AT146508B - Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder.

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  Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder. 



   Die als Kunstleder bezeichneten bekannten Ersatzstoffe für Leder können nur für solche Zwecke Verwendung finden, bei denen die Beanspruchung verhältnismässig gering ist, wie bei Leder-und Wachstuch, Pegamoid und Buchbinderleinen ; dagegen ist es bisher nicht gelungen, ein künstliches Erzeugnis herzustellen, das den starken Beanspruchungen gewachsen ist, denen z. B. Schuhsohlenleder, Geschirrleder und Maschinenriemenleder ausgesetzt sind. 



   Es wurde nun die ausserordentlich wertvolle Beobachtung gemacht, dass man ein dem natürlichen Leder hinsichtlich Zerreissfestigkeit, Abnutzung, Falzbarkeit, geringer Dehnung, Formbeständigkeit, Wärme-und Kältebeständigkeit sogar überlegenes künstliches Leder erhält, wenn man dünne Folien aus Polymerisationsprodukten ungesättigter organischer Verbindungen und Gewebe abwechselnd aufeinanderschichtet und dann in der Wärme zu Platten der gewünschten Dicke verpresst. 



   Von den Polymerisationsprodukten ungesättigter organischer Verbindungen sind insbesondere solche auf Basis von Polyvinylchlorid geeignet, wie Polyvinylchlorid selbst, nachehloriertes Polyvinylchlorid, Mischpolymerisate aus Vinylchlorid und andern polymerisierbaren organischen Verbindungen, wie Vinylacetat oder Acrylverbindungen, z. B. Acrylsäureester oder   Methacrylsäureester,   Acrylnitril ; auch hochpolymere, sehr viskoses und zähes Polyvinylacetat eignet sich als solches zur Herstellung des neuen Leders. 



   Vorzugsweise werden den Polymerisationsprodukten Weichhaltungsmittel und Gleitmittel beigesetzt. Als Beispiele für die Weichhaltungsmittel seien genannt hochsiedende Ester, z. B. neutrale Phtalsäureester, wie Dibutylphthalat oder Phosphorsäureester, z. B. Trikresylphosphat oder Triamylphosphat ; als Gleitmittel, die die Geschmeidigkeit der Folien erhöhen und deren Klebrigwerden auch in der Wärme verhindern, kommen z. B. in Betracht : Wachse, Stearinsäure, Stearate, Stearylalkohol, Oleylalkohol, Wollfettalkohol und Talkum. Selbstverständlich können die Polymerisatfolien in beliebiger Weise gefärbt werden. 



   Die Dicke der angewandten Folien liegt zwischen etwa   O'l   bis 0-3 mm. Man erhält solche Folien durch Auswalzen des Polymerisationsproduktes zu dünnen Walzhäuten zwischen erwärmten Walzen oder durch Abschneiden von einem aus dem Polymerisationsprodukt gepressten Block oder auch durch unmittelbares Verpressen des Produktes zwischen warmen Blechen. 



   Als Gewebeeinlage kann man beliebiges Material verwenden ; am besten eignen sich ziemlich dünne, aber feste Gewebe, z. B. Kunstseidegewebe oder Baumwollgewebe. Um ein Schuhsohlenleder   üblicher Dicke   zu erhalten, werden etwa 20 bis 25 dieser Gewebeeinlagen zwischen ebenso viele Polymerisatfolien eingelegt. Beim Heisspressen dringen die Polymerisatfolien in die Maschen der dazwischenliegenden   Gewebeschichten   ein, und es entsteht so ein vollkommen einheitliches Gebilde. 



   Man kann eine dünne Folie aus den Polymerisationsprodukten auch dadurch erhalten, dass man auf die   Gewebeschiehten   wässerige Dispersionen der Polymerisate, eventuell nach gleichmässiger Durchmischung mit Weichmachungsmitteln, aufträgt und das Wasser verdampft. Die hiebei erhaltenen aus Gewebeschicht und Polymerisatfolie bestehenden Doppelschichten werden dann in der erforderlichen Zahl, wie oben beschrieben, aufeinandergelegt und durch Heisspressen zum Leder verschweisst. 

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   Das auf diese neue Weise erhaltene Leder ist auch den stärksten Beanspruchungen, denen z. B. 



  Sohlleder,   Treibriemen-und Geschirrleder   ausgesetzt wird, gewachsen. Wird dieses Leder zur Herstellung von Sohlen verwandt, so zeigt es sich, dass die innige Durchdringung von Polymerisationsprodukt und 
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 sich die mit Weichhaltungsmitteln versetzten Polymerisationsprodukte befinden, auch in der warmen Jahreszeit eine Verformung des Sohlleders deshalb nicht eintritt, weil während der Abnutzung der Sohlen immer wieder Gewebeteile mit an die   Sohlenoberfläche   gelangen, die dem Polymerisationsprodukt einen festen Halt geben ; ausserdem wird aber durch die grosse Zahl der in das Leder eingebetteten unversehrten Gewebeschiehten   eine sehr grosse Zerreissfestigkeit,   geringe Dehnbarkeit und eine äusserst grosse Widerstandsfähigkeit gegen   Dauerdurchbiegung   erzielt.

   Hiedurch unterscheidet sich das neue Leder von ähnlichen Massen, die aus Polymerisationsprodukten und erheblichen Mengen an Füllstoffen, auch solchen 
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 oder mit solchen Geweben durchsetzt sind. Kunstleder der letzteren Art eignet sich wohl zum Bekleiden von Stühlen, Sesseln, Wänden oder zur Herstellung von Taschen und ähnlichen Dingen, doch kommt es im Gegensatz zu dem nach der vorliegenden Erfindung erhaltenen Material nicht als Sohlenleder, Treibriemen-und Geschirrleder in Betracht. Bei der Verwendung des neuen Leders als Treibriemen bewirkt die grosse Zahl der in dem Leder vorhandenen Gewebeschichten, dass die hier besonders gefürchtete Längung der Riemen völlig unterbleibt. 



   Wesentlich ist also für das neue Leder die Schichtung vieler dünner Folien aus Polymerisationsprodukten ungesättigter organischer Verbindungen mit einer entsprechenden Zahl dünner Gewebeschichten. Nur auf diese Weise erzielt man eine sehr hohe Zerreissfestigkeit, eine geringe Dehnbarkeit, die nicht grösser ist als die von Naturleder gleicher Stärke, und hohe Falzzahlen, die denen von Leder entsprechen, ja sie sogar noch übertreffen. Werden dagegen Platten von gleicher Dicke aus dickeren Schichten von   Polymerisationsprodukten'unter Zwischenschaltung   von einer oder nur wenigen Gewebeschichten hergestellt, so erhält man ein Material, das zwar wegen seines grossen Gehaltes an Polymerisat ebenfalls sehr hohe Falzzahlen besitzt, dagegen eine viel geringere Zerreissfestigkeit aufweist und eine Dehnung zeigt, die weit grösser ist als die des Naturleders.

   Solches Material eignet sich wegen der Längung im Gebrauch nicht zur Herstellung von Treibriemen und kommt auch nicht als Sohlleder in Betracht, da die dickeren Polymerisatschichten in der Wärme seitlich herausquellen, wodurch die ganze Sohle ihre Form verliert. 



   Beispiel1 : Ein Sohlen- und Treibriemenleder wird beispielsweise in folgender Weise hergestellt :
65 Teile eines Mischpolymerisates aus 80% Vinylchlorid und   20%   Acrylsäuremethylester werden mit 35 Teilen Dibutylphthalat ohne Zusatz von Lösemitteln auf angewärmten Walzen zu einer zähen, weichplastischen Masse verarbeitet und dann zu dünnen Häuten von   0'1   bis   0'3   mm Dicke ausgewalzt. 



  Die Walzhaut wird dann in Stücke von geeigneter Grösse zerschnitten. Hierauf werden z. B. 15 bis 30 dieser dünnen   Walzhautstücke   abwechselnd mit einer entsprechenden Anzahl dünner kunstseidener   Gewebestücke   aufeinandergeschichtet und bei einer Temperatur von etwa 110 bis   1300 unter einem Druck   von 40 Atm. Flüssigkeitsdruck zu einer homogenen Platte verpresst. 



   Als Gleitmittel können dem Polymerisationsprodukt noch 2% Waehsalkohol zugesetzt werden. 



   Beispiel 2 : An Stelle des im Beispiel 1 angewandten Mischpolymerisates aus Vinylchlorid und   Acrylsäuremethylester   wird ein nachchloriertes Polyvinylchlorid verwendet, das im Verhältnis 70 : 30 mit Trikresylphosphat vermischt und dann wie oben weiter behandelt wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Mehrzahl dünner Folien aus Polymerisationsprodukten ungesättigter organischer Verbindungen mit
Gewebeeinlagen abwechselnd schichtet und in der Wärme    verpresst.  

Claims (1)

  1. 2. Verfahren gemäss Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass man die Polymerisatfolien auf den Gewebeeinlagen herstellt, indem man wässerige Dispersionen der Polymerisationsprodukte auf die Gewebe aufbringt und das Wasser verdampft, worauf eine Mehrzahl solcher Gewebe aufeinandergeschichtet und das Ganze in der Wärme verpresst wird.
    3. Verfahren gemäss der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass den Polymerisations- produkten Weichhaltungsmittel und gewünschtenfalls auch Gleitmittel einverleibt werden.
AT146508D 1934-12-10 1935-09-24 Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder. AT146508B (de)

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