<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Entfernung organischer, flüchtiger Lösungsmittel von Impragnierstoffen aus dem Holz 0 (1. dgl.
Der nächstliegende Weg einer Sparimprägnierung von Holz, Holzabfallplatten, Leder od. dgl. mit wasserabstossenden oder pilzwidrigen Stoffen, wie Paraffin. Wachs. Kunstharzen. Lignin. Karbolineum.
Teeren od. dgl. ist der, diese Imprägnierstoffe in geeigneten, flüchtigen, organischen Lösungsmitteln, wie Benzin, Benzol, Azeton. Trichloräthylen, Tetrachlorkohlenstoff od. dgl., zu lösen und hierauf durch Druckimprägnierung, eventuell auch nach dem Rüping-Verfahren, mit dieser Lösung, welche eine beliebige Dosierung des Konservierungsmittels zulässt, ein tiefes Eindringen und eine gleichmässige Verteilung des gelösten und daher dünnflüssigeren Imprägnierstoffes im Holze od. dgl. zu erreichen.
Da sich jedoch der aus wirtschaftlichen Gründen und wegen Feuersgefahr unerlässlichen Wiedergewinnung des Lösungsmittels nach der Tränkung bisher unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenstellten, wie im Handbuch der Holzkonservierung von MaMke-Troschel, 2. Auflage auf Seite 219, eingehend begründet wird, ist eine Spartränkung nach dieser Methode nicht zur Anwendung gekommen.
Der Grund des Misserfolges liegt in dem schlechten Wärmeleit-, dagegen grossen Adsorptionsvermögen des Holzes od. dgl., zufolge dessen es bisher praktisch nicht möglich war. das in das Innere des Holzes od. dgl. eingeführte Lösungsmittel wiederzugewinnen.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren, welches darin besteht, dass nach dem Tränken des Holzes od. dgl. mit dem im organischen Lösungsmittel gelösten Imprägnierstoffe in den Tränkkessel die gesättigten oder, wo es angeht, überhitzten Dämpfe des Lösungsmittels eingeleitet werden. Es ist eine bekannte physikalische Tatsache, dass überhitzter Dampf. also auch der des Lösungsmittels, die Tendenz hat, sobald er in Berührung mit der Flüssigkeit kommt. aus der er entstanden ist. diese in Dampf überzuführen ; ein Vorgang, welcher der Trocknung bzw. der Entfernung des flüssigen Lösungsmittels sehr zugute kommt.
Sobald die Lösungsmitteldämpfe die im Kessel enthaltene, schlecht leitende, die Wärmezufuhr zum Holz unterbindende Luft verdrängen, bessert sich auch das Wärmeleitvermögen des Holzes rasch (vgl. Trocknung des Holzes mit Wasserdampf), und es beginnt nunmehr das im Holz enthaltene Lösungsmittel zu verdampfen. Infolge der überaus kleinen spezifischen und Verdampfungwärme organischer Flüssigkeiten gelingt die Befreiung des Holzes od. dgl. von diesen Lösungsmitteln viel rascher, als z. B. die Entfernung des Wassers bei der künstlichen Trocknung des Holzes mit Hilfe von Wasserdampf möglich ist.
Als ein Ausführungsbeispiel sei hier das Verfahren unter Anwendung von überhitzten Dämpfen von Trichloräthylen näher beschrieben :
In den mit dem Imprägniergut gefüllten Tränkkessel wird zunächst die Lösung des zur Imprägnierung verwendeten Paraffins in Trichloräthylen (Lösungsverhältnis etwa 1 : 1) eingeleitet. Der Druck beträgt etwa 4 at bei einer Temperatur von etwa 700 C. Die Einwirkung erfolgt durch etwa 1-2 Stunden. Die vorstehenden Werte modifizieren sich selbstverständlich je nach Ausdehnung, Gattung und Beschaffenheit des zu tränkenden Gutes. Die beim Ablassen der Imprägnierlösung in den Kessel eingeströmte Luft wird durch gesättigten bzw. überhitzten Dampf des Lösungsmittels unter geringfügigem Überdruck verdrängt.
Durch zweckmässiges Zusehalten des überhitzten Dampfes an den Kessel lässt sich das Eindringen von Luft überhaupt vermeiden. Der überhitzte Dampf versucht, sich durch Auf-
EMI1.1
Dadurch wird in sehr kurzer Zeit die angestrebte Entfernung des Lösungsmittels erreicht. Durch Nachschalten von Vakuum (etwa 60 cm) wird der letzte. noch in den Zellwänden adsorbierte Rest des Lösungs-
<Desc/Clms Page number 2>
mittels entfernt, wodurch auch noch der dem Lösungsmittel eigentümliche Geruch des Imprägniergutes verschwindet.
Die Dämpfe der organischen Lösungsmittel werden hierauf durch Kondensation in einem Kühler wiedergewonnen, und der Vorgang ist beendet, sobald sich kein Kondensat mehr ausscheidet.
EMI2.1
dunstung des Lösungsmittels zu beschleunigen im Vakuum bei einer Temperatur unterhalb des Siedepunktes des Lösungsmittels. Da beim Verdampfen organischer Flüssigkeiten, wie Terpentinöl, Xylol od. dgl., aus wasserhaltigen Stoffen meist Wasserdämpfe mitgerissen werden, erfolgt gleichzeitig mit der Entfernung des Lösungsmittels auch eine nachträgliche, sehr erwünschte, scharfe Trocknung des getränkten Holzes od. dgl.
Dieses Verfahren zur Rückgewinnung des Lösungsmittels eignet sich nicht nur dort, wo, wie z. B. beim österr. Patente Kr. 129323, Nowak, das Holz od. dgl. mit Paraffin, Wachs od. dgl. mit Hilfe eines organischen Lösungsmittels getränkt werden soll, sondern auch zur Färbung von Holz mit in organischen Lösungsmitteln löslichen Farbstoffen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Entfernung organischer flüchtiger Lösungsmittel von Imprägnierstoffen aus dem Holz od. dgl. nach der Imprägnierung, dadurch gekennzeichnet, dass die schlecht leitende Luft nach der Imprägnierung aus dem Tränkkessel vollständig durch die Dämpfe des Lösungsmittels verdrängt und letztere gemeinsam mit dem im Holze od. dgl. enthaltenen Lösungsmittel kontinuierlich, zweckmässig im Vakuum abgesaugt und in einem Kühler kondensiert werden.