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Verfahren und Anordnung zur Fernsynchronisierung von Fernsehgeräten.
Für die Synchronisierung von Fernsehempfängern durch den Fernsender sind bisher hauptsäch- lich zwei Wege vorgeschlagen worden, nämlich die Aussendung von Synchronisierimpulsen, die sich von den Bildzeichen entweder durch eine grosse Amplitude oder durch einen abweichenden Frequenzcharakter unterscheiden. Beide Wege haben bisher zu keiner praktischen Lösung des für die Fernsehteehnik so wichtigen Synchronisierproblems geführt, u. zw. aus folgenden Gründen : Die zuerst genannte Methode läuft auf eine empfängerseitige Amplitudenselektion hinaus und arbeitet nur dann einigermassen betriebsicher, wenn die Amplitude der Synehronisierimpulse mindestens doppelt so gross gewählt wird
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zur Verfügung steht, und bedingt eine grosse Beschränkung der Reichweite des Senders.
Die zweite Methode erfordert eine empfängerseitige Frequenzselektion, die aber nur bei erheblichem Aufwand von Schaltmittel durchführbar erscheint.
Die vorliegende Erfindung schafft hier einen Ausweg. Sie besteht darin, dass der Senderstrom von einem verhältnismässig niedrigen Ruhewert Ir aus (vgl. Fig. l), der beispielsweise 4 der Maximal-
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(Zeitintervall Tl) proportional derem Helligkeitswert nach oben, d. h. zu grösseren Stromwerten hin gesteuert, durch die Synchronisierzeichen (Zeitintervall T2) dagegen zum vollständigen Verschwinden gebracht wird und dass die empfängerseitige lokale Synehronisiereinrichtung so beschaffen ist, dass sie nur anspricht, wenn der Sender auf Null getastet ist.
Ein solches Verfahren hat den Vorteil, dass für
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eines geringen Reststromes von der angegebenen Grössenordnung ist ohnehin nÜtzlich zur Erzielung einer guten Bildqualität, indem so der nichtlineare untere Teil der Antennenstromeharakteristik bei der Modulation durch die Bildzeichen gemieden wird. Ein weiterer Vorteil ist die grosse Einfachheit der Empfängerschaltung.
In Fig. 2 ist ein AusfÜhrungsbeispiel für die auf der Senderseite erforderlichen Einrichtungen zur Verwirklichung des Erfindungsgedankens im Prinzip dargestellt. Es sei AB die Ebene oder Linie, in der sich der abtastende Lichtfleck bewegt und CB der"tote Bildwinkel", der für die Synchronisierung zur Verfügung stehen soll. D sei beispielsweise ein senkrecht zur Zeichenebene transportierter Film, der übertragen werden soll. Das von diesem hindurchgelassene Licht werde auf die Photozelle B gelenkt, während für die Dauer des Synchronisierungsintervalls BC der Lichtpunkt in konstanter Stärke auf die Photozelle F gelenkt wird.
Beide Photozellen werden über den Transformator a bzw. über zwei gesonderte Transformatoren mit Wechselspannung gleicher Frequenz gespeist, H und J seien die zur Neutralisation des kapazitiven Photozellenstromes vorgesehenen Neutrodynekondensatoren, Kund L zwei als Phasenschieber dienende Parallelwiderstände. Mund N sind zwei Verstärkerröhren, die anodenseitig auf den gleichen Widerstand 0 arbeiten. Die Neutralisation der beiden Photozellen wird nun erfindungsgemäss bei entgegengesetzten Belichtungen eingestellt, u. zw. so, dass die eine (E) bei"dunkel", die andere (F) bei"hell"neutral ist.
Das hat zur Folge, dass während der Bildabtastung an den Klemmen PQ eine konstante, nicht modulierte Trägerfrequenzrestspannung verbleibt, die lediglich in den Momenten ver- 5chwindet, in denen die Zelle F Licht empfängt, also während des toten Bildwinkels am Ende jeder Zeile.
Die Zeiten der Stromlosigkeit definieren also den Zeilenwechsel. Ganz analog lassen sich eine oder einige
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unmodulierte Zeilen zwischen je zwei Bildern für den Bildwechsel ausnutzen, indem das von diesen Zeilen herrührende Licht durch passende Optik ebenfalls der Photozelle F zugeführt wird.
Das gewiinschte Verhältnis zwischen Restspannung und Zeiehenspannung lässt sich mit Hilfe des Gleitkontakts am Widerstand 0 einregeln. An die Punkte PQ wird in bekannter Weise ein Trägerfre- quenzverstärker angeschlossen, von dem aus die Signale dem Modulationsgerät des Senders zugeführt werden.
Es ist für die Wirkungsweise des Erfindungsgedankens belanglos, ob die Trägerfrequenz mit ausgesendet wird oder ob vor der Aussendung eine Demodulation und Unterdrückung des Hilfsträger vorgenommen wird. Auch ist es nicht unbedingt erforderlich, die beiden Photozellenkreise mit nachfolgender Verstärkung, wie in Fig. 2 angenommen, zu einer Einheit zu vereinigen. Es können auch für beide Zellen getrennte Verstärker verwendet werden. Dabei ist es zweckmässig, die Trägerfrequenz einem und demselben Generator zu entnehmen. Schliesslich braucht die Neutralisierung nicht direkt an den Photozellen zu erfolgen, sondern kann auch nach irgendeiner andern bekanntgewordenen Schaltung im weiteren Zuge der Verstärkung vorgenommen werden.
Die empfängerseitigen Massnahmen zur Durchführung des Erfindungsgedankens mögen durch das Schaltungsbeispiel der Fig. 3 im Prinzip erläutert werden : Der drahtlose Empfänger 1 beispielsweise ein Tiansponierungsempfänger, enthalte einen Zwischenfrequenzausgangstransformator (oder irgend ein anderes Kopplungsglied) mit zwei Sekundärwicklungen J und 4. Die eine von diesen, z. B. : 3, werde in bekannter Weise für die Helligkeitssteuerung des an sieh beliebig gearteten Empfangsgeräte verwendet, während die zweite 4 der Synehronisierung dienen soll.
Zu diesem Zweck ist ein Gleichrichter J vorgesehen in Reihe mit einem Widerstand 6, welcher gleichzeitig als Gitterwiderstand der Röhre 7 geschaltet ist. Die Transformatorwicklungen und sonstigen Sehaltelemente sind so gewählt, dass bei rich-
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Verriegelung des Rohres 7 ausreicht, so lange der Senderstrom grösser oder gleich dem"Ruhewert"Ir (Fig. 1, Zeiten Tl) ist ; sinkt dagegen der Senderstrom auf Null (Zeiten T2), so wird das Rohr 7 wegen der fehlenden Verriegelung stromdurchlässig. Falls die Braunsche Röhre als Wiedergabegerät dient, kann das Rohr 7, z. B. in Gestalt eines Thyratrons, direkt als Entladeröhre eines Ablenkplattenpaares ge- schaltet sein.
Ist am Empfänger ein lokaler Taktgeber vorhanden (Eippgerät oder sonstiger Röhren- generator), so können die von 7 gelieferten Stromstösse zur Synchronisierung des letzteren Verwendung finden (z. B. durch Mitnahme).
Die Zeiten T2 (Fig. 1) werden auf die beschriebene Weise für den Zeilenwechsel nutzbar gemacht.
Für den Bildweehsel zwischen je zwei aufeinander folgenden Bildern kann man unbedenklich die Dauer mehrerer Zeilen opfern, so dass die entsprechenden Zeiten der Stromlosigkeit grössenordnungsmässig etwa 100 mal so lang sind wie die Zeilenwechselzeiten. Für die selbsttätige Bildweehselregelung sei ein gleicher Stromkreis 4, 5, 6, 7 wie für den Zeilenwechsel vorgesehen, nur dass parallel zum Widerstand 6 ein Kondensator 8 liege, von einer solchen Grösse, dass die Zeilenwechselimpulse praktisch keine Änderung des Gleichspannungsabfalls an 6 bewirken, also vom Rohr 7 ferngehalten werden, so dass nur die Bildweehselimpulse in diesem Kreis zur Wirkung gelangen.
Ein Schutz der Zeilenwechselanordnung gegen die Bildweehselimpulse ist hingegen nicht erforderlich, da mit jedem Bildwechsel auch ein Zeilenwechsel zeitlich zusammenfällt. Es sei besonders auf die grosse Einfachheit der Fernsynehronisierung von Braunsehen Röhren auf Grund der vorliegenden Erfindung hingewiesen und die grosse Wirtschaftlichkeit im Empfängerbau, die damit erzielt wird.
Die Erfindung ist in gleicher Weise für drahtlose wie für Leitungsübertragungen geeignet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Fernsynehronisierung von Fernsehgeräten od. dgl., gekennzeichnet auf der Sendeseite dadurch, dass der Sender durch die zu übertragenden Bildzeichen od. dgl. von einem gewissen von Null verschiedenen Ruhewert aus nach oben, d. h. auf grössere Stromwerte, gesteuert wird, während der Sendestrom durch die alternativ mit den Bildzeiehen zu gebenden Synehronisierimpulse zum Verschwinden gebracht wird, auf der Empfangsseite dadurch, dass ausschliesslich durch das Verschwinden des Empfangsstromes Synchronisiermomente ausgelöst werden.