AT12172U1 - Verfahren und vorrichtung zur herstellung eines betonfertigteiles - Google Patents
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Description
österreichisches Patentamt AT12172U1 2011-12-15
Beschreibung
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR HERSTELLUNG EINES BETONFERTIGTEILES
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines wenigstens eine Sichtfläche mit abstehenden Wänden aufweisenden, dreidimensionalen Betonfertigteiles, gemäß welchem Beton in flüssiger Form in eine Schalung eingegossen und darin aushärten gelassen wird, sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Zur Herstellung derartiger Betonfertigteile sind bereits unzählige Verfahrensvarianten erprobt, die jedoch nur anwendbar sind, solange eine herkömmliche Mindestwandstärke, etwa 5 - 6 cm nicht unterschritten wird. Extrem dünnwandige (4 cm Wandstärke, insbesondere 2 cm und darunter) Betonfertigteile, die etwa als Dekoration dienen und ausgehend von wenigstens einer meist ebenen Sichtfläche abstehende Wände mit allenfalls unterschiedlicher Höhe aufweisen sollen, können bislang im Gießverfahren nicht bzw. nicht fehlerfrei hergestellt werden, da eine einwandfreie Schalungsfüllung nicht gewährleistbar ist und überdies an der Sichtfläche vielfach Fließschlieren, vor allem im Anspeisungsbereich, sichtbar bleiben, die eine aufwändige Nachbearbeitung erfordern. Werden daher Betonfertigteile mit derart origineller Formgebung benötigt, erfolgt ihre Herstellung bislang im Spritzverfahren, bei dem ausgehend von einer unten liegenden Sichtfläche die nach oben abstehenden Wände sukzessive an der Oberfläche von Schalungswänden aufgespritzt werden. Diese Methode ist aber zeit- und kosten aufwändig und gewährleistet überdies kaum eine konstante Wanddicke.
[0003] Ziel der Erfindung ist daher die Bereitstellung eines Gießverfahrens, mit dem extrem dünnwandige Betonfertigteile mit von einer Sichtfläche abstehenden Wänden fehlerfrei, dh ohne das Erfordernis einer Nachbearbeitung, herstellbar sind. Dieses Ziel wird mit einem Verfahren der eingangs umschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass die Schalung durch steigenden Druckguss aufgefüllt wird, wobei die Anspeisung an der Rückseite der durch eine tiefstgelegene Horizontalfläche der Schalung festgelegten Sichtfläche von oben erfolgt.
[0004] Dadurch, dass im Zuge des Gießverfahrens die Sichtfläche des zu erzeugenden Betonfertigteiles die tiefste Fläche in der Schalung ist und die Anspeisung von oben, also von der Rückseite der Sichtfläche erfolgt, wobei die Schalung von unten nach oben gefüllt wird, können auch extrem dünnwandige Betondekorelemente nachbearbeitungsfrei hergestellt werden.
[0005] Um besonders sicher zu gehen, dass an der Sichtfläche keinerlei Einström-Fließschlieren sichtbar sind, ist es günstig, wenn der Betonfluss im Anspeisungsbereich in Richtung zur Horizontalfläche der Schalung umgelenkt wird.
[0006] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignet sich eine Vorrichtung, die aus einer eine Einfülleinrichtung aufweisenden Schalung mit wenigstens einer Ober-und einer Unterschale besteht. Im Einklang mit der Erfindung ist aber in der Unterschale wenigstens eine Horizontalfläche ausgebildet, und die Einfülleinrichtung steht im Bereich der tiefsten Stelle der Oberschale nach oben ab.
[0007] Die an der tiefsten Stelle der Oberschale nach oben abstehende Einfülleinrichtung gewährleistet auch bei geringem Abstand zwischen Ober- und Unterschale, also geringer Wanddicke im Bereich der Sichtfläche des zu erzeugenden Betonfertigteiles, dass auf der Sichtfläche keine Einström-Fließschlieren erkennbar sind - denn das Nach-Oben-Abstehen simuliert eine größere Wanddicke, die jedenfalls eine Beruhigung des Betonflusses nach sich zieht. Überdies ist dadurch gewährleistet, dass die Schalung von unten nach oben gefüllt werden kann.
[0008] Zur besseren Umlenkung des senkrecht von oben einströmenden Betonflusses in die Horizontale ist es günstig, wenn der lichte Querschnitt der Einfülleinrichtung in Richtung zur Oberschale im Wesentlichen konisch erweitert ist. Dabei ist es zweckmäßig wenn die konische Erweiterung umso stärker ist, je geringer der die Wanddicke des Betonfertigteils definierende Abstand zwischen der Ober- und der Unterschale ist. Denn je geringer die Wanddicke des Betonfertigteils und damit auch die Wanddicke im Bereich von dessen Sichtfläche ist, desto 1/4 österreichisches Patentamt AT12172U1 2011-12-15 flacher soll der Betonfluss in den horizontalliegenden Schalungsbereich einströmen, der die die Sichtfläche aufweisende Wand definiert, um eine oberflächliche Schlierenbildung an der Sichtfläche sicher zu vermeiden.
[0009] Um Lufteinschüsse im Betonfertigteil hintanzuhalten und überdies auf einfachstem Weg einen Indikator für die vollkommene Füllung des gesamten Schalungshohlraumes zur Verfügung zu haben, ist es von Vorteil, wenn die Oberschale an wenigstens einer Stelle relativen Höhenmaximums eine Entlüftungsöffnung aufweist, in die ein mindestens bis zur Maximalhöhe der Oberschale erstrecktes Steigrohr einsetzbar ist.
[0010] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer in der Zeichnung schematisch veranschaulichten erfindungsgemäßen Schalung näher erläutert. Es zeigen [0011] Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung und [0012] Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie ll-ll der Fig. 1.
[0013] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist eine Schalung 1 auf, die aus (wenigstens) einer Oberschale 2 und einer Unterschale 3 besteht, wobei von der tiefsten Stelle der Oberschale 2 eine Einfülleinrichtung 4 nach oben absteht. Der lichte Querschnitt der Einfülleinrichtung 4 ist in Richtung zur Oberschale 2 im Wesentlichen konisch erweitert, doch kann er auch konstant sein; je dünner die Wanddicke des zu erzeugenden Betonfertigteils ist, desto stärker sollte die konische Erweiterung sein. An wenigstens einer Stelle relativen Höhenmaximums der Schalung 1 (im dargestellten Beispiel sind drei Stellen vorgesehen) ist eine Entlüftungsöffnung 6 vorgesehen, in die ein mindestens bis zur Maximalhöhe der Oberschale 2 erstrecktes Steigrohr 7 einsetzbar ist.
[0014] Der beispielsweise zu erzeugende Betonfertigteil 8 weist ausgehend von der Sichtfläche (Horizontalfläche 5) nach oben abstehende Wände 9,10,11 unterschiedlicher Höhe auf. Alle Wände, inkl. der Sichtwand, haben eine im Wesentlichen gleiche Stärke, und zwar sind sie -bezogen auf Betonverhältnisse - extrem dünn, dh etwa 4 cm (insbesondere aber etwa 2 cm oder darunter) dick.
[0015] Bei der Herstellung des Betonfertigteils wird nach Vorbereitung der Schalung 1 Beton beliebiger geeigneter Zusammensetzung, mit oder ohne Armierungszusätze wie Kunststofffasern odgl., von oben in die Einfülleinrichtung 4 unter Druck (einige Zehntel Bar) eingefüllt, so-dass die Füllung der Schalung von unten nach oben erfolgt. Die Anspeisung des Betons liegt -wie ersichtlich - an der Rückseite der Sichtfläche (Horizontalfläche 5) und durch die nach oben abstehende Einfülleinrichtung 4 ist die Materialstärke im Anspeisungsbereich größer als die Wanddicke des Betonfertigteils 8. Dadurch kann sich der unter Druck eingefüllte Beton im Schalungshohlraum gut verteilen, sodass im Anspeisungsbereich an der Sichtfläche keine Fließschlieren ersichtlich sind. Wird der Betonfluss im Anspeisungsbereich in Richtung zur Horizontalfläche 5 umgelenkt - wie in der Zeichnung durch Strömungspfeile dargestellt -, so kann eine Schlierenbildung an der Oberfläche mit hoher Reproduktionssicherheit vermieden werden. Im Schalungshohlraum befindliche Luft kann im Zuge des Auffüllens der Schalung 1 durch die Entlüftungsöffnungen 6 entweichen, und die Vollendung des Schalungsfüllens ist dadurch feststellbar, dass Beton an der Oberseite der Steigrohre 7 austritt. Nach dem Ausschalen des ausgehärteten Betonfertigteiles kann der Anspeisungsbereich an der Rückseite der Sichtfläche (Horizontalfläche 5) je nach Bedarf entweder stehen gelassen oder entfernt werden. Eine Nachbearbeitung der Sichtfläche ist jedenfalls nicht mehr nötig, dh der hergestellte Betonfertigteil kann unmittelbar seiner weiteren Verwendung zugeführt werden. 2/4
Claims (4)
- österreichisches Patentamt AT12172U1 2011-12-15 Ansprüche 1. Verfahren zur Herstellung eines wenigstens eine Sichtfläche mit abstehenden Wänden aufweisenden, dreidimensionalen Betonfertigteiles, gemäß welchem Beton in flüssiger Form in eine Schalung eingegossen und darin aushärten gelassen wird, wobei die Schalung durch steigenden Druckguss aufgefüllt wird und die Anspeisung an der Rückseite der durch eine tiefstgelegene Horizontalfläche der Schalung festgelegten Sichtfläche von oben erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der Betonfluss im Anspeisungsbereich in Richtung zur Horizontalfläche (5) umgelenkt wird.
- 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einer eine Einfülleinrichtung aufweisenden Schalung mit wenigstens einer Ober-und einer Unterschale, wobei in der Unterschale wenigstens eine Horizontalfläche ausgebildet ist und die Einfülleinrichtung im Bereich der tiefsten Stelle der Oberschale nach oben absteht, dadurch gekennzeichnet, dass der lichte Querschnitt der Einfülleinrichtung (4) in Richtung zur Oberschale (2) im Wesentlichen konisch erweitert ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die konische Erweiterung umso stärker ist, je geringer der die Wanddicke des Betonfertigteils definierende Abstand zwischen der Ober (2)- und der Unterschale (3) ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberschale (2) an wenigstens einer Stelle relativen Höhenmaximums eine Entlüftungsöffnung (6) aufweist, in die ein mindestens bis zur Maximalhöhe der Oberschale (2) erstrecktes Steigrohr (7) einsetzbar ist. Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 3/4
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