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Die Erfindung bezieht sich auf einen VulkanÌ8ierapparat, insbesonders für die Reparatur an Gummireifen von Fahrzeugen und andern Gummigegenständen, und sieht in seiner Konstruktion leicht transportable Bestandteile vor, um die Reparatur unabhängig von Ort nnd Zeit durchzuführen.
Es sind bereits leicht tragbare Vulkanisierapparate mehrerer Systeme bekannt, welche jedoch alle im Wesen auf einer und derselben Idee beruhen, nämlich mittels einer Presse mehrere aufeinanderliegende Bestandteile zusammenzupressen, nämlich Reparaturfleck. Werkstück, eine Metallplatte, die als Wärmeleiter und Druckübertragung dient, und einen Heizkörper. Im allgemeinen ist die wärmeleitende Metallplatte auch so ausgebildet, dass sie die Form eines Napfes besitzt, auf dessen Innenseite ein fester Brennstoff montiert ist. Diese Apparate besitzen jedoch gewisse Nachteile, wie z. B.
Unförmigkeit und grossen Raumbedarf, bedingt vorzüglich durch das Vorhandensein der Presse, der es beispielsweise einem Radfahrer fast unmöglich macht, den Apparat mitzuführen ; ferner setzen diese Apparate bei ihrer Bedienung eine gewisse Handfertigkeit voraus, da die oben erwähnten, napfartige Metallplatten genau zentrisch in die Presse eingespannt werden müssen, will man nicht Gefahr laufen, dass eine Kante tiefer als beabsichtigt in das Werkstück eingepresst wird und somit bei der Erhitzung eine neue Verletzung an dem zu reparierenden Gegenstand entsteht. Vor allem aber ist der Betrieb der bekannten Apparate relativ teuer, da der Metallnapf, der gleichzeitig als Behälter für den Brennstoff dient. nach einmaliger Benützung fortgeworfen wird und durch einen neuen ersetzt werden muss.
Auch das Mitführen der Ersatzmetallnäpfe nimmt erheblichen Raum in Anspruch.
Diese und andere Nachteile werden durch die Erfindung vermieden. Der Erfindunggegenstand ist in zwei beispielsweisen Ausführungsformen in den Figuren der Zeichnung in orthogonaler Projektion dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 den Aufriss, Fig. 2 dessen Grundriss der einen Ausführungsform, Fig. 3 ein Detail im Aufriss, Fig. 4 die zweite Ausführungsform im Aufriss, Fig. 5 dessen Grundriss. Fig. 6 ein Detail im Grundriss. Fig. 7 und Fig. 8 zeigen im Auf-und Grundriss ein Detail, welches für beide Ausführungsformen gilt.
Das Werkstück- (s. Fig. 1 und 2). das bei 2 eine Beschädigung aufweist, über welche ein Fleck. 1 angeordnet wird, der aufvulkanisiert werden soll. wird derart in den Apparat eingelegt, dass es auf die Grundplatte 4 zu liegen kommt. Diese Grundplatte 4 bildet zusammen mit der Platte 5 die beiden Backen einer Presse, zwischen denen das Werkstück 1 liegt.
Die Presswirkung wird dadurch hervorgerufen, dass ein unrunder Bolzen 6, der auf einem Ende einen Kopf 7, am andern Ende ein Gewinde 8 besitzt, derart durch die Ausnehmung 9 der Platte 4 geführt wird. dass der Bolzen 6 durchgeht, der Kopf 7 aber in der Platte 4 Halt findet. Der Bolzen 6 wird dann weiter durch die Ausnehmung 10 der Platte 5 geführt, so dass sein das Gewinde 8 tragendes Ende über die Platte 5 hinausragt, auf das dann die Mutter 11 aufgeschraubt-wird. Durch den Druck beim Aufschrauben der Mutter nähern sich die Platten 4 und 5. Da der Bolzen 6 unrund ist und in den Ausnehmungen 10 der Platten 4 und 5 eine Geradführung hat, nähern sich die Platten 4 und 5 parallel.
Die Platte 5 ist bei 12 zu einem Napf ausgebildet, dessen Boden 13 aus der Plattenebene vorsteht, also bei Annäherung der Platten 4 und 5 auf den Reparaturfleck eine Pressung ausführt. Der Napf 12, dessen Boden 13 zweckentsprechend gewölbt ist, dient zur Aufnahme des Heizkörpers, als
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Troekenspiritus, entsprechend leicht entflammbarer Pappendeckel in Tablettenform usw., eventuell auch einer Quantität flüssigen Brennstoffes, wie Spiritus, Öl usw. Will man nun vulkanisieren, so wird das Werkstück, auf dessen Verletzung ein Fleck aufgelegt wird, in den Apparat eingelegt, durch Aufschrauben der Mutter eine gewisse Pressung hervorgerufen, der Heizkörper in den Napf eingelegt und entzündet. Nach dem Erkalten wird die Mutter gelockert und das Werkstück herausgenommen.
Da der Brennstoff, sofern er in fester Form eingebracht wird, beim Entzünden die Tendenz hat, sich zu werfen und wenn er direkt auf das Werkstück fällt, dieses verletzen könnte, besitzt die Dose 12 eine Nase 14, durch die ein hinreichendes Festhalten des Brennstoffes bewirkt wird. Dementsprechend muss natürlich der Brennstoff (s. Fig. 7 und 8) eine entsprechende Ausnehmung 15 besitzen. In der Praxis werden im allgemeinen zwei Arten von Reparaturen durchgeführt. Erstens das Aufvulkanisieren von kreisrunden Flecken bei lochartigen Verletzungen, zweitens das Aufvulkanisieren von länglichen Flecken bei rissartigen Verletzungen. Die Fig. 1 zeigt den Erfindungsgegenstand bei der Verwendung zum Vulkanisieren eines länglichen Fleckes.
An Stelle des Napfes 12 kann aber durch Drehung der Platte 5 um 180 um ihre kürzere Achse an Stelle des Napfes 12 jener Teil der Platte 5 gebracht werden, der zum kreisrunden Napf 16 ausgebildet ist, der analog einen bombierten Boden 17 und eine Nase 18 besitzt. Die weitere Funktion bleibt dieselbe. Aus Fabrikationsgründen ist es manchmal nicht leicht, die napfartige Ausbildung der Platte 5 herbeizuführen, da die Platte zur Druckübertragung eine gewisse Dicke, der Napf als Wärmeleiter eine gewisse Dünne haben soll. Fig. 3 zeigt eine Ausführung, bei der Napf nnd Platte organisch zwei verschiedene, mechanisch aber einen Bestandteil darstellen. Der Napf 19 kann beispielsweise fertig in eine Spritzgussform eingebracht werden und sodann erst die Platte 20 gespritzt werden.
Fig. 4 und 5 zeigen eine zweite Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes, u. zw. beispielsweise für Werkstücke, deren vorkommende Dicke sich in vorher bekannten, eng begrenzten Dimensionen bewegt (z. B. Fahrradluftschläuche). Der Apparat besteht in dieser beispielsweisen Ausführungsform aus zwei Platten 21 und 22, die um eine Druckspiralfeder 23 als Drehpunkt gelagert sind. Die Platte 21 ist zu einem Napf 24 ausgebildet, der den Brennstoff aufnimmt und analog eine Nase 25 und einen bombierten Boden besitzt. Die Feder 23, deren Enden 26 und. 27 die Platten 21 und 22 zusammendrücken, besorgt die nötige Pressuug beim Vulkanisieren.
Die Arbeitsweise ist derart, dass durch Zusammenpressen der mit Fingergriffen 28 und 29 versehenen Enden der Platten 21 und 22 deren andern Enden, u. zw. der Napf 24 und die Unterlagsplatte 30 auseinandergehen, worauf das Werkstück 31 eingelegt wird. Durch Loslassen der Fingergriff 28 und 29 bewirkt die Feder 23 ein Zusammenpressen des Werkstückes 31 zwischen den Platten 24 und 30. Die weitere Funktion ist dieselbe wie bei der früher erwähnten Ausführung. Um absolute Parallelität zu erreichen, kann der Napf 24 auch derart angeordnet sein, dass er (nach Fig. 6) durch zwei Zapfen 32 um eine Achse schwenkbar, in der Platte 25 angeordnet wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vulkanisierapparat zur Reparatur von Gummirädern und andern Gummigegenständen, dadurch gekennzeichnet, dass er aus zwei, durch ein oder mehr mechanische Bestandteile miteinander in Verbindung gebrachte Teile (4, 5 bzw. 24, 30) besteht, welche die sich zueinander parallel nähernden oder entfernenden Backen einer Presse bilden, zwischen die das Werkstück eingebracht wird, wobei einer oder beide dieser Teile eine Höhlung besitzt, welche einen Heizkörper enthält, so zwar, dass der Boden der Höhlung aus der Pressbacke vorsteht und auf das Werkstück nicht nur Wärme, sondern auch Druck übertragen kann.