bevor sie auf ihn übertragen werden können. Zu diesem Zwecke sind die sprachbetätigten Vorrichtungen 7 und 10 durch Steuerwege 13 bzw. 18 mit den betreffenden Eingangskreisen der beiden Übertragungswege verbunden. Sprechströme vom Verstärker 7 gehen über den Weg 18, werden von einem Gleichrichter 22 gleichgerichtet und veranlassen die sprachbetätigte Vorrichtung 10 zur Freigabe des Netzwerkes 8 und zur Erhöhung der Dämpfung des Netzwerkes 11. Die Zeichenströme können daher zur Leitung 3 fliessen.
In gleicher Weise fliessen auf der Leitung 3 einlangende Zeichenströme durch den Weg 13, werden'vom Gleichrichter 17 gleichgerichtet und veranlassen die sprachbetätigte Vorrichtung 7
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zur Freigabe des Netzwerkes 11 und zur Erhöhung der Dämpfung des Netzwerkes 8. Die Zeichenströme können daher zum Lautsprecher 2 fliessen.
Wenn die Zeichenströme, welche die Vorrichtungen 10 bzw. 7 betätigen, aufhören, so erfolgt wieder die Sperrung des freigegebenen Übertragungsweges. Es ist jedoch wünschenswert, dass der Weg nicht I während jeder zwischen Wörtern und Silben eintretenden Sprechpause oder während einer lautschwachen
Silbe gesperrt wird, da hiedurch ein Abbrechen von Wörtern hervorgerufen würde. Um dies zu ver- meiden, wird das Sperren des freigegebenen Weges um eine beim Aufhören der Sprechströme einsetzende
Nachwirkezeit hinausgeschoben. Diese Nachwirkezeit überschreitet die zwischen Wörtern und Silben
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des Netzwerkes 21 zur Sperrung des Weges 18 erhöht wird. Der Zweck dieser zusätzlichen Netzwerke ist die Verhinderung von Echozeichen längs der Wege 18 oder 13 und der fälschlichen Betätigung der
Vorrichtungen 10 bzw. 7.
Insoweit ist das erläuterte System den bekannten Systemen ähnlich. Es leidet unter dem Nachteil, dass ein Sprecher an dem einen Ende der Linie 3 nicht antworten kann, ehe der Sprecher, dem er zugehört hat, eine Zeitspanne hindurch geschwiegen hat, die länger als die Nachwirkezeit ist.
Zur Überwindung dieser Schwierigkeit sind die sprachbetätigten Vorrichtungen mit Steuer- wegen 19 und 14 versehen. Wenn Sprechströme auf einem dieser Wege eine der sprachbetätigten Vorrichtungen erreichen, so besteht die Wirkung solcher Sprechströme darin, dass sie augenblicklich die betreffende Vorrichtung in ihren Normalzustand zurückversetzen. Wenn also beispielsweise die Vorrichtung 10 zur Freigabe des Netzwerkes 8 betätigt worden ist und Sprechströme die Vorrichtung 10 über den Weg 19 erreichen, so wird die Vorrichtung 10 augenblicklich auf ihren normalen Betriebszustand zurückgebracht, also das Netzwerk 8 gesperrt und das Netzwerk 16 freigegeben.
Daraus ergibt sich, dass Antwortsprechströme durch Zurückbringen des Systems auf seinen normalen Ruhezustand entweder den Weg 13 oder den Weg 18 freimachen und daher eine der sprachbetätigten Vorrichtungen zur Freigabe des Antwortweges veranlassen können. Daher können Antwortsprechströme sehr rasch eindringen, ohne auf eine Pause im Gespräch des ersten Sprechers warten zu müssen.
In dieser Beziehung weicht das System nicht wesentlich von einem solchen ab, dem die Netzwerke 16 und 21 fehlen, so dass Wege 13 und 18 ständig freigegeben, also der erwähnte Nachteil noch immer vorhanden ist. Allein diese Anordnung ist unbefriedigend, weil die Echozeichenströme, die grösser als die sie hervorrufenden Zeichenströme sein können, eine falsche Betätigung verursachen können. Um dies zu verhindern, sind weitere Wege 20 und 15 vorgesehen. Zeichenströme im Weg 20 stellen sich der Wirkung von Zeichenströmen im Wege 19 auf die Vorrichtung 10 entgegen, so dass die letzteren Zeichenströme die Vorrichtung 10 nur dann erreichen können, wenn die Zeichenströme im Weg 20 schwach sind.
In gleicher Weise können Zeichenströme im Weg 14 nur dann zur Vorrichtung 7 gelangen, wenn die Zeichenströme im Weg 15 schwach sind. Daher können Antwortzeichenströme nur während einer lautschwachen Silbe oder während einer Pause im Gespräch des ersten Sprechers eindringen.
Weiters ist es wünschenswert, dass während einer schwachen Silbe oder einer Pause im Gespräch des ersten Sprechers auch schwache Antwortzeichenströme zum Eindringen fähig sein können. Nun können solche schwache Zeichenströme auch viel schwächer sein als die Echozeichenströme und es ist wesentlich, dass Echozeichenströme nicht fähig sein dürfen, fälschlicherweise einzudringen. So kann ein z. B. dem Weg 20 zugeleiteter Zeichenstrom stark genug sein, um in diesem Augenblick das Eindringen zu verhindern, aber zu der Zeit, wo das Echo jenes Zeichens den Weg 19 erreicht hat, kann vielleicht im Weg 20 überhaupt kein Zeichenstrom vorliegen, in welchem Falle der Echozeichenstrom augenblicklich eindringen wird.
Um das zu vermeiden, wird die Wirkung eines Zeichenstromes im Weg 20 bzw. im Weg 15 eine Zeitspanne aufrechterhalten, die gerade lang genug ist, damit das Echo jenes Zeichens den Weg 19 bzw. den Weg 14 erreichen kann.
Die Einrichtung nach Fig. 1 ist in grösserer Ausführlichkeit in Fig. 2 dargestellt. Wie in Fig. 2 zu sehen, besteht jedes Dämpfungsnetzwerk aus einer Anzahl von Trockenplattengleichrichtern, die in Seren-oder Nebenschlusszweigen oder serienparallel angeordnet sind. Die Dämpfung eines jeden Netzwerkes wird mittels die Gleichrichter durchfliessenden Gleichstromes gesteuert, der dieser Art die Wechselstromimpedanz der Gleichrichter bestimmt.
Dämpfungsnetzwerke dieser Art sind im britischen Patent Nr. 413383 beschrieben. Es genügt daher, für die Erläuterung des vorliegenden Falles zu erwähnen, dass die Dämpfung eines jeden Netzwerkes durch den Steuergleichstrom geändert wird, der die Gleichrichter in einer solchen Richtung durchfliesst, dass die Dämpfung des Netzwerkes durch Änderung des Steuerstromwertes verändert wird, und es wird noch erwähnt, dass unter gewissen kritischen Umständen eine geringe Änderung des Steuerstromwertes eine Änderung der Dämpfung in weiten Grenzen verursachen wird. Das Mikrophon ist an die Leiter 40 und der Lautsprecher an die Leiter 41 angeschlossen.
Das Dämpfungsnetzwerk 16 ist in Fig. 2 durch
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zwei in Reihe liegende Netzwerke dargestellt ; die kombinierten Netzwerke haben ein Paar Steuerklemmen 23, 24, an die der Steuergleichstrom angelegt wird. In gleicher Weise wird das Dämpfungsnetzwerk 21 in Fig. 2 durch zwei in Reihe liegende Netzwerke dargestellt ; die kombinierten Netzwerke haben eine Paar Steuerklemmen 25,26. Das Netzwerk 8 besitzt ein Paar Steuerklemmen 27, 28, das Netzwerk 11 ein Paar Steuerklemmen 29,30.
Um die Versorgung der verschiedenen Netzwerke mit Steuerstrom besser verfolgen zu können, wird auf Fig. 4 im Zusammenhang mit Fig. 2 verwiesen. Fig. 4 zeigt genau dieselbe Anordnung wie Fig. 2, jedoch unter möglichst weitgehender Unterdrückung aller Einzelheiten, die Netzwerke sind bloss durch Viereck dargestellt und gewisse für die Erläuterung der Steuerstromkreise unnötige Einrichtungen gar nicht angedeutet.
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steuern die Dämpfung der Netzwerke mittels einer Brückenanordnung, wobei die Röhren 7 und 10 zwei komplementäre Zweige der Brücke und die Widerstände 31 und 32 die andern zwei komplementären Brückenzweige bilden. Die Anodenbatterie 33 ist diagonal über die Brücke angeschlossen, indem ihr positiver Pol an die Verbindungsstelle der Widerstände 31 und 32 angelegt und ihr negativer Pol mit der Erdung der Heizfadenkreise der Röhren verbunden ist.
Die Steuerkreis der Netzwerke bilden in Reihe die andere Brückendiagonale zwischen den Eckpunkten 34 und 35. Der Steuerstromweg kann vom Punkt 34 über die Klemmen 25,26, 27, 28, 30, 29, 24, 23 zum Punkt 35 verfolgt werden.
Die Drosselspule 36 (Fig. 2) dient zur Herabminderung der Wechselstromwelligkeit im Steuerkreis. Im Ruhezustand wird die Brücke durch Einregelung des Widerstandes 32 ausgeglichen, so dass die Punkte 34 und 35 dasselbe Potential besitzen. Die Dämpfung der Netzwerke im Ruhezustand wird mittels an die Steuerkreise angelegten Vorspannungsstromes auf die gewünschten Werte eingeregelt (Fig. 2 und 4). Die Klemmen 26 und 27 sind über einen Widerstand 37 und die Klemmen 24 und 29 über einen Widerstand 38 mit der Erde verbunden ; die Klemmen 28 und 30 sind über einen Widerstand 39 an den positiven Pol der Batterie 33 angeschlossen. Dieser Art fliesst im Ruhezustand Vorspannungsstrom durch die Steuerkreis der Netzwerke 16 und 21 in einer solchen Richtung, dass diese Netzwerke eine geringe Dämpfung haben und als freigegeben betrachtet werden können.
Gleichzeitig fliesst Vorspannungsstrom durch die Steuerkreis der Netzwerke 8 und 11 in einer solchen Richtung, dass diese Netzwerke eine hohe Dämpfung haben und als gesperrt erachtet werden können.
Veränderungen der Dämpfung der Netzwerke werden durch Störung des Brückengleichgewichtes bewirkt, so dass der Steuerstrom zwischen den Punkten 34 und 35 in der einen oder andern Richtung fliesst. Dieser Strom kann für die Erläuterung als ein von den Vorspannungsstromen vollständig getrennter Strom betrachtet werden, da die Vorspannungsströme im wesentlichen stationär sind und einen verhältnismässig kleinen Wert im Vergleich mit dem Steuerstrom haben, der ihm überlagert ist.
Wenn das Brückengleichgewicht derart gestört ist, dass Steuerstrom vom Punkt 34 zum Punkt 35 fliesst, dann fliesst der Steuerstrom in den Netzwerken 21 und 11 in der gleichen Richtung wie der Vorspannungsstrom, so dass diese Netzwerke freigegeben bzw. gesperrt bleiben, der Steuerstrom in den Netzwerken 8 und 16 jedoch in der Gegenrichtung zum Vorspannungsstrom fliesst und dieser Art aufeinanderfolgend das Netzwerk 16 sperrt und das Netzwerk 8 freigibt. Es ist wichtig, dass das Netzwerk 16 gesperrt werden muss, ehe das Netzwerk 8 freigegeben wird.
Andererweise wäre es im Falle eines Überganges von einer Richtung zur andern möglich, dass das Dämpfungsnetzwerk 8 durchlaufende Sprechströme infolge von Echo oder der Wirkungen mangelnden Ausgleiches in die Lage kommt, die Rückwirkung durch das Netzwerk 16 zu verursachen, was die Tätigkeit des Verstärkers 7 unterbrechen und einen Zustand schaffen würde, durch den das übertragene Gespräch infolge des wieder gesperrten Netzwerkes 8 intermittierend unterbrochen würde. Das Vorhandensein der verschiedenen Vorspannungsströme gibt Gewähr, dass die Umschaltung in der richtigen Aufeinanderfolge stattfindet.
Infolge der Anwesenheit von Kondensator und Induktanz im Steuerstrombrückenkreis findet die Umschaltung nicht augenblicklich statt, und der Umstand, dass die Vorspannungsströme der beiden Netzwerke 8 und 16 relativ in verschiedenen Richtungen fliessen und auch im Wert voneinander möglichst verschieden sind, gewährleistet, dass das Netzwerk 16 vor der Freigabe des Netzwerkes 8 abgesperrt wird. Mit andern Worten, der kritische Zustand, unter dem die Umschaltung von hoher auf niedrige Dämpfung und umgekehrt stattfindet, wird zuerst im Netzwerk 16 und darauffolgend im Netzwerk 8 erreicht.
Die Anwesenheit von Induktanz oder Kondensatoren in den Kreisen sichert das Erreichen des kritischen Zustandes in den verschiedenen Netzwerken zu verschiedenen Zeitpunkten und gewährleistet auch, dass bei kleiner Änderung in der Steuerspannung für beide Netzwerke die Neigung vorhanden wäre, eher so ziemlich zu gleicher Zeit gesperrt als freigegeben zu werden ; der letztere Zustand aber würde, wie eingangs erwähnt, nicht im Einklang mit der richtigen Betätigung des Systems stehen.
Selbstverständlich ist die Steuerung nicht auf einen Brückenkreis beschränkt, sondern sie ist auch auf irgendeine andere Anordnung anwendbar, bei der eine Anzahl von Netzwerken gemeinsam gesteuert wird, d. h. durch dieselbe Steuerspannung oder denselben Steuerstrom, und bei der die Vorspannungsströme oder Potentiale der verschiedenen Netzwerke sich ändern.
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Wenn das Brückengleichgewicht so gestört ist, dass der Steuerstrom vom Punkt 35 zum Punkt 34 fliesst, dann fliesst in den Netzwerken 16 und 8 der Steuerstrom in derselben Richtung wie der Vorspannungstrom, so dass die Netzwerke 16 und 8 freigegeben bzw. gesperrt bleiben, der Steuerstrom in den Netzwerken 11 und 21 jedoch entgegen dem Vorspannungsstrom fliesst und dieser Art in der erwähnten Aufeinanderfolge das Netzwerk 21 sperrt und das Netzwerk 11 freigibt. Der Wert des Widerstandes 39 gewährleistet wiederum, dass die Vorspannungsströme derartige sind, dass das Netzwerk 11 gesperrt wird, ehe das Netzwerk 21 freigegeben wird.
Jene Störung des Brückengleichgewichtes, bei der Steuerstrom vom Punkt 34 zum Punkt 35 fliesst, wird durch Betätigung der sprachbetätigten Vorrichtung 10 bewirkt. Die Vorrichtung 10 wird durch Herabsetzung der negativen Gittervorspannung der Röhre betätigt, wodurch der Mittelwert des Anodenstroms wächst und dadurch das Potential des Punktes 35 gegenüber jenem des Punktes 34 sich senkt.
Die negative Gittervorspannung wird durch dem Haupteingangskreis 18 zugeführte Zeichenströme herabgesetzt. Diese Zeichenströme gehen durch das Netzwerk 21, werden von den Gleichrichtern 22 gleichgerichtet und einem Kondensatorpaar 42 zugeführt, um dieses entgegen den Gittervorspannungsbatterien 43 aufzuladen. Wenn Zeichenströme aus dem Haupteingangskreis 18 entfernt werden, fliesst die Ladung der Kondensatoren 42 über den Widerstand 44 ab, so dass die Gittervorspannung der Vorrichtung 10 auf jene ihres Ruhezutandes zurückgeht, wobei der Wert des Widerstandes 44 so gewählt ist, dass sich die notwendige Nachwirkezeit ergibt, die gewährleistet, dass zwischen Silben kein Übergang von der einen Verkehrseinrichtung auf die andere stattfinden wird.
Nebst dem Entladungswiderstand 44 sind die Kondensatoren 42 mit einem zweiten Entladungskreis versehen, in dem ein Gleichrichter 45 und eine der Stromquellen 43 liegen. Der Gleichrichter 45 ist so angeordnet, dass sich die Kondensatoren 42 über ihn entladen können. Diese Entladung wird jedoch normalerweise infolge der durch die Batterie 43 geschaffenen Spannung verhindert, so dass dieser zweite Entladungskreis normal als gesperrt angesehen werden kann.
Wenn jedoch Wechselströme dem Weg 19 (in Fig. 2 als Übertrager dargestellt) zugeführt werden, so wirken diese Ströme während der alternierenden Halbwellen der von der Batterie 43 gegebenen Spannung entgegen. Überschreitet die Amplitude des Zeichenstromes diese Spannung, so ist der zweite Entladungskreis seiner Wirkung nach so vervollständigt, dass die Kondensatoren 42 sich ohne jede Verzögerung über den Gleichrichter 45 rasch entladen. Die dem Weg 19 zugeführten Zeichenströme werden also vorerst verstärkt, so dass auch schwache Antwortzeichenströme eine genügend grosse Amplitude haben werden, um den Kondensator 42 zu entladen.
Es bedarf noch der Erwähnung der Kondensatoren 47 und des Widerstandes 48. Dieser Widerstand liegt ebenfalls in dem vorerwähnten zweiten Entladungskreis und dient zur Erzeugung einer zusätzlichen Spannung zu jener der Batterie 43. Zeichenströme im Weg 20 werden durch Gleichrichter 46 gleichgerichtet und laden die Kondensatoren 47 in einer Richtung auf, die zur Unterstützung der von der Batterie 43 erzeugten Spannung dient. Infolgedessen müssen die Zeichenströme, ehe sie im Wege 19 die Entladung der Kondenastoren 42 bewirken können, die zusätzliche Spannung überwinden, die von irgendeiner Ladung des Kondensators 47 vorliegt. Diese Ladung reicht normal aus, um die Entladung der Kondensatoren 42 über den erwähnten zweiten Entladungskreis zu verhindern, ausgenommen während schwacher Zeichenströme im Weg 20.
Auf diese Weise ist das Eindringen verhindert, ausgenommen während einer lautschwachen Silbe oder einer Pause im Sprechen des ersten Sprechers. Der Widerstand 48 dient zur Entladung der Kondensatoren 47. Dieser Widerstand ist derart bemessen, dass die vom Kodensator 47 zur Entladung benötigte Zeitspanne nur sehr wenig grösser ist als die Zeitspanne, die ein Zeichen braucht, um vom Eingangskreis des Weges 20 durch den Hauptkreis zum Weg 19 zu gelangen.
Diese Zeitspanne braucht nur einige wenige Tausendstel Sekunden sein und ist erheblich geringer als die durch den Widerstand 44 gegebene Nachwirkezeit der Kondensatoren 42. Daraus ergibt sich, dass obwohl sehr schwache Antwortzeichenströme während einer lautschwachen Silbe oder Pause im Sprechen des ersten Sprechers einzudringen vermöchten, die Ladung der Kondensatoren 47 eine Zeitlang aufrechterhalten bleibt, die ausreicht, um Echozeichenströme am Eindringen zu hindern.
Die Aufhebung des Brückengleichgewichtes, so dass der Steuerstrom vom Punkt 35 zum Punkt 34 fliesst, wird durch die Betätigung der sprachbetätigten Vorrichtung 7 bewirkt. Die Vorgänge ergeben sich in gleichartiger Weise wie bei der Betätigung der Vorrichtung 10. Dem Weg 13 zugeführte Zeichenströme werden von den Gleichrichtern 17 gleichgerichtet, so dass das Kondensatorenpaar 49 im Gegensatz zu den Gittervorspannungsbatterien 50 aufgeladen wird. Die Kondensatoren 49 sind mit einem Entladungswiderstand 60 ausgestattet, der die Nachwirkezeit bestimmt. Es ist noch ein zweiter Entladungskreis vorgesehen, in dem ein Gleichrichter 51 und eine Batterie 50 liegen, und Zeichenströme im Wege 14 müssen die Batteriespannung überwinden, um einzudringen.
Eine zusätzliche Spannung wird von den Kondensatoren 53 gegeben, die von Zeichenströmen im Wege 15 aufgeladen werden, nachdem diese von den Gleichrichtern 52 gleichgerichtet worden sind.
Die Anwendung der Erfindung auf ein Zweidrahtverstärkersystem ist schematisch in Fig. 3 veranschaulich. Nach den vorangegangenen Erörterungen reicht diese von Einzelheiten freie Darstellung aus. Die den vorangehenden Erläuterungen entsprechenden Teile sind in gleicher Weise bezeichnet. Die Leitung 3 ist mit den"Hinsprech"-und"Antwort"stromwegen durch den Ausgleichsübertrager 4
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gekoppelt. Der Hinsprechstromweg enthält einen ausgeglichenen Vierdrahtverstärker 53, ein normalerweise gesperrtes Dämpfungsnetzwerk 8 und einen Übertragungsverstärker 54. Der Antwortstromweg besteht aus einem ausgeglichenen Vierdrahtverstärker 55, einem normalerweise gesperrten Dämpfungs- netzwerk 11 und einem Übertragungsverstärker 56.
Die Dämpfung der Netzwerke wird in gleicher Weise wie bei den vorangehend erläuterten Kreisen gesteuert. Im vorliegenden Falle dienen jedoch die sprachbetätigten Vorrichtungen 7 und 10, obwohl sie verstärken können, nicht dem zusätzlichen Zwecke von Übertragungsverstärkern ; die Zeichenübertragungswege und die Steuerstromwege sind voneinander völlig gesondert.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht nur auf die erläuternden Ausführungsformen beschränkt, da in den Einzelheiten der Stromkreise Abweichungen vornehmbar sind, ohne vom Wesen der Erfindung abzugehen. Beispielsweise ist die Erfindung nicht auf Zweidrahtübertragungskreise beschränkt, da sie auch auf andere Übertragungskreise, z. B. auf zwei Einleiterkreise, Anwendung finden kann, die nicht übereinandergreifen dürfen.
Ein Beispiel für die Anwendung der Erfindung auf Hinspreehkreise oder auf zwei Einleiterkreise ist der Fall einer Dreiteilnehmerbesprechung mit zwei voneinander getrennten Teilnehmern an dem einen Leitungsende und einem Teilnehmer am andern Leitungsende, in welchem Falle die Dämpfungsnetzwerke so angeordnet und gesteuert würden, dass sie eine Gewähr dafür bieten, dass zwei Teilnehmer am gleiehen Leitungsende nicht gleichzeitig die Steuerung der Leitung übernehmen können. Mit andern Worten, wenn ein Teilnehmer spricht, müsste die Wirkung derart sein, dass die Leitung für den andern Teilnehmer nicht zugänglich ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Fernsprechsystem mit mindestens zwei, niemals gleichzeitig freigegebenen Übertragungswegen und einer sprachbetätigten Vorrichtung, die einen der Wege für die Sprechübertragung in ihm freigibt und ihn beim Aufhören des Gespräches wieder sperrt, wobei die Sperrung bei Abwesenheit eines Gespräches auf dem andern Weg um eine Nachwirkezeit von längerer Dauer als zwischen Wörtern und Silben auftretende Pausen hinausgeschoben wird, dadurch gekennzeichnet, dass die sprachbetätigte Vorrichtung mit dem Eingangskreis des zweiten Weges verbunden ist, so dass von diesem während der Gesprächs- übertragung auf dem ersten Wege abgezweigte Zeichenströme die sprachbetätigte Vorrichtung zur positiven Sperrung des ersten Weges ohne eine mit der auf lautschwache Silben abgestimmten Nachwirkezeit in Beziehung stehende Verzögerung veranlassen,
wodurch ein rasches Eindringen von Sprechströmen in. den zweiten Weg erzielt ist.