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Selektives Zeitrelais.
Bei den meisten bekannten Ausführungen von selektiven Zeitrelais ergibt sich die Auslösezeit als die Dauer einer relativen Bewegung von zwei Kontaktteilen eines Kontaktpaares. wobei von diesen Kontaktteilen je nach Auslösezeit eine gewisse Weglänge mit einer gewissen Geschwindigkeit zurückgelegt wird. Diese Wirkungsweise erfordert besonders für die richtige Begrenzung der Geschwindigkeit mehr oder minder komplizierte mechanische Einrichtungen. Zweck der vorliegenden Erfindung'ist, solche Einrichtungen zu vermeiden.
Bewegungen von Konstrnktionsteilen auf ein Minimum, nämlich auf jene kleine Bewegung der Kontaktteile. die zur sicheren Schliessung und Öffnung des Auslösestromkreises erforderlich ist, zu beschränken und ein Maximum an Einfachheit und Betriebssicherheit zu erreichen.
Benutzt wird hiezu eine Anordnung, wie sie beispielsweise in ähnlicher Weise bei Verzögerungsrelais (D. R. P. Nr. 369638) Anwendung findet. Das Wesentliche der Anordnung ist in Fig. 1 dargestellt. 1 und,'2 bedeutet je einen Kontakueil. ; 1 den heweglichen Teil des Relais. 4 die Achse, um welche der Teil 3 drehbar geordnet ist. 5 einen Anschlag und durch 6 und
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der einen eine von der Zeit im wesentlichen unabhängige Funktion des Quotienten Spannung durch Strom (E/J) 6'und die der andern eine von den Netzverhältnissen im wesentlichen un-
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in der gezeichneten offenen Stellung. als die Kraft 7 kleiner bleibt als die Kraft 6.
In dem Augenblick. in welchem die Kraft 7 die Kraft 6 Überwiegt. tritt hingegen Schliessen der Kon- taktteile 1 und 2. also Auslösen des Relais ein. Die Auslösezeit hängt demnach vom Verlauf
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hältnisse. nämlich des Quotienten Spannung durch Strom. wobei letztere auch irgendeine geeignete Komponente der Leitungsspannung bzw. des Leitungsstromes sein können, und kann durch Veränderung der Kraft 7 geregelt werden. Der Unterschied gegenüber bekannten, eine gewisse Ähnlichkeit autweisenden Relais nach D. R.
P. Nr. 369638 besteht im wesentlichen darin, dass bei dem neuen Relais ausser der von der Zeit abhängigen Kraft noch eine von den Netzverhältnissen abhängige Kraft auf den bewegliellen Teil einwirkt, so dass also. die Aus-
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tive Wirkungsweise erforderlich ist.
Die Erzeugung der auf den beweglichen Teil einwirkenden Kräfte kann in verschiedener
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Der besondere Vorteil der Brückenschaltung gegenüber andern möglichen. auf dem gleichen Prinzip beruhenden Anordnungen ist der, dass der Stromverlauf in der Brücke unabhängig oder fast unabhängig ist von der Umgebungstemperatur, da die durch diese bewirkten Änderungen der Ohmwerte in. allen Widerständen im gleichen Masse auftreten und daher keinen Einfluss auf den Brückenstrom ausüben. Allerdings ist eine solche Anordnung nicht unabhängig von
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können jedoch durch weitere zusätzliche Widerstände mit hohen Temperaturkoeffizienten kompensiert werden, wenn die Zeitkonstante dieser Widerstände klein ist gegenüber den Auslösezeiten. denn in diesem Falle nehmen die Widerstände vom Anfang an Ohmwerte an. die von der Spannung abhängig sind.
Ist diese Abhängigkeit''besonders stark, wie bei den Variatoren (Eisenwiderstände in Gas), so genügt es im allgemeinen, einen solehen Widerstand vor die
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auf einen bestimmten, fast gleichbleibenden Wert begrenzt wird.
Ausser dieser einfachsten Schaltanordnung können noch viele andere Schaltkombinationen der temperaturabhängien Widerstände angegeben werden, beispielsweise eine solche, bei welcher parallel zu den der vorhin beschriebenen Brücke vorgeschalteten tempara. turabhängigen Widerstand kleiner thermischer Zeitkonsiante eine zweite Brückenanordnung von temperaturabhängigen Widerständen geschaltet ist. in deren Brückenkreis eine zweite Magnetwicklung liegt. welche der ersten Hauptwicklung entgegenwirkt. Bei einer z. B. höheren Spannung der Hilfsstromquelle wirkt dann dem erhöhten Strom in der Hauptwicklung ein besonders erhöhter Strom in der zusätzlichen Wicklung entgegen und kompensiert daher den Zuwachs des ersteren.
Die Erzeugung der vom Quotienten Spannung durch Strom abhängigen Kraft erfolgt gleichfalls zweckmässig durch Elektromagnete oder etwa auch in der Ausführung von Ferrarisscheiben. welche von Spannung und Strom bzw. von diesen-proportionalen Spannungen und Strömen erregt werden. Es lässt sich hiebei die Abhängigkeit der Kraft vom Quotienten Spannung durch Strom in an sich bekannter Weise erzielen ; beispielsweise dadurch, dass die vom Strom (J) und von der Spannung (T) herrührenden Kräfte annähernd proportional sind dem Logarithmus des ursächlichen Stromes bzw. Spannung und einander entgegengerichtet sind. Der erforderliche Zusammenhang zwischen Strom bzw.
Spannung und Zugkraft nach der logarithmischen Funktion ist mit bekannten Mitteln, wie gesättigte Drossel- oder Hilfstransformatoren und durch geeignete Bemessung der Magnete ohne weiteres zu erreichen.
Eine besonders günstige Anwendung gestattet das beschriebene Zeitrelais in Verbindung mit der für das Relais erforderlichen Einschaltvorrichtung ; es ist nämlich durch Verwendung
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Eine derartige Anordnung zeigt Fig. 2. Bei dieser Figur stellt dar : 1. 2 Kontaktteile. 5 den beweglichen Teil des Relais, 4 die Achse, um welche letzterer drchbar ist, 5 den Anschlag. 6 eine Zugfeder, 7-10 die Brückenwiderstände, deren Ohmwerte jedoch in diesem Falle
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Erregung des Hilfsrelais 19, wodurch das Kontaktpaar. 30 geöffnet und das Kontaktpaar 21 geschlossen wird.
Im weiteren Verlaufe tritt infolge der verschiedenen Erwärmung der Brückenwiderstände ein ständiges Sinken des Brückenstromes in 13 ein : sobald nun das Sinken des
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die Kontakte 18, wodurch die Brücke von der Spannung ; quelle abgeschaltet ist. Ein. Nach- laufen'ist bei diesem Relais ausgeschlossen, da überhaupt kein #Laufen" vorliegt.
Selbstverständlich ist nur das für die prinzipielle Wirkungsweise beschrieben und in der Figur dargestellt ; Einzelheiten, wie beispielsweise Umschaltvorrichtungen für die Spannungsspule 16, oder ein Hilfsrelais. welches das Kontaktpaar 1-, 2 von jeglicher grösserer Schalt- arbeit zn befreien hat. sind. da sie das Neue der Erfindung nicht betreffen. weggelassen.