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Musterreihe zur Ermittlung der Güteeigensehaften von Blechen.
Bei der Beurteilung des Gefüges und der sonstigen Güteeigenschaften von Feinbleche war man bisher hauptsächlich auf die metallographische Untersuchung angewiesen. Diese Untersuehungsmethode ist jedoch umständlich und zeitraubend, ferner lässt sie auch in bezug auf Genauigkeit zu wünschen übrig, da das Auszählen der Gefügekörner sehr unsicher ist. Es ist ferner bekannt, Versuchsstücke mit natür- lichen Musterstücken oder bildlichen Darstellungen der letzteren zu vergleichen.
Hievon unterscheidet sich die Erfindung dadurch, dass die Muster der zur Ermittlung der Gilteeigensehaften von Blechen dienenden Musterreihe an ihrer Oberfläche mit künstlich, vorzugsweise durch Prägen hergestellten
Körnungen in verschiedenen Abstufungen versehen sind, die den bei Bleehtiefungs-und Beulproben auftretenden, je nach Korngrösse verschiedenen Rauhigkeitsgraden der Blechoberfläche entsprechen.
Gegenüber natürlichen Musterstücken, die in ihrer Oberfläche sehr verschieden ausfallen und daher keine zuverlässige Vergleichsmöglichkeit gestatten, wird durch die künstlich erzeugte Körnung der Muster- oberfläche gemäss der Erfindung die Möglichkeit geschaffen, bestimmte gleichmässige Vergleichswerte und Normen für die verschiedenen Körnungsgrade festzulegen, die einen leichten und sicheren Vergleich mit den bei Bleehtiefungs-und Beulproben auftretenden verschiedenen Oberflächenbeschaffenheiten des Bleches ermöglichen.
Da die Kornzahl und Korngrösse für die Bearbeitungsfähigkeit eines Bleches eine grosse Rolle spielen, so ist die zuverlässige vergleichsmässige Feststellung derselben von grosser praktischer Bedeutung.
Je feiner das Korn bei einem bestimmten Tiefungswert ist, desto besser ist das Material bei der Beanspruchung und desto glatter ist die Oberfläche des hergestellten Gegenstandes. Anderseits gestattet die Feststellung der Korngrösse Rückschlüsse auf die richtige Wärmebehandlung und auf den günstigsten Reckungsgrad bei der Herstellung. Die mit den künstlich gleichmässig gekörnten Mustern versehene Musterreihe gemäss der Erfindung ermöglicht daher sowohl dem Verbraucher als auch dem Erzeuger alle Vergleichsfeststellungen beim Prüfen von Blechen, Blechbändern usw. in einfacher und sicherer Weise.
Zweckmässig bestehen die Vergleichsmuster aus getieften oder gebeulten Blechrondellen, deren Oberfläche künstlich mit den verschiedenen Körnungen versehen sind.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Musterreihe gemäss der Erfindung dargestellt.
Fig. 1, 2 und 3 zeigen die Reihe in Seitenansicht, in Draufsicht und im Querschnitt nach der Linie 777-777 der Fig. 1, Fig. 4 und 5 zeigen zwei abgeänderte Ausführungsformen der Vergleichsmuster im Schnitt.
Nach Fig. 1-3 sind auf einem Halter a aus Holz oder anderm Stoff mehrere, in der Zeichnung vier Muster 1, 2, 3, 4 angebracht. Die Muster bestehen aus in ihrer Grundfläche runden oder eckigen Blechen, die mit Tiefungsbuckeln oder Rondellen versehen sind und an ihrer Oberfläche die künstlich, vorzugsweise durch Prägen hergestellten verschiedenen Körnungen aufweisen, die den bei Blechtiefungsoder Beulproben auftretenden, je nach Korngrösse verschiedenen Rauhigkeitsgraden der Blechoberfläche entsprechen. Der die Rondelle 1-4 tragende Halter a ist, z. B. wie in der Zeichnung an einer schrägen vorderen Abflaehung, mit einem Schild b versehen, das die verschiedenen Rauhigkeitsgrade z. B. mit "sehr fein","fein","grob","sehr grob"oder mit irgendeiner anderen Bezeichnung angibt (z.
B. die Kornzahl je Flächeneinheit der ebenen Bleche). Die Bezeichnungen können aber auch statt auf einem besonderen Schild b auch unmittelbar an den Blechen 1-4, z. B. an deren Grundfläche oder an sonstiger Stelle des Halters a angebracht werden. Nach der Zeichnung liegen die Rondelle vertieft im Halter a, wodurch der Vergleich erleichtert wird.
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Die Rondelle 1-4 mit den künstlichen Körnungen können statt aus Blech auch aus einem andern Stoff, wie Hartgummi, Holz, Zelluloid usw., oder aus einer formbaren Masse, wie Gips, Holzstoff, Porzellan, Ton usw., hergestellt sein. Zweckmässig werden die Muster in diesem Falle noch mit einem dünnen metallischen Überzug versehen, der die verschiedenen, künstlich erzeugten Körnungsgrade erkennen lässt.
Nach Fig. 4 ist beispielsweise angenommen, dass das Rondell aus irgendeiner festen Masse c der vorgenannten Art mit einem Metallüberzug d besteht. Der Überzug kann z. B. auf galvanischem oder elektrolytischem Wege auf die Masse c aufgebracht werden.
Die Vergleichsmuster brauchen auch nicht unbedingt aus Rondellen zu bestehen, die den Rondellen des zu prüfenden Bleches entsprechen, sondern-sie können, wie in Fig. 5 dargestellt ist, z. B. auch aus ebenen Platten f bestehen, deren Oberflächen die verschiedenen künstlichen Rauhigkeitsgrade aufweisen. Auch die ebenen Platten f können statt aus Blech aus irgendeinem andern Stoff, vorzugsweise mit Metallüberzug hergestellt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Musterreihe zur Ermittlung der Güteeigenschaften von Blechen, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächen der z. B. aus getieften oder gebeulten Blechrondellen bestehenden Muster mit künstlich, vorzugsweise durch Prägen hergestellten Körnungen in verschiedenen Abstufungen versehen sind, die den bei Blee. htiefungs-und Beulproben auftretenden, je nach Korngrösse verschiedenen Rauhigkeitsgraden der Blechoberfläche entsprechen.