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Vorzugsweise tisehförmige Vorrichtung zum UmroUen und Betrachten bzw. Abhören von Bild-und
Tonfilmen.
Es ist bekannt, einen Bild-und Tonfilm über eine gemeinsame Zahntrommel oder ein System von miteinander gekuppelten Zahntrommeln zu führen, um für die Zwecke des Filmschnittes an einer beliebigen Stelle die übereinstimmenden Teile von Bild und Ton leicht auffinden zu können.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Umrollvorrichtung für Ton- bzw. Bildtonfilme, bei der Einrichtungen zur Betrachtung der Bildaufzeichnungen und Einrichtungen zum Abhören der Tonaufzeichnungen vorgesehen sind zu dem Zwecke, laufend eine Kontrolle des Bildfilms und des Tonfilms durchführen zu können. Die Filmbahnen sind dabei zweckmässig so eingerichtet, dass mit ein und demselben Gerät sowohl Bildtonfilme, bei denen sich Bild-und Tonaufzeichnung auf getrennten Filmen befinden, als auch Bildtonfilme, bei denen sich Bild-und Tonaufzeichnungen auf einem gemeinsamen Film befinden, umgerollt und dabei betrachtet bzw. abgehört werden können.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Fig. 1, 2 und 3 dargestellt.
In Fig. 1 ist ein gemäss der Neuerung ausgeführter Umrolltisch in Draufsicht, in Fig. 2 im Schnitt von vorn gesehen, in Fig. 3 im Schnitt von der Seite gesehen gezeichnet. Auf der Tischplatte 1 befinden sich vier lose Teller 2,2', 2", 2"', die zum Auf-und Abrollen der Filme dienen. Sie tragen Filmkerne 3, die mittels Friktionskupplungen auf den einzelnen Achsen befestigt sind, welch letztere unterhalb des Tisches mit Riemenscheiben versehen sind. Der Antrieb erfolgt durch einen in seiner Tourenzahl mittels des Widerstandes 19 regelbaren Motor 29 über die Riemen 30. Für den Antrieb eines jeden Tellers ist eine Freilaufvorrichtung vorgesehen. Es können entweder die beiden rechts oder die beiden links auf dem Tisch befindlichen Teller bzw. Kerne gleichzeitig angetrieben werden.
Treibt man beispielsweise bei Rechtslauf des Motors die beiden rechten Kerne, so laufen die links angeordneten Kerne frei mit, bei Linkslauf hingegen werden die beiden rechten Kerne frei beweglich und die linken Kerne gleichzeitig angetrieben. Man hat so die Möglichkeit, zwei Filme je nach Wunsch auf die beiden rechten oder die beiden linken Teller aufzurollen. Die Geschwindigkeit des Filmlaufes wird an einem Tachometer 14 abgelesen. Der Motor treibt gleichzeitig auch direkt die Haupttransportrolle 12 an, über die beide Filme geführt werden und die den Synchronismus von Bild und Ton sicherstellt. Neben der Haupttransportrolle 12 (Fig. 1) sind zwei Bildfenster 7, 10 vorgesehen. Den Fenstern 7, 10 ist ein Bildbetrachtungsgerät bzw. eine Abhörvorrichtung zugeordnet.
Das Bildbetrachtungsgerät 4 besteht aus einerBeleuchtungs- optik 8, die an dem Klappfenster 7 angebracht ist und senkrecht nach unten durch die Tischplatte hindurchgeht, was eine erhebliche Raumersparnis mit sich bringt. Gleichzeitig besitzt diese Anordnung den Vorteil, dass der Film nicht mit der Beleuchtungslampe in Berührung kommen kann, wodurch jede Brandgefahr in einfacher Weise vermieden wird. Das Bildbetrachtungsgerät 4 enthält eine optische Ausgleichsvorrichtung, beispielsweise einen Spiegelkranz, der von dem Motor 29 über einen Riemen mit geeigneter Geschwindigkeit angetrieben wird, einen Linsentubus 6 sowie eine Betrachtungslinse 5 ; die Vorrichtung liefert ein aufrechtes Bild von hinreichender Grösse und Helligkeit.
Die Abhörvorrichtung besteht aus einem Klappfenster 10, an welchem eine Kapsel 11 befestigt ist ; in der Kapsel sitzt eine lichtelektrische Zelle. Zur Abhörvorrichtung gehört weiter eine versenkbare Beleuchtungsoptik 9, die ebenso wie die Bildoptik 8 senkrecht nach unten angeordnet ist, so dass sich auch hier die Beleuchtungslampe unterhalb der Tischplatte befindet. Die Tonoptik besteht aus Beleuchtungslampe, Kondensor, Spalt und Objektiv. Das Objektiv ist verstellbar, um eine scharfe Abbildung des Spaltes auf dem Film erhalten zu können.
Bildfenster von Tonabhörvorriehtung und Bildbetrachtungsgerät sind nun derart angeordnet, dass sowohl auf getrennten Streifen befindliche Bild- und Tonaufzeichnungen als auch kombinierte Bild-TonFilme ohne irgendwelche zusätzliche Massnahmen abgehört und betrachtet werden können. Im ersteren Falle werden die Filme in folgender Weise geführt (s. die gestrichelten Linien in Fig. 1) : Der Bildfilm läuft vom Teller 2 durch das Klappfenster 7 über Führungsrollen zur Haupttransportrolle 12 und wird dann auf den Kern des Tellers 2'aufgerollt. Der Tonfilm läuft vom Teller 2"durch das Klappfenster 10 über Führungsrollen zur gleichen Haupttransportrolle 12 und wird auf den Kern des Tellers 2"'aufgerollt.
Der Abstand von Mitte Klappfenster 7 bis zur Haupttransportrolle 12 ist zweckmässig gleich dem Abstand von Mitte Klappfenster 10 bis zur gleichen Rolle. Werden die Filme daher mit übereinstimmenden Synchronzeichen auf die Haupttransportrolle 12 gelegt, so sind die in den beiden Klappfenstern befindlichen Teile von Bild und Ton ebenfalls synchron.
Soll nun ein kombinierter Bild-Ton-Film abgehört und betrachtet werden, so ist der Filmlauf folgender : der Film läuft von dem Kern des Tellers 2 durch das Klappfenster 7 über zwei Führungs-
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rollen. 32, 3. 3 (s. die ausgezogene Linie zwischen den Klappfenstern 7, 10 in Fig. 1), dann durch das Klappfenster 10 zur Haupttransportrolle 12 und kann nun entweder auf dem Kern des Tellers 2'oder 2"' aufgerollt werden. Bekanntlich ist bei einem kombinierten Bild-Ton-Film der Ton gegenüber dem Bild um einen bestimmten Betrag versetzt, da bei der Wiedergabe des Films getrennte Bildfenster für Bild und Ton verwendet werden. Die Versetzung ist dann gleich der Länge des Films zwischen beiden Fenstern des Wiedergabegerätes.
Erfindungsgemäss sind Klappfenster und Führungsrollen so angeordnet, dass bei Führung des Films in der eben geschilderten Weise die Entfernung von der Mitte des Klappfensters 7 bis zur Mitte des Klappfensters 10 gleich ist dem Versetzungsabstand von den einander entsprechenden Bild-und Tonaufzeichnungen. Die erfindungsgemässe Vorrichtung ermöglicht somit, in einfacher Weise sowohl kombinierte als auch auf getrennten Filmen befindliche Bild-und Tonaufzeichnungen umzurollen, zu betrachten und abzuhören. Damit ist die Verarbeitung der Filme ganz wesentlich verbessert und auch verbilligt, da die gekennzeichneten Vorrichtungen vielseitig anwendbar sind.
Der elektrische Teil der Anordnung setzt sich in folgender Weise zusammen : Der Motor 29 wird über eine Steckdose 20 an ein Gleichstromnetz angeschlossen. Seine Tourenzahl kann mittels des Widerstandes 19 geregelt, die Drehrichtung durch die Schalter 17 bzw. 21 auf Rechts-bzw. Linkslauf geschaltet werden. Die Steckdose 16 und die Sicherungen 15 dienen zum Anschluss an das Wechselstromnetz. Für die Beleuchtungslampen von Bild-und Tonoptik ist je ein Transformator vorgesehen, die mittels der Schalter 23 und 24 ausgeschaltet werden können. Der Schalter 22 dient zum Ausschalten einer weiteren Lampe, die eine Mattscheibe 13 mit einen Bildstrich tragendem Massstabe erhält. Die in der Kaspel befindliche Photozelle ist durch ein geschütztes Kabel mit dem Verstärker 31 verbunden.
Der Verstärker wird ebenfalls mit Wechselstrom betrieben und durch den Schalter 25 ein-bzw. ausgeschaltet. An den Ausgang des Verstärkers können Kopfhörer angeschlossen werden, für welche Steckdosen 26 und 27 vorgesehen sind. Die Lautstärke wird durch ein Potentiometer 18 geregelt. Um eine Wiedergabe im Lautsprecher zu ermöglichen, ist eine Steckdose 28 angebracht, durch welche der Verstärker 31 mit einem weiteren Kraftverstärker verbunden werden kann. der einen Lautsprecher steuert. Die Leitungen sind so geführt, dass eine Beeinflussung der Photozellenleitung durch wechselstromführende Kabel vermieden ist ; Photozelle, Photozellenkabel und Verstärker sind daher auf der linken Seite (Fig. 3), die wechselstromführenden Leitungen dagegen nur an der Vorderseite des Tisches (Fig. 1) angeordnet. Sämtliche Leitungen sind in geschützten Kabeln verlegt.
Es ist natürlich auch möglich, einen Wechselstrommotor zu verwenden und dann die gesamte elektrische Anlage an ein Netz anzuschliessen.
Die Figuren stellen nur ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar. Im Rahmen der Erfindung liegen auch andersartige Ausführungsformen. Beispielsweise kann man die Gesamtapparatur nicht horizontal, sondern auch vertikal und die Filmteller übereinander anordnen. Auch kann die erfindungsgemässe Vorrichtung ohne weiteres so erweitert werden, dass mehr als zwei synchron ablaufende Filme kontrolliert werden. Es ist auch gleichgültig, welche Abmessungen die umzurollenden Filme besitzen.
Bei entsprechender Wahl der Rollen und der Bildfenster kann jedes beliebige Filmformat verwendet werden. Ferner ist die Verwendung von beliebigen Tonabhörvorrichtungen und Bildbelichtungsgeräten möglich. Führungsrollen und Bildfenster können überdies verstellbar eingerichtet sein, um auch Filme abhören und betrachten zu können, die eine beliebige Versetzung zeigen, oder solche, bei denen die Versetzung infolge eines kleineren oder grösseren Filmformats ein anderes Mass besitzt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorzugsweise tischförmige Vorrichtung zum Umrollen und Betrachten bzw. Abhören von Bildund Tonfilmen, gekennzeichnet durch zwei oder mehrere Filmbahnen mit Belichtungsfenstern (7, 10) für Bildbetrachtungs- bzw. Tonaufzeichnungsabhöreinrichtungen und derartige Anordnung der Filmbahnen, dass über jedes Belichtungsfenster (7, 10) je ein Filmstreifen oder aber über beide Belichtungfenster (7, 10) ein einziger, vorzugsweise Ton-und Bildaufzeichnung tragender Filmstreifen umgerollt werden kann.