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Verfahren zur Umgestaltung von nach aussen aufgehenden Fenstern (Türen) durch Einbau neuer, nach innen aufgehender Fenster (Türen).
Bei alten Gebäuden ergibt sich sehr oft die Notwendigkeit, schadhaft gewordene Fenster und Türen (Balkontüren, Terrassentüren u. dgl.) durch neue zu ersetzen. Insbesondere kommen hiebei Fenster und Türen (in der Folge soll nur von Fenstern gesprochen werden) älterer Konstruktion mit nach aussen aufgehenden Flügeln in Betracht, so dass bei einer Erneuerung auch gleichzeitig auf eine neuere und zweckmässigere Type, vornehmlich auf eine solche mit nach innen aufgehenden Flügeln gegriffen wird. Bisher wurden bei dem Einbau der neuen Fenster die alten Fensterstöcke vorerst aus dem Mauerwerk entfernt, worauf dann erst die neuen, zumeist hinter die äussere Mauerflucht zurückstehenden Fensterstöeke ver- setzt und eingemauert werden konnten.
Dies hat verschiedene Nachteile, wie das Aufstellen von Gerüstungen zur Wiederherstellung des in Mitleidensehaft gezogenen äusseren Mauerwerks, wie Abschlagen des Verputzes, Einstemmen der Vorköpfe, Einmauern und Wiederstellen des Verputzes, Verstärken
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dargestellt. Das Steingewände 34 ist mit abwechselnd schrägen Randschraffen gekennzeichnet. Die Beschläge sind bis auf die äusseren 13 und die inneren Bänder 11 sowie der eisernen Wetterschenkel 32 nicht eingezeichnet.
Der Arbeitsvorgang beim Auswechseln der Fenster ist nun folgender : Nach dem Aushängen der inneren Flügel 9 werden bei Pfostenstockfenster (Fig. 1 und 2) zunächst die Bänder 11 aus den inneren Verkleidungen 5 entfernt und sodann die letzteren selbst vom Stock 1 losgelöst. Dann werden die inneren Kämpfer 17, Kreuze 18 und sonstigen festen Mittelstücke mit'dem Stock flüchtig abgeschnitten und, falls der Stock voraussichtlich noch längere Zeit im Mauerwerk belassen werden sollte, auch ebengehobelt.
Das Fensterbrett 7 wird an Ort und Stelle belassen und nur die Fensterbrettnudeiste 6 teilweise entfernt (6 a). Nach diesen Arbeiten wird der schon angeschlagene und womöglich gestrichen Rahmen 20 des neuen Verbundfensters an den alten Stock 1 angelegt, auf das Fensterbrett 7 aufgesetzt und mittels Bankeisen 23 im Mauerwerk 12 oder mittels eiserner Winkel an den inneren Verschalungen 33 (Blindpaletten u. dgl) befestigt. Zur Verdeekung der Mauerfugen behufs Vermeidung von Zugluft werden die Deckleiste 24 angebracht und falls sich die Notwendigkeit ergeben sollte, insbesondere bei Belassung des Stockes 1, die Fugen zwischen dem neuen Rahmenstock 20 und dem alten Stock j ! mit Eckleisten 31 überdeckt.
Bei doppelten Rahmenstockfenstern (Fig. 7 und 8) genügt, falls die Anlehnung des neuen Fensters 20 an den alten inneren Rahmenstock 28 erfolgt (nicht dargestellt), die Abnahme der inneren Flügel 9 und die Entfernung der inneren Bänder 11 und nur, wenn die alten Rahmenstöcke 26 und 28 sowie gegebenenfalls auch die Steinfutterversehalung 35 noch längere Zeit im Mauerwerk belassen werden sollen, sind auch die Kämpfer, Kreuze u. dgl. vor dem Anlegen des neuen Stockes 20 an den alten inneren Rahmen-
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eisen 23 befestigt und mit Deckleiste 24 verdeckt wird.
Soll der äussere alte Rahmenstock 26 weiter im Steingewände 34 bzw. mit der Steinfutterverschalung 35 im Mauerwerk 12 belassen werden, werden im ersteren Fall die Bandeisen 27 nunmehr am neuen Stock 20 (Fig. 9), im andern Fall am Mauerwerk 12 (Fig. 10) vor Anlehnung des neuen Stockes 20 befestigt und die Fuge zwischen dem alten Verputz (Fig. 9) bzw. der Steinfutterversehalung 35 (Fig. 10) und dem neuen Stock 20 mit der Er. kleiste 31 verdeckt.
Nach dem Aushängen der alten äusseren Flügel 8, dem Anbringen des Fensterbleehes 30 und dem Ein- hängen der neuen, bereits verglasten und ebenfalls gestrichenen Flügel 21 und 22 ist das Verbundfenster bis auf die endgültige Ausfertigung des Anstriches fertig und gebrauchsfähig. Die weitere Behandlung der Fensteröffnung ist davon abhängig, ob der alte Pfostenstock 1 bzw. der alte äussere Rahmenstock 26, gegebenenfalls die Steinfutterverschalung 35, z. B. im Falle einer gleichzeitigen Neugestaltung des Fassadenverputzes 15, sofort nach Beendigung der vorerwähnten Arbeiten entfernt oder vorläufig in der Mauer belassen werden soll.
Im letzteren Fall werden die Bänder 13 aus den äusseren Verkleidungen 3 bzw. aus dem äusseren Rahmenstocke 26 entfernt, die äusseren Kämpfer 16, Krruze 18 u. dgl. wie früher die inneren Kämpfer usw. abgeschnitten und ebengehobelt, die Nuten 4 a der oberen Wetterleiste 4 ausgespant und die Falzstufen der äusseren Verkleidungen 3 bzw. des äusseren Rahmenstockes 26 wegen des besseren Aussehens mit Rundstableisten 19 versehen. Das Fensterblech 30 wird sodann über die Holzteile des alten Fensters befestigt. Schliesslich kann der Anstrich sowohl innen, als auch aussen fertig gestellt werden und wird man den nach aussen sichtbaren Holzteilen des alten Fensters vorteilhaft die Farbe der alten Fassade 15 bzw. dem Steingewände 34 verleihen, um das gemauerte Gewände bzw. die Umrahmung zu markieren.
Alle vorerwähnten Arbeiten können von den Wohnräumen aus bewerkstelligt werden, so dass die Aufstellung jeglicher Gerüstungen unterbleiben und erspart werden kann. Später, wenn die alten Holzbestandteile gänzlich verfault sein sollten oder aber, wenn die Fassade reparaturbedürftig geworden sein sollte, werden die alten Stöcke 1, 26, Steinfutterverschalungen 35 usw. herausgerissen, die Gewändeschmatzen 25 und Ausstemmungen der Vorköpfe 2 ausgemauert und verputzt (Fig. 5) bzw. das Steingewände 34 als solches verwendet (Fig. 11.) oder aber das Mauerwerk an Stelle der entfernten Sleinfufter- versehalungen 35 mit dem neuen Verputz 29 (Fig. 12) versehen.
Andernfalls entfallen von vornherein die vorbeschriebenen Vorarbeiten, sondern es werden die alten Holzbestandteile wie sie sind, insbesondere wenn dieselben zum Zeitpunkt der notwendigen Aus- wechslung nicht mehr zur Weiterverwendung auf absehbare Zeit geeignet sind, oder dass die Behandlung der Fassade gleich nach dem Anbringen der neuen Fenster 20 in Bearbeitung genommen werden muss, sogleich entfernt und durch das neuhergestellte Gewändemauerwerk 25 und 29 ersetzt.
Der Vorteil besieht der Erfindung gemäss auch darin, dass diese letzt angeführten Arbeiten nunmehr von der Aussenseite allein gemacht werden können und die Bewohner nach der Anbringung der neuen Fenster von der Innenseite aus, anlässlich der weiteren Arbeiten nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen werden, als wenn es sich um Fassadenarbeiten bei alten vorhandenen Fenstern, an deren Stelle die neuen bereits getreten sind, handelt.
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Durch die vollkommene Anlehnung der neuen Rahmenstöcke 20 der Verbundfenster an die alten Teile der alten Fenster und eventuelle Verdeekung der Fugen mittels der Deckleiste 24 und der Eckleisten 31 wird ein möglichster guter luft-und wettersicherer Abschluss gegen aussen erzielt.