AT146701B - Verfahren zur Herstellung eines zur Bekämpfung von Tuberkulose und anderen Krankheitserscheinungen geeigneten Heilmittels aus einer Aufschwemmung von Spirochäten in physiologischer Salzlösung. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines zur Bekämpfung von Tuberkulose und anderen Krankheitserscheinungen geeigneten Heilmittels aus einer Aufschwemmung von Spirochäten in physiologischer Salzlösung.

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AT146701B
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 scheinungen geeigneten Heilmittels aus einer Aufschwemmung von   Spirochäten   in physiologischer
Salzlösung. 



   Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Heilmitteln, die zur Bekämpfung von Tuberkulose, chronischen Eiterungen, bestimmten Geschwülsten usw. dienen. 



   Die Erfindung beruht auf der Beobachtung, dass der Syphiliserreger, die Spirochäte, einen Bestandteil enthält, der die bekannten luetischen Krankheitserscheinungen erzeugt, daneben aber eine zweite Komponente, welche Gewebswucherungen hervorruft. Diese Wucherungen treten z. B. in der Verhärtung der Ränder des Geschwüres bei der primären Lues in Erscheinung. 



   Nun gibt es bekanntlich zwei klinische Verlaufsformen der Tuberkulose. Bei der bösartigen schreitet der Prozess unbehindert immer weiter fort. Bei der gutartigen kapselt der Bindegewebsapparat die Tuberkel ab. Diese Abkapselungsneigung ist bei alten Luetikern in verstärktem Masse vorhanden. 



   Die Erfindung besteht nun darin, dass die zweite Komponente der Spirochäte, welche die Verkapselung fördert, unter Abtötung der Syphiliserreger isoliert wird. Dies geschieht erfindungsgemäss in der Weise, dass die verflüssigten Anteile einer auf bekannten festen Organnährböden gewachsenen Spirochätenkultur abgetrennt und mit physiologischer Salzlösung zentrifugiert werden, worauf das Sediment nach einmaligem Auswaschen in Salzlösung suspendiert und schliesslich durch Erhitzen auf etwa 100  C sterilisiert wird. 



   Ein auch für die Massenherstellung geeignetes Ausführungsbeispiel des Verfahrens nach der Erfindung ist folgendes :
Vier-bis fünftägige Reinkulturen der auf dem üblichen Nährboden gezüchteten Spirochaeta pallida werden unter sterilen Kautelen mitsamt dem Nährboden in der etwa zehnfachen Menge   0'85% iger Koch-   salzlösung durch Rühren mit dem Glasstab suspendiert. Diese Aufschwemmung wird durch vorher sterilisierte Metallfilter zwecks Klärung mehrere Male filtriert. Man wählt bei der ersten Filtration weitmaschige Filter, bei jeder folgenden immer engmaschigere. Das schliesslich erhaltene getrübte Filtrat wird durch eine Watte-und Mullschicht filtriert. Man erhält ein ziemlich klares Filtrat. Dieses wird jetzt in einer Zentrifuge bei 3000-4000 Umdrehungen eineinhalb Stunden zentrifugiert. Die obenstehende Flüssigkeit wird dann abgegossen.

   Das Sediment wird einmal mit   0'85% iger Kochsalzlösung   gewaschen und nach dem Zentrifugieren in physiologischer Kochsalzlösung so aufgeschwemmt, dass in 1   cm3   etwa 80 Millionen Spirochäten vorhanden sind. Die Lösung wird darauf im Dampftopf, bei einer Temperatur von etwa 105  C, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je eine Stunde lang erhitzt. 



  Nach Prüfung auf Sterilität wird die Vaccine in Ampullen gefüllt. Den allgemeinen Vorschriften entsprechend können   0-5%   Phenol zugesetzt werden. 



   Das auf diesem Wege gewonnene Heilmittel wird dem erkrankten Organismus vorzugsweise in flüssiger Form einverleibt und bringt Tuberkulose und ähnliche Krankheitserscheinungen zum Abheilen, ohne dass dabei schädliche Nebenwirkungen auftreten. Vorzugsweise wird das Heilmittel subkutan gegeben. 



   Es ist allerdings bereits mehrfach vorgeschlagen worden, aus Spirochätenkulturen spezifische Heilmittel gegen Syphilis herzustellen. Bei diesen Verfahren ist es wesentlich, dass das fertige Präparat noch aktive Syphiliserreger enthält, da das Heilverfahren darauf beruht, im Körper des Patienten die Gegengifterreger zu erzeugen. Daher muss die Abtötung der Spirochäten hiebei in mildester Form unter 

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 den günstigsten Lebensbedingungen erfolgen. Es ist auch bekannt, zu verschiedenen therapeutischen Zwecken aus Bakterienkulturen, z. B. Streptokokken, Heilmittel in der Weise herzustellen, dass die Kulturen auf   600 erhitzt,   abgetötet und sterilisiert werden, worauf die Bakterienmasse zentrifugiert und derart verteilt wird, dass in jedem Kubikzentimeter   0'02-0'03 cm3   des Bakterienzusatzes enthalten sind.

   Von diesen bekannten Verfahren unterscheidet sich der Erfindungsgegenstand, abgesehen von den verschiedenen Zwecken und der neuen Wirkungsweise, wesentlich dadurch, dass die einzelnen Verfahrensstufen in einer andern Reihenfolge   durchgeführt   werden und die Abtötungstemperatur erheblich abweicht. 



  Auch ist die Konzentration der Keime in einer ganz andern Grössenordnung als bei den bekannten Verfahren. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines   zur Bekämpfung   von Tuberkulose und andern Krankheitserscheinungen geeigneten Heilmittels aus einer Aufschwemmung von Spirochäten in physiologischer Salzlösung, dadurch gekennzeichnet, dass die verflüssigten Anteile einer auf bekannten festen Nährböden gewachsenen Spirochätenkultur abgetrennt und mit physiologischer Salzlösung zentrifugiert werden, worauf das abgeschiedene Sediment nach einmaligem Auswaschen in physiologischer Salzlösung suspendiert und schliesslich durch Erhitzen auf etwa 100   C sterilisiert wird, um die die Verkapselung fördernde Komponente nach Abtötung der Syphiliserreger zu isolieren.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration der Spirochäten in der Heilflüssigkeit vor der Sterilisation etwa 80 Millionen/cm3 beträgt.
AT146701D 1932-04-20 1933-04-11 Verfahren zur Herstellung eines zur Bekämpfung von Tuberkulose und anderen Krankheitserscheinungen geeigneten Heilmittels aus einer Aufschwemmung von Spirochäten in physiologischer Salzlösung. AT146701B (de)

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