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Verfahren zur Herstellung biegsamer Fäden, Seite, Isolierungen elektrischer Leiter u. dgl. aus Poly- styrol oder ähnlichen Werkstoffen.
Polystyrol, ein chemisch zur Gruppe der Polyvinylverbindungen gehöriger synthetischer Stoff, ist zwar als Werkstoff für verschiedene Anwendungsgebiete und darunter auch für die elektrische Isoliertechnik schon seit langem bekannt, jedoch stellten sich seiner Verarbeitung und damit seiner praktischen Verwertung wegen seiner Sprödigkeit Schwierigkeiten entgegen. Insbesondere war es bisher nicht möglich, langgestreckte Körper, wie z. B. Fäden, Seile oder gar Isolierungen elektrischer Leiter, mit der in vielen Fällen erforderlichen Biegsamkeit daraus herzustellen. Kürzlich ist nun der Vorschlag gemacht worden, Polystyrol dadurch in einen biegsamen Zustand zu versetzen, dass es aus einer Pressvorrichtung ausgepresst und dabei einer Reckung in einer oder besser noch in mehreren Richtungen ausgesetzt wird.
Es ist auf diesem Wege tatsächlich schon die Erzeugung von Polystyrolkörpern gelungen, die in gewissem Ausmass biegsam sind.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, um langgestreckte Körper, wie Fäden, Seile, Isolierungen elektrischer Leiter u. dgl., herzustellen, deren Biegsamkeit grösser ist, als bei Körpern gleicher Abmessungen bisher erreicht werden konnte, und allen praktisch vorkommenden Anforderungen genügt. Die Erfindung hat zwar besondere Bedeutung für die Herstellung hoehbiegsamer Polystyrolkörper, kann aber auch zur Herstellung von Körpern aus andern, dem Polystyrol ähnlichen Werkstoffen, z. B. aus andern synthetischen Werkstoffen oder auch aus Zellulosederivaten u. dgl., benutzt werden.
Für die Verspinnung von Kunstseide ist nun bereits ein Verfahren bekannt, bei dem ein vielzahliges Bündel feiner Fäden oder Bänder aus einer Pressvorrichtung ausgepresst, über eine Abzugsvorrichtung zu einer Aufwiekelvorrichtung geführt und durch den relativen Umlauf der Abzugs-und Aufwickelvorrichtung gegenüber der Pressvorrichtung miteinander verseilt wird.
Dieses Verfahren wird erfindungsgemäss für die Herstellung hoehbiegsamer Fäden, Seile, Isolierungen elektrischer Leiter u. dgl. aus Polyvinylverbindungen, insbesondere Polystyrol, verwendet, u. zw. in der Weise, dass die feinen Fäden oder Bänder sämtlich einzeln ohne Trägerkörper ausgepresst werden und bei und nach der mit Hilfe eines Verseilnippels oder einer entsprechenden Vorrichtung vorgenommenen Verseilung erhalten bleiben.
Der relative Umlauf der Abzugs-und Aufwiekelvorrichtung gegenüber der Pressvorrichtung kann dadurch zustande kommen, dass die Pressvorrichtung feststeht und die Abzugs- und Aufwiekelvorrichtung um die Verseilachse umläuft. Die Anordnung kann jedoch auch umgekehrt werden, so dass die Pressvorrichtung oder wenigstens ihre Austrittsöffnungen für das vielzahlige Fadenbündel um die Verseilachse bei feststehender Abzugs-und Aufwickelvorrichtung umlaufen. In beiden Fällen ist es vorteilhaft, den Verseilnippel oder die ihm entsprechende Vorrichtung mit dem zu verseilenden Fadenbündel umlaufen zu lassen, damit auf die aus der Fadenpresse austretenden und zunächst noch hochplastischen feinen Fäden oder Bänder nur möglichst geringe Reibungskräfte ausgeübt werden.
Ferner ist es vorteilhaft, zwischen der Fadenpresse und der Verseilvorrichtung eine gemeinsam mit der Fadenpresse feststehende oder mit ihr bewegte Verteilerscheibe anzuordnen, durch die einerseits eine Führung der feinen Fäden oder Bänder und anderseits deren Verteilung in die für die Verseilung günstigste Stellung bewirkt werden kann.
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Ausserdem können aber auch die Austrittsöffnungen der Presse schon in derartiger Verteilung, also insbesondere auf einem Kreis angeordnet sein. Diese Verteilung ist insbesondere dann wichtig, falls Fäden, Seile oder Isolierungen elektrischer Leiter in mehreren Lagen feiner miteinander verseilter Fäden oder Bänder übereinander oder falls sektorförmige hochbiegsame Gebilde hergestellt werden sollen. Die durch die Verseilung bewirkte Formgebung kann noch durch Kalibriervorrichtungen od. dgl. unterstützt werden.
Das Verfahren gemäss der Erfindung hat den Vorzug, dass es die Aufbringung einer Polystyrolisolierung auf elektrische Leiter in einem Arbeitsgang mit der Herstellung bzw. Formgebung des biegsamen Isolierkörpers selbst ermöglicht. Man kann nämlich zu diesem Zweck den zu isolierenden elektischen Leiter in das Bündel der miteinander zu verseilenden Fäden oder Bänder einführen, beispielsweise dadurch, dass man den elektrischen Leiter von einer gemeinsam mit der Abzugs-und Aufwickelvorrichtung
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vorbei oder durch sie hindurchführt und mit dem Polystyrolfaden-oder-bandbündel zusammen in die Verseilvorrichtung einführt. Falls der elektrische Leiter durch die Fadenpresse, z.
B. zentral in bezug auf ihre Austrittsöffnungen, hindurchgeführt wird, empfiehlt es sich, den Leiter durch eine so weite Öffnung hindurchzuführen oder mittels einer besonderen Vorrichtung zu kühlen, dass er bei seiner Berührung mit den Polystyrolfäden völlig oder nahezu gleiche Temperatur wie diese Fäden aufweist. Jedenfalls dürfen die feinen Polystyrolfäden nachträglich nicht oder wenigstens nicht über ein gewisses Mass hinaus wieder erwärmt werden, um eine Verformung und Beeinträchtigung ihrer Biegsamkeit zu vermeiden. Man hat es bei diesem Verfahren durch die Wahl der Zahl der Fäden oder Bänder des Bündels ohne weiteres in der Hand, eine offene oder geschlossene Isolierung auf den elektrischen Leitern zu erzeugen.
Als Ausführungsbeispiel des Verfahrens gemäss der Erfindung ist in der Zeichnung die Herstellung einer einlagigen Isolierung eines elektrischen Leiters schematisch dargestellt. Aus der Fadenpresse 1, deren konstruktive Einzelheiten nicht Gegenstand der Erfindung bilden, tritt ein Bündel 2 von feinen Polystyrolfäden heraus und wird durch die Verteilerscheibe 3 mit auf einem Kreis verteilten Durchführungen zu dem Verseilnippel 4 geführt. Gleichzeitig und zwecks Erzeugung einer die Biegsamkeit begünstigenden Reckung der Isolierung vorzugsweise mit einer etwas grösseren Geschwindigkeit, als dem Austritt der Polystyrolfäden aus der Fadenpresse entspricht, wird der Kupferleiter 5 in den Verseilnippel 4 eingeführt, der von einer auf der andern Seite der Fadenpresse liegenden Vorratstrommel 6 abgezogen und durch die Fadenpresse 1 und die Verteilerscheibe 3 hindurchgeführt ist.
Das Polystyrolfadenbündel 2 und der von ihm eingeschlossene Kupferleiter 5 werden dann zusammen zu der Abzugsscheibe 7 und schliesslich zur Aufwiekeltrommel 8 weitergeführt. Der Verseilnippel 4 ist gemeinsam mit der Abzugscheibe 7 und der Aufwickeltrommel 8 in einem Joch 9 angeordnet, das um die Verseilachse des Polystyrolfadenbündels umläuft und mit der Vorratstrommel 6 des Kupferleiter 5 derart zwangläufig gekuppelt ist, dass der Kupferleiter mit gleicher Geschwindigkeit und gleichem Drehsinn wie das Joch 9 und die in ihm angeordneten Vorrichtungen umläuft. Dadurch wird eine Torsion des Kupferleiters verhindert und das Polystyrolfadenbündel allmählich und mit möglichst geringer Reibung auf den gewissermassen als Einlagekörper dienenden Kupferleiter aufgelegt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Anwendung des. für die Verspinnung von Kunstseide bekannten Verfahrens, bei dem ein vielzahliges Bündel feiner Fäden oder Bänder aus einer Pressvorrichtung ausgepresst, über eine Abzugsvorrichtung zu einer Aufwickelvorrichtung geführt und durch den relativen Umlauf der Abzugs-und Aufwickelvorrichtung gegenüber der Pressvorrichtung miteinander verseilt wird, für die Herstellung hochbiegsamer Fäden, Seile, Isolierungen elektrischer Leiter u. dgl. aus Polyvinylverbindungen, insbesondere Polystyrol, in der Weise, dass die feinen Fäden oder Bänder sämtlich einzeln ohne Trägerkörper ausgepresst werden und bei und nach der mit Hilfe eines Verseilnippels oder einer entsprechenden Vorrichtung vorgenommenen Verseilung erhalten bleiben.