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Wanderlicht für Reklamebeleuchtung.
Es ist bekannt, sogenannte Wanderschriften und ähnliche Lichteffekte, welche dem Auge eine Bewegung der Lichtquellen vortäuschen, durch nicht gleichzeitiges Ein-und Ausschalten der einzelnen ruhend angeordneten Lichtquellen zu erzeugen. Zu diesem Zwecke sind Schaltmechanismen nach verschiedenen Grundsätzen erdacht worden, welchen durchwegs der Nachteil des raschen Verschleisses und der geringen Zuverlässigkeit von Anhäufungen zarter, beweglicher Teile innewohnt.
Man kann die Wanderwirkung der Lichtquellen unter vollständiger Vermeidung beweglicher Kontakte erzeugen, wenn man zur Speisung Mehrphasenstrom verwendet. In Fig. 1 ist beispielsweise eine Reihenanordnung von Lichtquellen dargestellt, wobei jeder Kreis etwa eine Glühlampe bedeuten möge. Werden diese Glühlampen gemäss den darunterstehenden Ziffern an die Phasen 1. 2. 3 eines Drehstromnetzes angeschlossen, so wandern die Maximalwerte.
Nullwerte und Zwischenwerte der im Rhythmus der Periodenzahl sich ändernden Belenchtungsintensität dauernd von einem Ende der Reihe gegen das andere Ende der Reihe, wodurch der Eindruck entsteht, als ob eine aus hellen und dunklen Stellen bestehende Folge von Lichtern sieh in der Längsrichtung bewegen würde. In Fig. 2 ist schematisch als Beispiel eine an Sechsphasenstrom angeschlossene Reihe von Beleuchtungskörpern dargestellt, wobei die unter den Beleuchtungskörpern stehenden Zittern J !-ss jene Phasen bedeuten, an welche die dazugehörigen Beleuchtungskörper anzuschliessen sind. Je grösser die Phasenzahl des verwendeten Mehrphasenstromes ist, desto sanfter ist der Übergang zwischen den Stellen geringster und höchster Lichtintensität in der Reihe.
Für die Erzielung von Leichteffekten kommt nicht nur die einfache geradlinige Reihen-
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und Gruppenschaltungen von Lichtquellen unbeschränkt mannigfaltige Bewegungseffekte erzielt werden, wenn nur die gesetzmässige Aneinanderreihung von Lichtquellen verschiedener Phase gewahrt bleibt. Bei Neonröhren sind z. B. rostartige Anordnungen gemäss Fig. 3 denkbar. Durch Verwendung verschiedenartig gekrümmter Rohre, wie im rechten Teil der Fig. 3 schematisch dargestellt, kann man ein Fliessen und Fluten nach verschiedenen Richtungen erzielen. Das Neonrohr ist ausserdem zur Herstellung von Gebilden geeignet. welche nicht an die ebene Fläche gebunden sind.
Ein räumliches Gebilde. eine seilartige Verdrillung dreier Neonröhren, welche bei 1, 2 und 3 an Dreiphasenstrom angeschlossen sind, zeigt beispiels-
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Stellen in der Längsrichtung des Seiles, während bei Ausbildung einer zylindrischen Säule aus geraden Leuchtrohren eine Rotation vorgetäuscht wird.
Es kann in vielen Fällen erwünscht sein. die Wandergeschwindigkeit der Lichterscheinung wesentlich unter jenen hohen Wert herunterzubringen, welcher durch die Phasenzahl, die gegenseitige Entfernung der einzelnen Lichtquellen und durch die Periodenzahl des Mehr-
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Kreise a-i bedeuten Lichtquellen. welche in der bezeichneten Reihenfolge den Wander- effekt ergeben. Während in den früheren Beispielen die Wandergeschwindigkeit der Licht- erscheinung der Periodenzahl des Netzes proportional war, ist im vorliegenden Falle die
Wandergeschwindigkeit der Sehwebungszahl proportional. Die Schwebungszahl ist der Differenz der Periodenzahl der beiden nicht synchronlaufenden Mehrphasensysteme proportional.
Man hat es also in der Hand. die Wandergeschwindigkeit auf ein beliebig kleines Mass herunterzubringen. Den Asynchronismus kann man in einfachster Weise dadurch erzielen. dass man zwei Umformer mit verschiedener Drehzahl benutzt oder zwei Asynchronllmformpr gleicher Drehzahl mit verschiedenen Schlupf der beiden Antriebsmotoren laufen last. man kann auch das eine System direkt bzw. nur durch Transformatoren umgeformt aus dem etwa vorhandenen Drehstromnetz entnehmen und das andere durch einen Asynchronumformer erzeugen, welcher an das gleiche Netz angeschlossen wird.
Den Unterschied der Frequenzen kann man durch Veränderung der Umformerdreehzahl stetig ändern. auf Null bringen und hinsichtlich des Vorzeichens umkehren, was in der Lichterscheinung eine Änderung der Wandergeschwindigkeit, einen Stillstand bzw. eine Umkehrung der Wanderrichtung zur Folge hat. Derartige Geschwindigkeitsverationen kassen sich auf recht verschiedene Weise durch elektrisches oder mechanisches Bremsen eines oder beider rotierender Umformer. u. zw. von Hand aus oder selbsttätig in beliebigem Rhythmus erzielen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Erzielung wandernder Lichteffekte an ruhend, in geraden. krummen. offenen oder in sich geschlossenen Reihen angeordneten Beleuchtungskörpern. dadurch gekennzeichnet. dass die Beleuchtungskörper zwecks Speisung durch elektrische Energi'-In ihrer Reihenfolge an die zeitlich aufeinanderfolgenden Phasen eines Mehrphasenstromsystems angeschlossen werden.