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Faehwerkswand.
Es sind Fachwerkswände bekannt, bei welchen der Zwischenraum zwischen den Ständern und
Streben mit Heu-, Stroh od. dgl. ausgefüllt ist und mit diesem Füllmaterial ebenflächig Verschnürdrähte oder Drahtgitter angebracht sind ; der Putzmörtel haftet bei diesen Wänden der Hauptsache nach am
Füllmaterial, da die Drähte ganz am Füllmaterial anliegen. Bei dieser Bauweise kann die Stärke des
Putzes infolge der geringen Haftfähigkeit am Füllmaterial und an dem Drahtgitter nur schwach gehalten werden, da die Gefahr besteht, dass durch das Eigengewicht des Putzes derselbe beim Auftragen in grösserer
Dicke herunterfällt.
Es ist daher das brennbare Füllmaterial nur sehr ungenügend vor dem Angriff der Flammen geschützt, so dass dieser dünne Putz bei höheren Temperaturen springen und abfallen kann ; die Flammen können ungehindert an das Füllmaterial heran. Die Festigkeit der Wand ist ferner durch die schwache Putzschicht, welche infolge der geringen Haftfähigkeit an dem lockeren Füllmaterial bzw.
Drahtgeflecht nur sehr ungenügend hält, gering. Weiters ist es bei Schlagregen möglich, dass die Feuchtig- keit durch die dünne Putzsehicht hindurchgeht, die Wand durchfeuchtet und so die Wärmeisolierung sehr in Frage stellt, abgesehen davon, dass in kurzer Zeit ein Faulen des Füllstoffes und hiemit eine Zer- störung der Riegelwand erfolgen kann. Schliesslich ist auch die Nagelbarkeit der Wand schlecht.
Bei der Fachwerkswand gemäss der Erfindung sollen nun die geschilderten Nachteile dadurch vermieden werden, dass ein eigener Putzträger, der von der Aussenflucht des unverputzten Füllmaterials samt Verschnürdrähten durch Holzklötzchen im Abstand gehalten wird, verwendet wird. Als Putzträger dient ein Drahtgeflecht (Rabitzgeflecht), welches an Spanndrähten befestigt und durch die Distanzpackel vom Fachwerk in einem gewissen Abstand absteht. Der Hohlraum zwischen Putzträger und Fachwerk wird nun beim Aufziehen des Putzes von demselben erfüllt, so dass Spanndrähte und Drahtgeflecht von dem Putzmaterial allseits umschlossen werden.
Der Putz kann daher je nach Dicke der Distanzpaokel beliebig stark gehalten werden und bildet durch das allseits umschlossene Drahtgeflecht und die Spanndrähte eine bewehrte Mörtelwand, welche als selbständig tragende Konstruktion mit dem Fachwerk einen gemeinsamen Verbundkörper darstellt. Diese bewehrten Mörtelschalen schützen das brennbare und hygroskopisch Füllmaterial vor Zerstörungen. Durch die grössere Dicke des Putzes und die Festigkeit der bewehrten Mörtelwand ist auch eine grössere Nagelbarkeit der Mauer gegeben.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Es zeigt Fig. 1 eine Ansicht eines Wandteiles mit Fenster, Fig. 2 einen Horizontal-und Fig. 3 einen Vertikalschnitt.
Das Fachwerk R erhält beiderseits die mit Nägel N befestigten Drahtbespannungen E. Der Zwischenraum zwischen den Bespannungen ist lagenweise mit Stroh od. dgl. ausgestopft. An den Holzpackeln D sind Spanndrähte SP befestigt, an welchen der Putzträger (Drahtgeflecht, Rabitznetz od. dgl. ) angehängt wird. An Stelle der Drahtbespannungen können auch solche aus Spagat od. dgl. treten. An Stelle der Holzkonstruktion können auch Eisen-oder Stahlskelette, bei sinngemässer Abänderung der Hilfsmittel, verwendet werden.
Zur Herstellung solcher Fachwerksbauten wird wie folgt verfahren : das Holzgerippe der Riegel-
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am Fachwerk straff befestigt wird. Von der freien Seite wird sodann Stroh, Heu od. dgl. derart eingebracht, dass die Halme senkrecht zu den Drähten E zu liegen kommen und daher nicht durchfallen können. Ist das Stroh lageweise mit Hilfe zweier Latten fest eingestopft, so dass es gegen die zick-zack gespannten Drähte der andern Seite fest angepresst wird und es den Hohlraum in der Stärke der Riegelwand vollkommen ausfüllt, werden auch auf der andern Seite die Drähte in gleicher Weise, wie oben erwähnt,
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befestigt, so dass sich nunmehr die Latten erübrigen und weggenommen werden können, da die Fachwerkswand nun ein festes Gefüge besitzt.
Nun werden beiderseits in bestimmten Abständen die Spanndrähte SP mittels der Distanxpackel D unter Zuhilfenahme von Haken so gespannt, dass dieselben von der Wandflucht in der gewünschten Dicke abstehen, Über diese straff gespannten Drähte wird nun ein verzinktes Drahtgeflecht od. dgl. gespannt und mit Heftdrähten an denselben gut befestigt. Dieses Geflecht kann nun in üblicher Weise verputzt werden, so dass nun beiderseits die Stroh-Fachwerkswand durch bewehrte Putzwände feuersicher ummantelt ist und mit diesen ein homogenes Gefüge bildet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Fachwerkswand, bei der zwischen den Fachwerksstäben, Heu-, Stroh od. dgl., eingefüllt und als Putzträger ein Drahtgeflecht od. dgl. verwendet ist, dadurch gekennzeichnet, dass als Putzträger ein an Spanndrähten (SP) befestigtes, durch Holzklötzchen (D) im Abstand vom Fachwerk (R) gehaltenes Drahtgeflecht dient.