AT126264B - Verfahren und Vorrichtung zum Naßbehandeln von frei in der Flotte beweglichem Textilgut. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Naßbehandeln von frei in der Flotte beweglichem Textilgut.

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  Verfahren und Vorrichtung zum   Nassbehandeln   von frei in der Flotte beweglichem
Textilgut. 



   Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Nassbehandeln von Textilgut, das in der Flotte frei beweglich ist. 



   Für das Färben von schwer   durehfärbbaren Waren,   wie Hutstumpen, Strümpfen, Handschuhen od. dgl., wurde bereits vorgeschlagen, das Gut in einer Kammer mit einem waagerechten Siebboden und einer senkrechten zu diesem angeordneten perforierten Seitenwand frei beweglich einzulagern und unter dem Siebboden sowie neben der perforierten Seitenwand je eine weitere Flottenumführungskammer vorzusehen, in der ein Propeller waagerecht oder senkrecht angeordnet ist, der die Flottenkreisung mit oder entgegen der Richtung der Schwerkraft bewirkt. Die zwangsläufige Durchfärbung der schwer durchfärbbaren Waren ist nun bei derartigen Vorrichtungen nur möglich, während das Gut auf einem waagerechten Siebboden aufeinandergeschichtet liegt und die Flotte durch diesen Stapel in Richtung der Schwerkraft hindurchgesaugt wird.

   Wird die Flotte dagegen in umgekehrter Richtung, also von der Auflageseite aus gegen den Warenstapel gedrückt, so erfolgt in der Hauptsache lediglich eine erwünschte Umlagerung des Behandlungsgutes, während dieses in der Flotte frei umherschwimmt, aber keine zwangsläufige   Durchtränkung   mit der Flotte. Die so erreichte Umlagerung ist aber immerhin nur eine beschränkte, da das zum Schwimmen gebrachte Behandlungsgut oberhalb der ursprünglichen   Auflagefläche   schwebend bleibt und stets unmittelbar wieder auf dieser Fläche aufgeschichtet wird. Auch bringt die Anwendung einer derartigen Vorrichtung einen nicht unerheblichen Verlust an Zeit mit sich, da sich das Behandlungsgut nach der Umlagerung erst wieder schichten muss, bevor mit dem eigentlichen Durchfärben fortgefahren werden kann. 



   Gemäss vorliegender Erfindung wird nun die Auflagefläche nach dem jeweiligen Hindurchsaugen der Flotte durch das Behandlungsgut gewechselt und das Behandlungsgut schon während der Umlagerung der neuen Auflagefläche zugeführt und auf dieser aufgeschichtet. Hiedurch wird die Dekaturwirkung der kochendheissen Behandlungsflüssigkeit zuverlässig verhindert, die Bildung von Schaum vermieden, die Beschickungsweise vereinfacht und die Behandlungsdauer wesentlich abgekürzt, selbst wenn es sich bei dem Behandlungsgut um schwer durchfärbbare Waren, wie festgewalkte Hutstumpen, Strümpfe, Handschuhe od. dgl. handelt. 



   Erfindungsgemäss wird dabei das Textilgut nur durch die wechselnde Flottenströmung von einer waagerechten oder nahezu waagerechten rost-oder siebartigen Auflagefläche auf eine andere daneben angeordnete solche Auflagefläche hinübergewälzt, wodurch die Lockerung und Umlagerung des losen Textilgutes und leichter Waren sowie die   völlige Umschichtung auch schwer durchfärbbarer   Waren erreicht wird. Infolge dieser Umschichtung erfolgt ausserdem bei den letzterwähnten Waren die vollständige und   zwangsläufige Durchdringung   des Stoffes bei jeder Flottenrichtung. Denn diejenigen Stellen des Behandlungsgutes, die bei der ersten Behandlung der Auflagefläche zugekehrt waren, befinden sich nach der Umschichtung von ihr abgekehrt, so dass sie zunächst von der Flotte durchdrungen werden.

   Die Stellen der Siebbodenteilfläche mit der grössten Saugwirkung zeigen dabei auch jeweils die grösste Anhäufung des Textilgutes, so dass das Gut an allen Auflagestellen von der gleichen Flottenmenge, auf die Einheit gerechnet, durchdrungen wird. Diese Schichtung, welche die Flottenströmung von sich aus bewirkt, ist somit ein wesentliches Merkmal der Erfindung. Sie macht den Behandlungsvorgang auch unabhängig von jeglicher Sorgfalt bei der Beschickung und der Bedienung.

   Die Gefahr einer Dekaturwirkung durch den ausströmenden Heizdampf wird ferner noch dadurch verhindert, dass erfindungsgemäss das 

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 Einströmen des Dampfes mit der Flottenrichtung geändert wird, so dass der Dampf bei ungenügender Kondensation in der Flotte stets auf der Seite in die Luft ausströmt, auf der das Gut nicht aufgeschichtet ist, und also niemals unmittelbar an das Färbegut gelangen kann. Die Anordnung von Heizschlangen beiderseits des Propellers bewirkt schliesslich noch die   gleichmässige   Erwärmung der gesamten Flotte und die rasche Kondensation des austretenden Heizdampfes in der wirbelnden Strömung. 
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 in Richtung des Pfeiles c gesehen, Fig. 3 eine Draufsicht auf Fig. 1 und Fig. 4 einen Schnitt durch eine andere Ausführungsform des Apparates. 



   In dem   Färbebottich   1 sind zwei   durchloehte,   rost-oder siebartige   Auflagerflächen   2 und   S'und   darunter ein Flottenumführungsraum 3 angeordnet. Die Trennungswand 4 unterteilt den   Umführungs-   raum. 3 in zwei Teile, deren jeder unterhalb der zugehörigen Auflagerfläche 2,   2'bei 5 bzw. 6 trichterförmig   ausgebildet ist ; die beiden Trichter sind durch ein Verbindungsstück 7, in dessen Mitte ein Flügelrad 8 in einer Öffnung der Trennwand 4 läuft, miteinander verbunden. Zu beiden Seiten des Flügelrades 8 ist je eine Dampfschlange 9 bzw. 10 angeordnet, die durch je ein Ventil 11 bzw. 12 ein- und ausgeschaltet werden können.

   An dem einen Ende der Flügelradwelle befindet sich ein Getriebekasten 1. 3 mit einer selbsttätig wirkenden Umschaltevorrichtung. Ein jeweils mitumgeschaltetes Handrad 14 ist durch eine Kupplungsstange   15   mit Hebel 16 und 17 verbunden, wodurch die Absperrventile 11 und   12   wechselseitig mit der Umschaltung der Flottenströmung entweder geöffnet oder geschlossen werden. An Stelle der Absperrventile 11 und 12 kann auch ein Dreiweghahn vorgesehen werden, der mittels eines einfachen Hebels durch die Kupplungsstange 15 umgesteuert wird. 



   An Stelle des geraden durchlochten Bodens kann auch, wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, ein winkel- förmiger Boden 18 treten, dessen Teilflächen vorzugsweise aufeinander senkrecht stehen und der an der Trennwand 4 drehbar gelagert ist. 



   Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende, wenn beispielsweise Hutstumpen gefärbt werden sollen. In die mit Farbflotte gefüllte Vorrichtung werden genetzte oder auch ungenetzte Hutstumpen ohne besondere Schichtung od. dgl. eingebracht. Ungenetzte Stumpen werden zweckmässig durch Auflegen eines-nicht gezeichneten-Gatters, welches mit Haltebügel zum Aufhängen an dem   Bottichrand   versehen ist, unter der Flottenoberfläche gehalten, bis sie ganz genetzt sind. Auch kann der Behandlungsbehälter nach der Beschickung mit einem Deckel verschlossen werden, um die Bildung von Dampfschwaden zu verhindern bzw. am Dampf zu sparen.

   Wird nun das Flügelrad vermittels eines Motors oder einer Transmission über das automatische Umschaltegetriebe in Drehung versetzt, so wird der dadurch erzeugte Flottenstrom die eine Seite des Siebbodens von unten nach oben durchdringen. 
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 nach der andern Seite hin bewegt. Die damit verbundenen Richtungsänderungen des Stromes von senkrecht nach oben über waagerecht und dann wieder senkrecht nach unten zusammen mit der Schwerkraft bewirkt eine völlige Umwälzung der Stücke, die nach dieser Umschichtung nunmehr wieder zwangsläufig wie ein Filter von der Flotte durchdrungen werden. 



   Nach einer gewissen Zeitdauer, die veränderlich sein kann, wird durch die selbsttätige Umschaltung 
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 gehobene Flotte durch den Verbindungsteil hindurch auf die Saugseite zurückwirkt, von dem Siebboden abgehoben und die sofort darauf in gleicher Richtung einsetzende Strömung bewegt die Hutstumpen umwälzend wieder nach dem andern Teil der Auflagefläche, der kurz vorher frei von Behandlungsgut war. Bei den schwer durchfärbbaren Waren des Anwendungsbeispiels ist also das eigentliche Durchfärben nur für den Augenblick der Umschaltung unterbrochen. 



   Die oben beschriebene Anordnung der Dampfschlangen zu beiden Seiten des Flügelrades, die entsprechend der sich ändernden Flottenrichtung den Heizdampf jeweils in Richtung des Flottenstromes blasen, ermöglicht die Steigerung der Flottenströmung dadurch, dass der Dampf immer in gleicher Richtung mit der Flottenströmung dicht hinter dem Flügelrad ausströmt und ausserdem auch die Beschleunigung der Kondensation des Dampfes in den Wirbeln, die vom Flügelrade herrühren, und damit eine gleichmässige Erwärmung der gesamten Flotte. Dabei wird zweckmässig die Dauer der Umschaltung der Dampfventile gegenüber der Dauer der Umschaltung des Flügelrades etwas verlängert, um den Dampfteilchen, welche noch nicht kondensiert sind, die Möglichkeit zu nehmen, unkondensiert auf das Färbegut in dem Augenblick zu gelangen, in welchem die Umlagerung und Umschaltung beginnt. 



   Wird an Stelle des geraden durchlochten Bodens 2, wie aus Fig. 4 ersichtlich, ein winkelförmiger Boden 18 verwendet, dessen   Teilflächen   bei der dargestellten Ausführungsform aufeinander senkrecht stehen und der an der Trennwand 4 drehbar befestigt ist, so bleibt die Wirkungsweise an sich bestehen, nur wird bei dem Wechsel der Strömungsrichtung der Flotte, die also ebenfalls mit dem Umschichten vor sich geht, die   Auflagefläche   für das Färbegut in senkrechte Lage gebracht und hiedurch die vorher aufrechte und wirkungslose Fläche in die   Auflagefläche   für das Färbegut umgewandelt. Das Gut wird 

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 dadurch verhindert, auf der Druckfläche, d. h. der Fläche, gegen die die Flottenströmung jeweils drückt, teilweise liegen zu bleiben, bis die oberen Schichten abgetrieben sind.

   Ohne vom Wesen der Erfindung abzuweichen, lassen sich verschiedene Änderungen vornehmen. So können z. B. für den Boden gelochte
Bleche oder Drahtsiebe verwandt und die Umsteuerungen der Flottenströmung und damit zusammen die Bedienung der Absperrventile durch Schubsteuerung, elektrisch oder auf ähnliche Weise vorgenommen werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Nassbehandeln von frei in der Flotte beweglichem Textilgut, insbesondere zum
Durchfärben von empfindlichen, schwer   durchfärbbaren   Waren, wie   Hüten,   Velour, Strümpfen usw., durch in wechselnder Richtung strömende Flotte, dadurch gekennzeichnet, dass das Färbegut durch Wechsel der Flottenströmung von einer rost-oder siebartigen, waagerechten oder nahezu waagerechten Auflage- fläche auf eine andere, daneben angeordnete waagerechte oder nahezu waagerechte Auflagefläche bei vollkommener Umschichtung des Färbegutes hinübergewälzt wird, so dass das   Durchfärben   nur während des Umwälzens des Färbegutes unterbrochen wird.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Bottich nebeneinander zwei rost-oder siebartige Auflageflächen für das Färbegut und unterhalb der Zwischenstelle zwischen den beiden Auflageflächen eine den Raum unterhalb der Auflageflächen unterteilende Zwischenwand (4) und in dieser ein Flügelrad (8) angeordnet ist, das abwechselnd in der einen und der andern Richtung anzutreiben ist.
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden zueinander in einem beliebigen Winkel stehenden Auflageflächen miteinander starr verbunden sind und mit ihrer Winkel- kante an der Trennwand (4) kippbar gelagert sind, wobei die beiden Auflageflächen durch die wechselnde Flottenströmung selbsttätig abwechselnd in jene Lage kommen, wo sie als Auflager für das Färbegut wirken.
    4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass zu beiden Seiten des Flügelrades (8) zwei Dampfschlangen (9 und 10) angeordnet sind, deren Ventile (11 bzw. 12) wechsel- seitig so gesteuert werden, dass der austretende Dampf jeweils in der Richtung des Flottenstromes ausströmt. EMI3.1
AT126264D 1930-12-20 1930-12-20 Verfahren und Vorrichtung zum Naßbehandeln von frei in der Flotte beweglichem Textilgut. AT126264B (de)

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