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Verfahren zur Luftveredelung, insbesondere zu Heilzwecken.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung, Kühlung oder Erwärmung, Befeuchtung und Verbesserung der Luft für die verschiedenartigsten Verwendungsgebiete, insbesondere zu Heilzwecken.
Es ist eine bekannte Tatsache, dass eine Verschlechterung der Luft im geschlossenen Raume neben Verunreinigung durch mechanische Beimengungen und Vermehrung durch Keimgehalt, Riechstoffe usw. vor allem durch die Zunahme der relativen Luftfeuchtigkeit eintritt.
Das Empfinden eines derartigen durch die Luftfeuchtigkeit bedingten schwülen Luftzustandes hat unter anderem seinen Grund darin, dass durch die allmählich vor sich gehende Zunahme des Wasserdampfgehaltes vor allem in bewegungsloser, energiearmer Luft an allen Grenzflächen zwischen Luft und Gegenständen die Dichte des Wasserdampfes grösser, und in der Folge die Luft zunehmend ärmer an aktivem Sauerstoff wird, weil dessen normales Diffusionsvermögen durch die sich allmählich ausbildende Wasserdampfhaut teilweise verringert wird.
Man versuchte aus diesen Erwägungen heraus bereits durch Trocknung oder Waschung der Luft den trägen Wasserdampf aus der Luft zu entfernen. Aber alle diese bekannten Verfahren konnten dies wegen mangelhafter Zerstäubung des hiezu erforderlichen Wassers nur in unvollkommener Weise erreichen. Hinzu kam noch, dass wohl die Luftverhältnisse sich etwas besserten, aber diese Behandlungsluft nicht den speziell für Heilzwecke erforderlichen erhöhten und vor allem wirksam gemachten Sauerstoff aufwies.
Um nun mit einfachen Mitteln und ohne teuere Einrichtungs-und Betriebskosten eine Verbesserung der Luft in jeder Beziehung zu erzielen, wird nach dem Verfahren gemäss der Erfindung die Luft durch Zerstäubung von Flüssigkeiten mit Hilfe von Zerstäubern nach den deutschen Patenten Nr. 446705 und Nr. 470382 entstäubt und gereinigt, und somit Wasserstaub in sehwebender feinst verteilter Form, sowie eventuell mit Heilmitteln beladen.
Die hiebei sich ergebende überaus erfrischende und heilkräftige, künstliche Atmosphäre, welche in der Natur nur zeitweise unter besonderen Umständen, z. B. nach Gewittern oder nach niedergegangenem Morgentau vorkommt, kann nach der Erfindung zu jeder Zeit, in jeder Raumluft, nach Wunsch und Bedarf mit geringem Aufwand an Betriebsmitteln, geschaffen werden. Durch die Beimengung von Wasserstaub ergibt sich eine Bereicherung der Atemluft an aktivem Sauerstoff, d. h. der Sauerstoff wird in eine wesentlich reaktionsfähigere Form gebracht, die besonders Oxydationsprozesse im menschlichen Körper stark intensiviert und beschleunigt.
Die mit diesem Verfahren erzielbare grössere Oxydationskraft des Luftsauerstoffes lässt sich dadurch erklären, dass durch das Einstäuben von Wasser mittels Schlickscher Kreiselkraftdüsen (deutsche Patente Nr. 446705 und Nr. 470382) in die Luft eine Energieaufladung im Mischgebilde entsteht, welche das rasche Zusammentreten und Wiedervereinigen f einer Wasserstäubchen durch Distanzhaltung und elektrische
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tionen mehr befähigten Form als in gewöhnlichem, nicht so fein verteiltem Wasser gelöst (man hat durch
Versuche festgestellt, dass ein Liter Wasser mit einer Temperatur von zirka 11-15 und einem Sauer- stoffgehalt von zirka 3-5-5 mg bei Verdüsung um zirka 4'5-6'8 mg Sauerstoff angereichert wird, wobei die Sättigungswerte des verdüsen Wassers an Sauerstoff nahe an der Sättigungsgrenze liegen,
teilweise sogar darüber) und zum anderen noch infolge der grossen Oberflächenspannung an den einzelnen winzigen
Wasserstaubteilchen adsorbiert. Dadurch wird seine Konzentration, von welcher die Treibkraft der
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Oxydation in erster Linie abhängt, stark erhöht. Dies ist durch experimentelle Versuche bewiesen (durch Oxydation einer Ferrosulfatlösung mit verdüstem Wasserstaub). Diese Vergrösserung der Reaktionsenergie findet ein vollständiges Analogen in der Adsorptionskatalyse bei heterogenen Reaktionen, wo ebenfalls durch Verdichtung des gasförmigen Sauerstoffes bzw. anderer gasförmiger Reaktionsteilnehmer an der Oberfläche des Katalysators eine Erhöhung der Konzentration und damit der Triebkraft eintritt.
Dadurch, dass dieser Wasserstaub mehr reaktionsfähigen Sauerstoff aus der durchströmten Luft mit sich herumträgt, kann auch jeder Verbrennungsprozess mit dieser Luft günstig beeinflusst werden.
Das Verfahren vollzieht sich gemäss der Erfindung etwa wie folgt : Die in den betreffenden Raum einzuführende Luft wird zunächst physikalisch in an sich bekannter Weise, z. B. durch Siebe, Filter od. dgl. vorgereinigt. Alsdann wird diese Luft durch Waschkammer geleitet, in denen durch Einstäuben von Wasser in feinstverteilter Form mit Schliekschen Kreiselkraftdüsen nach den deutschen Patenten Nr. 446705 und Nr. 470382 vor allem der anhaftende, als Kontaktgift wirkende Wasserdampf, schädliche Gase, Keimstoffe, Staub usw. beseitigt werden. Durch diese Behandlung wird an sich schon die Wirksamkeit des Sauerstoffes der Luft etwas erhöht, weil durch die Entfernung des Wasserdampfes aus der Luft diese jetzt relativ mehr Sauerstoff enthält.
Je nach der Grösse der Anlagen muss selbstverständlich die zu behandelnde Luft durch diese Apparaturen mit bekannten Mitteln, z. B. mit Ventilatoren od. dgl. hindurchgeleitet werden. Ausserdem ist gleichzeitig mit dem Eintreiben neuer Luft in den Raum die alte Luft abzusaugen.
Die so vorbehandelte Luft wird nun, am besten kurz vor dem Eintreiben in den Raum, nochmals durch Einstäuben von Wasser mit Schlickschen Kreiselkraftdüsen nach den Patenten Nr. 446705 und Nr. 470382 mit schwebendem Wasserstaub durchsetzt.
In den Zerstäubern dieser Art wird das Wasser durch weitgehendst, reibungslose Umformung von Flüssigkeitsdruck mit besonders geformten Treibkanälel1 in Kreiselkraft so fein zerstäubt, dass das eine ausserordentlich grosse Oberfläche zeigende Flüssigkeitsstaubgemisch nicht allein eine elektrische Aufladung erfährt, sondern auch andere Eigenschaften und auch sonstige physikalische Besonderheiten vorübergehender Art zeigt. Dieser Düsenstaub ist energieabgebend und mit der Eigenschaft behaftet, aus der Luft Sauerstoff an der Grenzfläche zu verdichten, und ausserdem in erhöhtem Masse zu lösen.
Allerdings erfolgt nur dann eine Adsorption und Aktivierung des Luftsauerstoffes in den genügenden Ausmassen, wenn vorher der Luft der Wasserdampf möglichst entzogen worden ist.
Aus dem Vorerwähnten geht die ausserordentliche Wichtigkeit der Herstellung eines, in der Luft schwebend bleibenden, möglichst feinen Wasserstaubes bzw. die Herstellung eines Luftmisehgebildes mit möglichst grosser spezifischer Oberfläche hervor. Dass diese Herstellung bisher mit den bekannten Zerstäubern nur unter Aufwendung teurer Energiemengen möglich war, liegt an der Mangelhaftigkeit älterer Düsensystem.
In den vorerwähnten Zerstäubern jedoch ist ein einfaches Mittel gegeben, um nicht nur die Luft (wie das seither schon in teurer Weise geschah) von schädlichem Wasserdampf zu reinigen, sondern auch die Angriffskraft des Sauerstoffes auf eine bisher unbekannte Art noch weiter durch Adsorptionsvorgänge zu steigern.
Für besondere Heilzwecke kann die vorgereinigte und vorbehandelte Luft noch in ihrer oxydierenden Wirkung künstlich verstärkt werden durch an sich bekannte Zusätze von desinfizierenden Substanzen, z. B. durch Einstäubung antiseptischer Mittel, wie Formaldehyd usw. Diese Mittel werden durch Zerstäubung mit vorerwähnten Zerstäubern zur allerfeinsten Verteilung gebracht und gelangen in jene Organe, in welchen die Verbrennungen stattfinden, verhindern dort das Weiterwachsen und Vermehren schädlicher Keime, töten bestehende ab und begünstigen eine rasche Heilung. Durch die Behandlung der Luft mit Wasserstaub wird es möglich gemacht, bis in die äussersten Lungenspitzen Desinfektionmittel, wie z. B.
Formaldehyd, bei Abwesenheit von Wasserdampf in der Luft in feinster Verteilung und Beladung mit Sauerstoff so erfolgreich vorzutreiben und mit dem in den Lungen fliessenden Blut in Berührung zu bringen, wo es die Tötung der Bazillen veranlasst. Je nach dem einzelnen Fall richtet sich die Wahl der Desinfektionsmittel. Je nach Bedarf, z. B. im Winter, kann natürlich die eingesaugte Luft auch in geeigneter Weise vorgewärmt werden.
Derartig behandelte Luft lässt sich ebenfalls für sämtliche Verbrennungsvorgänge, ferner zur
Warenbehandlung usw. verwenden.
Jegliche, diesem Verfahren angepasste Vorrichtungen lassen sich mit Erfolg verwenden.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei beispielsweise Ausführungsformen zur Durchführung des
Verfahrens jeweils im Schnitt mit teilweiser Ansicht.
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Luft des Innenraumes 2 durch Düsen 3, nach dem deutschen Patent Nr. 446705 und Nr. 470382, gereinigt und getrocknet wird.
Der zu reinigenden Luft kann durch Vermittlung eines Rohres 4 nach Bedarf bei Öffnung einer Drosselklappe 5 Frischluft beigemischt werden, wobei das Mitreissen unerwünschter Fremdkörper vorteilhaft durch einen Luftfilter 6 verhindert wird.
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Die so gereinigte Luft tritt bei 7 aus. An dieser Stelle ist eine geeignete, vorteilhaft an die Wasserleitung angeschlossene Düse 8 vorerwähnter Art angeordnet, mittels welcher der Luft Wasserstaub in feinster Verteilung zugeführt wird.
Nach den Vorrichtungen gemäss Fig. 2 können die am Eingang der Brausekammer angeordneten Düsen auch auf einander gegenüberliegende Rohrgruppen verteilt sein.
Hiedureh wird erreicht, dass gegenüber den bekannten Anordnungen die Düsen nicht so dicht sitzen müssen. Trotzdem wird über die Gesamtfläche der Brausekammer ein einheitlicher Wasserschleier erzeugt. Der Luftwiderstand des Wasserschleiers selbst ist ganz minimal, da die Wirkung der ersten luftfördernd arbeitenden Düsenreihe, von der zweiten Düsengruppe, die entgegengesetzt arbeitet, vollkommen ausgeglichen wird.
Diese Anlage ist wie folgt, aufgebaut : Die Brausekammer 9 ist nach aussen zu durch ein Reinigungssieb oder ein Filter 10 abgeschlossen, während zwischen Ventilator 11 und dieser Kammer 9 ein Tropfenabscheider 12 bekannter Bauart eingeschaltet ist.
Die in der Brausekammer gewaschene Luft drückt der durch einen Motor 13 betriebene Ventilator durch den Rohrstutzen 14 an den Bestimmungsort.
Der für die Zerstäubung von zusätzlichem Wasserstaub oder Beimischungen zur Luft, wie z. B.
Desinfektionsmittel, Formaldehyd usw., vorgesehenen Kombinationsdüse 15 wird das Druckmittel in Form von Druckluft durch den Kompressor 16 zugeführt. Dieser Kompressor saugt bei 17 die bereits vorbehandelte, aktivierte und entstaubte Luft an. Selbstverständlich kann dieser Kompressor ebenfalls mehrere für Zusätze bestimmte Düsen beschicken.
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einander gegenüber gestellt. Je nach Bedarf kann man entweder beide oder nur eine Rohrgruppe drehbar anordnen, wobei entweder jedes einzelne Rohr gesondert zu schalten ist, oder sämtliche Rohre einer Gruppe gemeinsam schaltbar sind. Jede beliebige Zwischenstellung der Düsen der einzelnen Rohrgruppen lässt sich auf diese Weise ermöglichen.
Das Abwasser wird bei 22 gesammelt und von hier abgelassen.