AT144387B - Verfahren zur Fettbestimmung in Milch, Obers und anderen kolloidalen Flüssigkeiten. - Google Patents

Verfahren zur Fettbestimmung in Milch, Obers und anderen kolloidalen Flüssigkeiten.

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AT144387B
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Georg Ing Dr Mayrhofer
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Georg Ing Dr Mayrhofer
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  Verfahren zur Fettbestimmung in Milch, Obers und anderen kolloidalen Flüssigkeiten. 



   Die bekannten Methoden zur Bestimmung von Fett in Milch oder Rahm benötigen zu ihrer Durchführung Apparaturen wie Zentrifugen und ein auf eine bestimmte Temperatur einzustellendes Wasserbad, erfordern eine gewisse Fachkenntnis und die Anwendung der in der Manipulation gefährlichen Schwefelsäure. Da es für die Milchwirtschaft von ausserordentlicher Bedeutung ist, Fettuntersuchungen der Milch ohne besondere Vorbereitung und ohne komplizierte Hilfsmittel an Ort und Stelle vornehmen zu können und auch ohne dass besondere Fachkenntnisse der untersuchenden Person notwendig sind, hat man schon   seiHangem versucht,   die Milchfettbestimmungsmethoden zu vereinfachen.

   Aber auch die einfachste bis heute bekanntgewordene Methode (Hauptner) erfordert noch ein zweimaliges Pipettieren (der Milch und der Reaktionsflüssigkeit) sowie eine halbstündige Erwärmung in einem auf eine bestimmte Temperatur erhitzten Wasserbade. 



   Die vorliegende Erfindung stellt nun ein Verfahren zur Milchfettbestimmung dar, das ohne besondere Vorbereitungen bei einfachster Manipulation unter Ausschaltung von Zentrifuge, Wasserbad und Schwefelsäure die leichte und rasche Bestimmung des Milchfettes auch dem Nichtfachmann an jedem beliebigen Orte gestattet.

   Das Verfahren kennzeichnet sich im wesentlichen dadurch, dass das zu analysierende Milchquantum in einem Butyrometer mit wässerigem Alkohol und gegebenenfalls mit Fettlösungsmitteln sowie mit gleichzeitig zugesetzten festen Ätzalkalien und festen Säuren, deren Salze eiweisslösende Eigenschaften besitzen,   durchgeschüttelt   und in einem wärmeisolierenden Gefäss so lange (einige Minuten) stehengelassen wird, bis bei der durch die Lösungs-und Neutralisationswärme auftretenden Temperatursteigerung (40 bis zirka 60  C) eine quantitative   Abseheidung   des flüssigen Milchfettes bzw. des flüssigen   Fettlösungsgemisches   stattgefunden hat, worauf die Fettmenge in bekannter Weise abgelesen wird. 



   Erfindungsgemäss werden die für je eine Fettbestimmung erforderlichen Alkoholmengen in Kapseln aus leicht löslichem Material, z. B. aus Gelatine oder Keratin, gefüllt für die Analyse verwendet. während die festen Alkalien und die festen Säuren in der für die Analyse erforderlichen Menge tablettiert in Anwendung gelangen. 



   Für das erfindungsgemässe Verfahren benötigt man also nur ein Butyrometer, eine Pipette zum einmaligen Pipettieren des zu untersuchenden Milchquantums, einen Alkohol und gegebenenfalls ein Fettlösungsmittel sowie feste Alkalien und feste Säuren. Hat man den Alkohol und gegebenenfalls das Fettlösungsmittel in Kapseln dosiert vorbereitet und die Alkalien und Säuren in den erforderlichen Mengen tablettiert, so ist für die Bestimmungsmethode nichts anderes erforderlich, als ein bestimmtes Milchquantum in das Butyrometer zu pipettieren, worauf man die vorbereiteten Mengen von Alkohol, Ätzalkalien und Säuren einführt, das Butyrometer verschliesst und schüttelt.

   Durch die einsetzende intensive Reaktion wird, besonders bei   geeigneter Verdünnung mit Wasser   oder wasserlöslichen Alkoholen, gegebenenfalls auch unter Zusatz von Fettlösungsmitteln, durch die entstehende   Lösungs-und   Neutralisationswärme eine vollkommene Lösung der Eiweissstoffe und eine quantitative Abscheidung der Fette bzw. der Fettlösungsgemische in flüssiger Form erreicht. 



   Es ist besonders vorteilhaft, das Butyrometer in einer wärmeisolierenden Hülle stehenzulassen, um eine gute   Wärmespeicherung   im Butyrometer zu erzielen. Die aus Metall, Kunstmassen oder andern geeignetem Material bestehende Hülle weist einen Innenbelag von wärmeisolierendem Material auf und ist der Form des Butyrometers entsprechend angepasst. Das Butyrometer kann zweckmässig aus zwei Teilen bestehen, die durch   Schraub-oder Bajonettverschluss verschliessbar   sind und einen Schlitz zum 

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   Für das Verfahren der vorliegenden Erfindung lassen sich die   üblichen   Butyrometer verwenden, doch ist es zweckmässig, sie entsprechend den geänderten Reaktionsbedingungen etwas in ihrer Form und in ihren Dimensionen abzuändern. 



   Zur näheren Erläuterung der Erfindung wird das Verfahren an einigen Ausführungsbeispielen beschrieben. 



   1. Zu 11   cm3   Milch, die sich in einem zirka 20   cm3   fassenden Butyrometer befinden, werden 4   cm3   vergällter Äthylalkohol (in dem vorteilhaft fettlösliche Farbstoff gelöst sein kann), 2 g Ätzkali (oder die entsprechende Menge Ätznatron) in fester, möglichst grossflächiger Form und anschliessend ein Gemisch von 1 g Salizylsäure (bzw. deren Amidosäure) und 1 g Weinsäure gegeben. Das Butyrometer wird nun verschlossen und zirka 1 Minute geschüttelt, wobei der Inhalt der kleinen Birne sich einige Male mit dem übrigen   Flüssigkeitsquantum vermischen   muss.

   Man lässt nun das Butyrometer in einer wärmeisolierenden Hülle mit lotrecht gestellter Skala einige Minuten ruhig stehen, wobei sich infolge der inneren Reaktionswärme das gelbliche Butterfett abscheidet, das nach an sich bekannter Einstellung mit Hilfe des das Butyrometer verschliessenden Gummistöpsels in üblicher Weise abgelesen wird. Die wärmeisolierende Hülle kann auch so ausgebildet sein, dass das Butyrometer von Anfang an in der Hülle verbleiben kann. 
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 und Säuremenge, wie in Beispiel 1 angegeben, versetzt und wie oben behandelt. 



   3. Analog dem Beispiel 2, jedoch 4   cm3   vergällter Äthylalkohol und statt Petroläther   0'5 cm3     Schwefeläther.   



   4. Analog dem Beispiel 3, jedoch 2   cm3   Brennspiritus und 0'3 cm3 Methyläthylketon. 



   5. Analog dem Beispiel 1, jedoch   1'5     g   Salizylsäure (bzw. deren Amidosäure) und   1'5   g Weinsäure. 



   Bei Verwendung von in Kapseln gefüllten dosierten Mengen von Alkohol bzw. Fettlösungsmitteln ist bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung nur eine einzige Pipettierung, nämlich die des erforderlichen Milchquantums, notwendig, und es entfallen alle sonstigen Apparaturen, insbesondere Zentrifugen und Wasserbäder. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung ermöglicht daher die Durchführung der Fettbestimmung an Ort und Stelle, in jedem Bauernhof, in jeder Milchstube, in der Molkerei, im Stall, kurz überall, wo eine Fettuntersuchung der Milch vorzunehmen ist, so dass Käufer und Verkäufer der Durchführung der Probe zusehen können. Es entfällt demnach jeder zeitraubende Versand und jegliche Verweehslungsgefahr sowie auch der Verlust auf dem Transportwege, und der Milchlieferant kann das Resultat nicht mehr in Zweifel ziehen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Fettbestimmung in Milch, Obers und andern kolloidalen Flüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, dass das zu analysierende Milchquantum in einem Butyrometer mit Alkohol und gegebenenfalls mit Fettlösungsmitteln sowie mit gleichzeitig zugesetzten festen Ätzalkalien und festen Säuren, deren Salze eiweisslösende Eigenschaften besitzen, durchgeschüttelt und in einem wärmeisolierenden Gefäss so lange (einige Minuten) stehengelassen wird, bis bei der durch die innere   Lösungs- und Neutrali-   sationswärme auftretenden Temperatursteigerung   (40-70  C)   eine quantitative Abscheidung des flüssigen Milchfettes bzw. des flüssigen Fettlösungsgemisches stattgefunden hat, worauf die Fettmenge abgelesen wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Durchführung desselben die für eine Analyse erforderliche Alkoholmenge in einer Kapsel aus leicht löslichem Material (Keratin, Gelatine od. dg].) eingesehlossen zur Anwendung gelangt und die festen Alkalien und Säuren in dosierten Tabletten.
AT144387D 1935-04-17 1935-04-17 Verfahren zur Fettbestimmung in Milch, Obers und anderen kolloidalen Flüssigkeiten. AT144387B (de)

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