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Mikroskop.
Die Erfindung betrifft ein Mikroskop mit mehreren hintereinander geschalteten Objektiven und im Abbildungsstrahlengang befindlichen reflektierenden Teilen. Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass die Objektive auf mehrere nebeneinander angeordnete Beobachtungsstuben mit eigenen Okularen verteilt und die vorgesehenen Reflexionsmittel, z. B. Prismen, ein-und ausschaltbar so angeordnet sind, dass die Abbildungsstrahlen nach Durchgang durch das dem Objekt zugewandte erste Objektiv entweder unmittelbar dem zugehörigen Okular oder dem zweiten und gegebenenfalls einem weiteren Objektiv mit Okular zugeleitet werden. Im Strahlengang zwischen den einzelnen Objektiven sind zweckmässig Sammellinsen angeordnet, die sich in der Richtung ihrer optischen Achsen einstellen lassen.
Gegenüber der Steigerung der Vergrösserung lediglich durch Wechsel der Okulare weist der Erfindungsgegenstand den Vorteil auf, dass diese Wirkung unter Mithilfe hochwertiger Zusatzmikroobjektive hervorgerufen wird, wobei alle abbildenden Linsensysteme keine Ortveränderung erleiden und der Vergrösserungswechsel nur kleine Bewegungen reflektierender Teile und gegebenenfalls von Sammellinsen erfordert. Die Okulare haben beim Erfindungsgegenstand eine untergeordnete Aufgabe und die Bildschöpfer sind die Objektive ; für die Apertur massgebend ist das erste Objektiv im Hauptmikroskop.
Durch das erfindungsgemässe Mikroskop wird, wie sich ergeben hat, eine wesentliche Erhöhung der praktisch möglichen Vergrösserung des Bildes gegenüber bekannten Mikroskopsystemen erzielt.
Weitere Vorzüge sind die, in Ansehung der Vergrösserung, sehr geringe Bauhöhe des Mikroskops und die Wechselmöglichkeit von der gewöhnlichen zur erfindungsgemässen Mikroskopierungsart. Ferner hat es sich gezeigt, dass eine sehr vorteilhafte Verteilung des Lichtes erreicht wird, so dass die Beobachtung das Auge weniger ermüdet als gewöhnlich.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes schematisch dar- gestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 eine einfache und Fig. 2 eine zweifache Überführung des Bildes.
In Fig. 1 ist 1 das gewöhnliche Objektiv, 5 das zweite Objektiv und 6 das Okular. Zwischen ihnen ist in dem Strahlengang ein Prismenlinsensystem eingeschaltet, das aus dem Prisma 2, der Sammellinse 3 und dem Prisma 4 besteht. Die Sammellinse 3 ist zweckmässig eine plankonvexe chromatische
Linse und der optischen Achse entlang verschiebbar. Das vom Objektiv 1 erzeugte Bild des Gegen- standes wird vom Prisma 2 reflektiert und durch Verstellung der Sammellinse 3 auf die obere Fläche des
Prismas 4 bzw. nächst dieser Fläche eingestellt. Das in dieser Weise erzeugte Bild wird vom Objektiv 5 vergrössert und durch Okular 6 betrachtet.
Der linke Teil des Apparates, das Hauptsystem I, ist zweckmässig wie ein gewöhnliches Mikroskop ausgebildet und das Prisma 2 aus dem Strahlengang herausbeweglich, so dass das Mikroskop nach Ein- setzen eines gewöhnlichen Okulars in der üblichen Weise verwendet werden kann.
In der in Fig. 2 gezeigten weiteren Ausbildung des Erfindungsgegenstandes ist noch ein System aus Prisma 7, Sammellinse 8, Prisma 9 und Objektiv 10 vorgesehen. Das vom Objektiv 5, wie schon beschrieben, erzeugte Bild wird vom Prisma 7 reflektiert und durch Verstellung der Linse 8 auf die obere
Fläche des Prismas 9 eingestellt. Es findet also in diesem Falle eine zweifache Überführung des Bildes zwischen drei Objektiven statt. Das Prisma 7 ist wie das Prisma 2 zweckmässig aus dem Strahlengang herausbewegbar, so dass das Bild entweder im Hauptsystem I, II oder III betrachtet werden kann.
Es ist ersichtlich, dass in entsprechender Weise ein weiteres Ausbauen möglich ist und dass die Systeme II, III usw. als Zusätze zu dem normalen Mikroskop ausgeführt werden können. Letztere Aus- führungsform ist eine wichtige Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes.
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Die lV1íkroskopobjektive sollen zweckmässig gut korrigiert und genau in den richtigen Abständen im Verhältnis zu den Prismen angebracht bzw. durch Anschlag einstellbar sein, so dass das Bild, wenn es im System I scharf eingestellt ist, auch bei Benutzung der Systeme II bzw. III scharf eingestellt erscheint.
Da sich die Endprismen, in Fig. 1 das. Prisma 4 und in Fig. 2 das Prisma 9, immer in einem bestimmten Abstand von dem Hauptobjektiv ,'x. B. genau 155 mm bzw. 2 x 155 mm von diesem befinden, können mit dem Mikroskop exakte Messungen vorgenommen werden. Anstatt Prismen können natürlich auch Spiegel verwendet werden.
Die Erfindung ist auch bei anderen optischen Instrumenten verwendbar.
In den Rahmen der Erfindung fallen auch Mikroskope der in den Figuren gezeigten Art, bei welchen die Prismen S, 7 usw. nicht aus dem Abbildungsstrahlengang herausbewegbar sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Mikroskop mit mehreren hintereinander geschalteten Objektiven und im Abbildungsstrahlengang befindlichen reflektierenden Teilen, dadurch gekennzeichnet, dass die Objektive auf mehrere nebeneinander angeordnete Beobachtungsstuben mit eigenen Okularen verteilt und die vorgesehenen Reflexionsmittel, z. B. Prismen, ein- und ausschaltbar so angeordnet sind, dass die Abbildungsstrahlen nach Durchgang durch das, dem Objekt zugewandte erste Objektiv entweder unmittelbar dem zugehörigen Okular oder dem zweiten und gegebenenfalls einem weiteren Objektiv mit Okular zugeleitet werden.