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Verfahren zum Zusammenschweissen von dünnen Blechen und Folien aus Blei oder anderen leicht
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Dünne Bleche und Folien aus Blei und andern leicht schmelzbaren und schmiegsamen Metallen oder Legierungen, wie sie insbesondere für Feuchtigkeitsisolierungen und Bedachungen im Baugewerbe, ferner als Verpackungsmittel für empfindliche Waren, zur Auskleidung von Behältern aller Art, zum Wasserdichtmachen oder zum Schutze gegen Säuren verwendet werden, müssen zur Erzielung vollkommener dichter Verbindungen mechanisch verbunden werden, weil die thermische Verbindung mit grossen Schwierigkeiten verbunden ist, denn die in Betracht kommenden Metalle schmelzen zwar leicht, aber die Durchführung eines Schweissvorganges zwecks Verbindung der Folien ist nicht möglich, weil infolge der leichten Schmelzbarkeit sehr leicht Löcher oder undichte Stellen in denselben entstehen.
Es ist daher bisher bei der Herstellung von Nähten die thermische Verbindung vermieden worden.
Das erfindungsgemässe Verfahren gestattet die Herstellung sauberer und vollkommen dichter Schweissnähte selbst mit sehr dünnen Folien mit geringstem Zeitaufwand und ohne jede Gefahr der Entstehung von Löchern oder undichten Stellen. Es wird im nachfolgenden an Hand der Zeichnung beschieben. In dieser zeigt Fig. 1 in Seitenansicht und Fig. 2 in Ansicht von vorne den erfindungsgemäss verwendeten Kolben und die sonstigen Teile in ihrer Anordnung bei der Ausführung des Verfahrens. Fig. 3 zeigt im Querschnitt die durch das erfindungsgemässe Verfahren erzielte Naht im vergrösserten Massstab und Fig. 4 eine Einzelheit.
Gemäss der Erfindung werden die Bleche bzw. Folien 1 an ihren aneinanderstossenden, zu vereinigenden Kanten etwa im rechten Winkel aufgebogen und die aufgebogenen Teile 2 nebeneinandergelegt.
Dann werden die nichtaufgebogenen Teile der Bleche bzw. Folien 1 durch Streifen oder Platten 3 abgedeckt, so dass die Folien nicht überhitzt und löcherig werden können. Die Abdeckstreilen 3 können aus beliebigem, hitzebeständigem Material bestehen, am besten bestehen sie aus Eisenblech oder Asbestzement. Sie können stumpf aneinanderstossen oder zweckmässig an einer Längskante mit Falzen 4 versehen sein, in die Klammern 11 (Fig. 4) eingeschoben werden, um die ganze Vorrichtung zusammenzuhalten. Bei stumpfem Aneinanderstossen werden am besten Bügel verwendet, die in entsprechende Vorsprünge der Abdeckstreifen eingesetzt werden. Nach erfolgtem Abdecken und Zusammenspannen der Abdeckstreifen werden die aufgebogenen Teile 2 der Bleche bzw. Folien durch Überstreichen mit einem auf geeignete Temperatur erhitzten Kolben zusammengeschweisst.
Dieser Kolben besteht aus einem auf einer Stange 6 befestigten Körper 5, z. B. aus Kupfer, der mit einem Schlitz zur Aufnahme der aufgebogenen Randteile 2 versehen ist. Dieser Schlitz ist am Vorderende (im Sinne der Bewegung des Kolbens in der Pfeilrichtung) bei 9 verhältnismässig tief, so dass er die aufgebogenen Teile 2 aufnehmen kann. Gegen das andere Ende 8 zu wird der Schlitz allmählich seichter und ist an diesem Ende gut abgerundet. Beim langsamen Bewegen des Kolbens in der Pfeilriehtung entsteht eine saubere, feste und vollkommen dichte Schweissnaht 10, die in Fig. 3 im vergrösserten Massstab dargestellt ist. Der Kolben kann elektrisch oder auf andere Weise heizbar sein und auch die Form einer zweckmässig drehbaren Rolle mit einer umlaufenden Nut aufweisen.
Wie Fig. 2 zeigt, entsteht die Naht am oberen Ende der aufgebogenen Kanten, wobei es dem Ausführenden freisteht, z. B. durch kürzere oder längere Einwirkung des Kolbens mehr oder weniger von
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diesen Kanten stehenzulassen bzw. abzuschmelzen. Durch seitliches Ausstrecken der vereinigten Folien nimmt die Naht die in Fig. 3 vergrössert dargestellte Quersehnittsform an. Durch mehr oder weniger starkes Strecken ist es möglich, die aufgebogenen Kanten mehr oder weniger in die Folienebene zu bringen, so dass die zusammengesetzten Folien, insbesondere bei Vorhandensein mehrerer Nähte quer zur Streekrichtung, um verhältnismässig grosse Beträge verlängert werden können, um sie an gegebene Formen und Abmessungen der Unterlage usw. anzupassen.
Diese durch die Höhe der verbleibenden aufgebogenen Kanten regelbare Streckfähigkeit der vereinigten Folien bzw. Bleche verhindert auch eine Be- schädigung derselben bei schroffem Temperaturwechsel. Hierin sind weitere wesentliche Vorteile der Erfindung zu erblicken.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Verfahren zum Zusammenschweissen von diinnen Blechen und Folien aus Blei oder andern leicht schmelzbaren Metallen oder Legierungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Bleche bzw. Folien an ihren aneinanderstossenden, zu vereinigenden Kanten aufgebogen und die aufgebogenen Teile nebeneinander- gelegt werden, worauf die nichtaufgebogenen Teile der Bleche bzw. Folien durch Streifen oder Platten aus Blech oder anderm, hitzebeständigem Material abgedeckt und die aufgebogenen Teile durch Überstreichen mit einem geschlitzten, erhitzten Kolben verschmolzen werden.