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Richtungshörer.
Die bisher bekannten akustischen Systeme, welche zum Bestimmen der Lage eines unsichtbaren Flugzeuges nach dem Schall dienen, beruhen entweder auf dem Prinzip der künstlichen Verlängerung des natürlichen Ohrenabstandes, wobei Empfänger von verschiedener Konstruktion, meistens Kegelflächen angewendet werden, oder auf dem Prinzip des Maximums und Minimums der den Ohren des Beobachters zugeführten Schallintensität. In diesem letzteren Falle sind die Flächen der Empfänger nach den bis jetzt bekannten Systemen in der Form von Rotationsparaboloiden ausgebildet, und der Schall wird von denselben mit Hilfe von Rotationsellipsoiden oder-hyperboloiden in den zweiten Brennpunkt dieser Flächen geleitet, wo sich das Ohr des Beobachters befindet.
Diese Ausbildung von Rotationsellipsoiden oder von-hyperboloiden ist aber in der praktischen Konstruktion sehr kostspielig und erschwert die Konstruktion des ganzen Apparates.
Das bisher bekannte System (Fig. 1) kann aber praktisch nicht durch geeignete Wahl der inneren Abmessungen des Resonanzraumes auf die mittlere, erwartete Tonfrequenz abgestimmt werden, u. zw. aus dem Grunde, weil die Dimensionen des Resonanzraumes der Rotationsellipsoide zu gross werden und somit zur praktischen Konstruktion unfähig sein wurden, was aus der mittleren Wellenlänge in bis 4'2 m hervorgeht. Das hat aber zur Folge, dass der nach diesem System arbeitende Apparat jeden Schall, auch die störenden Geräusche, ohne Unterschied auffängt und den Ohrhörern zuführt. Dadurch entstehen Störungen durch Wind, Schiessen usw.
Diese Nachteile werden durch das akustische System gemäss der Erfindung beseitigt, bei welchem ein parabolischer Schallempfänger den von der Sehallquelle ankommenden Schall in den Brennpunkt eines zweiten Rotationsparaboloides in der Weise lenkt, dass das zweite Paraboloid parallele Sehallstrahlen liefert, die dem Ohr des Beobachters zugeführt werden. Nach der Erfindung ist zwischen den beiden Paraboloiden eine reflektierende Hilfsfläche eingeschaltet, die die Schallwellen entweder dem zweiten Paraboloid oder unmittelbar der Horchröhre des Beobachters zuführt. Dadurch wird die Konstruktion des akustischen Systems wesentlich vereinfacht und eine einfache, dabei aber sehr wirkungstarke Konstruktion des ganzen Apparates ermöglicht, da die akustischen Systeme des Richtungshörers auch zerlegbar konstruiert werden können.
Gleichzeitig wird durch den Gegenstand der Erfindung die Wahl der Länge der Schallführung in Übereinstimmung mit der oben angeführten Wellenlänge ermöglicht.
Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines solchen akustischen Systems. Das System kann sowohl zur Bestimmung eines Seitenwinkels als auch eines Lagenwinkels (Höhenwinkels) ausgebildet werden.
Als Schallempfänger (Fig. 2) dienen zwei Rotationsparaboloide 1, welche die parallel mit der Achse ankommenden Schallstrahlen in den Brennpunkten Fi und F2 konzentrieren. In jedem Rotationsparaboloid 1 befindet sich ein zweites Rotationsparaboloid mit innerer reflektierender Fläche 3 und äusserer reflektierender Fläche J'. Die Schallstrahlen fallen entweder (s. Strahl ) nach dem Durchgang durch den Brennpunkt auf die innere Fläche 3 des Rotationsparaboloides 3, 3', welches mit einer. \bleitungsröhre 2, 4 versehen ist, oder aber (s.
Strahl e) treffen sie die äussere Fläche-T desselben, von welcher sie auf das Paraboloid 1 zurückgestrahlt werden und dann doch in die Rohre 2 gelangen. Auf diese Weise werden sämtliche ankommenden Schallwellen dem Beobachter zugeführt.
Das ganze System beider zu beiden Ohren des Beobachters geschalteten Empfänger funktioniert nun wie folgt : Ist das System auf ein Ziel (Schallquelle) gerichtet, so wird beiden Ohren des Beobachters, u. zw. für beide Ohren gleich, ein Schallmaximum zugeleitet (s. Strahlen c und (l in Fig. 2). Befindet sich die Schallquelle links von den Achsen der Paraboloide 1, so dringt der Schall (s. Strahl q) in die akustische
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Leitung des rechten Empfängers, da seine Röhre : 2 nach rechts offen ist ; allerdings geht der Schall nicht durch den Brennpunkt, sondern durch die Öffnung der Röhre : 2. Der in den linken Empfänger gelangende Schall (s.
Strahl b) ist gedämpft, da der Schall nicht unmittelbar zur Öffnung der Röhre 2 anlangt. Umgekehrt verhält es sich, wenn der Sehall von der rechten Seite ankommt.
Der Beobachter dreht somit mit dem akustischen System nach der Richtung. von welcher aus er den Schall hört.
Es ist klar, dass diese Anordnung ausser dem obenerwähnten Zwecke auch den Vorteil bietet, dass die ganze Rotationsfläche der Empfänger 1 beim Anzielen auf ein Ziel ausgenutzt wird.
Fig. 3 zeigt ein Beispiel einer komplizierteren, aber im wesentlichen gleichen Konstruktion wie die nach Fig. 2.
Der von den parabolischen Empfängern 1 von beliebiger Form eines Segmentes eines Rotationsparaboloides aufgefangene Schall ist in dem Falle gegen die Brennpunkte F1 und F2 hin gerichtet, wenn er parallel mit den Achsen der Rotationsparaboloide 1 ankommt. In den Brennpunkten F1 und F2 sind
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Schall in die Brennpunkte der Paraboloide 3, und diese senden in die Röhren 4 parallele Schallstrahlenbündel aus. Die Funktion des Systems für Richtungen nach rechts und nach links ist dieselbe wie beim System nach Fig. 2. Die Länge der Röhren 4 kann der Wellenlänge des zu empfangenden Schalles entsprechend gewählt werden.
Eine wichtige Forderung für ein akustisches System ist eine gegen Schall isolierte Lagerung der Empfänger im Abhorchgeräte. Gleichzeitig müssen die Empfänger abnehmbar sein, damit sie nicht beim Transport oder unter den Witterungsverhältnissen usw. leiden. Ein Beispiel einer solchen Lagerung zeigt Fig. 4.
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gelagerten Kautschukröhre 4 aufruht. Gegen den Ring 7 können Kautschukrollen 6 abgestützt werden, welche von einem Hebelsystem 9, 10 und : 2 getragen werden, das mit Hilfe von zwei Zapfen je und B in einem auf der Muffe 8 befestigten Lager 1 gelagert ist. Das Hebelsystem wirkt so, dass durch Herunterziehen des Handgriffes 2 die Rolle 6 an den Ring 7 angepresst und der Handgriff 2 in dieser Lage durch eine in den Handgriff 2 eingreifende Federklinke. 3 gesichert wird.
Dadurch wird erzielt, dass die Empfänger an keiner Stelle die die Hülse 8 tragende Metallkonstruktion berühren.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Bichtungshörer, bei welchem ein parabolischer Schallempfänger den von der Schallquelle ankommenden Schall in den Brennpunkt eines zweiten Rotationsparaboloids in der Weise lenkt, dass das zweite Paraboloid parallele Schallstrahlen liefert, die dem Ohr des Beobachters zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Paraboloiden (1, 3) eine reflektierende Hilfsfläche
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die Schallwellen entweder dem zweiten Paraboloid oder unmittelbar der Horchröhre zuführt.