<Desc/Clms Page number 1>
Anastigmatisches Objektiv für Photographie und Projektion.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf anastigmatische Objektive für Photographie und
Projektion, die auf jeder Seite des Blendenortes ein Paar an Luft grenzende meniskenförmige Glieder enthalten, die ihre hohlen Seiten dem Blendenort zukehren, wobei die beiden einander zugekehrten bre- chenden Flächen jedes Paares verschieden stark gekrümmt sind. Unter Blendenort sei dabei derjenige
Punkt auf der optischen Achse des Objektivs verstanden, in dessen Nähe die Hauptstrahlen der schiefen
Strahlenbündel die optische Achse schneiden und in dessen Nähe daher eine Aperturblende angebracht zu werden pflegt, falls die Begrenzung der Apertur nicht etwa bereits durch die Ränder der Fassungen besorgt wird.
Von den Objektiven der vorliegenden Art sind sowohl solche bekannt, die lediglich die genannten zwei Gliederpaare enthalten, als auch solche, die noch andere Glieder zur Verbesserung der
Korrektion besitzen. Der Abstand zwischen den Scheitelpunkte der beiden Flächen, die sich unmittelbar vor und hinter dem Blendenort befinden, ist bei diesen Objektiven bisher stets kleiner als etwa die Hälfte des arithmetischen Mittels aus den Krümmungsradien dieser beiden Flächen gemacht worden.
Die Leistungsfähigkeit dieser Art Objektive lässt sich jedoch der Erfindung zufolge bedeutend steigern, wenn der Abstand zwischen den beiden dem Blendenort benachbarten Hohlflächen gegenüber diesem Abstand bei den bekannten Objektiven dieser Art gesteigert wird, u. zw. derart, dass er grösser als vier Fünftel des arithmetischen Mittels aus den Krümmungsradien dieser beiden Hohlflächen wird. Auf diese Weise entsteht ein Objektiv, das mit grosser Lichtstärke als Weitwinkelobjektiv gebraucht werden kann, da es sich gleichzeitig sowohl sphärisch und chromatisch wie auch astigmatisch in so hervorragender - Weise korrigieren lässt wie kein bisher bekanntes Objektiv.
Der Bildwinkel lässt sich bei diesen Objektiven über 1000 steigern, wenn man den genannten Abstand grösser macht als das arithmetische Mittel der Krümmungsradien der beiden dem Blendenort benachbarten Hohlflächen selbst.
Zur Erzielung eines möglichst grossen Bildwinkels ist es zweckmässig, das Objektiv aus nur vier Linsen bestehen zu lassen, u. zw. aus je einer sammelnden und einer zerstreuenden Linse vor und hinter dem Blendenort, wobei man vorteilhafterweise die Brechungszahlen der zerstreuenden Linsen grösser als 1. 65 wählt. Dabei ist es ferner vorteilhaft, die Anordnung so zu treffen, dass die zerstreuend wirkenden Linsen dem Blendenort benachbart sind und Mittendicken haben, die kleiner als 2% der Objektivbrennweite sind.
Bildet man die Objektive symmetrisch zum Blendenort aus, so erhält man im allgemeinen von weit entfernten Objekten etwas verzeichnet Bilder, da die Verzeichnung symmetrischer Objektive im allgemeinen nur für die Wiedergabe in natürlicher Grösse von selbst behoben ist. Es ist aber gerade die hauptsächlichste Aufgabe der Photographie, weit entfernte Objekte wiederzugeben, und der Projektion, nähere Objekte in grosser Entfernung zu projizieren. Es ist auch bekannt, die Objektive für diesen Zweck dadurch verzeichnungsfrei zu gestalten, dass man sie unsymmetrisch macht. Bei den Objektiven der vorliegenden Art ist es gelungen, die Verzeichnung für den Fall unendlich ferner Objekte dadurch zu beseitigen, dass nur ein einziges Gliederpaar unsymmetrisch gemacht wird, während die Symmetrie der andern Paare erhalten bleibt.
Es ist dies insbesondere deshalb von Vorteil, weil es damit gelingt, ein innenliegendes symmetrisches Flintglaspaar, dessen Herstellung schwierig ist, anzuwenden und die Behebung der Verzeichnung durch eine Unsymmetrie der beiden sammelnden Glieder herbeizuführen.
<Desc/Clms Page number 2>
Die der Erfindung entsprechenden Objektive lassen sich auch so ausbilden, dass die Verzeichnung für jeden Abbildungsmassstab beseitigt ist, wie es z. B. für die Objektive zur Entzerrung photogrammmetrischer Aufnahmen erwünscht ist. Das gelingt dadurch, dass das Objektiv ausser den vier, ihre hohle Seite dem Blendenort zukehrenden Gliedern wenigstens eine aussenliegende Linse, deren Krümmungsradien, absolut genommen, grösser sind als die Brennweite des Objektivs, oder eine aussen liegende planparallele Platte erhält ; u. zw. gelingt dann die Hebung der Verzeichnung auch bei symmetrischem Bau des Objektivs, wobei dann ein Paar der Zusatzlinsen oder Zusatzplatten angewendet wird.
In der Zeichnung und in den untenstehenden Tafeln sind drei verschiedene, der Erfindung entsprechende Objektive angegeben.
Das erste in Fig. 1 der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiel ist ein aus vier gegen den
EMI2.1
ein Bildfeld von 1000 erstreckt. Die Abmessungen in Millimetern und die Glasarten dieses Objektiv sind folgende :
EMI2.2
<tb>
<tb> Radien <SEP> Dicken <SEP> und <SEP> Abstände <SEP> Glasarten
<tb> r1 <SEP> = <SEP> 11#25
<tb> d1 <SEP> = <SEP> 4#44 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#6201 <SEP> # <SEP> = <SEP> 60#4
<tb> r2 <SEP> = <SEP> 16#55
<tb> l1 <SEP> = <SEP> 0#02
<tb> r3 <SEP> 9-094 <SEP> dz <SEP> 0-5 <SEP> = <SEP> 1-7172 <SEP> v <SEP> = <SEP> 29.
<SEP> 5
<tb> r4 <SEP> = <SEP> 7#35
<tb> l2 <SEP> = <SEP> 12#98
<tb> r5 <SEP> = <SEP> 7#35
<tb> d3 <SEP> = <SEP> 0#5 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#7172 <SEP> # <SEP> = <SEP> 29#5
<tb> r6 <SEP> = <SEP> 9#094 <SEP> l3 <SEP> = <SEP> 0#02
<tb> r7 <SEP> = <SEP> 16#55
<tb> d4 <SEP> = <SEP> 4#44 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#6201 <SEP> # <SEP> = <SEP> 60#4
<tb> rs <SEP> = <SEP> 11#25
<tb>
Das zweite Ausführungsbeispiel (Fig. 2) hat eine Brennweite von fn = 75-7 mm und besteht ebenfalls aus vier Linsen L, L, Lg und L4. Die beiden äusseren Linsen L1 und L4 sind ungleich, während die beiden inneren, La und L3, symmetrisch zum Blendenort sind.
Die Abmessungen bei diesem Objektiv sind folgende :
EMI2.3
<tb>
<tb> Radien <SEP> Dicken <SEP> und <SEP> Abstände <SEP> Glasarten
<tb> r1 <SEP> = <SEP> 12#63
<tb> d1 <SEP> = <SEP> 4#89 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#6185 <SEP> # <SEP> = <SEP> 60#5
<tb> r2 <SEP> = <SEP> 17#70
<tb> l1 <SEP> = <SEP> 0#02
<tb> r3 <SEP> = <SEP> 10#05 <SEP> d2 <SEP> = <SEP> 0#5 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#7261 <SEP> # <SEP> = <SEP> 29. <SEP> 0
<tb> r4 <SEP> = <SEP> 8#29
<tb> l2 <SEP> = <SEP> 15#38
<tb> r5 <SEP> = <SEP> 8#29
<tb> d3 <SEP> = <SEP> 0#5 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#7261 <SEP> # <SEP> = <SEP> 29#0
<tb> r0 <SEP> = <SEP> 10.05 <SEP> l3 <SEP> = <SEP> 0#02
<tb> r''S <SEP> d4 <SEP> = <SEP> 5-07 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1-6185 <SEP> v <SEP> = <SEP> 60. <SEP> 5
<tb> rs <SEP> = <SEP> 12#93
<tb>
EMI2.4
Die Verzeichnung ist bei diesem Ausführungsbeispiel sowohl für den Abbildungsmassstab 1 :
1 als auch für den Abbildungsmassstab # : 1 bis auf einen kleinen Zwischenfehler behoben. Die Brennweite dieses Objektivs beträgt fD = 66'1 mm, und das Objektiv ist ebenfalls mit dem Öffnungsverhältnis 1 : 6-3 und dem Bildwinkel von 1000 brauchbar.
EMI2.5
<tb>
<tb>
Radien <SEP> Dicken <SEP> und <SEP> Abstände <SEP> Glasarten
<tb> r1 <SEP> = <SEP> # <SEP> d1 <SEP> = <SEP> 10#6 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#5163 <SEP> # <SEP> = <SEP> 64-0
<tb> r2 <SEP> = <SEP> #
<tb> l1 <SEP> = <SEP> 0#5
<tb> r3 <SEP> = <SEP> 11#25
<tb> d2 <SEP> = <SEP> 4#46 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#6201 <SEP> # <SEP> = <SEP> 60#4
<tb> r4 <SEP> = <SEP> 16#84
<tb> l2 <SEP> = <SEP> 0#02
<tb> r5 <SEP> = <SEP> 9#1886
<tb> d3 <SEP> = <SEP> 0#5 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#7172 <SEP> # <SEP> = <SEP> 29#5
<tb> ra <SEP> 7 <SEP> S <SEP> l3 <SEP> = <SEP> -974
<tb> 77 <SEP> d4 <SEP> = <SEP> 0#5 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#7172 <SEP> # <SEP> = <SEP> 29. <SEP> 5
<tb> r3 <SEP> = <SEP> 9#1886 <SEP> l4 <SEP> = <SEP> 0#02
<tb> '""' <SEP> ds <SEP> = <SEP> 4-46 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1-6201 <SEP> y <SEP> = <SEP> 60.
<SEP> 4
<tb> r10 <SEP> = <SEP> 11#25
<tb> l5 <SEP> = <SEP> 0#5
<tb> r11 <SEP> = <SEP> #
<tb> d6 <SEP> = <SEP> 10#0 <SEP> nD <SEP> = <SEP> 1#5163 <SEP> # <SEP> = <SEP> 64#0
<tb> r12 <SEP> = <SEP> oo
<tb>
EMI2.6
zugekehrte Platte nicht benötigt und zweckmässig fortgelassen. Auch in diesem Fall bietet aber das Objektiv besondere Vorteile, da bei demselben der Zwischenfehler der Verzeichnung besonders gering ist.