AT129056B - Verfahren zur Erzeugung der Lichtempfindlichkeit von lichtelektrisch aktiven Körpern. - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung der Lichtempfindlichkeit von lichtelektrisch aktiven Körpern.

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AT129056B
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  Verfahren zur Erzeugung der Lichtempfindlichkeit von   liehtelektriseh   aktiven Körpern. 



   Es ist bekannt, dass manche lichtelektrisch aktive Körper ihre Aktivität erst durch mehr oder weniger umständliche Wärmebehandlung gewinnen. Der typische Vertreter dieser Körper ist das Selen. 



   Die an sich bekannten Herstellungsvorschriften des photoelektrisch aktiven Selens geben an, dass man durch ein längeres Tempern bei 1400-2400 (hierin gehen die Angaben weitgehendst auseinander) das aktive Material gewinnen kann. Es ist weiterhin bekannt, dass die nach diesen Vorschriften hergestellten
Zellen bisher voneinander wesentlich abweichende Eigenschaften zeigten. Insbesondere ist die Empfind-   lichkeit   der einzelnen Zellen voneinander sehr verschieden, und es ist sogar bei Innehaltung derselben
Herstellungsbedingungen eine Seltenheit, dass man zwei in ihren Eigenschaften übereinstimmende Zellen erhalten kann. 



   Erfindungsgemäss werden diese Nachteile behoben und Zellen gleichmässiger Beschaffenheit erzielt, wenn man den Temperprozess so leitet, dass im Gegensatz zu bisher nicht der Wärmebehandlungs- prozess, sondern der Abkühlungsprozess besonders geregelt wird. Hiezu wird nach dem vorliegenden Ver- fahren die Wärmebehandlung in einer indifferenten Flüssigkeit von solchem Siedepunkt durchgeführt, welcher genügend hoch über dem Temperaturgrad liegt, bei dem die in Frage kommenden lichtempfind- lichen Körper behandelt werden müssen. Dabei ist es gleichgültig, ob man die betreffenden Substanzen rein oder bereits auf irgendeinen Trägerkörper aufgetragen behandelt. Die Flüssigkeiten, in denen die
Wärmebehandlung und die Abkühlung stattfindet, können sowohl organische, z. B. Paraffin bzw. Paraffin- öl, Glyzerin, Harze u. dgl., wie auch anorganische, z. B.

   Schwefelsäure, hochsiedende Salzlösungen, Salz- schmelzen usw., sein. Um ein Verdampfen flüchtiger Substanzen zu verhindern, wird zweckmässig Rück- flusskühlung angewandt. Die auf vorstehende Weise behandelten lichtempfindlichen Körper werden von dem anhaftenden Medium, in dem die Wärmebehandlung erfolgte, durch geeignete Lösungsmittel gereinigt. Auf diese Weise ist es möglich, eine gleichmässige   Wärmeeinwirkung und leicht   konstant zu haltende, vor allem aber genau reproduzierbare Abkühlungsverhältnisse zu erzielen, welche bisher in keiner andern Weise erreichbar waren. Auch wird durch das Verfahren das Wegsublimieren leicht flüch- tiger Körper während der oft lange dauernden Wärmebehandlung vermieden. 



   Es hat sieh ferner gezeigt, dass die verschiedenen lichtempfindlichen Körper verschiedene spezifische, für sie geeignete Wärmeübertragungsmedien haben. Auch ist es gegebenenfalls zweckmässig, das zu aktivierende Material durch rasches Erhitzen bis zum Siedepunkt des Mediums und sofortiges Abschrecken in einen kristallinischen Zustand zu bringen, welcher, sofern noch nicht aktiv, durch verhältnismässig kurze Weiterbehandlung bei niedrigen Temperaturen in den gewünschten aktiven Zustand gebracht werden kann.

   Eine weitere besondere Ausbildung des Verfahrens zur Beschleunigung der Bildung des photo- elektrisch aktiven Materials besteht darin, dass man bei der Wärmebehandlung schon von vornherein bereits aktiviertes Material in mehr oder weniger feiner Verteilung zugibt, in der Weise, dass dieses mit dem Medium, in dem die Wärmebehandlung stattfindet, eine möglicht homogene Suspension bildet. 



  Die Aufrechterhaltung dieser Suspension während des Erwärmungs-bzw. Abkühlungsvorganges wird nötigenfalls durch geeignete   Rühr-oder Schüttelvorrichtungen   erzielt. Bei lichtempfindlichen Sub- stanzen, deren Umwandlungspunkt in der Nähe der Temperatur liegt, bei welcher die Wärmebehandlung stattfindet, ist es gegebenenfalls zweckmässig, das aktive Material erst kurz vor bzw. während des
Abkühlungsvorganges hinzuzufügen. Durch diesen Zusatz aktiven Materials zu der zu aktivierenden 

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 Substanz auf Art eines Impfprozesses erzielt man eine weitgehende Zeit-und Wärmeersparnis, d. h. eine äusserst rasche Bildung der aktiven Modifikation.

   Durch dieses Verfahren ist es möglich, Photozellen, insbesondere Selenzellen (auch Tallophide-Zellen   usw.),   von nahezu gleichen Eigenschaften serienmässig herzustellen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung der Lichtempfindlichkeit von lichtelektriseh aktiven Körpern, wie Selen od. dgL,   mittels Wärmebehandlung unter Verwendung   einer die Wärme auf den betreffenden Körper übertragenden indifferenten Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass zu den Wärmeübertragungsmedien mehr oder weniger fein verteilte, bereits lichtelektrisch aktive Substanzen zu Beginn oder erst bei der   Abkühlung   suspendiert werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Wärmeübertragungsmedien organische Substanzen, wie Paraffin, Glyzerin, Harze od. dgl., oder anorganische Substanzen, wie Schwefelsäure, hochsiedende Salzlösungen, Salzschmelzen od. dgl., verwendet werden.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrechterhaltung einer Suspension mittels Rühr- oder Schüttelvorrichtungen bewirkt wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zu behandelnde Medium nach kurzem Erhitzen auf über 2000 und raschem Abschrecken erneut einer Wärmebehandlung, jedoch unterhalb 200 , ausgesetzt wird.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der auf vorstehende Weise behandelte lichtempfindliche Körper durch geeignete Lösungsmittel gereinigt wird.
AT129056D 1930-06-12 1931-06-12 Verfahren zur Erzeugung der Lichtempfindlichkeit von lichtelektrisch aktiven Körpern. AT129056B (de)

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