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Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere Rindern.
Die Erfindung betrifft einen Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere bei der Maulseuche von Rindern. Bei dieser Maulseuche entstehen bekanntlich Blasen (Aphten) innerhalb des Maules, welche bald aufspringen, zu Substanzverlusten in der Schleimhaut und so zu blossgelegten Stellen der tieferen Gewebesehichten führen. Diese Erosionen befinden sich überdies teilweise weit hinten im Maul, woselbst sie der Behandlung schwer oder überhaupt nicht zugänglich sind. Bisher erfolgte die Behandlung des erkrankten Tieres in der Weise, dass man das Tier durch einige Leute festhielt, dann das Maul zwangsweise eröffnete, um es mit einer Lösung der in Betracht kommenden Heilmittel, wie Adstringentien, auszuwaschen.
Nun sind zunächst die erkrankten Stellen sehr empfindlich und ist die Behandlung mit den Heilmitteln bei der ersten Berührung sehr schmerzhaft, so dass das Tier Abwehrbewegungen vollführt, weshalb man bisher die angedeutete Behandlung höchstens durch 4 bis 5 Minuten ausführen konnte. Diese Einwirkung der Heilmittel ist jedoch in den meisten Fällen viel zu kurz, um eine rasche Heilung herbeizuführen. Das Tier stellt durch seine Abwehrbewegungen eine entsprechende Behandlung oft überhaupt in Frage, insbesondere, wenn es sich um widerspenstige Tiere handelt, wie beispielsweise um erkrankte Stiere. Die bisherige Behandlung muss auch als eine notwendigerweise rohe bezeichnet werden, welche zu heftigen Aufregungszuständen bei dem erkrankten Tiere führt.
Ein weiterer Übelstand der bisherigen Behandlung ist darin gelegen, dass die Maulseuche innerhalb weniger Tage auch einen Viehstand von 100 Tieren ergreifen kann und dann gewissermassen eine Behandlung am laufenden Bande erforderlich ist, welche aber wegen der undurehführbaren, plötzlichen Steigerung des Personalaufwandes nicht möglich ist. Dies hat notwendigerweise wieder zur Folge, dass die Behandlung und Abheilung zu wenig rasch erfolgt und damit die Schmerzen verlängert sind und die Möglichkeit der Futteraufnahme hinausgeschoben ist, womit auch Konditions-und Milchverluste entstehen, die erfahrunggemäss schwer oder fast überhaupt nicht einzubringen sind und bei einer grösseren Verbreitung der Seuche zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden führen.
Den erwähnten Schwierigkeiten wird durch Verwendung des vorliegenden Heilbehelfes begegnet, der erfindungsgemäss aus einer zur selbsttätigen Dauerbehandlung dienenden Mauleinlage in Form einer federnd biegsamen, den Heilmittelträger bildenden Zungendeckplatte mit deren Lage sichernden Befestigungsmitteln besteht. Die Deckplatte kann mit einem Überzug versehen sein, welcher den unmittelbaren Heilmittelträger bildet und z. B. aus saugfähiger mit dem Heilmittel durchtränkter Jute od. dgl. Gewebestoffen besteht. Der Überzug kann zweckmässig sackartig ausgebildet sein, so dass die Deckplatte in den Überzug einschiebbar ist.
Die Deckplatte kann zwecks Lagensicherung mit beiderseitigen, sich an den Mundwinkeln abstützenden Anschlusslappen versehen sein, welche Löcher zum Einhängen für etwa um den Hinterkopf zu führende Befestigungssehnüre aufweisen, wobei die Anschlusslappen vorzugsweise abgerundeten Umriss, sowie Auflage od. dgl. Verstärkungen aufweisen, Zur Schonung der Mundwinkel des Tieres können die Anschlusslappen mit elastischen Gummiauflagen versehen, oder mit dünnem Aluminiumblech od. dgl. mehr umkleidet sein.
Auch können feinporige Gummiplatten als Träger des Adstringens verwendet werden. In diesem Falle ist ein mehrmaliger Gebrauch vorgesehen und dem zufolge ein subtiles Auskochen nach Verwendung erforderlich. Im allgemeinen ist die Herstellung des Heilbehelfes aus billigen Materialien, wie Pappen.
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deckel oder Jute vorzuziehen, welche Ausführungsformen zum einmaligen Gebrauch dienen, wonach der Behelf ohne weiteres vernichtet bzw. beseitigt werden kann, was aus hygienischen Rücksichten besonders wünschenswert erscheint.
Bei diesen vorzugsweisen Ausführungsformen unter Verwendung von Pappendeckel und Jute od. dgl. billigen Gewebestoffen hat es sich als zweckmässig gezeigt, das imprägnierte Gewebe zunächst zu trocknen und sodann mit der Einlage od. dgl. zu verbinden. Auf diese Weise kann der Behelf bequem verpackt und versendet werden. Bei Gebrauch wird dann durch den Speichel des Tieres allmählich das inkorporierte Adstringens oder sonstige Heilmittel gelöst und kann seine Einwirkung mit allmählich zunehmender Konzentration ausüben.
Mittels der erfindungsgemässen Deckplatte kann das Adstringens natürlich auch in anderen Formen zugeführt werden, wie beispielsweise durch gesonderte, in oder auf der Deckplatte angebrachte, das Heilmittel enthaltende Körper, beispielsweise besonders eingenäht imprägnierte Gewebefasern oder Wattebündel u. dgl. mehr. Man kann selbstverständlich auf diesem Weise auch die Dosierung des Heilmittels in jeweils gewünschter Weise ändern oder die Einwirkung mehrerer Heilmittel kombinieren. Im Falle der Behandlung der Maulseuche hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Einwirkung zweckmässig nicht über 1 Stunde auszudehnen, um dann eine ausgiebige Ruhepause für das erkrankte Tier einzuschalten und daher die verwendeten Adstringentien in einer für diesen Zeitraum ausreichenden Menge entsprechend zu dosieren.
Man kann aber auch-über die Dosierung hinausgehen, aber die Einwirkung durch Entfernung der Deckplatte nach l Stunde unterbreclien, wenn dies zweckmässig und genügend wirtschaftlich erscheint.
Die Zeichnung stellt eine besonders praktische Ausführungsform der Erfindung dar. Fig. 1 zeigt in Aufsicht eine aus Pappendeekel gestanzte Zungen-Deekplatte, Fig. 2 im Längsschnitt dieselbe ZungenDeckplatte eingebettet in-einem Überzug.
1 bedeutet die Platte aus Pappendeekel, welche etwa in der Mitte beiderseits Anschlusslappen 2 zur Befestigung besitzt, die durch Auflagen, nämlich durch aufgeklebt Pappendeckelteile 2'verstärkt sind.
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ist es zweckmässig, Aussparungen 6 in der Deckplatte vorzusehen, damit der Zungenrüeken des erkrankten Tieres leichter den Mittelteil der Platte heben und damit die Mauleinlage in Berührung mit anderen erkrankten Stellen bringen kann. Ein weiterer Vorteil dieser Aussparungen 6 ist darin gelegen, dass hiedurch ein besseres Durchsickern und Verteilen des Adstringens ermöglicht ist.
Bei der gezeichneten Ausführungs- form ist die ganze Deckplatte aus einem Stück Pappendeckel gestanzt, wodurch der Heilbehelf sehr billig
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oder sonst in geeigneter Weise verschlossen werden kann. Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel weist der Überzug einen Doppelboden 9 auf, wodurch grössere Mengen der Adstringenslösung durch den Juteüberzug aufgenommen werden können.
Man kann dieses vorzugsweise Ausführungsbeispiel verschiedentlich abändern, beispielsweise an Stelle eines Jutesäckehens, in welches die Deckplatte eingeschoben wird, ausgestanzte Stoffteile, deren Form mit der Deckplatte übereinstimmt verwenden, welche mit der Adstringenslösung getränkt und sodann getrocknet wurden. Die Stoffteil wurden mit der Deckplatte beispielsweise durch Vernieten am Rande verbunden.
Bei obigem Ausführungsbeispiel sind also tränkfähige Bestandteile, nämlich Gewebestoffe vorhanden und ein aus Pappendeckel bestehendes Versteifungsorgan, die Deckplatte. Der Überzug enthält nach dem Trocknen das Adstringens als fein verteiltes Pulver. Man kann bei anderen Ausführungsformen auch andere tränkfähige Bestandteile, wie etwa Wattelinlagen, und andere Versteifungsorgane, wie beispielsweise Blechplatten, vorsehen. Man kann ferner einen Teil des Adstringens in Hüllen einschliessen, welche nur allmählich gelöst werden, wie beispielsweise in Gelatine, so dass ein Teil des Pulvers erst später zur Einwirkung gelangt wenn solches gewünscht wird.
PATENT-ANSPRÜCHE : - 1. Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, besonders Rindern, gekennzeichnet durch eine zur selbsttätigen Dauerbehandlung dienende Mauleinlage in Form einer federnd biegsamen, den Heilmittelträger bildenden Zungen-Deckplatte mit deren Lage sichernden Befestigungsmitteln.