AT129725B - Verfahren und Einrichtung zur azeton-butylalkoholischen Vergärung von Kohlehydraten. - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur azeton-butylalkoholischen Vergärung von Kohlehydraten.

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  Verfahren und Einrichtung zur azeton-butylalkoholisehen Vergärung von Kohlehydraten. 



   Die sogenannte   azeton-butylalkoholische   Vergärung der Kohlehydrate gewinnt in der Gärungsindustrie immer mehr Bedeutung. Die Erreger dieser bakteriellen Gärung, namentlich die zur Amylobaktergruppe gehörenden Bakterien sind in der Natur, hauptsächlich im Boden, an den Bodenfrüchten usw.   sehr verbreitet. Ihre Heranzüchtung lässt sich mit den üblichen bakteriologischen Methoden unschwer   durchführen. Die bisher bekannten Bakterien unterscheiden sich   morphologisch   wie biochemisch kaum voneinander ; etwa auftretende geringfügige Verschiedenheiten sind eigentlich als Auswirkung der verschiedenen   Züehtungsmethoden,   Nährmedien u. dgl. zu betrachten.

   Für das biochemische Verhalten dieser mannigfaltig benannten Arten ist es besonders bezeichnend, dass sie sieh den industriellen Anforderungen sämtlich gut anpassen lassen, wobei auch die theoretisch erreichbare Ausbeute an Azeton und Butylalkohol mit jeder von ihnen annähernd erreicht werden kann. Die Hauptprodukte : Butylalkohol, Azeton und Äthylalkohol, werden ebenfalls in dem Wesen nach gleichem Verhältnis von 6 : 3 : 1 gebildet, ebenso ist auch das Mengenverhältnis der entstehenden Gärungsgase : Kohlensäure und Wasserstoff, nahezu konstant. 



   Die gebräuchlichen Verfahren bedürfen wohl hinsichtlich der Ausbeute keiner Verbesserung. 
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 der übrigen Gärungsverfahren erheblich zurückbleibt, anderseits aber auch die auf die Zeit-und Volumeinheit entfallende Ausbeute verhältnismässig gering ist. 



   Das Verfahren bezweckt die Gewinnung der Gärungsprodukte in einer höheren Konzentration als die bisherige, sowie eine bessere   räumliche   Ausnutzung der Gärgefässe. 



   Versuche, die zur Feststellung der Zusammenhänge zwischen der Rohstoffkonzentration, der   Gärgeschwindigkeit,   dem Vergärungsgrad, der Vermehrung und Leistungsfähigkeit der Bakterien u. dgl.   durchgeführt wurden,   führten zu nachstehenden Festbtellungen. a) Die Angärung, Hauptgärung und   Nachgärung   ziehen sich bei steigender Rohstoffkonzentration zeitlich dermassen hin, dass   bei Überschreiten   einer gewissen Konzentration die Dauer der vollen Ausgärung sich fast bis ins Unendliche erstrecken würde ; b) die in manchen Fällen langsam und schlepped verlaufende Gärung ist nur zum Teil auf die Giftwirkung der Gärprodukte zurückzuführen ; hingegen ist der Gärverlauf und die   Gärgeschwindigkeit   in hohem Masse von der Rohstoffkonzentration abhängig.

   Wenn   z.   B. die gebildeten Gärprodukte die Gärung noch nicht merklich hemmen, gleichzeitig aber die Rohstoffkonzentration bereits stark gesunken ist, so nimmt die Intensität der Gärung so stark ab, dass sich die   Nachgärung   im Verhältnis zur Hauptgärung allzu lange hinzieht.

   Bei einer hohen Konzentration setzt die Gärung hinwieder zu langsam ein und verläuft zu schlepped, obwohl hiebei die Konzentration an Giftstoffen selbstredend noch nicht in Betracht kommen kann. e) Sowohl die Gärgeschwindigkeit als auch der Vergärungsgrad stehen in engem Zusammenhang mit den gegenseitigen Konzentrationsverhältnissen der   Ansatzmaisehe   (in   m   eleher die Bakterien gezüchtet bzw. vermehrt wurden) und der Hauptmaische ; d) die   Gärgeschwindigkeit   nimmt mit der Zahl der lebenden Baktieren zu ; letztere steigt in der Maische schon vor der   Hauptgärung   stark an, während die Gärgeschwindigkeit ihren Höhepunkt vor 
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 kurz darauf beginnt auch schon die Abnahme der Anzahl der lebenden Zellen.

   Innerhalb gewisser Grenzen - gegen den Optimalzustand herum-nimmt auch die Anzahl der in der Volumeinheit enthaltenen lebenden Bakterien mit der steigenden Rohstoffkonzentration zu. 



   Diese Versuchsergebnisse sind in den Fig.   1-4   der Zeichnung graphisch veranschaulicht. 



   Fig. 1 und 2 zeigen den zeitlichen Verlauf der Gärung, bei verschiedenen Ausgangskonzentrationen an-Kohlehydraten. In Fig. 1 ist auf der Abszisse die Gärdauer in Stunden, auf der Ordinate der Kohlehydratgehalt der gärenden Maische in Prozenten ausgedrückt. Kurve 1 zeigt die bei der Vergärung von Maischen mit einem anfänglichen Kohlehydratgehalt von   2'9%   jeweilig beobachtete   tatsächliche   Kohlehydratkonzentration als Funktion der Gärdauer, Kurve 1I dasselbe bei einer Ausgangskonzentration 
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   den gebildeten Gärungsprodukten (Butylalkohol, Azeton usw. ) bei der Vergärung von Maischen mit   verschiedenen Anfangskonzentrationen darstellt, u. zw. im Prozentsatz der Maische, als Funktion der Gärzeit.

   Die Kurven   IVI   veranschaulichen die Gärverhältnisse von Maischen derselben Anfangskonzentration wie nach Fig. 1. 



   Fig. 3 zeigt, wie der Gärverlauf einer Hauptmaische von einer Anfangskonzentration von   7-5%   durch den   Anfangskohlehydratgehalt   der Ansatzmaische beeinflusst wird. Die Kurven a-e veranschaulichen die Verhältnisse bei einer Ausgangskonzentration der Ansatzmaische von 4-5, 5, 7-5, 10 bzw. 11'5%. 



  Sie geben die Konzentration der in der gärenden Maische enthaltenen Gärprodukte (Azeton, Butylalkohol, Äthylalkohol usw.) im Prozentsatz der Maische, als Funktion der Gärzeit an. 



   Die Kurven f und g auf Fig. 4 zeigen das Ansteigen der Konzentration der   Gärprodukte, während   die Kurven   71,   und i die Vermehrung der Bakterien in einer Maisehe mit einer Anfangskohlehydratkonzentration von 6 bzw.   7-5%   in der Funktion der Gärzeit darstellen.   Die Kurven fund 71,   gehören 
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 in je einer Volumeinheit der Maische. Diese Einheit ist für beide Maisehen dieselbe. 



   Fig. 5 veranschaulicht den Gärverlauf der Maische gemäss dem vorliegenden Verfahren. Die Kurve   ;   zeigt die jeweilige wirkliche Kohlehydratkonzentration der Maische, Kurve   I   die Konzentration   der entstehenden Gärungsprodukte (Azeton, Butylalkohol, Äthylalkohol usw. ), Kurve m die Konzentration   der in die Maische gelangten gesamten, d. h. vergorenen und unvergorenen Kohlehydrate in Prozenten, schliesslich zeigt Kurve n die Zahl der in der Volumeinheit der Maische jeweils vorhandenen Bakterien, im Mehrfachen ihrer zu Beginn der Gärung feststellbaren Anzahl   ausgedrückt,   als Funktion der Gärzeit. 



  Die Kurve o zeigt die Steigung der Konzentration an   Gärprodukten-im   Verhältnis zum bisher   üblichen   Verfahren-bei einer solchen Anfangskonzentration der Maische, welche dem erfindungsgemässen Höchstwert der Konzentration der gesamten vergorenen und unvergorenen Kohlehydrate gleich ist. 



   Diese auch auf den Graphikonen dargestellten Versuchsergebnisse wurden im Rahmen des neuen Verfahrens entsprechend verwertet. Das Wesen des Verfahrens besteht in folgendem :
Eine nach den bisherigen Erfahrungen noch gut vergärbare, sterilisierte Maische mit einem Kohlehydratgehalt von etwa 7% wird in der üblichen Weise mit einer als geeignet befundenen Bakterienkultur angestellt. Zweckmässig werden hiezu Bakterien verwendet, welche in einer Maische von höherer Kohlehydratkonzentration gezüchtet worden sind, wobei sich diese Maische in Hauptgärung befindet.

   Sobald in der angestellten Maische die Hauptgärung eingesetzt hat, wird ihr-in einer oder mehreren Chargen oder kontinuierlich-eine solche Menge steriler Maische von höherer Kohlehydratkonzentration als die Ausgangsmaische zugesetzt, dass-auf die Volumeinheit der Maische bezogen-der gesamte (d. h. der bereits vergorene und der noch unvergorene) Kohlehydratgehalt etwa auf das   l'4-1'5fache   der Ausgangskonzentration ansteigt.

   Während der Zuführung der höher konzentrierten Maische ist darauf zu achten, dass der sich hiebei ergebende unvergorene Kohlehydratgehalt der Maische die ursprüngliche, im vorliegenden Falle 7% ige Konzentration der Ausgangsmaische nicht   übersehreite.   Dadurch wird einerseits die ansonsten schädliche Einwirkung der höheren Konzentration ausgeschaltet, anderseits die Ausnutzung der maximalen   Gärgesehwindigkeit während   der Hauptgärung ermöglicht. Zugleich wird durch Erhöhung der Rohstoffkonzentration die Vermehrung der Bakterien stark begünstigt.

   Auf diese Weise wird bei gleichem Rauminhalt und nahezu gleicher Gärdauer etwa das   1'4-1'5fache   der bisherigen Rohstoffmenge verarbeitet, wobei auch die Konzentration der vergorenen Maische an Butylalkohol-Azeton-Äthylalkohol auf das   l'4-1'5fache   ansteigt. Die beispielsweise angegebenen Konzentrationen sowohl für die Ausgangsmaische als auch für die nachträglich eingeführten können auf-oder abwärts verschoben werden. Auch kann die nachträglich eingeführte konzentriertere Maische aus einem andern Rohstoff als der zur Ausgangsmaische verwendete bereitet werden. 



   Die bei diesem Gärverfahren beobachteten   Konzentrations-und   Zeitverhältnisse sowie die Verhältniszahlen der lebenden Bakterien, mit den einfachen Vorgängen verglichen, sind aus   Graphikon   5 der Zeichnung ersichtlich. 



   Nach Beendigung der Gärung verbleibt in der vergorenen Maische, wie auch aus den Graphikonen auf Fig. l ersichtlich, noch eine gewisse Menge vergärbarer Kohlehydrate. Bei Verwendung von höher 

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 konzentrierten Maischen ist auch dieser unvergorene   Rückstand     proportioneil grosser. Dementsprechend   wird die in der Volumeinheit der vergorenen Maische zurückbleibende Menge an unvergorenen Kohlehydraten, obwohl sich der Vergärungsgrad trotz der   hohen #Lösungsmittel"-Konzentration   von etwa 3'5% nicht ändert, ebenfalls etwa 1'4-1'5mal soviel betragen als bei um soviel mal verdünnteren Maischen. 



   Zur Verringerung der Kohlehydratverluste bzw. zur Vergärung des Rückstandes kann man die abdestillierte, noch etwa 0'6-1% Kohlehydrate enthaltende Schlempe im Dämpfer zur Einmaischung frischen Rohstoffes verwenden, wobei in die Ausgangskonzentration der zu bereitenden Maische der
Kohlehydratgehalt der Schlempe eingerechnet wird. Auf diese Weise wird die Kohlehydrateinbusse auf den sovielten Bruchteil des während eines Gärungsvorganges auftretenden Verlustes herabgesetzt, als wie viele Male die   Schlempe   in den Betrieb zurückgeführt wird. Dies kann je nach der Beschaffenheit des Rohstoffes 3-6mal, im Falle mechanischer, chemischer oder beider Arten der Reinigung der Sehlempe auch mehrmals geschehen, solange als sieh die die Viskosität steigernden, nicht vergärbaren und den
Gärvorgang hemmenden Stoffe nicht allzu sehr anhäufen.

   Diese Arbeitsweise hat den Vorteil, dass die in der Schlempe enthaltenen aufgeschlossenen Bakterien bei der   nächsten   Gärung als Nährstoff zum Aufbau der neuen Organismen dienen, so dass für diesen Zweck weniger vergärbarer Rohstoff aufgebraucht wird. 



   Beispiel 1. 7000 kg Kartoffeln (mit einem Stärkegehalt von etwa   20%)   werden bei einem Druck von 2 bis 3 Atm. mit soviel Wasser gedämpft, dass man   schliesslich-samt   dem niedergeschlagenen Wasser-etwa 20. 000 l Maisch erhält. Diese wird nun durch ein Überhitzerrohr in ein mit Rührwerk und Kühler versehenes, geschlossenes, steriles Gärgefäss eingeblasen. Gleichzeitig wird in das   Gärgefäss,   unter Riihren und Erhaltung einer Temperatur von 80 bis 90 , etwa ein Drittel des vorbereiteten Ansatzes   miteingebraeht.   Als Ansatz wird eine stark gärende Maische mit einem ursprünglichen Gehalt von etwa 50 bis   60%   Kartoffeln, gleich 10-12% Stärke, verwendet.

   Nach etwa einem viertel-bis halbstündigen Rühren wird die Maisehe rasch auf   36#37  gekühlt   und die andern zwei Drittel des Ansatzes zugesetzt. Unter Beibehaltung der Temperatur von 36 bis 37  gerät die Maische in 10-12 Stunden in heftige Gärung, worauf sie in ein zweites,   ähnlich   ausgestattetes steriles Gärgefäss von etwa doppeltem Inhalt hinübergedrückt w ird, in welches gleichzeitig 2000   !   einer inzw ischen vorbereiteten und auf   36#37    gekühlten, höher konzentrierten sterilen Maische eingeführt werden. Die Vorbereitung dieser Maische erfolgt in einem zweiten Autoklaven mit soviel Wasser, dass die Stärkekonzentration 14-15% (etwa   70%   Kartoffeln) beträgt.

   Danach werden in je 5-7 Stunden   noch zweimal 9000 !   oder in je   3-4 Stunden   dreimal   6000 l   einer gleich hoch konzentrierten Maische zugeführt. Die solcherart auf eine Menge von 40. 000 l vermehrte Maische bedarf einer Gärdauer von weiteren 18-25 Stunden. Nach Beendigung der Gärung enthält die Flüssigkeit 3'6-3'8%   an #Lösungsmitteln",   d. h. Butylalkohol, Azeton und Äthylalkohol, u. zw. im üblichen Verhältnis von 6 : 3 : 1. 



   Als Ansatz wird   zweckmässig   eine aus einer geeigneten Bakterienrasse   gezüchtete   Kultur verwendet, welche unter stufenweiser Erhöhung der Konzentration   schliesslich   in einer   50-60% Kartoffeln   enthaltenden Maische vermehrt worden ist. Auch ein Bruchteil der Hauptmaische selbst kann als Ansatz verwendet werden, in jenem Zustande, als ihr   Gesamtkohlehydratgehalt   den   Höchstwert   bereits erreicht hat, aber noch keine zwei Drittel der gesamten Kohlehydrate vergoren sind. 



   Es sei bemerkt, dass die höher konzentrierte Zusatzmaische gegebenenfalls aus einem andern Rohstoff hergestellt werden kann als die Ausgangsmaische. 



   Beispiel 2. Die   abdestillierte Schlempe enthält-wie   bereits erwähnt-neben etwa 0'6-1'0% noch vergärbarer Kohlehydrate etwa 2-3% sonstiger, teilweise als   Bakteriennährstoff verwendbarer   
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 verdünnt und in der im Beispiel 1 beschriebenen Weise vergoren. Zur Herstellung der zuzuführenden konzentrierteren   60#70%igen Maische werden noch   weitere   5000l   der Schlempe verwendet. Solcherart werden zwei Fünftel der gesamten Schlempe in den Prozess zurückgeführt. 



   Bei Verwendung eines andern Rohstoffs, z. B. Maises, können vier Fünftel der gesamten   Schlempe   in der beschriebenen Weise verwertet werden. 



   Nach drei-bis fünfmaliger Verwendung häufen sich die unvergärbaren Stoffe in der Schlempe dermassen an, dass sie ohne eine mechanische (Klärung, Absetzen) oder chemische Reinigung in die Gärung nach Beispiel 1 und 2 nicht zurückgeführt werden kann. Doch kann diese dicke Schlempe, noch mit Melasse, Rüben oder einem andern Rohstoff auf etwa   6%   Kohlehydratgehalt eingemaischt, nochmals vergoren und nach Abdestillieren als hochwertiges Futtermittel verwertet werden. 



   Das Verfahren kann   zweckmässig   in einer in Fig. 6 schematisch dargestellten Einrichtung dureh- 
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 gespeist. R dient zur Züchtung bzw. Vorbereitung der zum Anstellen verwendeten   Bakterienmaisehe.   Aus den Gefässen V1 und   V2   wird die Maische nach etwa zehnstündiger Gärung in eines der parallel geschalteten und einzeln ausrückbaren Gefässe   E1#E6 hinübergedrückt,   in welche die konzentriertere 
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 verschiedentlich gewählt werden, wie auch die Weiterbeförderung der Maischen in beliebiger Weise, z. B. mittels des Druckes der Gärungsgase   usw.,   ausgeführt werden kann. 



   Es wurde gefunden, dass die mit dem vorliegenden Verfahren erzielbare Ausbeute an Lösungmitteln m ie auch der Verlauf des Gärvorganges die gleichen blieben, wenn als Erreger eine in der Industrie bereits gewöhnte oder aber irgendeine nach den üblichen Methoden   herangezachtete   Bakterienrasse verwendet wurde. Gute Ergebnisse wurden z. B. mit einer auf folgende Weise   gezüchtete   Kultur erzielt :
10 kg velTiebene Kartoffeln werden mit 15 ! Wasser und 5 g Kaliumkarbonat vermischt. Der gleichmässig dünne Brei wird in 50 Kolben verteilt und 45 hievon bei einem Druck von 2-3 Atm. sterilisiert. 



  Nach der Sterilisierung wird in je 5 Kolben Humus verschiedener Herkunft, Rüben, Kohlrüben, Spreu von verschiedenen Getreidearten usw. gestreut und werden dieselben hierauf mit den unsterilisiert gebliebenen 5 Kolben in Thermostaten von   33-34-35-36-37-380 untergebracht, wo bei   ein jeder der einzelnen Kolben mit demselben Ausgangsstoff bei verschiedenen Temperaturen gehalten wird. Nach etwa 48-60 Stunden werden die nach Butylalkohol riechenden Proben ausgesondert, je 50   ct   davon in weitere, dem Ausgangsstoff ähnliche sterile Kartoffelbrühen enthaltende Kolben übergegossen und nach   gründlichem   Vermischen in die entsprechenden Thermostate zurückgebracht.

   Nach dreitägiger Gärung wird aus den den einzelnen Kolben entnommenen 200-300   cm3   der gebildete Butyl-und Äthylalkohol wie auch das Azeton abdestilliert. Der Inhalt des als günstigst befundenen Kolbens wird dann zur   Heranzüchtung   von Reinkulturen verwendet. Mit durch gebräuchliche Methoden, z. B. durch anaerob   durchgeführte   Plattengussmethode gewonnenen, scheinbar aus einer Zelle entstandenen Kolonien werden je zwei mit steriler   Kartoffelbrühe   gefüllte   Freudenreichsehe   Kolben beimpft und diese hierauf wieder in die Thermostate gebracht.

   Nach etwa   zw   ei Tagen wird der Inhalt dieser Kolben einzeln in je einen, je 250   em   sterile Kartoffelbrühe enthaltenden Kolben überführt und nach zweieinhalbtägiger Gärung der meistversprechende wieder ausgesondert. Zeigte sich die Gärfähigkeit dieser Kultur in mehreren aufeinanderfolgenden Proben als zufriedenstellend, so wird sie, nach Vermehrung und Gewöhnung in bekannter Weise, in den Gärprozess   eingeführt.   



   Bei der azeton-butylalkoholisehen Vergärung von Kohlehydraten wurde es bereits vorgeschlagen 
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 wobei jedoch die Konzentration der Zusatzmaischen jener der Ausgangsmaische gleich bemessen ist. 



  Zweck dieser Massnahme ist, durch wiederholte nachträgliche Zuführung verhältnismässig kleiner Chargen von nicht sterilisierten Maischen die Sterilisationskosten herabzusetzen. Demgegenüber werden gemäss vorliegendem Verfahren hochkonzentrierte   Zusatzmaischen   verwendet, um bei besserer Ausnutzung der Gärgefässe höher konzentrierte Gärprodukte zu gewinnen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur azeton-butylalkoholischen Vergärung von Kohlehydraten, wobei der in üblicher Weise zubereiteten und angegorenen Maische weitere Mengen von der zu vergärenden Maische periodisch oder in ununterbrochenem Laufe   zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass   die Konzentration der   nachträglich   zugeführten Maische eine höhere ist als die ursprüngliche Konzentration der gärenden Maische, wobei der Kohlehydratgehalt, die Menge und die Zulaufgeschwindigkeit bzw. die Zeitpunkte der Zugabe der nachträglich eingeführten Maische so bemessen werden, dass die Konzentration des resultierenden Maischegemisehes an Gesamt-, d. h.

   bereits vergorenen und noch unvergorenen Kohlehydraten die ursprünglich vorhanden gewesene Kohlehydratkonzentration der Ausgangsmaische übersteigt, dabei aber der jeweilige wirkliehe,   d.   h. noch unvergorene Kohlehydratgehalt des   Maisehegemisches   die ursprüngliche Kohlehydratkonzentration der Ausgangsmaisehe nicht übertrifft, so dass eine an den gewünschten   Gärprodukten angereicherte Endmaische entsteht.  

Claims (1)

  1. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 unter Verwendung einer in üblicher Weise zubereiteten und angegorenen Ausgangsmaisehe mit etwa 7% Kohlehydratgehalt zur Darstellung einer vergorenen Endmaische mit einem #Lösungsmittel"-Gehalt von etwa 3#6-4#0%, dadurch gekenzeichnet, dass der sich bereits in Hauptgärung befindlichen Ausgangsmaische unter Aufrechterhaltung der Gear- temperatur von etwa 36-370 eine.
    Maische mit einem Kohlehydratgehalt von etwa 13-15%, vorerst in einer geringeren, etwa ein Achtel bis ein Zehntel der Ausgangsmaische betragenden Menge, hierauf in Zeitabständen von 3-6 Stunden in grösseren, etwa ein Drittel bis ein Sechstel der Ausgangsmaisehe betragenden, Mengen solange zugeführt wird, bis die Gesamtmenge etwa das Doppelte der Ausgangsmaische erreicht, worauf man diese soweit vergären lässt, bis in der Maische höchstens 1'0% an unvergorenen Kohlehydraten zurückbleibt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die nachträglich einzuführende konzentrierte Maische aus einem andern Rohstoff bereitet wird als die Ausgangsmaische.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die nach Abdestillieren der vergorenen Maische zurückbleibende Schlempe unter Einrechnung ihres Gehaltes an noch vergärbaren Kohlehydraten zur Herstellung einer frischen Ausgangsmaische verwendet wird. <Desc/Clms Page number 5>
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die nach Abdestillieren der vergorenen Maische zurückbleibende Schlempe zur Herstellung der zur Ausgangsmaische zuzusetzenden konzentrierten Maische verwendet wird.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 4 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man die Schlempe vor ihrer Verwendung zum Einmaischen frischen Rohstoffes einer chemischen oder mechanischen oder beiden Arten der Reinigung unterwirft.
    7. Verfahren nach einem der vorangehenden Anspruche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangsmaische mit einer höher konzentrierten Vormaische angestellt wird, welche eine an hochkonzentrierte Maische gewöhnte Bakterienkultur enthält.
    8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man zum Anstellen der Ausgangsmaische eine Ansatzmaisehe verwendet, welche einem vorangegangenen Gärungsvorgang in jenem Stadium der Hauptgärung entnommen wird, in welchem die Maische die gesamten Kohlehydrate bereits in der Höchstkonzentration enthält, aber ungefähr ein Drittel der gesamten Kohlehydrate noch nicht vergoren ist.
    9. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Kombination von 1. einem oder mehreren den Rohstoff auf die gewählte Ausgangskonzentration bringenden Autoklaven, 2. von je einem oder je mehreren, mit einem dieser Autoklaven verbundenen, zur Einleitung der Hauptgärung dienenden Vorgärgefässen, welche ausser dieser Verbindung noch einerseits mit einem der Ansatzgefässe, anderseits mit je zwei oder je mehreren Hauptgärgefässen in Verbindung stehen, und 3.
    von, ausser dieser Verbindung mit den Vorgärgefässen, noch einerseits mit je einem oder je mehreren, konzentrierte Maische erzeugenden Autoklaven, anderseits mit den Destillierblasen verbundenen solchen Hauptgärgefässen, in welchen nach Beendigung der Hauptgärung auch die Nachgärung verläuft, wobei noch die Destillationsblasen zweckmässig mit Leitungen versehen sind, durch welche die ausgekocht Schlempe teils zu den Ausgangs-, teils zu den konzentrierte Maische erzeugenden Autoklaven zugeführt werden kann. EMI5.1
AT129725D 1930-01-21 1930-05-05 Verfahren und Einrichtung zur azeton-butylalkoholischen Vergärung von Kohlehydraten. AT129725B (de)

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