AT123230B - Verfahren zur Herstellung von Glühkörpern aus Kristalldraht oder -faden. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Glühkörpern aus Kristalldraht oder -faden.

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  Verfahren zur   Herstellung   von Glühkörpern aus Kristalldraht oder-faden. 
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 Leuehtkörper verwendet wurde, geht man neuerdings dazu über,   Leuchtkörper   mit Kristallstruktur,   sogenannter Lang-oder Einkristallstruktur   anzuwenden. Vorzüge bei der Verwendung solcher   Leueht-   körper sind ihre besonders günstigen elektrischen Eigenschaften. Der innere elektrische Widerstand 
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 dichter und dadurch bedeutend widerstandsfähiger gegenüber den Einwirkungen des elektrischen Stromes ist.

   Tatsächlich   treten auch Rekristallisationserseheinungen,   die bei den eine Faserstruktur besitzenden Wolframfäden beobachtet worden sind und zu einer Zerstörung der mechanischen Festigkeit führen, 
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 Formveränderung aufweisen, als solche, die aus dem gleichen Material, aber in Faserstruktur bestehen. So kann man 1 cm dicke   Einkristall-Metallkupferstäbe   mit der Hand biegen, während dieses mit den gleichen   Stäben,   die Faserstruktur besitzen, nicht   möglich   ist. 



   Daraus hat man gemäss der Erfindung gefolgert, dass die Verbindung der günstigsten elektrischen Eigenschaften der   Ein-oder Langkristallstruktur   mit der hohen mechanischen Festigkeit der Faser-   struktur einen Leuehtkörper   ergeben muss, der höchsten Anforderungen entspricht. Man hat früher schon versucht, formierte   Ein1. ! istalldrähte zu wickeln,   diese Versuche haben jedoch zu keinem Erfolg geführt. Die Kristallgitter zeigten das Bestreben, den durch das Wickeln geänderten Gleichgewichts-   zustand wieder herzustellen und in die alte gestreckte Form zurückzukehren. Dieses führte zu den bekannten     Verzernmgserscheinungen   der Schraubenform in den Glühlampen während ihrer Brennzeit. 



   Hingegen muss man gemäss der Erfindung, um einen Leuchtkörper zu erhalten, der die elektrischen Eigenschaften der Ein-oder Langkristallstruktur und die mechanische Festigkeit der Faserstruktur besitzt, fertig formierten Ein-oder Langkristalldraht so weit verbiegen, bis irreversible   Veränderung   im Gitterbau oder teilweiser Kornzerfall eintritt. Die so behandelten   Ein-oder Langkristalle erhalten dabei   eine sehr grosse Stabilität (Verfestigung).

   Wenn auch die Verfestigung von Einkristallen von Kupfer und Zinn durch Verbiegung bekannt, u. zw. nur rein wissenschaftlich festgestellt, aber nicht irgendwie praktisch verwertbar ist, so ist nicht bekannt, dass   Wolframein-oder-langkristall, wenn es über seine   ganze Länge oder an einzelnen Stellen verfestigt wird, eine so grosse Stabilität erhält, dass Verzerrungs- 
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 nicht eintreten. Gemäss der Erfindung kann man eine Verfestigung von fertig formieren Ein-oder Langkristallfäden dann erreichen, wenn man den Kristall über einen solchen Dorn biegt, dass an der Biegung an einzelnen Stellen oder über seine ganze Länge teilweiser Kornzerfall eingetreten ist.

   Untersucht man eine solche Biegestelle, so findet man, dass der Querschnitt äusserst inhomogen beansprucht ist und insbesondere die Spannungsverteilung im Querschnitt längs einem Durchmesser bzw. zu diesem parallelen Sehnen senkrecht zur neutralen Zone von einem positiven (Druck-) Maximum fallend, in der neutralen Zone den Wert Null erreichen und dann fallend bis zu einem negativen   (Zug-)   Maximum verläuft. 



  Es sind also die äussersten und die innersten Lamellen des Drahtes, in die man sich denselben parallel zur neutralen Zone bei der Biegung zerlegt denken kann, sehr hoch beansprucht. 



   Die   röntgenographischen   Untersuchungen zahlreicher   geglühter   und   ungeglühter   Drahtproben an deformierten und undeformierten Stellen ergaben, dass in ersteren sowohl teilweise Kornzerfall als auch Anzeichen für eine Deformation des Wolframgitters aufgetreten waren   (Aufspalteffekte).   Weiter konnte der gleiche Zerfall des   Ein-oder Langkristalles   an den Hauptdeformationsstellen dadurch bewiesen werden, dass man in bekannter Weise nach vorhergegangenem Anschleifen Ätzungen an einzelnen Stücken vornahm und dieselben mikroskopisch untersuchte. 



   Sollten nun   Ein-oder Langkristallfäden   mit kleinem Durchmesser von z. B.   0'03 mu   verfestigt werden, so müssen naturgemäss die Biegungsradien sehr klein gewählt werden ; man muss einen Dorn von zirka 0'05 mm KrÜmmungsradius verwenden. Man erhält aber damit, wenn man einen Dorn von kreisförmigem Querschnitt nimmt, einen Leuehtkörper von einer solchen Länge, dass dessen Verwendung in   gasgefüllten   Glühlampen infolge der   grossen Wärme-und Konvektionsverluste unmöglich ist.   Da aber nur die Grösse der Deformationen an einzelnen Biegungen massgebend für die Verfestigung ist, kann man solche   Kristallfäden   über unrunde, vornehmlich flache Dorne wickeln,

   da dabei die Biegungen an den   Stellen scharfer Krümmung ausserordentlich gross werden und einen Wert von praktisch 180  erreichen können.   

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   Verwendet man solche Dorne für die Herstellung von Leuchtkörpern, so wird man finden, dass bei genügender Verbiegung die obenerwähnten Veränderungen des Gitterbaues im Einkristall eintreten. Mit zunehmender Fadenstärke kann die Dorndimension in stärkerem Masse vergrössert werden, da hiebei die Spannung in den Grenzlamellen und damit die Verbiegung des Drahtes an diesen Stellen ausser- ordentlich zunimmt. So können beispielsweise dicke Fäden von 0'9 mm Durchmesser auch über runde Dorne von 6 mm Durchmesser für Herstellung stabiler   Leuchtkörper   gewickelt werden. Durch Anätzen oder   röntgenographische   Untersuchung kann auch hier der bereits eingetretene Kornzerfall sicher nachgewiesen werden.

   Bei der Herstellung solcher Leuchtkörper sind keine besonderen Temperaturbedingungen noch Nacherhitzung in indifferenter oder reduzierender Gasatmosphäre nötig, sondern man kann solche Leuchtkörper, da Einkristalle sehr leicht verbogen werden können und keinerlei Sprödigkeit besitzen, in kaltem Zustand und in gewöhnlicher Atmosphäre mit grösster Leichtigkeit herstellen. 



   Dieses Verfahren, brauchbare, verzerrungsfrei in den Lampen brennende Leuchtkörper herzustellen, unterscheidet sich grundlegend von dem bekannten Verfahren, solche Leuchtkörper dadurch zu erzielen, dass man einen Vielkristall nach Bildung der Schraubenform unter Einhaltung besonderer Bedingungen so hoch erhitzt, dass eine durch die ganze Spirale hindurchgehende unverbogene Einkristallstruktur entsteht. Im Gegensatz zu diesem Verfahren entsteht bei der hier beschriebenen Arbeitsweise an den Biegestellen, also dort, wo die Einkristallstruktur teilweise zerstört wird, eine Vielkristallstruktur. 



   Der Vorteil gegenüber dem bekannten Verfahren ist darin zu suchen, dass ein Leuchtkörper erzielt wird, der, wie schon eingangs erwähnt, neben grösster elektrischer Belastbarkeit grösste mechanische Festigkeit aufweist. Ferner ist das Herstellungsverfahren bedeutend einfacher, da auf bestimmte Temperatur sowie eine reduzierende Gasatmosphäre als auch auf eine bestimmte   Formiergeschwindigkeit   nicht geachtet zu werden braucht. 



   Gerade aber dieses sind die wesentlichsten Teile des bekannten Verfahrens, da die Bildung eines Einkristalles von dem genauen Einhalten der Kristallisationstemperatur und der Anwendung einer indifferenten oder reduzierenden Gasatmosphäre abhängig ist. Weiter muss man auch bei der Einkristallbildung beachten, dass die zur Kristallisation benötigte Wärmemenge in langsamer Steigerung dem Leuchtkörper zugeführt werden muss, da sonst die Bildung eines einzigen Kristalles erfahrungsgemäss nicht eintritt. Die genaue Einhaltung aller dieser Bedingungen ist bei einem fertig gebogenen oder gewiekelten Leuchtkörper sehr schwierig, nicht aber bei geradem Draht. Alle diese Schwierigkeiten kommen nach der vorliegenden Erfindung in Wegfall. 



   In bezug auf Ökonomie der mit   Leuchtkörpern   nach der Erfindung ausgerüsteten Glühlampen haben sich diese ebenfalls als sehr vorteilhaft erwiesen. Durch die hohe Stabilität der Leuchtkörper, die weniger Halterung erfordern als die bekannten, werden auch die   Abkuhlungsverluste   geringer. Ebenso kann durch Formgebung und Wahl der Dorne eine geringere   Wärmeableitung   erzielt werden und Glühkörper können hergestellt werden, die durch die   ausserordentlich   grosse Zusammendrängung der Leucht- 
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AT123230D 1926-09-18 1926-09-24 Verfahren zur Herstellung von Glühkörpern aus Kristalldraht oder -faden. AT123230B (de)

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