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Die Erfindung betrifft eine Fangvorrichtung für Balancegewichte der eisernen Vorhänge (Kurtinen) von Theaterbühnen, die in der Funktion und Einrichtung so ziemlich gleich mit den bekannten Fangvorrichtungen für Aufzugsfahrstühle ist. Der Zweck der Fangvorrichtung bei Aufzügen ist der, dass bei Bruch bzw. Riss der Tragseile die Fahrstühle an den Führungen hängen bleiben und mit den Fahrgästen oder Lasten nicht in die Tiefe stürzen können. Diese Fangvorrichtungen bei den Aufzügen müssen aber auch so konstruiert und eingerichtet sein, dass sie bei Aufhängungen auf zwei bzw. mehrere Seile auch fangen, wenn auch nur ein Seil reisst.
Die den Gegenstand der Erfindung bildende Fangvorrichtung für Balaneegewiehte der Kurtinen der Theaterbühnen hat den Zweck, dass beim Reissen der Tragseile (Aufhängseile) das Gewicht an den Führungen hängen bleibt und nicht in die Tiefe stürzen kann, besonders wenn die Führungen aus bauliehen Gründen nicht auf gewachsenem Boden geführt werden können, was bei Theateranlagen meistens der Fall ist. Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung in Fig. 1 in Ansicht (Aufriss) und in Fig. 2 im Querschnitt (Kreuzriss) dargestellt. Die Fangvorrichtung kommt erst zur Wirkung, wenn beide Tragseile gerissen sind, was gemäss der Erfindung angestrebt wird.
Wenn aus irgendeinem Grunde, beispielsweise Feuer am Schnürboden, plötzlich ein Seil reissen sollte, so muss sofort die Kurtine geschlossen werden, was aber nicht möglich wäre, wenn die Fangvorrichtung schon beim Reissen eines Seiles gefangen hätte ; die Fangkeile wären dann an die Führungen angepresst und würden auch bei der Aufwärtsbewegung der Gewichte bremsen und ein rasches Niedergehen der Kurtine verhindern. Der Niedergang der Kurtine erfolgt beim Nachlassen des Windwerkes nicht zwangsläufig, sondern nur durch sein Übergewicht, was durch eine leichte Bremswirkung bald aufgehoben wird. Das neue Theatergesetz schreibt aber vor, dass die Kurtinen jederzeit rasches geschlossen werden können und die Balancegewichtsführungen sich auf Fundamente, die auf gewachsenen Boden reichen, oder auf eine dieselbe Sicherheit bietende Konstruktion aufsetzen.
Durch die in Fig. 1 und 2 dargestellte Fangvorrichtung kann auf die Führung der Balancegewichtsführungen auf Fundamente, die in gewachsenen Boden reichen, oder sich auf eine dieselbe Sicherheit bietende Konstruktion aufsetzen, Abstand genommen werden, weil beim Reissen beider Tragseile die Belaneegewichte mit der Fangvorrichtung an den Führungen hängen bleiben, welche solid an dem entsprechend stark ausgebildeten Traggerüst der Tragrollen aufgehängt sind, so dass auch diese Konstruktion dieselbe Sicherheit bietet, wie wenn sich die Führungsschinen auf Fundamente, die in gewachsenen Boden reichen, aufsetzen. Beim Riss eines Seiles bleibt das Balancegewicht an dem zweiten Seil hängen und kann die Kurtine ohne Hindernis rasch geschlossen werden.
Wenn beide Seile reissen, bleibt das Balaneegewieht in jeder Stellung absolut sicher mit der Fangvorrichtung an den Führungsschienen hängen und gefährdet die darunter beschäftigten Personen nicht. Im folgenden ist die Fangvorrichtung beschrieben :
Das Gegengewicht besteht aus mehreren übereinandergelegten Scheiben (Lamellen) a, welche auf einem Rohr r aufgereiht sind. In bestimmten Entfernungen sind Lamellen b eingereiht, welche Führungsbacken tragen, wodurch das ganze Gewicht ohne Schwanken geführt wird. Als Abschlusslamellen oben und unten sind Stahlgussplatten P und G. welche mit Fangkeilgehäusen ausgebildet sind,
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unteren Ende ein Blechgehäuse, in welchem eine starke Druekfeder F untergebracht und mit zwei Muttern m zusammengedrückt ist.
Das obere Ende der Zugstange z ist als Kreuzkopf ausgebildet und
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sind durch drei Distanzbolzen d zusammengehalten und dienen die zwei seitlichen Bolzen bei eventuellem
Riss eines Seiles auch als Anschlag. Mit den Tragbolzen T sind die Tragseile 1 und 2 mit den Balance- schildern S verbunden. Die obere Stahlgussplatte P hat zwei Augenlager I angegossen, welche die Ein- schalthebel 11. lzl tragen und ihren Drehpunkt beim Bolzen i haben. Zu beiden Seiten im Fanggehäuse befinden sieh je zwei verzahnte Fangkeile a ;, welche von den Einschalthebeln A, 111 ein-und ausgerückt werden.
Durch die Einschalthebel 11, hA und die Zugstange z geht ein Mitnehmerbolzen n, welcher bei einem Riss beider Tragseile 1 und 2 und dadurch bedingtem plötzlichem Fallen der Zugstange die Ein- schalthebel 11, 111 zwangsläufig mitnimmt und in die punktierte Einschaltstelle bringt. Der Königsbolzen K und Mitnehmerbolzen ? sind beiderseits mit einer Zugfeder f verbunden, so dass die Einschalthebel h, 111 und mit ihnen die Fangkeile x nur zwangsläufig durch Fallen der Zugstange z oder bei der Reinigung der Fangkeile und Revision durch Hebelwirkung auf-und abgeschoben werden können.
In der unteren
Stahlgussplatte G sind vier verzahnte Fangkeile y eingebaut und hat dieselbe vier Angüsse g, welche zwei Achsen A mit je vier Gallschen Kettenrädern o tragen. Die Achsen. A sind in ldeinen Kugellagern reibungslos gelagert. An je vier Gallsehen Kettenrädern o ist mit Gallschen Ketten c eine Gewichts- scheibe e, mit welcher die unteren Fangkeile y ausbalanciert sind, aufgehängt. Die Verbindung zwischen Fangkeilen y und der Gewichtsseheibe e stellt eine Blechplatte p mit vier Stützgabelbolzen it her. Auf den zwei Achsen A sind zwei Hebel aufgeklemmt und mit zwei Stützbolzen it, welche auf der Blechplatte p sitzen, verbunden.
Damit bei der Verschiebung der Gewichtsseheibe e, Bleehplatte p und mit ihr der Fangkeil y kein Ecken entstehen kann, sind je zwei Gallsche Kettenräder o mit Gallschen
Ketten q kreuzweise verbunden. Dadurch, dass die Ketten q mit Kettenspannern versehen sind, wird jede kleinste Verdrehung ohne toten Gang auf die andere Achse mit der gleichen Bewegungsrichtung übertragen. Auf der Gewichtsscheibe e ist ein Anschlagring R angeschraubt ; auf denselben drücken Daumen D von der Tragplatte B des Federgehäuses beim Fallen der Zugstange z bei Seilriss und InFunktion-treten der oberen Fangkeile x.
Die Fangvorrichtung tritt, wie schon eingangs erwähnt, erst in Funktion, wenn beide Tragseile 1 und 2 gerissen sind. Reisst ein Seil, z. B. 1, so stellt sich das Balance schild 8 in die punktierte Stellung, die Kurtine kann ohne Hindernis raschest mit Seil 2 in die Schliess stellung gebracht werden. Beim Reissen beider Tragseile erhält das Fallen der Zugstange z durch das Ausschnellen der gespannten Druckfeder F eine ruckartige Beschleunigung, schiebt die Einschalthebel h, h, und die Fangkeile a ; durch den Mitnehmer- bolzen n in die punktierte Stellung, wobei die Fangkeile x sich ruckartig an die Führungsschienen 10 anklemmen.
Am unteren Ende drücken die Daumen D von der Tragplatte B auf den Ring R der Gewichtsscheibe e, schieben denselben ruckartig hinunter, wobei wieder die Blechplatte p mit den Stützgabelbolzen it, Fangkeilen y und Stützbolzen n ebenfalls ruckartig hinaufgesehoben wird, dabei klemmen sich die Fangkeile y mit einem Ruck an die Führungsschienen und klemmen das Balaneegewicht in jeder Stelle der Fahrbahn, wo das Reissen der Tragseile stattfindet, fest. Sollte aus irgendeinem Grunde die Zugstange z nicht rasch genug fallen, das Gewicht eine übermässige Fallgeschwindigkeit bekommen, so tritt die Funktion durch Luftdruck auf die Blechplatte p ein.
Nachdem sich die Gegengewichte vorschriftsmässig in geschlossenen Schächten (Bleehschächten) bewegen, entsteht bei schleuniger Abwärtsbewegung der Gewichte durch rasche Luftverdrängung ein Luftdruck auf die Blechplatte p, welcher genügt, die Bleehplatte in die Höhe zu schieben, weil die Austarierung der Fangkeile y eine derartige ist, dass sie bei geringem Luftdruck in Funktion treten. Wenn zufallsweise die unteren Fangkeile y zuerst in Funktion treten, so treten die oberen Fangkeile x durch Schlaffwerden der Seile und dann Fallen der Zugstange z sofort auch in Funktion.
In Fig. 3 ist dargestellt, wie durch die Ausbildung der Tragschilder 81 die Fangvorrichtung auch in Funktion tritt, wenn nur ein Seil reisst. Wenn z. B. Seil 1 reisst, werden sich die Tragschilder 81 sofort in die punktierte Stellung stellen und mit dem Distanz- und Anschlagbolzen d1 die Einschalthebel h, h1 in die punktierte Stellung, Einschaltstelle, bringen, die Fangkeile x werden an die Führungsschienen angepresst, die ganze Fangvorrichtung tritt sofort in Funktion, denn beim Schlaffwerden des Tragseiles durch das Fangen der oberen Keile treten auch die unteren Fangkeile in beschriebener Weise in Funktion.
Durch die geschilderten Einrichtungen, wird die durch die Erfindung hauptsächlich angestrebte Anbringung einer Fangvorrichtung für die Balancegewichte von Theaterkurtinen ermöglicht.
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