<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zum Zuführen der Florfäden für einen Webstuhl, insbesondere zur Her- stellung von Teppichen.
Bei den zum Weben und Knüpfen von Teppichen u. dgl. dienenden Webstühlen, bei welchen das zum Zwecke der Florbildung vorgebrachte Stück der Kette in Schussrichtung ausgezogen wird, ergibt sich der Übelstand, dass häufig Fehler in der Ware entstehen, wenn aus irgendeinem Grund der Florfaden nicht von den Ausziehorganen erfasst und vorgebracht werden kann. Dieser Übelstand kann beispielsweise in dem Falle eintreten, wenn einer der Florfäden eine Verdiekung hinter dem Zufuhrorgan. z. B. dem Farbsteller aufweist ; die Folge ist dann, dass die zur Weiterverarbeitung dienenden Organe
EMI1.1
Noppen bzw. Maschen mehr oder weniger umfangreiche. loehartige Fehlerstellen aufweist.
Der geschilderte Übelstand macht sieh besonders unangenehm fiihlbar, weil das Personal, das den Webstuhl bedient. das Auftreten des Fehlers nicht sofort bemerken kann : erst wenn die durchlöchert Ware aus der Maschine herausgetreten ist, wird der Fehler sichtbar und selbst dann erfordert es bei der beträchtlichen Breite des Webstuhles grosse Aufmerksamkeit, den Fehler sofort zu entdecken. Es hat sich im Betriebe gezeigt, dass die Anzahl der aus irgendeinem Grunde ausgefallenen Noppen bzw.
Maschen beträchtlich ist. Die notwendig werdende Nacharbeit der ausgefallenen Noppen oder Maschen von Hand bringt eine wesentliche Verteuerung der Ware mit sich, abgesehen davon, dass es nicht immer möglich ist, die Fehlerstellen von Hand mit der wünschenswerten Genauigkeit nachzuarbeiten.
Durch die Erfindung wird die Anzahl der ausfallenden Noppen bzw. Maschen erheblich verringert. indem, sobald eine einzige Noppe oder Masche infolge Ausbleibens des Florfadens ausfällt, das Webstuhlbedienungspersonal auf die Fehlerquelle aufmerksam gemacht und der Stuhl selbsttätig angehalten wird, bis die Fehlerquelle beseitigt ist.
Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel für einen Teppichknüpfstuhl veranschaulicht, u. zw. zeigen Fig. 1 eine schematische Darstellung des Knüpfstuhles in Ansieht von vorn, wobei die sich über die ganze Breite des Stuhles erstreckenden Knüpforgane nur teilweise dargestellt sind : Fig. 2 stellt perspektivisch die Wächtereinrichtung für sich bei normalem Arbeitsgang des Stuhles dar, während Fig. 3 in perspektivischer Darstellung die Wächtervorrichtung beim Eintritt einer durch Ausbleiben des vorzuziehenden Florfadens verursachten Störung veranschaulicht ; Fig. 4 zeigt die zur Ausrückung des Stuhles dienende Vorrichtung für sich in Ausrückstellung.
In den Figuren bedeutet 1 das Gestell des Kniipf- bzw. Webstuhles, an dessen oberem Ende die Jacquardeinrichtung 2 in bekannter Weise angeordnet ist. Auf der Sehwingwelle sind, wie ebenfalls bekannt, über die ganze Stuhlbreite in regelmässigen Abständen voneinander die Kniipf- oder Weborgane angeordnet, die im Ausführungsbeispiel im wesentlichen in Farbstellern-, Sehneidwerkzeugen. ?, 6 und Ausziehklammern 7, 7'bestehen. Am unteren Ende des Farbstellers ist eine Mehrzahl von Löchern vorgesehen, durch welche die verschiedenfarbigen Florfäden 8, 8', 8" usw., aus denen die Noppen geknüpft werden, hindurchgezogen sind.
Vor jedem Farbsteller 4 arbeitet eine Schere/5, 6, welche bekannterweise eine auf-und abwärtsgehende Schwingbewegung und ausserdem eine Sehneidbewegung ausführt, indem der bewegliche Scherenschaft 6 um die Scherenachse 9 derart bewegt wird, dass die Schere den von den Fadenausziehklammern 7, 7'vorgebrachten Florfaden 8 einige Millimeter vor dem Farbsteller 4 abschneidet.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
EMI2.2
EMI2.3
bringt und anderseits gleichzeitig einen Hebel 24 oder eine ähnliche Vorrichtung elektromagnetisch betätigt, wodurch die Ausrückung des Webstuhles selbsttätig bewirkt wird.
Der für beide Zwecke dienende Strom kommt von einer in Fig. 1 der Zeichnung mit-, + bezeichneten Stromquelle, geht über den Stromführungsdraht 25 zu einer beliebigen Stelle des Querdrahtes 22. Da letzterer isoliert aufgehängt ist, bleibt die Stromleitung jedoch solange unterbrochen, als keiner der Wächter 10. :
? O. 21 den Querdraht 28 berührt. Gelangt aber infolge Ansbleibens eines der Fäden 8, 8'. 8"... einer der Fadenwächter 10, 20, 21 in die in Fig. 3 gezeigte Stellung, so wird der Stromkreis geschlossen, indem nunmehr das ganze Maschinengestell stromführend wird, wobei der Strom durch das Gestänge 10. 2U, beispielsweise über die Schwingwelle.), zu einem Unterbrecher 26 geführt wird, der einerseits durch den Leitungsdraht 27 mit einem Magneten 28, anderseits durch die Leitung 29 mit der Glocke 2') ver- bunden ist.
Eine Rückleitung. 30 verbindet den Magneten 28 und die Glocke 23 direkt mit der Stromquelle.
EMI2.4
hemmt hiedureh den hin und her schwingenden Gang dieses Ausrückens. 32. Sobald aber der letztere steht, wird in bekannter Weise der ganze Stuhl stillgesetzt.
Die zum Ausrücken des Stuhles von Hand dienende Querstange 3. 3 kann dazu benutzt werden. den Hebel 24 wieder in seine normale Stellung, welche in Fig. 1 dargestellt ist, zurückzuführen ; zu diesem
EMI2.5
An Stelle des Sperrwinkelhebels 24 kann übrigens zum automatischen Anhalten des Stuhles mittels der beschriebenen Fadenwächtervorriehtung auch irgendeine andere Vorrichtung dienen, welel1e durch den Magneten. M unmittelbar oder vermittels eines an ihm angeordneten Gestänges in die Bahn des pendelnden Ausrückhebels 32 geführt wird, um letzteren stillzusetzen.
Es sei noch erwähnt, dass die Wirkungsweise des Unterbrechers 26 nur darin besteht, zu verhindern,
EMI2.6
übrigens muss der Unterbrecher 26 nicht an der Welle 3 angeordnet sein, sondern er kann an irgendeiner der schwingenden oder sich drehenden Webstuhlwellen vorgesehen werden.
Die Wirkungsweise der Erfindung ist durch das Vorstehende ohne weiteres klargestellt : Bei normalem Arbeitsgange der Knüpf- oder Weborgane bewegt sich die Florfadenwächtervorrichtung zusammen mit den beweglichen Scherenschaftteilen 6 in der Weise hin und her, dass das Wächtergestäl1ge 10,
EMI2.7
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
henmter, in welcher sich der abgewinkelte Arm 20 auf der Querdraht 22 auflegt. Infolge der Schwingbewegung des Seherenschaftes 6 fängt dann die Öse 27 den Draht 22 und bleibt mit diesem bis zur Lösung durch das Bedienungspersonal verbunden.
Durch die Berührung des Wäehtergestänges 10, 20, 21 mit dem Draht 22 wird ein Alarmsignal 2J ausgelöst, welches das Bedienungspersonal darauf aufmerksam
EMI3.2
ausziehklammern 7,7' ergriffen worden ist. Gleichzeitig wird durch automatische Sperrung der Schwingbewegung des Ausrüekhebels 32 die Maschine stillgesetzt.
Der technische Fortschritt, welcher hiedurch erreicht wird, besteht darin, dass beim Auftreten einer Fehlerstelle der Noppen- oder Maschenausfall auf eine einzelne Noppe oder Masche beschränkt bleibt, während bisher zahlreiche Noppen oder Maschen hintereinander ausfielen. Ausserdem ist es für
EMI3.3
erfasst worden ist, muss sich die Fehlerstelle befinden. Infolge der beschriebenen Erfindung wird also eine wesentliche Verbilligung in der Fabrikation der Ware erreicht.
Der Erfindungsgegenstand ist im vorstehenden für einen Teppichknüpfstuhl beschrieben worden.
Die Erfindung kann jedoch ohne weiteres auch bei allen andern Arten von Webstühlen Verwendung finden, bei welchen das zum Zwecke der Florbildung vorgebraclite Stück der Kette in der Schussrichtung ausgezogen wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Zuführen der Florfäden für einen Webstuhl, insbesondere zur Herstellung
EMI3.4
zeichnet, dass an diesen Vorrichtungen Fadenwächter angeordnet sind, die beim normalen Arbeitsgang mit ihren Fussteilen (11) auf den ausgezogenen Florfäden (8, 8', 8" usw.) aufruhen, während beim Ausbleiben eines Florfadens der zugehörige Fadenwächter in seine Tiefstellung herunterfällt, um ein Signal oder die Abstellvorrichtung zu betätigen.