AT139878B - Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere Rindern. - Google Patents

Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere Rindern.

Info

Publication number
AT139878B
AT139878B AT139878DA AT139878B AT 139878 B AT139878 B AT 139878B AT 139878D A AT139878D A AT 139878DA AT 139878 B AT139878 B AT 139878B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
cover plate
treatment
mouth
cover
animals
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Ernst Dr Harzer
Original Assignee
Ernst Dr Harzer
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ernst Dr Harzer filed Critical Ernst Dr Harzer
Application granted granted Critical
Publication of AT139878B publication Critical patent/AT139878B/de

Links

Landscapes

  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere Rindern. 



   Die Erfindung betrifft einen Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere bei der Maulseuche von Rindern. Bei dieser Maulseuche entstehen bekanntlich Blasen (Aphten) innerhalb des Maules, welche bald aufspringen, zu Substanzverlusten in der Schleimhaut und so zu blossgelegten Stellen der tieferen Gewebesehichten führen. Diese Erosionen befinden sich überdies teilweise weit hinten im Maul, woselbst sie der Behandlung schwer oder überhaupt nicht zugänglich sind. Bisher erfolgte die Behandlung des erkrankten Tieres in der Weise, dass man das Tier durch einige Leute festhielt, dann das Maul zwangsweise eröffnete, um es mit einer Lösung der in Betracht kommenden Heilmittel, wie Adstringentien, auszuwaschen.

   Nun sind zunächst die erkrankten Stellen sehr empfindlich und ist die Behandlung mit den Heilmitteln bei der ersten Berührung sehr schmerzhaft, so dass das Tier Abwehrbewegungen vollführt, weshalb man bisher die angedeutete Behandlung höchstens durch 4 bis 5 Minuten ausführen konnte. Diese Einwirkung der Heilmittel ist jedoch in den meisten Fällen viel zu kurz, um eine rasche Heilung herbeizuführen. Das Tier stellt durch seine Abwehrbewegungen eine entsprechende Behandlung oft überhaupt in Frage, insbesondere, wenn es sich um widerspenstige Tiere handelt, wie beispielsweise um erkrankte Stiere. Die bisherige Behandlung muss auch als eine notwendigerweise rohe bezeichnet werden, welche zu heftigen Aufregungszuständen bei dem erkrankten Tiere führt.

   Ein weiterer Übelstand der bisherigen Behandlung ist darin gelegen, dass die Maulseuche innerhalb weniger Tage auch einen Viehstand von 100 Tieren ergreifen kann und dann gewissermassen eine Behandlung am laufenden Bande erforderlich ist, welche aber wegen der   undurehführbaren, plötzlichen Steigerung   des Personalaufwandes nicht möglich ist. Dies hat notwendigerweise wieder zur Folge, dass die Behandlung und Abheilung zu wenig rasch erfolgt und damit die Schmerzen verlängert sind und die Möglichkeit der Futteraufnahme hinausgeschoben ist, womit auch   Konditions-und Milchverluste   entstehen, die erfahrunggemäss schwer oder fast überhaupt nicht einzubringen sind und bei einer grösseren Verbreitung der Seuche zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden führen. 



   Den erwähnten Schwierigkeiten wird durch Verwendung des vorliegenden Heilbehelfes begegnet, der erfindungsgemäss aus einer zur selbsttätigen Dauerbehandlung dienenden   Mauleinlage   in Form einer federnd biegsamen, den Heilmittelträger bildenden Zungendeckplatte mit deren Lage sichernden Befestigungsmitteln besteht. Die Deckplatte kann mit einem Überzug versehen sein, welcher den unmittelbaren Heilmittelträger bildet und z. B. aus saugfähiger mit dem Heilmittel   durchtränkter   Jute od. dgl. Gewebestoffen besteht. Der Überzug kann zweckmässig sackartig ausgebildet sein, so dass die Deckplatte in den Überzug einschiebbar ist. 



   Die Deckplatte kann zwecks Lagensicherung mit beiderseitigen, sich an den Mundwinkeln abstützenden Anschlusslappen versehen sein, welche Löcher zum Einhängen für etwa um den   Hinterkopf   zu führende Befestigungssehnüre aufweisen, wobei die Anschlusslappen vorzugsweise abgerundeten Umriss, sowie Auflage od. dgl. Verstärkungen aufweisen, Zur Schonung der Mundwinkel des Tieres können die Anschlusslappen mit elastischen Gummiauflagen versehen, oder mit dünnem Aluminiumblech od. dgl. mehr umkleidet sein. 



   Auch können feinporige Gummiplatten als Träger des Adstringens verwendet werden. In diesem Falle ist ein mehrmaliger Gebrauch vorgesehen und dem zufolge ein subtiles Auskochen nach Verwendung erforderlich. Im allgemeinen ist die Herstellung des Heilbehelfes aus billigen Materialien, wie Pappen. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 deckel oder Jute vorzuziehen, welche Ausführungsformen zum einmaligen Gebrauch dienen, wonach der Behelf ohne weiteres vernichtet bzw. beseitigt werden kann, was aus hygienischen Rücksichten besonders wünschenswert erscheint. 



   Bei diesen vorzugsweisen Ausführungsformen unter Verwendung von Pappendeckel und Jute od. dgl. billigen   Gewebestoffen   hat es sich als zweckmässig gezeigt, das imprägnierte Gewebe   zunächst   zu trocknen und sodann mit der Einlage od. dgl. zu verbinden. Auf diese Weise kann der Behelf bequem verpackt und versendet werden. Bei Gebrauch wird dann durch den Speichel des Tieres allmählich das inkorporierte Adstringens oder sonstige Heilmittel gelöst und kann seine Einwirkung mit allmählich zunehmender Konzentration ausüben. 



   Mittels der erfindungsgemässen Deckplatte kann das Adstringens   natürlich   auch in anderen Formen zugeführt werden, wie beispielsweise durch gesonderte, in oder auf der Deckplatte angebrachte, das Heilmittel enthaltende Körper, beispielsweise besonders   eingenäht   imprägnierte Gewebefasern oder Wattebündel u. dgl. mehr. Man kann selbstverständlich auf diesem Weise auch die Dosierung des Heilmittels in jeweils   gewünschter Weise ändern oder die Einwirkung   mehrerer Heilmittel kombinieren. Im Falle der Behandlung der Maulseuche hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Einwirkung zweckmässig nicht über 1 Stunde auszudehnen, um dann eine ausgiebige Ruhepause für das erkrankte Tier einzuschalten und daher die verwendeten Adstringentien in einer für diesen Zeitraum ausreichenden Menge entsprechend zu dosieren.

   Man kann aber auch-über die Dosierung hinausgehen, aber die Einwirkung durch Entfernung der Deckplatte   nach l Stunde unterbreclien, wenn   dies   zweckmässig   und genügend wirtschaftlich erscheint. 



   Die Zeichnung stellt eine besonders praktische Ausführungsform der Erfindung dar. Fig. 1 zeigt in Aufsicht eine aus Pappendeekel gestanzte Zungen-Deekplatte, Fig. 2 im Längsschnitt dieselbe ZungenDeckplatte eingebettet in-einem Überzug. 



   1 bedeutet die Platte aus   Pappendeekel,   welche etwa in der Mitte beiderseits Anschlusslappen 2 zur Befestigung besitzt, die durch Auflagen, nämlich durch aufgeklebt   Pappendeckelteile   2'verstärkt sind. 
 EMI2.1 
 ist es   zweckmässig,   Aussparungen 6 in der Deckplatte vorzusehen, damit der   Zungenrüeken   des erkrankten Tieres leichter den Mittelteil der Platte heben und damit die   Mauleinlage   in Berührung mit anderen erkrankten Stellen bringen kann. Ein weiterer Vorteil dieser Aussparungen 6 ist darin gelegen, dass hiedurch ein besseres Durchsickern und Verteilen des Adstringens ermöglicht ist.

   Bei der gezeichneten   Ausführungs-   form ist die ganze Deckplatte aus einem Stück Pappendeckel gestanzt, wodurch der Heilbehelf sehr billig 
 EMI2.2 
 oder sonst in geeigneter Weise verschlossen werden kann. Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel weist der Überzug einen Doppelboden 9 auf, wodurch grössere Mengen der Adstringenslösung durch den Juteüberzug aufgenommen werden können. 



   Man kann dieses vorzugsweise Ausführungsbeispiel verschiedentlich abändern, beispielsweise an Stelle eines Jutesäckehens, in welches die Deckplatte eingeschoben wird, ausgestanzte Stoffteile, deren Form mit der Deckplatte übereinstimmt verwenden, welche mit der Adstringenslösung getränkt und sodann getrocknet wurden. Die Stoffteil wurden mit der Deckplatte beispielsweise durch Vernieten am Rande verbunden. 



   Bei obigem Ausführungsbeispiel sind also tränkfähige Bestandteile, nämlich Gewebestoffe vorhanden und ein aus Pappendeckel bestehendes Versteifungsorgan, die Deckplatte. Der Überzug enthält nach dem Trocknen das Adstringens als fein verteiltes Pulver. Man   kann   bei anderen Ausführungsformen auch andere tränkfähige Bestandteile, wie etwa   Wattelinlagen,   und andere Versteifungsorgane, wie beispielsweise Blechplatten, vorsehen. Man kann ferner einen Teil des Adstringens in   Hüllen einschliessen,   welche nur allmählich gelöst werden, wie beispielsweise in Gelatine, so dass ein Teil des Pulvers erst später zur Einwirkung gelangt wenn solches   gewünscht   wird. 



    PATENT-ANSPRÜCHE :     - 1. Heilbehelf   bei Maulkrankheiten von Tieren, besonders Rindern, gekennzeichnet durch eine zur selbsttätigen Dauerbehandlung dienende Mauleinlage in Form einer federnd biegsamen, den Heilmittelträger bildenden Zungen-Deckplatte mit deren Lage sichernden Befestigungsmitteln.

Claims (1)

  1. 2. Heilbehelf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die z. B. aus Papierstoff hergestellte Deckplatte einen den unmittelbaren Heilmittelträger bildenden Überzug z. B. aus aufsaugfähigem, mit dem Heilmittel durchtränktem Jute-od. dgl. Gewebestoff besitzt und gegebenenfalls in den sackartig ausgebildeten Überzug einschiebbar ist.
    3. Heilbehelf nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckplatte mit beiderseitigen sich an den Mundwinkeln abstützenden Anschlusslappen fe um den Hinterkopf geführte Befestigungs- <Desc/Clms Page number 3> schnüre od. dgl. ausgestattet ist und die Anschlusslappen vorzugsweise abgerundeten Umriss, sowie Auflagen od. dgl. Verstärkungen aufweisen.
    4. Heilbehelf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Deckplatte Aussparungen vorgesehen sind. EMI3.1
AT139878D 1933-11-16 1933-11-16 Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere Rindern. AT139878B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT139878T 1933-11-16

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT139878B true AT139878B (de) 1934-12-27

Family

ID=3640890

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT139878D AT139878B (de) 1933-11-16 1933-11-16 Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere Rindern.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT139878B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0059917B1 (de) Schutzhülle für Beine und Gelenke von Huftieren
DE1807734A1 (de) Sanitaerer Gegenstand in Form eines Vaginaltampons,einer Damenbinde od.dgl.
EP0081109A2 (de) Magnetisches Heilpflaster für die Behandlung grösserer Flächen
AT139878B (de) Heilbehelf bei Maulkrankheiten von Tieren, insbesondere Rindern.
DE2743008A1 (de) Verfahren zum herstellen eines bewaehrten gipsabdrucks und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens
AT126297B (de) Verfahren zur Herstellung von den Tonus der Hautblutgefäße hebenden Präparaten.
CH668909A5 (de) Duftgemisch aus bienenprodukten und seine anwendung.
DE3525741A1 (de) Heilpflaster
DE1879385U (de) Zehenpolster.
DE869403C (de) Wundverband
AT162118B (de) Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels für rheumatische Erkrankungen.
DE1951400A1 (de) Brunstregulierungsgegenstand
DE1492075A1 (de) Neues kosmetisches Mittel gegen Haarausfall und Seborrhoe,sowie Verfahren zur Herstellung desselben
DE2045941A1 (de) Mittel zum Zusammenfügen und Zusammenhalten der Hautränder von Schnitten oder Einschnitten in der Haut eines menschlichen oder tierischen Körpers
DE1916006U (de) Fusspolster.
DE3615800A1 (de) Verwendung einer packung, die eine fluessigkeitsaufnehmende fuellung aufweist
DE2125464C3 (de) Vorrichtung zur prophylaktischen oder therapeutischen Behandlung von Tieren durch Applikation von Wirkstoffen
DE813429C (de) Leibbinde bzw. Wochenbettbinde
DE19518836A1 (de) Substanz, insbesondere zur Verhütung und Behandlung von Dekubitus
DE563720C (de) Als Mulltasche mit Zellstoffeinlagen ausgebildete aseptische Auflagen
DE2500002A1 (de) Vorrichtung zur ruhigstellung und/ oder stuetzung von koerperteilen von menschen und tieren
DE844800C (de) Verfahren zur Herstellung eines Tierarzneimittels
AT146284B (de) Arzneikapsel zum Einführen in Körperhöhlen, in welchen keine Verdauung stattfindet.
Belonoschkin Bemerkungen Zum Problem Der Cervixbiologie
DE202024001233U1 (de) Zeckenabwehrpflaster